#11  
Alt 16.04.2010, 00:01
maria1883 maria1883 ist offline weiblich
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Hallo Hibol,
ich beneide dich um deine Kirchenbuchschätze und lese sie mit großem Interesse.
Ich werde bald zum ersten mal zwei KB-Filme von den Mormonen einsehen.
Bin gespannt, ob ich auch sowas Interessantes finde.
Liebe Grüße
Waltraud
__________________
Orte und Namen meiner Ahnen:
Neu Wuhrow: Pophal, Golz, Is(s)berner, Gehrke, Draheim, Zuther, Mittelste(ä)dt, Hensel, Bleck
Gönne (später Westgönne): Hensel, Bleck, Maronde
Steinklippe (Belgard/Schievelbein): wie Westgönne
Neudorf: Märtens, Boeck, Schulz, Mallon, Harmel, Manz
Pöhlen: Milbradt, Boeck, Dittberner, Kannenberg, Märtens
bis auf Steinklippe alles Kreis Neustettin
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  #12  
Alt 16.04.2010, 00:23
Benutzerbild von anika
anika anika ist offline
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Standard ungewöhnliche Kirchenbucheinträge

Hallo Hibol
Sowas ist doch immer spannend zu lesen, auch wenn es nicht die eigenen Ahnen betrifft.
anika
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Ahnenforschung bildet
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  #13  
Alt 16.04.2010, 17:49
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Genealoge Genealoge ist offline männlich
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habe mit Genuss diese wirklich alten Geschichten durchgelesen, teilweise hat der Pfarrer ja so wirr geschrieben, herrlich!
__________________
Besucht doch mal meine Webseite: Ahnen aus Niedersachsen, Nordhessen, Westpreußen, Niederschlesien und Sachsen - www.genealogie-brandt.de
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  #14  
Alt 18.04.2010, 21:22
Hibol
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Hier geht's mal wieder weiter:
1751 Taufe
Den 7 Aug ist Johann Georg gebohren u d 8 Aug wiedergebohren worden, deßen Vater ist Hanß Schneider, Tagl in d Meyerey, die Mutter aber Anna Sophie eine gebohrene Zehnerin, der Tauffpath war Joh Georg Popp, Tagl in Streßenhaußen Bey dieses Kindes Tauff gieng ein großer Streit für Indem hochadel Gericht alhier wurde vor einigen Monaten Anna Weinmännin zur ordentl Amme Frau constituiret: Steinfeld ließ d. H u Gericht Anna Margaretha Gruberin daselbst zur irigen Hebamme ……. Die hochadel Patronae ecclesiae befahlen nur, diese nicht zum Taufstein zu laßen ob es mir gleich von G U G sehr streng anbefohlen worden, Sie brachten denn ohngeachtet das Kind durch die Steinfelder Amefrau zur h. Tauffe, als ich dieselbe nicht admittiren wollte, wurde nach der hiesigen geschickt, die mir es bey der Taufe vorgehalten d. 9 Augusti, da wieder das nächststehende Kind zu tauffen war, erhielte eine fürstl Consistorial Verordnung, nach welcher anbefohlen worden, ins künfftig auch die Steinfelder Hebamme zu admittiren, welches auch bey nachfolgend Kind geschehen


Was ist daraus ersichtlich:
Die Hebamme hielt bei der Taufe das Kind und nicht der Pate!
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  #15  
Alt 18.04.2010, 21:23
Hibol
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1675 Taufen xx den 26. Aprilis dem Christoph Eraßmo Langen, einen geborenen Juden, der sich vor 6 Jahren zu Ulm mit seinem vorigen Weib u. zweyen Kindern zu unßer christl. Religion bekehret u. sich daselbst taufen laßen, auch in Schweden u. hernach zu Ulm im Türckenzug u.a. 64 Leutnant stelle gehabt undt am Sonnabend mit seiner anderen Frauen Jacobina, anhero kommen, nach ihrer Niederkunft einen Sohn getaufft nahmens Johann Andreas Wilhelm Gevatter sind gewesen
1. Johann Caspar Bernhardt mein ältester Sohn zu Cob.stud.
2. Andreas Lautensack Theol. Stud. Zu Rotach
3. Otto Wilhelm Wiedmann, Inwohner alhier.
4. Anna Catharina Bernhardin, meine älteste Tochter zu Coburg bey d. Bruder sich aufhaltend.
5. Frau Martha Amalia Keyßerin, Adjuncti Joh. Reudermann s. Tochter
6. Agatha Wiedmann, alß wo sie nieder kommen alhier.




Die Leute teilweise sind in Europa schon sehr herumgekommen

Geändert von Hibol (19.04.2010 um 09:36 Uhr)
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  #16  
Alt 18.04.2010, 21:24
Hibol
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1675 Taufen xx den 22 7bris einen Sohn getaufft einen frembden Mann der Durch die Frantzoßen verderbet und hier ins Hirten Hauß kommen nahmens Johann Jung, von Mummeln, zwischen Straßburg und Hagenau mit seinem Weibe Barbara, sonst aus der Schweitz bürtig u. hier niederkommen ist das Kind Johann Heinrich genennet worden, und sindt Gevattern gewesen:
1. Hanß Götz, Thoma Götzens, Wirths Sohn
2. Hanß, Georg Hoffmanns Sohn
3. Heinrich Grosch, dienstknecht alhier
4. Anna Köbin, ledigen standes
5. Barbara, Michael Christens Haußfrau, sämbtlich alhier

