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  #1  
Alt 08.04.2018, 09:24
Benutzerbild von Mariolla
Mariolla Mariolla ist offline weiblich
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Standard Einheitliche Schreibweise der Familiennamen seit Einführung der Register vom Standesamt

Allen sonnige Sonntagsgrüße,

seit Einführung der Register vom Standesamt (Hinterpommern ab 1874) sollte ja allgemein eine einheitliche
Schreibweise der Familiennamen gewährleistet bzw. gefestigt sein. Doch sah es nicht überall danach aus.
Die Familiennamen variieren köstlich munter in den kuriosesten Schreibweisen. Obwohl die Familie bereits mehrmals
Geburten ab 1874 anzeigte und die Familie aus selbigen Ort stammte und gewiss dem Standesbeamten bekannt
war. Zum Beispiel der FN Klecker, einmal als Klekker, dann Kleker und als Klegger.
Die vorherigen Kirchenbücher weisen die selbigen unterschiedlichen
Schreibweisen aus und es ist immer das gleiche Ehepaar. Es gab nur diese
eine Familie.

Ab wann habt ihr eine einheitliche Schreibweise der Familiennamen
bemerkt?

Viele Sonntagsgrüße Mariolla
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Krs. Schwetz/Westpr.: Kadatz, Bojanowski, Bogalecki, Malkowski, Müller, Golenski, Schötzau, Stothut, Hinze
Krs. Graudenz/Westpr: Dirks, Penke, Poley, Knof, Labian, Bauermeister, Wollert, Klein, Flöthing,
Krs. Schlochau/Krs. Dt. Krone: Vogel, Zehnpfund, Sültz, Hinze
Sa-Anhalt: Dober, Zausch, Grenzer, Sieber, Schulze, Bornschein, Buder, Staudte, Bockel, Müller, Werner, Hornbogen, Ebisch, Schmalz, Schweinigel
Sachsen: Neuhäuser oo Moses
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Geändert von Mariolla (08.04.2018 um 09:57 Uhr)
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  #2  
Alt 08.04.2018, 09:59
Benutzerbild von Mr. Black
Mr. Black Mr. Black ist offline
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Hallo Mariolla,

ich persönlich habe eine einheitliche Schreibweise ungefähr ab 1900 herum registriert; möchte hier aber noch differenzieren zwischen den Örtlichkeiten. In einer großen Stadt sah es anders aus als auf dem Land - heißt, auf dem Land wurden partiell immer noch nach Lust und Laune und Gehör die Namen festgehalten. Zumindest in meinem Hauptforschungsgebiet.

Ich habe zu dem Thema ein Artikel verfaßt und der folgende Absatz ist vielleicht in dem Kontext interessant (von 1908):

"Wer Jahrzehnte lang seinen Vornamen Walther, Arthur, Theodor usw. mit h geschrieben hat und an dieser Schreibweise hängt, wird einigermaßen erstaunen, daß ihm darin das Standesamt nicht zu Willen sein braucht. Es hatte ein Herr Walther M. in R. den Standesbeamten ausdrücklich ersucht, seinen Vornamen mit h einzuschreiben, doch der Standesbeamte kehrte sich nicht daran. Herr Walther war drüber empört und begann nun einen heißen Kampf um sein teures h. Selbst das Kammergericht setzte er in Bewegung, aber es erklärte die standesamtliche Eintragung für richtig, denn an der neuen, allgemein eingeführten Rechtschreibung nehmen auch die Vornamen teil. Seitdem muß Herr Walther im amtlichen Verkehr ohne sein geliebtes h auftreten."

Alles Gute,

Marcus
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  #3  
Alt 08.04.2018, 10:33
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Hallo Mariola,

im Erzgebirge(Hauptforschungsgebiet in dieser Zeit) sind meine Erfahrungen auch so, dass sich erst ab etwa 1900 eine einheitliche Schreibung des Namens durchsetzte.

Das war allerdings namensabhängig.
Während sich bei einigen Namen die Schreibweise kaum oder gar nicht verändert(Nestler, Looß, Naumann, Hecker), gibt es andere, bei denen die Schreibweisenfindung selbst gegen 1900 noch nicht abgeschlossen ist, wie Seifert(Seiffart, Seyffart, Seifert, Seyffert, Seyfert) und Meyer(Meier, Meijer, Meyer...).

