#1  
Alt 11.11.2015, 05:17
Juergen Juergen ist offline
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kleiner Scherz.

mit 90 Jahren will ich auch sterben.

Aber im Ernst, Helmut Schmidt, ehemaliger Kanzler starb Gestern.
Es gab daher gestern viele frühere Interviews von ihm in TV.

Bei Maischberger erklärte er einst (steht auch bei Wikipedia)
nach den Rassen-Gesetzen der Nationalsozialisten war er damals also ab 1933 "Vierteljude",
da sein leiblicher Vater also Gustav Ludwig WENZEL unehelich von einem Bankier Gumpel am 18.4.1888 gezeugt worden sei.

Er hätte sogar Papiere fälschen müssen.

Seine leibliche Mutter war also die ledige Verkäuferin (oder Kellnerin) Friedericke Christine Eduradine WENZEL, lutherischen Glaubens in Hamburg.
Mutter des Sohns Gustav Ludwig WENZEL, geb. 18.4.1888 in Hamburg, späterer Vater von Helmut Schmidt.

Dieser wurde 1889 adoptiert von dem Eheleuten SCHMIDT oo KRÖGER, er damals Hausknecht.

Dass der Bankier Gumpel, der leibliche Vater des Gustav Ludwig WENZEL war wird Herr Helmut Schmidt sicher per persönlicher
Dokumente her gewusst haben. Vielleicht durch das Adoptionsverfahren.
Denn normalerweise, lässt sich die Vaterschaft bei unehelich gezeugten Kindern
sehr schwer ermitteln, wer der leibliche Vater war.

Was ich mir in dem Fall gar nicht vorstellen kann, dass Helmut Schmidt anlässlich seiner Heirat, irgendwie Papiere über seine arische
Abstammung fälschen musste oder?
Schließlich war sein Vater unehelich, lutherisch geboren und getauft worden, kein Hinweis jüdische Abstammung.

Tschüß Herr Helmut SCHMIDT.

Juergen

Geändert von Juergen (11.11.2015 um 06:13 Uhr)
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  #2  
Alt 11.11.2015, 11:16
gki gki ist offline
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Hallo Jürgen,

wenn der Bankier Gumpel das Kind schon bei der Geburt anerkannt hat, wird er wohl auf der Taufurkunde erschienen sein.
__________________
Gruß
gki
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  #3  
Alt 11.11.2015, 17:47
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Gki,

Ja vielleicht, war es so.

Also auf der standesamtlichen Geburtsurkunde von Hamburg 1888 gibt es jedenfalls
keinen nachträglichen Randvermerk, zur Anerkennung des unehelichen Sohns Gustav Ludwig WENZEL durch einen (jüdischen) Herrn Ludwig GUMPEL. Quelle: Ancestry.de
Dann bleibt eigentlich nur der Taufschein, falls dort der leibliche Vater Ludwig GUMPEL von
der ledigen Mutter Friederike WENZEL genannt wurde.

Im Prinzip wusste ja nur die Mutter wer der Vater war und vielleicht der leibliche Vater selbst. Na wenn der Herr Gumpel aber wohl finanziell geholfen hat (laut Spiegel-Artikel), war das ja anständig.

Helmut SCHMIDT, im Gespräch mit Fritz STERN.
Zitat "... Mein Vater hat den Arier-Nachweis gefälscht und eine Bescheinigung beschafft,
auf der stand: Grossvater unbekannt. ..."
--> https://books.google.de/books?id=LRm...4lscht&f=false

In bestimmten "Verdachtsfällen" hätten die national-sozialistischen Beamten
schon die Taufbücher selbst geprüft, nur im Falle von Helmut SCHMIDT vermutlich eben nicht, lag ja kein Hinweis dafür vor, das er einen "halb-jüdischen" Vater hatte.
Ob er mit einem einzigen jüdischen Großelternteil damals Probleme bekommen hätte, weiß ich nicht genau.

Juergen

Geändert von Juergen (11.11.2015 um 20:30 Uhr)
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  #4  
Alt 11.11.2015, 18:05
gki gki ist offline
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Hallo Jürgen!

Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen
Also auf der standesamtlichen Geburtsurkunde von Hamburg 1888 gibt es jedenfalls
keinen nachträglichen Randvermerk, zur Anerkennung des unehelichen Sohns Gustav Ludwig WENZEL durch einen (jüdischen) Herrn Ludwig GUMPEL. Quelle: Ancestry.de
Dann bleibt eigentlich nur der Taufschein, falls dort der leibliche Vater Ludwig GUMPEL von
der ledigen Mutter Friederike WENZEL genannt wurde.



