#1  
Alt 26.04.2019, 10:35
Forscher_007 Forscher_007 ist offline
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Standard Anschreiben von Pfarrämtern

Hallo,

ich habe hier mal eine Frage an alle.

In seltenen Fällen schreibe ich schon einmal ein Pfarramt an, mit der Bitte um Hilfe bei der Suche nach einem Datum oder der Bitte die Kirchenbücher vor Ort einzusehen.

In der Regel antworten die Pfarrämter nicht.
Ich finde das schon ein wenig befremdlich, da die zuständigen Pfarrer, Sonntags, in der Kirche bestimmt etwas anderes predigen.

Mir geht es hier nur um eine Antwort, Reaktion auf meine email.

Auf eine 2 email , ca 4 Wochen später, mit dem Hinweis, dass ich seit über 50 Jahren ununterbrochen Kirchensteuerzahler bin, reagieren dass die Pfarrämter in der Regel unmittelbar.

Wie seht Ihr das?
Wie geht Ihr hier vor?



--
__________________
Mit freundlichen Grüßen

Forscher_007
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  #2  
Alt 26.04.2019, 10:52
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo,

im "Ratgeber für den Familiengeschichtsforscher" von V. Weiss, Leipzig 1995, heißt unter dem Stichwort "Anfragebrief":

"Anfragebrief
Es empfiehlt sich kaum, an Archive und Pfarrämter mit der Bitte heranzutreten, genealogische Auskünfte zu erteilen. Diese Art genealogischer Forschung sollte nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn vorher bekannt ist, daß in dem jeweiligen Pfarramt oder Archiv ein Pfarrer oder Angestellter tätig ist, der derartige Anfragen gern und sachkundig bearbeitet. Ein A. ist aber z. B. sinnvoll, wenn ganz gezielt nur eine einzige Eintragung an einer eng begrenzten Stelle gesucht oder bestätigt werden soll. Solche Auskünfte sind in der Regel gebührenpflichtig. Darüber hinaus sind aber genealogische A., für deren Bearbeitung oftmals weder kirchliche noch staatliche Archive genügend Zeit haben, eine Zumutung, durch die das Ansehen der Genealogen geschädigt wird, vor allem aber durch Mahnungen bei Nichtbeantwortung. Die Hoffnung, seine Forschungen mittels A. betreiben zu können, sollte der Anfänger rasch aufgeben. Es empfiehlt sich statt dessen, das Archiv selbst aufzusuchen oder zu versuchen, über (vgl.) Forschungsaustausch, notfalls über (vgl.) Auftragsforschung, zum gesuchten Ergebnis zu gelangen."

Eine Einschätzung, die ich vollumfänglich teile.

Es grüßt der Alte Mansfelder
__________________
Gesucht:
- Albrecht, Gottfried, Ziegeldecker aus Aschersleben, oo wo? v. 1791
- Beilcke, Joh. Caspar, Schafmeister Südharz, oo wo? um/v. 1767
- Blendor, Blandor(t), Joh. Christian, zul. Unteroffizier, *?/oo v. 1762/+ v. 1793 wo?
- Daume, Daniel *wo? (1716), zul. Erbmüller in Stangerode
- Kaur, Johann, 1815 Soldat Magdeburger Garnison, Schneider, */oo/+ wo?
- Knispel, Michael, oo wo? um/v. 1812 (Prov. Posen) Anna Rosina Linke
- Stahmer, Jacob *wo? (1767), Soldat, zul. in Aschersleben
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  #3  
Alt 26.04.2019, 10:53
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist gerade online männlich
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Hallo,

Ich habe mal versucht eine Friedhofsordnung zu bekommen.
- Ich schrieb ans Pfarramt eine E-Mail
- Ich schrieb ans Pfarramt einen Brief inkl. frankiertem Rückumschlag
- Ich schrieb an den Kirchenkreis einen Brief
- Ich schrieb an die ev. Kiche Mitteldeutschlands einen Brief
Nie bekam ich auch nur irgendeine geartete Antwort. Das empfand ich als äußerst unberschämt. Ich hatte mir jeweilse 1-2 Monate Zeit gelassen zwischen den einzelnen Schritten. Anstatt eine Kopie bei Schritt 2 einfach einzutüten und den Umschlag einzustecken hat man meinen Rückumschlag offensichtlich einfach entsorgt... noch eine Frechheit.

Viele Grüße,
OlliL

Geändert von OlliL (26.04.2019 um 10:54 Uhr)
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  #4  
Alt 26.04.2019, 10:56
Benutzerbild von Ralf-I-vonderMark
Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Hallo Forscher_007,

es empfiehlt sich m.E. immer, zunächst mit der zuständigen Pfarrgemeindesekretärin telefonisch zu sprechen, und dabei nachzufragen, ob sich die Kirchenbücher überhaupt im Pfarrgemeindearchiv befinden und ob diese netterweise bereit wäre, bei Gelegenheit einmal zu der konkreten Suchanfrage nachzuschauen und die entsprechende E-Mail mit der Suchanfrage vorab anzukündigen.

