#1  
Alt 24.07.2020, 14:25
hessischesteirerin hessischesteirerin ist offline
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Wir schreiben das Jahr März 1721 in Weiterstadt bei Darmstadt

Das ehelich geborene Kind einer Witwe kommt zur Welt und bekommt den edlen Hoffmans-Sohn zum Paten

Die Witwe stammt nicht aus Weiterstadt, der Vater des Kindes wird im kompletten Kirchenbuch nur als bereits verstorben genannt.

Das erste Mal taucht der Name der Witwe im Advent auf. Sie muss bereits über 40 J sein, wenn man dem Alter im Sterbeeintrag wenige Jahre später Vertrauen schenkt

Jetzt die Frage? warum wird von einer unbekannten Frau gerade ein Hofmanns-Sohn Pate und nicht jemand "unbedeutendes" Sie ist definitiv nicht die Schwester oder Cousine, das hab ich, soweit möglich, überprüft

Hat noch jemand eine Idee, wäre zu schade, wenn die Linie hier aufhören müsste
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  #2  
Alt 24.07.2020, 15:25
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Moin hessischesteirerin,


wer ist der edle Hoffmans-Sohn? Ohne diese Info ist Deine Frage m. E. äußerst schwierig oder überhaupt nicht zu beantworten.


Friedrich
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

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  #3  
Alt 24.07.2020, 20:26
hessischesteirerin hessischesteirerin ist offline
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Zitat:
Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
Moin hessischesteirerin,


wer ist der edle Hoffmans-Sohn? Ohne diese Info ist Deine Frage m. E. äußerst schwierig oder überhaupt nicht zu beantworten.


Friedrich
so steht es im Taufeintrag .. des edlen Hofmans Martins Benders Sohn Jacob

da es sich um 1721 handelt, nehme ich an, dass es ein Gutsverwalter namens Bender gewesen ist.
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  #4  
Alt 25.07.2020, 09:34
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Hallo,

in Westböhmen sind fast immer Honoratioren die Taufpaten bei unehelichen Kindern oder bei besonderen Persönlichkeiten. Oft sogar bei durchziehenden Soldaten... Warum? Keine Ahnung, ist aber so.

Gruß
Astrid
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  #5  
Alt 25.07.2020, 12:53
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Balle Balle ist offline männlich
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Wer hat eigentlich die Reihenfolge bei den Paten festgelegt? Mußten das die Eltern machen oder hat das der Pfarrer entschieden?
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Legers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #6  
Alt 25.07.2020, 13:27
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fps fps ist offline männlich
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Moin,
eine Möglichkeit wäre, dass eine (weitläufige?) Verwandtschaft vorlag, evtl. auch Schwägerschaft. Anfang des 18 Jh. wurde noch weitgehend innerhalb der gleichen Gesellschaftsschicht geheiratet, und dadurch ergaben sich oft weit verzweigte Verwandtschaften.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan, Rheinland (vor 1700); Scheer / Schier, Rheinland (vor 1750); Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #7  
Alt 25.07.2020, 13:52
hessischesteirerin hessischesteirerin ist offline
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Zitat:
Zitat von fps Beitrag anzeigen
Moin,
eine Möglichkeit wäre, dass eine (weitläufige?) Verwandtschaft vorlag, evtl. auch Schwägerschaft. Anfang des 18 Jh. wurde noch weitgehend innerhalb der gleichen Gesellschaftsschicht geheiratet, und dadurch ergaben sich oft weit verzweigte Verwandtschaften.
ich habe ja leider keine Ahnung, wo die Eltern des Täuflings herkamen, der Herkunftsort ist nirgends notiert. Fakt ist, dass der Täufling später hausierender Kramer gewesen ist, ob seine Eltern den gleichen Beruf hatten? ich weiß es nicht, vermute es aber, da diese "Kramer- Tradition bis heute Bestand hat.

aber gerade deswegen wundert es mich ja, dass ein "Hofmanns-Sohn" der Pate des Sohnes einer so einfachen Witwe gewesen ist
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  #8  
Alt 26.07.2020, 14:26
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Bei meinen Forschungen in Westböhmen habe ich festgestellt, dass die Taufpaten meist Verwandte der Eltern waren. In Oberbayern und Bayerisch-Schwaben hingegen waren sie meist nicht verwandt. Zumindest konnte ich bisher nur in zwei Fällen Verwandschaft nachweisen. Ich habe mehrere Familien im 18. und 19. Jahrhundert in diversen Orten in Bayern erforscht. Dort war es üblich immer dasselbe Ehepaar für alle Kinder einer Familie als Taufpaten zu wählen. Wenn z.B. die Frau des Taufpaten starb wurde bei weiteren Kindern seine zweite Frau Taufpatin. In einem Fall habe ich eine Ausnahme dieser Regel gefunden: Es handelt sich um eine Familie mit 15 Kindern in Stötten am Auerberg. Da war beim 13. und 14. Kind ein Kaufmanns-Ehepaar aus Augsburg Taufpate.

Gruss
Svenja
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  #9  
Alt 26.07.2020, 18:51
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
wenn ich alles richtig mitbekommen habe, dann ist des Guts-Verwalters Sohn Pate bei einer fremden Frau. Für mich hört sich das nach einer Angestellten des Gutsverwalters an. Absolut auch bei mir sehr oft vorkommend.
Wenn auf einem Dorf eine fremde Frau niederkommt, dann erscheint meist auch der Hausinhaber(oder Angehörige) als Pate.
Bei einer Nottaufe und Hochernte-Zeit dann sind es vielleicht die Hebamme, der alte Küster oder ein Invalide. Und derlei Möglichkeiten gibt es sicherlich noch mehr.
LG Malte
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  #10  
Alt 26.07.2020, 19:33
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Zitat:
Zitat von Malte55 Beitrag anzeigen
Moin,
wenn ich alles richtig mitbekommen habe, dann ist des Guts-Verwalters Sohn Pate bei einer fremden Frau. Für mich hört sich das nach einer Angestellten des Gutsverwalters an. Absolut auch bei mir sehr oft vorkommend.
Wenn auf einem Dorf eine fremde Frau niederkommt, dann erscheint meist auch der Hausinhaber(oder Angehörige) als Pate.
Bei einer Nottaufe und Hochernte-Zeit dann sind es vielleicht die Hebamme, der alte Küster oder ein Invalide. Und derlei Möglichkeiten gibt es sicherlich noch mehr.
LG Malte

das habe ich tatsächlich nicht gewusst, ich denke mir, reine Hypothese, dass die Mutter sich als einfache Magd etc verdient hat, das Kind musste ja ernährt werden, dann passt das natürlich. Es gab auch nur einen Paten, insofern passt das mit dem Hausinhaber als Pate

irgendwie musst sie ja sich und den Buben (meinen 5xurgroßvater) über die Runden bringen

vielen Dank dafür
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