Lg, Claudia von den bergkellners
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Geändert von Bergkellner (08.04.2018 um 10:34 Uhr)
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  #4  
Alt 08.04.2018, 13:21
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Mariolla Mariolla ist offline weiblich
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Hallo Marcus,
das mit den Vornamen ist mir bekannt. Habe selber so einen Fall
im Stammbaum - Hellmuth und neu Helmut geschrieben.
Doch Familiennamen fallen ja nicht in/unter die neue deutsche
Rechtschreibung, es sind Eigenwörter, die Herkunft und Bedeutung ausdrücken. Oder verstehe ich das falsch?

Viele Grüße Mariolla
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Geändert von Mariolla (08.04.2018 um 13:22 Uhr)
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  #5  
Alt 08.04.2018, 13:35
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Mariolla Mariolla ist offline weiblich
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Hallo Claudia,
ja die Familiennamen Seifert(Seiffart, Seyffart, Seifert, Seyffert, Seyfert) und Meyer(Meier, Meijer) habe ich auch unter meinen Vorfahren und
kann ein Lied von den unterschiedlichen Schreibweisen singen.
Die Pfarrer und Standesbeamten haben sich vermutlich immer sicher in der
Schreibweise gefühlt.
Meine Familiennamen kommen alle aus dem ländlichen Bereich.
Danke für dein Feedback.

Viele Grüße Mariolla
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  #6  
Alt 08.04.2018, 14:34
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Mr. Black Mr. Black ist offline
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Hallo Mariolla,

Du hast nichts falsch verstanden. Das Gerichtsurteil bezog sich in dem Beispiel auf die Vornamen. Meine restliche Antwort auf Familiennamen.

Von Hellmuth zu Helmut ist doch noch gut; von Friedrich zu Gottfried ist schlimmer.

Was die sogenannte Sicherheit angeht - nach meiner Erfahrung waren die Einträge von Pfarrern "sicherer" als später von den Standesbeamten.

Alles Gute,

Marcus
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  #7  
Alt 08.04.2018, 16:36
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Hallo,

In den Kirchenbüchern wurden meine Ururgroßeltern Couseng statt Cousin geschrieben. Ab 1874 kam es auf das Standesamt an. Wärend die Geschwister bei der Heirat alle Couseng/Cousin geschrieben wurden steht bei meiner Urgroßmutter als Geburtsname Cousin. Ich habe mir nun noch nicht die Sterbeurkunde von ihr angefordert, um zu schauen wie sie dort geschrieben wurde. In den Sterbeurkunden ihrer Schwestern steht dann nach 1900 Cousin als Geburtsname.

LG Silke
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  #8  
Alt 08.04.2018, 17:49
Niederrheiner94 Niederrheiner94 ist offline
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Hallo!

In meinen folgenden Schilderungen beziehe ich mich nur auf die Stadt Duisburg. In Bezug auf die Standesbeamten auf dem Land kann ich daher nichts beisteuern.

Die STA-Unterlagen, die mir jetzt einfallen, tragen alle immer die gleiche Schreibweise der FN. Unterschiede sind mir daher nicht aufgefallen. Es gibt auch eine "Meier"-Linie durch die 2. Ehe meiner Vorfahrin, allerdings habe ich da noch nicht nachgesehen, ob konsequent mit "i" geschrieben wird.

In einem Fall konnte ich in der Belegakte erkennen, dass der Standesbeamte in den zugehörigen Kirchenbücher nachsehen ließ, ob die Schreibweise gleich blieb:

1914 heiratet in Duisburg Anna Nürnberger aus Kukowen, Kreis Oletzko den Johann Sabitzki aus Sczeczinowen, Kreis Lyck. Da bei den angeforderten Urkunden die Schreibweise des FN "Nürnberger" mal Nürrenberg, Nuernberger, Nüernberger und Nürnberger ist, lässt er auch die Schreibweise ihrer Vorfahren überprüfen und geht dabei bis zu ihrem Urgroßvater (Taufeintrag des Großvaters) zurück, 1820.

Gruß
Fabian
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  #9  
Alt 09.04.2018, 07:36
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Hallo Silke, hallo Fabian,

vielen Dank für Eure Antworten. Also könnte man sagen, die
Schreibweise der Familiennamen wurde so um 1900 herum
gefestigt.
Ich wünsche allen einen schönen Montag,
viele Grüße Mariolla
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