Dann weiß die Pfarrgemeindesekretärin Bescheid und die Chance auf eine Antwort ist sicherlich um ein Vielfaches als bei einer „Blindanfrage“ gestiegen, auch wenn manchmal mehrere Wochen oder gar Monate Geduld gefragt ist.

Das persönliche freundliche Telefonat ist stets ein großer Vorteil, zumal im Rahmen dessen die zuständige Pfarrgemeindesekretärin auch ihre Bereitschaft mitteilt, irgendwann einmal nachzuschauen, auch wenn es zeitlich schwierig und außer der Reihe ist.

Bislang habe ich auf diese Weise immer eine Antwort erhalten, auch wenn nicht jede Suche erfolgreich war.

Viele Grüße
Ralf
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  #5  
Alt 26.04.2019, 10:59
Forscher_007 Forscher_007 ist offline
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Hallo,

Zitat:
im "Ratgeber für den Familiengeschichtsforscher" von V. Weiss, Leipzig 1995, heißt unter dem Stichwort "Anfragebrief":
Wir haben heute nicht 1955 sondern 2019.

Für mich ist das eine Frage des ANSTANDES!

Auch eine Antwort wie,

... was interessiert mich Ihre Ahnenforschung.

ist eine Antwort.

Selbstverständlich frage ich nur schriftlich an, wenn
  • Geburtsdatum errechnet aus dem Sterbealter vorhanden sind
  • Monat und- oder Jahr vorhanden ist.

--
__________________
Mit freundlichen Grüßen

Forscher_007
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  #6  
Alt 26.04.2019, 11:40
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo zusammen!

Ich habe auch schon Archive oder Pfarrämter angeschrieben wenn es mir aus irgendwelchen Gründen nicht möglich gewesen ist, selbst dort zu erscheinen.

Archive haben mich noch nie enttäuscht. Auch ein Pfarramt hat mal recht flott und kompetent reagiert. Ein anderes schrieb, daß die Bücher alle im Archiv in Magdeburg lägen (was für mich schlecht, aber immerhin eine Antwort ist). Andere Pfarrämter (die Mehrzahl) reagieren gar nicht.

Nun ist mir wohl bekannt, daß viele Pfarrämter chronisch unterbesetzt sind und häufig keine Zeit ist, Anfragen ausführlich zu beantworten. Allerdings gebietet es die Höflichkeit, kurz zu antworten und dem Hilfegesuch eine Absage zu erteilen. Aber ich kenne das schon. Selbst als Geschäfts- und Vertragspartner ist die Kirche nicht besser. Briefe werden erst nach Anmahnung oder nach über einem Jahr beantwortet. Da geht es dann aber um substantiellere Dinge als um eine Auskunft aus einem Kirchenbuch! Die Kirchen, und da verallgemeinere ich mal bewußt, sitzen auf einem ganz, ganz hohen Roß. Ich kenne Fälle, da ist der Ansprechpartner so unverschämt geworden, daß ein Kirchenaustritt die Reaktion war.

Auf der anderen Seite hat die Kirche jahrelang meine - natürlich unentgeltliche - Mitarbeit im Kirchenvorstand gerne in Anspruch genommen. Und das, obwohl ich als Selbständiger weiß Gott mehr zu tun habe als ein Pfarramtsschreiberling! Meine Kirchensteuer und das freiwillige Kirchgeld nehmen sie natürlich auch immer gerne an.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Johann Heinrich Jonas ANDRAE, Pastor, * 1796 in Kutzleben

Andreas HEINRICH: Bürger und Zimmermeister in Querfurt, * um 1770
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  #7  
Alt 26.04.2019, 12:25
Försterstolz Försterstolz ist offline weiblich
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Hallo,
ich habe mich bereits an einige Pfarrämter gewandt, teils mit vorherigem telefonischen Kontakt aber auch per Mail. Antworten habe ich immer erhalten, wenn auch nicht immer nutzbringend.

Mitarbeiter kleinerer Pfarrämter haben sich oft sehr bemüht und haben zu meiner Konkreten Anfrage noch zusätzliche Informationen (die sich aus den Kirchenbüchern ergaben) handschriftlich aufgelistet.
Wird denjenigen nichts nützen, die nix wieder gehört haben, wollte es nur mal erwähnen.

Es grüßt
Veronika
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  #8  
Alt 26.04.2019, 12:28
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
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Meine Erfahrungen mit Pfarrämtern sind zwiegespalten:
Teilweise kam es nie zu antworten.
Ich hatte aber auch sehr positive Erfahrungen. Zum Einen bekam ich letzte Woche innerhalb von zwei Tagen eine Antwort obwohl ich in meiner Mail mitteilte das ich wegen Ostern eine Wartezeit verstehen würde.
In einem anderen Pfarramt bemühte man sich auch und man versuchte sogar die alte Schrift zu entziffern.


