#1  
Alt 07.01.2019, 23:04
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Christian40489 Christian40489 ist offline männlich
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Standard Feldpostnummern WK II

Hallo zusammen,

wer von Euch hat Zugriff auf das Nachschlagewerk von Norbert Kannapin: Die deutsche Feldpostübersicht. Vollständiges Verzeichnis der Feldpostnummern?
Ich wüsste, gerne welche Truppenzugehörigkeiten / Standorte sich hinter den zwei folgenden Nummern verbergen.

05749
26528 B

Bei der zweiten könnte es sich um den Stab des Kraftwagen-Transport-Regiment z.b.V. 98 aus der Zeit zwischen dem 1.2. und dem 11.7.1941 handeln. Leider kann ich über diesen Truppenteil keine Informationen finden.

Für jede Hilfe wäre ich sehr dankbar und freue mich schon auf Eure Antworten.

Viele Grüße Christian
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  #2  
Alt 07.01.2019, 23:19
sonki sonki ist offline
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Hallo

05749
(Mobilmachung-1.1.1940) 1. Kompanie Pionier-Bataillon 43,
(27.1.1942-14.7.1942) 3. Kompanie Pionier-Bataillon Großdeutschland,
(24.3.1944-6.11.1944) 21.8.1944 1. Kompanie Pionier-Bataillon GD,

26528
(Mobilmachung-1.1.1940) Stab I Infanterie-Regiment 191
(28.4.1940-14.9.1940) Stab I u. 1.-4. Kompanie Infanterie-Regiment 191
(10.2.1943-23.8.1943) Stab I u. 1.-4. Kompanie Grenadier-Regiment 191, u. gestrichen (Stalingrad)
(6.4.1944-9.11.1944) 18.8.1944 Nachrichten-Kompanie 390.

Quelle: Internet

Geändert von sonki (07.01.2019 um 23:26 Uhr)
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  #3  
Alt 07.01.2019, 23:19
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Moin Christian,


für eine Feldpostnummer braucht man immer ein Datum der Verwendung, da fast alle Nummern im Verlaufe des Krieges mehrfach an unterschiedlichste Einheiten vergeben wurden.
Ausgehend von dem von Dir genannten Zeitraum gehört die Nummer 26528 B zur 1. Kompanie des Infanterie-Regiment 191 und die Nummer 05749 zur 1. Kompanie des Pionier-Bat. 43.

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...nter/IR191.htm

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...at/PiBat43.htm

Herzliche Grüße Jürgen
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  #4  
Alt 08.01.2019, 00:24
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Christian40489 Christian40489 ist offline männlich
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Hallo und danke für die raschen Antworten.

Die Feldpostnummer 05 749 gehört zu einem 11.07.1942 datierten Brief, dessen Schreiber ist nach Auskunft des Volksbund am 05.11.1942 bei Armawir im Kaukasus in Kriegsgefangenschaft geraten und seitdem vermisst.

Unter der Feldpostnummer 26 528 B gibt es zwei leider undatierte Karten, deren Schreiber nach Auskunft des Volksbund am 28.11. 1942 bei Ssoustzewo gefallen ist. Leider kann ich keinen Ort dieses Namens feststellen, er liegt aber vermutlich in Russland.

Könnt Ihr mit diesen zusätzlichen Informationen eventuell noch mehr über die Truppenzugehörigkeit herausfinden? Wenn ich diese genauer kennen würde, könnte ich vermutlich deren Einsatzorte im Kriegsverlauf recherchieren.

Viele Grüße Christian
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Geändert von Christian40489 (08.01.2019 um 00:39 Uhr)
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  #5  
Alt 08.01.2019, 13:06
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Christian,

da Sie schreiben:
... deren Schreiber nach Auskunft des Volksbund am 28.11. 1942 bei Ssoustzewo gefallen ist.
Leider kann ich keinen Ort dieses Namens feststellen, er liegt aber vermutlich in Russland.

da fragen Sie doch einfach den Volksbund, wo dieser Ort liegt.

Aus dem Lexikon der Wehrmacht:
Das Grenadier-Regiment 191 wurde am 15. Oktober 1942 durch die Umbenennung des Infanterie-Regiments 191 gebildet
und der 71. Infanterie-Division unterstellt.
Zu dieser Zeit war das Regiment in Stalingrad zwischen der Tsaritza und der Dolgiibalka eingesetzt.
Nach der Einschließung Stalingrads kämpfte das Regiment im Kessel von Stalingrad bis zu seiner Vernichtung im Januar / Februar 1945.


