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  #1  
Alt 09.07.2020, 19:27
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scheuck scheuck ist gerade online weiblich
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Frage Religionsbezeichnung, evangelisch im Gegensatz zu lutherisch?

Liebe Helfer,

wenn in einer Heiratsurkunde 1903 zum Ehemann angegeben ist, er sei lutherisch und die Ehefrau evangelisch, suggeriert das doch irgendwie einen Unterschied, oder?

Ich kenne mich bei "Kirchens" nicht gut aus, aber für mich ist der Oberbegriff evangelisch und dabei ist zwischen evangelisch-lutherisch und evangelisch-reformiert zu unterscheiden. - Tante Google habe ich schon befragt, finde aber keine Erklärungen zu einem eventuellen Unterschied zwischen evangelisch und lutherisch.

Kann jemand jene Bildungslücke schließen? - DANK vorab!
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Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #2  
Alt 09.07.2020, 19:30
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Beste Frage überhaupt. Das beschäftigt mich schon lange. Danke!
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Johann Heinrich CLEVE, Hofmeister auf der Domäne Bornhausen, * um 1775
Andreas HEINRICH: Bürger und Zimmermeister in Querfurt, * um 1770
Anton BLANKE, Halbspänner in Klein Rhüden, * um 1750
Johann Andreas MAASBERG, Bürger und Windmüllermeister in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann und Gutspächter in Bredenfelde,* um 1720
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #3  
Alt 09.07.2020, 19:49
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scheuck scheuck ist gerade online weiblich
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Heißt also, Dir sind derlei Angaben auch schon mal untergekommen, consanguineus?

Ich habe das bislang als singulären Fall, aber dennoch ...
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Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #4  
Alt 09.07.2020, 20:09
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Nein, ich habe dieses Begriffspaar nie als ausdrücklichen Gegensatz in einer Urkunde gefunden. Dennoch interessiert ich mich, warum in manchen Standesamtsurkunden "evangelisch" steht, obwohl das doch einige Sekten umfaßt. In anderen steht, etwas genauer, "lutherisch" oder "reformiert". Eine klare Linie erkenne ich nicht.

Davon abgesehen frage ich mich sowieso, weswegen in Genealogenkreisen auf die Religionszugehörigkeit so viel Wert gelegt wird. Ich meine nicht damals, sondern heute, wenn wir von längst verblichenen Personen sprechen. Inwiefern ist es für die Biographie relevant, ob jemand etwa im Jahre 1850 katholisch oder evangelisch oder sonstwas ist? Um 1550 fände ich das schon etwas spannender, aber einfach nur so. Für die Familiengeschichte ist es mir eigentlich vollkommen wumpe. Ich schreibe es halt auf weil es alle tun.
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  #5  
Alt 09.07.2020, 20:11
Schischka Schischka ist offline
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Evangelisch = Unionskirche, sozusagen staatlich verordnete Symbiose. Deswegen gab es um Mitte 19.Jh. viele Auswanderer. Die Landbevölkerung wollte eigentlich bei ihrem lutherischen Ritus und Bekenntnis bleiben - und nicht den Mix mit dem Calvinismus haben. Soweit mal grob vereinfacht. Mal gucken nach "Kirche der preußischen Union" usw.!
(In der preußischen Provinz Sachsen gab/gibt(?) es noch bis in jüngste Zeit "evangelisch-lutherisch" - wohl eine Kompromißformel?)

Geändert von Schischka (09.07.2020 um 20:13 Uhr)
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  #6  
Alt 09.07.2020, 20:13
Jule Jule ist offline
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Hallo,


Die beiden Religionen sind eigentlich fast gleich. Die "Lutherischen" sind etwas strenger und ursprünglicher im Ausleben ihres Glaubens. Denen ist der evangelische Glaube häufig zu "modern". Oftmals wurde großen Wert darauf gelegt, welchen Glauben man hatte. Sie hatten mancher Orts auch verschiedene Kirchen oder auch verschiedene Kirchenbücher. Es gibt aber auch noch andere evangelische Glaubensrichtungen. Im Großen und Ganzen sind die Unterschiede nicht sehr groß.


LG Jule
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  #7  
Alt 09.07.2020, 20:14
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scheuck scheuck ist gerade online weiblich
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Nicht missverstehen, bitte! Mir ist das auch egal, ob jemand evangelisch, reformiert, lutherisch, katholisch oder sonst was ist. Mir ist nur diese für mich ungewohnte Angabe aufgefallen.

Vielleicht denke ich auch zu tief? Vielleicht stand in der einen Geb.-Urkunde evangelisch und in der anderen lutherisch bzw. auf Befragen wurde das jeweils so angegeben, und der Standesbeamte hat's so eingetragen?
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Scheuck
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  #8  
Alt 09.07.2020, 20:23
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scheuck scheuck ist gerade online weiblich
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Danke, jule und Schischka, hab's kapiert!

"Aus Jux und Dollerei" werde ich mal gucken, was in den Geb.-Urkunden steht
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Scheuck
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  #9  
Alt 09.07.2020, 20:47
Schischka Schischka ist offline
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Jule, "fast gleich" kann man außenstehend leicht sagen. Für die bäuerlichen Traditionalisten und tiefgläubigen Bibelkenner war zum Beispiel die Abendmahlsfrage existenziell: Ist das Brot nun der Leib Christi oder nur ein Zeichen dafür? Und Veränderung war "vom Teufel" ;-)
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  #10  
Alt 09.07.2020, 21:06
OliverS OliverS ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Schischka Beitrag anzeigen
(In der preußischen Provinz Sachsen gab/gibt(?) es noch bis in jüngste Zeit "evangelisch-lutherisch" - wohl eine Kompromißformel?)
Wie meinst du das?
Ich selber bin evgl.-lutherisch weil das in Niedersachsen eigentlich normal so ist.
Jetzt wohne im Süden und hier heißt es nur evangelisch das wunderte mich und ich fragte nach, da hieß es, das es selbstverständlich auch lutherisch wäre nur es nicht extra im Namen steht.

Bis dahin hatte ich von "uniert" oder "reformiert" noch nix gehört.
__________________
Dauersuchen:

1) Frau ?? verwitwerte WIECHERT, zwischen 1845 und 1852 neu verheiratete SPRINGER, wohnhaft 1852 in Leysuhnen/Leisuhn
2) GESELLE, geboren ca 1802, Schäfer in/aus Kiewitz bei Schwerin a.d. Warthe und seine Frau Henkel
3) WIECHERT, geboren in Alikendorf (Großalsleben) später in Schönebeck
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