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  #1  
Alt 06.11.2020, 23:33
ru-di1 ru-di1 ist offline männlich
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Registriert seit: 21.08.2012
Ort: Rothenburg o.d.T.
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Standard Änderung der Namens-Schreibweise um 1870 in Württemberg

Familienname: Beuchter-Beichter
Zeit/Jahr der Nennung: ~bis 1860 Beuchter, dann Beichter
Ort/Region der Nennung: Württemberg/Altbach u.Zell a.Neckar

Hallo,
der Familienname "Beuchter" ändert sich in der Zeit zwischen 1860 und 1880 ohne mir erklärlichen Grund zu "Beichter".

Gibt es ähnliche Wechsel in der Schreibweise auch für andere Namen um diese Zeit, oder ist das ein Einzelfall ?

Könnte ein Zusammenhang mit der Einführung der Personenstandsregister bestehen ?
Eine Anfrage von einem Nachkommen "Beichter" aus den USA hat mich veranlasst in den Kichenbüchern genauer nachzuschauen und dabei den o.g. Zeitraum des Wechsels ergeben (bei ein und derselben Person * als Beuchter, später oo/+ Beichter).

Wäre super, wenn dazu jemand etwas wüsste.

Gruß aus Rothenburg o.d.T.

Rudolf
(Hoffe hier im richtigen Forum zu sein)
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  #2  
Alt 07.11.2020, 00:41
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Registriert seit: 23.10.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 8.949
Standard

Hallo,
die Schreibweisen hingen meist von dem Schreiber ab. Wenn es einen neuen Pfarrer im Ort gab, oder aber insbesondere, wenn der Namensträger an einen anderen Ort zog, wo sein Name nicht bekannt war, oder dort bereits in anderer Schreibweise üblich war, konnte sich ein Name ändern.

Das war schon immer so, und wird es auch zukünftig geben, man denke nur daran, wie arabische Namen in deutsche Pässe geschrieben werden, etc.
__________________
Viele Grüße
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  #3  
Alt 07.11.2020, 10:24
Benutzerbild von MAV
MAV MAV ist offline männlich
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Registriert seit: 07.09.2010
Ort: Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg
Beiträge: 35
Ausrufezeichen ei und eu

Hallo Rudolf,


ei und eu sind im Schwäbischen wenn überhaupt nur schwer unterscheidbar.


Grüße Micha
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  #4  
Alt 07.11.2020, 12:17
Benutzerbild von Eva64
Eva64 Eva64 ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von ru-di1 Beitrag anzeigen
Familienname: Beuchter-Beichter
Zeit/Jahr der Nennung: ~bis 1860 Beuchter, dann Beichter
Ort/Region der Nennung: Württemberg/Altbach u.Zell a.Neckar

Könnte ein Zusammenhang mit der Einführung der Personenstandsregister bestehen ?
Eine Anfrage von einem Nachkommen "Beichter" aus den USA hat mich veranlasst in den Kichenbüchern genauer nachzuschauen und dabei den o.g. Zeitraum des Wechsels ergeben (bei ein und derselben Person * als Beuchter, später oo/+ Beichter).
Hallo Rudolf,


deine Vermutung ist richtig. Mit der Einführung der Personenstandsregister (1875) wurde auch die Namensschreibung festgelegt. Deshalb gibt es ab dieser Zeit eine Festlegung, dass als Beispiel die eine Linie Osswald geschrieben wird und die andere Oßwald oder eben bei dir wurde Beichter als Schreibweise festgelegt (gesprochen ist Beuchter im schwäbischen ja sowieso Beichter ;-) ).


Grüßle
Eva
__________________

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  #5  
Alt 07.11.2020, 15:23
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Registriert seit: 30.07.2007
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Beiträge: 5.330
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Hallo,

es könnte sich auch um eine Verschreibung durch falsches Lesen handeln.

Auch wenn Namen i.A. in Urkunden in lateinischer Schrift eingetragen wurden und der restliche Text in Kurrent, so gab es in beiden Schriftarten über dem u im FN Beuchter einen Bogen (ŭ). Hier könnte ein schlechtes Lesen durchaus auch das ŭ zu i gemacht haben -> und blieb weiterhin so, unabhängig von historisch anders geschriebenen Anverwandten.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #6  
Alt 07.11.2020, 15:31
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hm, Laurin, das lateinische u bekommt keinen Bogen - denke ich
Viele Grüße
Xylander
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  #7  
Alt 07.11.2020, 16:08
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Hm, Laurin, das lateinische u bekommt keinen Bogen - denke ich
Viele Grüße
Xylander
M.W. nach denke ich schon - man müßte mal Kirchenbucheinträge und andere Dokumente aus dem 2. Drittel des 19. Jhd. ansehen.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #8  
Alt 07.11.2020, 18:03
Xylander Xylander ist offline männlich
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Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 3.901
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Ja, Laurin zB hier.
https://data.matricula-online.eu/de/...en/KB008/?pg=3
Eintrag 207: Eduard (lateinisch) vs. Kaufmann (deutsch).

Bei der Namenentwicklung handelt es sich um eine Entrundung in der gesprochenen Sprache, die dann festgeschrieben wurde.

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (07.11.2020 um 18:04 Uhr)
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  #9  
Alt 08.11.2020, 00:05
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
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Registriert seit: 07.01.2010
Ort: Lüneburg
Beiträge: 1.524
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Hallo,

u-Bogen: im Prinzip mag Xylander wohl recht haben, nur ... hat sich ein jeder daran gehalten? Ich kann mich aus meiner Jugendzeit an viele Schriftstücke in lateinischer Schrift erinnern, die sehr wohl einen u-Bogen enthielten. Die Macht der Gewohnheit.
Daher würde ich da keine scharfe Trennung ziehen mögen.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan, Rheinland (vor 1700); Scheer / Schier, Rheinland (vor 1750); Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #10  
Alt 10.11.2020, 13:46
ru-di1 ru-di1 ist offline männlich
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Beiträge: 91
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Hallo Micha,
das könnte eine Erklärung liefern, wenn die Aussprache im Schwäbischen kaum zu unterscheiden war.
Allerdings dürfte es nicht nur am Pfarrer gelegen haben, da bei allen Beuchters in meinem Ahnenstamm aus Altbach und Zell a.Neckar in der Zeit nach 1870 als Beichter geführt werden und diesen Namen durchgehend beibehalten haben.

Mir ist jetzt die Idee gekommen die Namensverbreitungskarte von genealogy.net aufzurufen:Beuchter 1890: 0, nur noch "Beichter"
Auch unter namespedia.com: Beuchter "nichts gefunden".
Also der Name Beuchter ist scheinbar komplett verschwunden.

Danke für Info. Gruß
Rudolf
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