Helmut SCHMIDT, im Gespräch mit Fritz STERN.
Zitat "... Mein Vater hat den Arier-Nachweis gefälscht und eine Bescheinigung beschafft,
auf der stand: Grossvater unbekannt. ..."
--> https://books.google.de/books?id=LRm...4lscht&f=false

Naja, wenn der Großvater nicht auf dem offiziellen Dokument auftauchte, dann dürfte diese "Fälschung" nicht sonderlich schwergefallen sein, denn sie entsprach der Aktenlage.
__________________
Gruß
gki
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  #5  
Alt 12.11.2015, 17:35
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Gki,

na ja, wer weiß, woher die Nazi-Behörden wissen sollten, dass der
Vater der Volkschul-Lehrer nach den Rasse-Gesetzen der Nazis ein "Halb-Jude" war, mir nicht klar. Vielleicht stand was in den Adoptions-Papieren über den wirklichen Vater dem Bankgehilfen Ludwig GUMPEL.
Dann könnten die Adoptiv-Eltern dies gewusst haben, denn diese sollen ja angeblich Geld von dem Herrn bekommen haben. Dieser hätte demnach die Adoption mit Geld gefördert.

Dann könnten die Adoptionspapiere ausgewertet worden sein.

"Gustav Ludwig SCHMIDT (WENZEL) lebt in ständiger Angst
sein Status könnte bekannt werden. ..."

"... Die Forschungsarbeit von Gerrit Aust und Irmgard Stein Anfang der Neunziger Jahre bringt über die Familie Gumpel ans Licht..."

Helmut Schmidt: Ein Jahrhundertleben; Ausschnitte daraus, gestern noch gelesen.
--> https://books.google.de/books?id=d0c...Gumpel&f=false

Die leibliche Oma von Helmut SCHMIDT gebar 1892? noch ein weiteres uneheliches Kind,
welches nur 2 Monate lebte.

Bin ja immer neugierig auch bei biografischen Angaben und manchmal skeptisch, was solche Angaben betrifft.

Juergen

Geändert von Juergen (12.11.2015 um 18:00 Uhr)
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  #6  
Alt 13.11.2015, 08:15
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Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen
mit 90 Jahren will ich auch sterben.
Da fehlen aber noch 6 Jahre bis zum Helmut, Jürgen.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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  #7  
Alt 13.11.2015, 10:33
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Hallo zusammen,

ich denke, dass änlässlich des aktuellen Ablebens von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, hier auf weitere humoreske Anmerkungen verzichtet werden sollte.

Vielen Dank für euer Verständnis.


Viele Grüße
AlAvo
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  #8  
Alt 14.11.2015, 00:52
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Hallo Jürgen!

Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen
na ja, wer weiß, woher die Nazi-Behörden wissen sollten, dass der
Vater der Volkschul-Lehrer nach den Rasse-Gesetzen der Nazis ein "Halb-Jude" war, mir nicht klar. Vielleicht stand was in den Adoptions-Papieren über den wirklichen Vater dem Bankgehilfen Ludwig GUMPEL.
Das wird in dem von Dir verlinkten Buch nicht erwähnt. Ich vermute, aber daß die sich auch nach den offiziellen Dokumenten gerichtet haben und daß der Vater da eben nicht drinstand.

Zitat:
Dann könnten die Adoptiv-Eltern dies gewusst haben, denn diese sollen ja angeblich Geld von dem Herrn bekommen haben. Dieser hätte demnach die Adoption mit Geld gefördert.

Dann könnten die Adoptionspapiere ausgewertet worden sein.

"Gustav Ludwig SCHMIDT (WENZEL) lebt in ständiger Angst
sein Status könnte bekannt werden. ..."

Klar. Aber Grund dieser Angst dürfte eher gewesen sein, daß ihn jemand verpfiffen hätte, dem er mal davon erzählt hat. Weniger die Papiere, in denen mutmaßlich nichts vom biologischen Vater stand. Kann natürlich sein, daß er das nicht wußte oder sich nicht sicher war.

Zitat:
Bin ja immer neugierig auch bei biografischen Angaben und manchmal skeptisch, was solche Angaben betrifft.
Da ist Skepsis sicher angebracht.
__________________
Gruß
gki
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  #9  
Alt 16.11.2015, 19:53
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Zitat:
Zitat von AlAvo Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

ich denke, dass änlässlich des aktuellen Ablebens von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, hier auf weitere humoreske Anmerkungen verzichtet werden sollte.

Vielen Dank für euer Verständnis.


Viele Grüße
AlAvo
Dem möchte ich mich anschließen. Unser Altbundeskanzler hat viel für unser Deutschland getan und war ein Mann mit Format, Haltung und Charisma. Solche Politiker würde man sich in den heutigen, unsicheren Zeiten an vorderster Front mehr als nur wünschen. sein Tod ist ein Verlust für unser Land! Danke Helmut
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  #10  
Alt 17.11.2015, 10:02
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo zusammen,

eine kurze Ergänzung: Die jüdischen Vorfahren von Helmut Schmidt sind in diesem Buch

https://portal.dnb.de/opac.htm?metho...hmidt+bernburg

nebst allen Hintergründen und Begleitumständen (demütigende Kontaktaufnahme des unehelichen Sohnes zur Familie des Vaters in Bernburg usw.) schon einmal recht gut untersucht worden. Ich habe das Buch im letzten oder vorletzten Jahr stückweise gelesen.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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