#1  
Alt 16.04.2019, 18:44
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.01.2016
Ort: KA
Beiträge: 489
Standard Beschäftigung Zwangsarbeiter

Hallo,


vom Bundesarchiv erhielt ich einen dicken Stapel Unterlagen bezüglich der Zeit meines Großvaters in der Wehrmacht.


Aus den Unterlagen ging auch ein Antrag meiner Oma für einen Sonderurlaub meines Opas hervor. Sie beantragten 4 Wochen Sonderurlaub für die Heuernte.

Im Antrag stand auch, das auf dem Hof, neben der schwangeren Ehefrau (mein Vater kam dann zur Welt) nur Kinder und 1 polnische und 1 ukrainische Arbeitskraft auf dem Hof wären.


Das Landwirte Arbeitskräfte zugeteilt bekamen, müsste doch normal irgendwo dokumentiert worden sein, oder?
Welches Amt war damals dafür verantwortlich?


Wäre toll wenn jemand dazu was wüsste,


Vielen Dank,
Jürgen
__________________
Suche Informationen zu Familien
Heinrich (Kreis Brieg, Umgebung von Sacken und Brockau)
Meisel, Neugebauer (Kreis Brieg, Falkenberg, Breslau)


Seidel (Kreis Brieg; Insbesondere Groß Jenkwitz; verstorben bei Breslau)
Meisel, Meister und Neugebauer (Kreis Gnesen; Umgebung von Hohenau, Falkenau)


Grab von Friedrich Wilhelm Urban (+ Ost-Berlin)


Rechner, Zinsinger in/um Staudheim (Rain)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 17.04.2019, 01:08
Basil Basil ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.06.2015
Ort: Hamburg
Beiträge: 696
Standard

Hallo Jürgen,

leider bin ich in dem Thema nicht so gut drin, wie ich gern wäre, da dieses Thema auch meine Familie berührt. Was ich bisher so gelesen habe, galten die Zwangsarbeiter als steuer- und versicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die Arbeitsvermittlung erfolgte durch die Arbeitsämter, auch Landes- bzw. Gauarbeitsämter. Im Fall von kommunalen oder Staatsbetrieben auch durch die Personalämter. Das wurde natürlich auch entsprechend dokumentiert (Arbeitskarten u.a.). Finanzämter, Krankenversicherungen, Landesversicherungsanstalten und Meldebehörden führten ebenfalls Unterlagen.

Leider wurden zum Kriegsende in vielen Orten diese Unterlagen wie z.B. Ostarbeiterkarteien vernichtet. Das sollte man aber im Einzelfall in den zuständigen regionalen Archiven nachfragen. Helfen kann dabei vielleicht folgendes von rijo-research erstelltes und nach PLZ sortiertes Verzeichnis über relevante Bestände in Archiven und Institutionen. Ich empfehle, zumindest den Teil über die Entstehung und Überlieferung der Unterlagen zu lesen.

Verzeichnis der Nachweise ...pdf
Quellentext zur Zwangsarbeit ...pdf

Viele Dokumente wurden bereits vom ITS Arolson übernommen, dessen Aufgabe die Klärung der Schicksale von NS-Verfolgten ist. Vielleicht können die aber auch Auskunft zu Arbeitgebern geben, was aber bei einem Hof mit 2 Arbeitern schwieriger sein könnte als bei einem Betrieb mit dutzenden oder mehr Arbeitskräften.

Ich hoffe, es hilft ein wenig.

Gruß
Basil
__________________
Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
Raum Zittau: Heidrich, Rudolph
Erzgebirge: Uhlmann, Lieberwirth, Gläser, Herrmann
Burgenlandkreis: Wachtler, Landmann, Schrön



Geändert von Basil (17.04.2019 um 01:10 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 17.04.2019, 06:30
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.06.2007
Beiträge: 3.414
Standard

Zitat:
Zitat von Basil Beitrag anzeigen
Hallo Jürgen,

leider bin ich in dem Thema nicht so gut drin, wie ich gern wäre, da dieses Thema auch meine Familie berührt. Was ich bisher so gelesen habe, galten die Zwangsarbeiter als steuer- und versicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die Arbeitsvermittlung erfolgte durch die Arbeitsämter, auch Landes- bzw. Gauarbeitsämter. Im Fall von kommunalen oder Staatsbetrieben auch durch die Personalämter. Das wurde natürlich auch entsprechend dokumentiert (Arbeitskarten u.a.). Finanzämter, Krankenversicherungen, Landesversicherungsanstalten und Meldebehörden führten ebenfalls Unterlagen.

Gruß
Basil

Hallo Ihr Beiden,

ich habe mal in einem Stadtarchiv zufällig Unterlagen zu Fremd- und Zwangsarbeitern gefunden. Da ging es um so banale Dinge wie die Zuteilung von Tabak und Zigaretten.

Sicher war auch der jeweilige Ortsbauernführer involviert.

Mit besten Grüßen
Wolfgang
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 17.04.2019, 08:30
Xylander Xylander ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 2.130
Standard

Hallo,
auch im Fall einer ukrainischen Zwangsarbeiterin, die sich in meiner Kinderzeit um mich kümmerte, und nach deren Namen ich suchte, half das zuständige Stadtarchiv (Sprockhövel). Hier ein Link, der die Lage der Zwangsarbeiter am lokalen Beispiel schildert.
https://www.sprockhoevel.de/fileadmi...ckh-366vel.pdf

Viele Grüße
Xylander
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:08 Uhr.