Letztendlich sind meine Erfahrungen mit Pfarrämtern sehr, sehr durchwachsen.
__________________
Suche Informationen zu Familien
Heinrich (Kreis Brieg, Umgebung von Sacken und Brockau)
Meisel, Neugebauer (Kreis Brieg, Falkenberg, Breslau)


Seidel (Kreis Brieg; Insbesondere Groß Jenkwitz; verstorben bei Breslau)
Meisel, Meister und Neugebauer (Kreis Gnesen; Umgebung von Hohenau, Falkenau)


Grab von Friedrich Wilhelm Urban (+ Ost-Berlin)


Rechner, Zinsinger in/um Staudheim (Rain)
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  #9  
Alt 26.04.2019, 12:47
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Cardamom Cardamom ist offline weiblich
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Hallo Forschende,
ja, an dieser Front sieht es teilweise katastrophal aus. Die meisten Pfarrpersonen sehen solche Anfragen als lästig an, und manche gehen sicherlich auch einfach im Zuviel unter. Eure Berichte finde ich echt haarsträubend.
Ich oute mich jetzt mal als Pfarrerin ( bin die rühmliche Ausnahme, als selber Ahnenforschung Betreibende finde ich alle Anfragen spannend und helfe soviel ich lann) und kann aus dem Nähkästchen plaudern. In der praktischen Ausbildung zum Pfarramt wird die Herausgabe von Daten gerade mal mit einem Satz erwähnt.
Und so eine Erfahrung wie bei Forscher007 erfüllt alle schlechten Klischees von Kirche "wenns ums Geld geht, kommen sie in die Gänge".


Jetzt aber zu einem praktischen Tip:

Der Umgang mit den Kirchenbüchern in den Pfarrämtern, was die vorstandesamtliche Zeit betrifft, fällt unter die Archivgesetze der jeweiligen Landeskirche, genauso wie die an Archive abgegebenen KB. D.h., wenn jemand bei einem Pfarramt auf Granit stösst, hilft der Umweg über das zuständige Landeskirchliche Zentralarchiv. Mit einer (Email) - Beschwerde, dass Anfragen ignoriert und Daten nicht herausgesucht werden, kann man Bewegung in die Sache bringen.


Ich hatte zumindest hier für Bayern schon zweimal den Fall, dass es dann auf einmal ging. Die Archive sehen das ganze nämlich professionell und sind fachlich gut aufgestellt.
Hier noch ein Auszug aus dem Archivgesetz der bayer. Kirche:
§ 6 Benutzung durch Dritte

(1) Kirchliches Archivgut ist nach Maßgabe dieses Gesetzes öffentlich zugänglich.
(2) 1Jede natürliche oder juristische Person, die ein berechtigtes Interesse glaubhaft macht, hat das Recht, kirchliches Archivgut auf Antrag nach Maßgabe dieses Gesetzes und der dazu erlassenen Rechtsverordnungen oder Ausführungsbestimmungen zu benutzen. 2Besondere Vereinbarungen mit Eigentümern von privatem oder öffentlichem Archivgut und testamentarische Bestimmungen bleiben unberührt.



Liebe Grüße
Cornelia


__________________
Pommern:
Meyer, Töpfer in Stargard
Budde, Retzlaff, Manthe, Prielipp


"Nach dem Krieg um 6 im Kelch"
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  #10  
Alt 26.04.2019, 13:07
Forscher_007 Forscher_007 ist offline
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Hallo Cornelia,

vielen Dank für die INFO.
Das gilt auch für die evgl. Kirche im Rheinland.

Zitat:
§ 6 Benutzung durch Dritte
(1) Kirchliches Archivgut ist öffentlich zugänglich nach Maßgabe dieses Kirchengesetzes.

(2) Jede Person, die ein berechtigtes Interesse glaubhaft macht, hat das Recht, kirchliches Archivgut auf Antrag nach Maßgabe dieses Kirchengesetzes und der dazu erlassenen Rechtsverordnungen oder Ausführungsbestimmungen zu benutzen. Besondere Vereinbarungen mit Eigentümern von privatem oder öffentlichem Archivgut und testamentarische
Bestimmungen bleiben unberührt.

(3) Ein berechtigtes Interesse ist insbesondere gegeben, wenn die Benutzung zu kirchlichen, amtlichen, wissenschaftlichen, heimatkundlichen oder familiengeschichtlichen Zwecken oder zur Wahrnehmung berechtigter persönlicher Belange beantragt wird.

(4) Für die Benutzung werden Gebühren nach Maßgabe einer Gebührenordnung erhoben.

Wovor haben die im Pfarramt eigentlich Angst?


Sie müssen sich doch nur an die von Ihnen selbst aufgestellten Regeln halten.

Die evgl. Kirche ist doch nicht die Angestellte im Pfarramt oder der Pfarrer, sondern die "zahlenden" Mitglieder.



--
__________________
Mit freundlichen Grüßen

Forscher_007
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