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  #11  
Alt 09.07.2019, 19:17
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Hallo, hollsteinforscher!

Danke, dass Du Dich da schlau gemacht hast!

Das würde ja irgendwie meine These, dass der Tischlermeister auch Bestatter war, bestätigen. Er hat beide Leichen abgeholt, also hat er sie gesehen, folglich galt er aus eigenem Wissen als unterrichtet.

Sollte die Sammelakte nichts hergeben, wäre das schon enttäuschend ...
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Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #12  
Alt 09.07.2019, 23:02
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GiselaR GiselaR ist offline weiblich
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Hallo Scheuck,
ohne jetzt auf die vielen Überlegungen der anderen einzugehen (auch wenn es interessant wäre): ich habe diese Formulierung unzählige Male schon gelesen. Wenn ich mich richtig erinnere, besonders im 19.Jhdt. Es war einfach Standard, zu vermerken, daß die Personen), die den Tod meldete(n), dies nicht nur auf Hörensagen hin taten.

Und dabei kamen wirklich alle mal zum Zuge: Ehepartner, Nachbarn, Verwandte aller Art, "Freunde der Familie", gerne auch die Haushälterin, Krankenhausbedienstete (um und vor 1900) Schwiegertöchter und -söhne .... usw. Jeder durfte mal, vorausgesetzt er/sie hatte die Leiche gesehen, immer wieder auch Schreiner.

In unserer Kleinstadt war noch bis in die 1980er Jahre (so ungefähr) der Schreiner gleichzeitig der Bestattungsunternehmer. Und die regeln auch heute normalerweise die Formalitäten mit dem Amt. Ich hatte schon viele Sterbefälle in der Familie.
Grüße
Gisela
PS statt der Formulierung "aus eigenem Wissen" stand in frühen Einträgen sehr häufig "aus eigener Wissenschaft", womit nicht Wissenschft im heutigen Sinne gemeint war, sondern eben "Wissen"
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Ruths, Gillmann, Lincke,Trommershausen, Gruner, Flinspach, Lagemann, Zölcke, Hartz, Bever, Weth, Lichtenberger, von der Heyden, Wernborner, Machwirth, von Campen/Poggenhagen, Prüschenk von Lindenhofen, Reiß von Eisenberg, Möser, Hiltebrandt, Richshoffer, Unger, Tenner, von Watzdorf, von Sternenfels
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  #13  
Alt 10.07.2019, 09:26
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scheuck scheuck ist offline weiblich
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Hallo, Gisela!

Ja, diese Formulierung liest man immer wieder, und ich kenne sie natürlich auch. Mich hat in diesen beiden Fällen nur der Tischlermeister stutzig gemacht . Inzwischen bin ich aber davon überzeugt, dass der gleichzeitig Bestatter gewesen ist, also passt das.

Danke Dir!
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Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #14  
Alt 10.07.2019, 13:37
thoddy thoddy ist offline männlich
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moin,


vielleich kann man ja etwas über die Tischlerei herausfinden, um die die These zu untermauern, das er auch gleichzeitig Bestatter war.


In unserer Stadt gab es früher auch drei Tischler, die allesamt auch Bestatter waren ( .. was auch irgendwie sinnvoll war )


Grüße von der Ostsee
Thorsten
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suche alles über die Familien:
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  #15  
Alt 10.07.2019, 13:47
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scheuck scheuck ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von thoddy Beitrag anzeigen
moin,

vielleicht kann man ja etwas über die Tischlerei herausfinden, um die die These zu untermauern, dass er auch gleichzeitig Bestatter war.

Grüße von der Ostsee
Thorsten
Moin, Thorsten!