Wenn Sie schreiben:
Die Feldpostnummer 05 749 gehört zu einem 11.07.1942 datierten Brief, dessen Schreiber ist nach Auskunft des Volksbund am 05.11.1942 bei Armawir im Kaukasus in Kriegsgefangenschaft geraten und seitdem vermisst.

haben Sie da schon in den DRK-Suchdienst Vermisstenbildlisten nach ihm gesucht ?
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Geändert von Saure (08.01.2019 um 16:27 Uhr)
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  #6  
Alt 08.01.2019, 19:04
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Moin Christian,

nach Angabe der Daten ergibt sich jetzt folgende Zuordnung:
Die Nummer 05749 gehört zur 3. Kompanie des Pionier-Btl. Großdeutschland und die 26528 B bleibt bei der 1. Kompanie des Infanterie- bzw. Grenadier-Regiment 191.

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...at/PiBatGD.htm

Das Btl. unterstand der Infanterie-Division Großdeutschland.

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...ionen/IDGD.htm

Herzliche Grüße Jürgen

P.S. Online-Suche in den Vermißtenbildlisten des DRK klappt momentan mal wieder nicht, gibt wohl Server-Probleme.
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  #7  
Alt 08.01.2019, 23:18
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Hallo Herr Saure, hallo Jürgen!
Danke für die zusätzlichen Informationen, sie helfen hoffentlich bei der weiteren Aufklärung des Schicksals der Schreiber von Brief und Karten.
Jürgen, hast Du eventuell Hinweise auf die mögliche Lage des Ortes Ssoustzewo? Ich habe dazu heute auch beim Volksbund nachgefragt. Natürlich ist auch eine Anfrage bei der WASt eine Möglichkeit, aber bei den Bearbeitungszeiten …
Inzwischen konnte ich auf der Internetseite des DRK Suchdienst die in Frage kommenden Vermisstenbildlisten durchsehen, allerdings ohne Ergebnis. Der in Armawir Vermisste ist darin nicht enthalten.
Viele Grüße Christian
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  #8  
Alt 08.01.2019, 23:55
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Christian,

wie ich oben schon geschrieben habe:
Zu dieser Zeit war das Regiment in Stalingrad zwischen der Tsaritza und der Dolgiibalka eingesetzt.

Hier eine Karte aus dem Buch:
Stalingrad
Kessel und Gefangenschaft

Dort habe ich den Fluß Carica / Tsaritza gefunden.

Der gesuchte Ort muß also oberhalb bzw. unterhalb dieses keinen Flüßchens liegen.
Den Fluß Dolgiibalka habe ich leider auf die schnelle nicht gefunden. Das kann aber nicht mehr so schwer sein.

Wäre es Ihnen möglich uns die Daten dieser Soldaten zu nennen:
Unter der Feldpostnummer 26 528 B gibt es zwei leider undatierte Karten, deren Schreiber nach Auskunft des Volksbund am 28.11. 1942 bei Ssoustzewo gefallen ist. Leider kann ich keinen Ort dieses Namens feststellen, er liegt aber vermutlich in Russland.
Die Feldpostnummer 05 749 gehört zu einem 11.07.1942 datierten Brief, dessen Schreiber ist nach Auskunft des Volksbund am 05.11.1942 bei Armawir im Kaukasus in Kriegsgefangenschaft geraten und seitdem vermisst.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Stalingrad 1.jpg (128,5 KB, 9x aufgerufen)
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Geändert von Saure (09.01.2019 um 00:00 Uhr)
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  #9  
Alt 09.01.2019, 00:47
sonki sonki ist offline
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Hallo,

also wenn das IR191 bzw. GR191 der 71ID unterstellt war, dann müsste der Sterbeort ja eigentlich Nahe des Einsatzortes der 71ID liegen.

Anbei mal 3 Karten.

Karte 1 vom 16.09.42 zeigt das IR191 gleich neben der ID71 im Stadtzentrum von Stalingrad am Hauptbahnhof. DAs IR191 wurde bekanntlich im Oktober in GR191 umbenannt. Man sollte aber annehmen das es weiterhin sehr dicht bei der ID71 war.

Karte 2 zeigt die Lage am 28.11.42 - also dem Todestag des Gesuchten. Die 71ID war weiterhin mitten im Stadtzentrum. Auf der Karte rechts oben (unter LI AK).

Karte 3 zeigt die Situation am 1.12.42, als die Einkesselung begann.

Kann natürlich trotzdem sein, dass das IR191/GR191 zur fraglichen Zeit außerhalb des Stadtzentrums eingesetzt war. Auf Karten konnte ich bis jetzt keinen Ort Ssoustzewo o.ä. finden - auch nicht in der Gegend um Tsaritza und der Dolgiibalk - liegt auch gleich außerhalb des Stadtzentrum. Schwierig - konnte leider bis jetzt auch keine guten Karten (außer 1:100.000 finden), aber soviel Orte gab es da wohl auch nicht. Hmm...