Ja, genau daran arbeite ich gerade und bin auch schon fündig geworden. Es gibt einen mehr oder weniger "gleich um die Ecke" der Wohnung des verstorbenen Ehepaares. - Leider heißt der aber Heinrich ; vielleicht sind Heinrich und Wilhelm Vater und Sohn oder Brüder? Da muss ich mich noch etwas anstrengen ...
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  #16  
Alt 10.07.2019, 14:02
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Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Moin zusammen,


dass der Bestatter die Benachrichtigung beim Standesamt übernimmt, ist auch heute noch üblich. Insoweit also Tischler = Bestatter = Übermittler der Todesnachricht auch für mich völlig plausibel, aber:


Unabhängig vom Tischler: Ich bin mir nicht sicher, ob jeder, der die Meldung abgab, aus eigener Wissenschaft unterrichtet zu sein, wirklich die Leiche gesehen hatte. Auf dem Dorf genügte meiner Meinung nach oft schon, wenn zum Beispiel der Nachbar zum Standesamt geschickt wurde, ohne die Leiche gesehen zu haben. Man kannte sich, und der Nachbar wusste, dass die Familie des Verstorbenen ihm keinen Bären aufband, und der Standesbeamte wusste das auch. Ich denke, das wurde so interpretiert, als ob der Nachbar die Leiche gesehen hätte. Oder hat schon mal jemand eine Formulierung im Sterbebuch wie "Der Anzeigende erklärte, über den Sterbefall durch N.N. informiert zu sein" gefunden?


Friedrich
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #17  
Alt 10.07.2019, 14:18
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Hallo,

nein, die von Dir genannte Formulierung habe ich noch nirgends, gesehen, Friedrich

Mit der "eigenen Wissenschaft" war das durchaus üblich, obwohl ich eine Sterbe-Urkunde aus Ruhrort 1882 habe, da hat ein Nachbar den Tod gemeldet.
Nein, wirkliches "Wissen" konnte der nicht preisgeben; noch nicht mal den FN konnte er richtig nennen, so steht da HaasterT.

Statt des üblichen Satzes steht geschrieben, "... zu Ruhrort in des Anzeigenden Gegenwart .... verstorben sei, worüber er ein Todtenattest überreicht".
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Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #18  
Alt 10.07.2019, 14:38
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Hallo,

hier mal die für die Fragestellung wichtigen Paragraphen aus dem Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung von 1875
Zitat:
Fünfter Abschnitt. Beurkundung der Sterbefälle.
§. 57. Zu der Anzeige verpflichtet ist das Familienhaupt, und wenn ein solches nicht vorhanden oder an der Anzeige behindert ist, derjenige, in dessen Wohnung oder Behausung der Sterbefall sich ereignet hat.
§. 58. Die §§. 19 bis 21 kommen auch in Beziehung auf die Anzeige der Sterbefälle zur Anwendung.
Findet eine amtliche Ermittelung über den Todesfall statt, so erfolgt die Eintragung auf Grund der schriftlichen Mittheilung der zuständigen Behörde.
Zitat:
§. 19. Die Anzeige ist mündlich von dem Verpflichteten selbst oder durch eine andere aus eigener Wissenschaft unterrichtete Person zu machen.
Vor allem in Hinblick auf § 57 würde ich "aus eigener Wissenschaft" definitiv so deuten, dass der Tote vom Anzeigenden mit eigenen Augen gesehen worden seien sollte. Und da man ja wohl üblicherweise früher die Verstorbenen zu Hause aufbahrte, damit sich Familie und Freunde vor der Beerdigung verabschieden konnten, wüsste ich jetzt nicht, warum man jemanden zum Standesamt schicken sollte, der die Leiche nicht gesehen hatte.

LG,
Antje
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  #19  
Alt 10.07.2019, 21:49
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GiselaR GiselaR ist offline weiblich
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Antje,
bin völlig einig mit dir. vor fast genau 52 Jahren hatten wir selbst noch eine Aufbahrung zu Hause im Wohnzimmer. Die Trauerfeier mit Pfarrer, großen Kerzen, Riesen-Familienbibel fand dort statt. Das Prozedere der Meldung auf dem Amt war schon das "moderne", wenn ich mich richtig erinnere (ich war kurz vor 12), auch war der Sarg geschlossen, aber wenn ich mir anhand dieser Erfahrung vorstelle, was früher üblich war, wenn der Sarg geöffnet war und meistens auch noch Totenwache gehalten wurde, dann ist es absolut plausibel, daß ein Nachbar "eigene Wissenschaft" haben konnte.
Grüße
Gisela
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  #20  
Alt 11.07.2019, 00:08
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Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es sich bei der "eigenen Wissenschaft" nicht darum handelt, dass der Anzeigende die Leiche gesehen haben muss, auch wenn es so gemeint war. Das ist bestimmt oft anders gehandhabt worden.



Friedrich
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