Nachtrag: Noch eine 4. Karte vom 24.11.42 - Rot markiert die 71ID und dann jeweils noch I 191 und III 191 (wenn ich das richtig erkenne). Vielleicht ja ein Hinweis auf den genaueren Einsatzort der Kompanien der 191. Vielleicht auch nicht...
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Stalingrad-16-Sep-1942.jpg (219,6 KB, 8x aufgerufen)
Dateityp: jpg IV-Armeekorps-Print-281142.jpg (237,5 KB, 7x aufgerufen)
Dateityp: jpg 1-12-42.jpg (200,2 KB, 6x aufgerufen)
Dateityp: jpg IV-Armeekorps-Print-241142.jpg (246,3 KB, 6x aufgerufen)

Geändert von sonki (09.01.2019 um 01:03 Uhr)
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  #10  
Alt 09.01.2019, 02:23
Benutzerbild von Christian40489
Christian40489 Christian40489 ist offline männlich
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Hallo zusammen,

ich erfahre soeben, dass die Feldpostnummern des in Armavir Vermissten und des in „Ssoustzewo“ Gefallenen versehentlich vertauscht wurden. Daraus ergibt sich nun folgender Sachstand:

1.) Die Feldpostnummer 26.528 B gehört zum in Armawir Vermissten. Sie verweist auf die 1. Kompanie des Infanterie- bzw. Grenadier-Regiment 191. Dieses Regiment unterstand der 71. Infanterie Division. Leider lässt sich mit der FPN der genaue Truppenteil, dem der Vermisste angehörte, nicht bestimmen. Allerdings war es die 17. Armee/Armeeoberkommando 17 (AOK 17, zeitweise auch Armeegruppe Ruoff), die in der deutschen Sommeroffensive im August und September 1942 (Unternehmen Edelweiß) mit Unterstützung der 1. Panzerarmee im Nordkaukasus vorstieß („Fall Blau“). Relativ leicht überwanden die deutschen Truppen den Fluss Kuban und besetzten die Städte Stawropol, Armawir, Maikop und kurze Zeit später auch Krasnodar. Die Stadt Armawir (russisch Армави́р, in der englischen Transkription auch Armavir) liegt in der Region Krasnodar im Vorland des Kaukasus am linken Ufer des Flusses Kuban. Nach der Eroberung im August 1942, bei der Armawir teilweise zerstört wurde, hielten die deutschen Truppen die Stadt bis Januar 1943 besetzt. In dieser kurzen Besetzungsperiode geriet der Vermisste in Kriegsgefangenschaft. Über sein Schicksal ist nichts weiter bekannt. Eine Suche in der Vermisstenbildliste des DRK am 08.01.2019 ergab keinen Eintrag.

2. Die Feldpostnummer 05749 gehört zu dem in Ssoustzewo Gefallenen. Ein Ort dieses Namens ist nicht festzustellen. Die fast buchstabengleiche Schreibweise „Ssossedowo“ kommt in zwei Sterbeurkunden des Hamburger Standesamts vor. Sie betreffen den Tod von zwei Soldaten, die ins Hamburg-Wandsbek stationiert waren und beide am am 03.September 1942 in Ssossedowo fielen. Dieses Todesdatum liegt etwa im gleichen Zeitraum wie der Tod des Gefallenen mit der FPN 05749 am 28.11.1942.
Die FPN 05749 verweist auf die 3. Kompanie des Pionier-Bataillon Großdeutschland. Diese Kompanie führte die FPN 05749 bis 1944 und war der Infanterie-Division Großdeutschland unterstellt, die im Spätsommer 1942 in den Schlachten um Rschew (Januar 1942 - März 1943) kämpfte. Weil diese zu den blutigsten Kämpfen des Zweiten Weltkrieges zählen, wurden sie auch als Fleischwolf von Rschew bezeichnet. 50 km südlich von Rschew liegt die Kleinstadt Sytschowka, die vom 10. Oktober 1941 bis zum 8. März 1943 von deutschen Truppen besetzt war. Dieser Ort wurde deutsch auch falsch als Sytschewka bezeichnet und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch mit „Ssoustzewo“ bzw. „Ssossedowo“ Die phonetische Ähnlichkeit und die Lage im Kampfgebiet deuten darauf hin.

Bitte entschuldigt die zunächst fehlerhafte Fragestellung. Ich habe jetzt versucht, den Sachstand so präzise wie möglich zusammenfassen. Für alle Angaben habe ich entsprechende Quellen recherchiert. Aus Übersichtlichkeitsgründen verzichte ich hier auf deren Angabe. Bei Bedarf nenne ich sie natürlich gerne.

Gruß Christian
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