1678 Taufen, den 25. Aprilis den Matthäs Linerd von Eißleben bey Eißleben Soldaten knecht, undt Helena Braunin von Coburg welche hier im Quartier gelegen, aber dießer Tag seinen dienst erlaßen mit seiner Frauen nach Coburg gehen wollen, ist sie unterwegs bey der Elsaer Mühl eines Kindes geneßen wieder hierher ins Hirtenhauß gebracht und das Kind auf den Abend von mir genothtauffet und Sylvester Laurentini genennet worden, deßen Taufdoden gewesen:
1. Der wohl Edelgeb. Bester u. GroßMann Herr Sylvester von Butler, WachMeister zu Walbur in Quartier liegendt ..
2. Laurentius Hoffmann
3. Michael Rottmanns Schultheißen Sohn
4. Anna Köbin, lediges Standes. dieße alle zu Elßa


naja, vielleicht braucht die Personen mal jemand
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  #17  
Alt 18.04.2010, 21:24
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1691 Taufen, xx d. 15. April der Barbara Bützin, welche sich mit Georg Friedrich, Christoph Friedrichs in Stressenhausen Sohn, fleischlich vermischet und auch öffentlich daselbst, weilen es die Eltern nicht zugeben wollen einander zu heyrathen, ihre Straffe Domenica Invocavit deswegen ausgestanden, zwey Söhne getaufft. Gevattern sind gewesen beym ersten, Johann Stephan Fischer, Niclaus Fischers zu Eißhaußen Sohn, dienend der Zeit bey Hanß Heim in Stressenhaußen, und dann Catharina Fischerin, Heinrich Fischers von Walraß Tochter, anjetzo zu Stressenhausen bey Veit Lutzen dienend: Beym andern sinds gewesen Johann Caspar Lurtzin, Caspar Lurtzins zu Stressenhaußen Sohn, und dann Margaretha Spülerin, Kilian Spülers, Schulmeister in Heldrieths, hinterlassene Tochter, welche sich bey ihrer Mutter zu Rodach aufhält.


Aha, die Eltern mußten also einer Eheschließung zustimmen
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  #18  
Alt 18.04.2010, 21:25
Hibol
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1749 Taufen den 20ten August hat Dorothea Bauerin eine bereits vor etl. Jahren gefallene Dirne welche sich bey ihrem Schwager Joh. Georg Knauer aufgehalten, auf dem Felde beym Schneiden ein Kind zur Welt gebohren, so daß sie von den Schnittern ein wenig weg gegangen u. gleich das Kind fallen lassen, welches sie aber hinter ein Gerstenhauffen gesteckt u. sie ist wieder zu den Schnittern gegangen. Diese haben wohl gemercket, daß sie etwas vorgehabt dahero sie solche stark angeredet, sie müsse ein Kind gebracht haben, wo sie es hin hätte, worauff sie solches erstl. Geläugnet darauff aber wieder hingeloffen u. das Kind in die Schürzen genommen, da die eine Frau mit ihr nach Haus gegangen, welche das Kind, weil es sehr schwach gewesen in meiner Abwesenheit genothtauffet Die Sache ist von den Schultheissen ins fürstl. Leutamt angezeiget worden, weil das Kind etwas beschädiget war, worauf von Coburg eine Comission kam die solches besichtigte, es war eine unzeitige Geburth erkante, doch aber keine töd. Verwundung an solchen wahrnahmen, sondern Schwachheit wegen gestorben zu sey, aussagte. Das Kind ist auf Consistorial Erlaubniß dem Landschaffts Physico D. Albrecht gegeben worden. die Dirne hat ein fremden unbekannten Pursch zum Thäter angegeben, der sie am Karfreytag in dem Holze überfallen haben soll u. ist eingezogen worden. Ihr Schwager Joh. Georg Knauer besejde sie sich aufgehalten ist auch darauf eingezogen worden, weil sie auf ihn nach bekennet und der es nicht leugnen können, indem beide bekennen müssen, daß er bereits vor 5 Jahren ein Kind mir ihr gezeuget, welches und ders. Kirchenbuch 1744, den 17ten Junij getaufft worden, wobey kein Vater eingeschrieben, dieser Knauer aber, der in päbstler der Vater ist. Ihm, den Knauer ist durch urtheil u. Recht das Schwerdt zu erkant auch das Leben wirkl. abgefordert worden. Nach dem sich aber seine Frau seiner noch angenommen, ist ihm das Leben geschenket, u. er sowol als die Dirne mit ewiger Landesverweisung gestraft worden.




Frau arbeitete also bis zur Geburt auf dem Feld
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  #19  
Alt 18.04.2010, 21:25
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Edeltraud Edeltraud ist offline weiblich
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Oh, super, es geht weiter.
Vielen Dank Hibol
__________________
Schönen Gruß aus Berlin
Edeltraud
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  #20  
Alt 18.04.2010, 21:26
Hibol
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Taufen 1629 Freitag nach Pfingsten ist Anna Dürrin, sonsten von Neuendorff bürtig uneheliches Hurenkind, als sie in Berckig und Bluemnroth sich in Diensten aufgehalten bej Jürgen Schulthesen und Hansen Schneidern von Peter Mönnich, Leinewebern, Hansen Mönchs doselbsten eheleiblichen Sohn geschwengert, drauf von im weg geschicket worden mit ihrem schwangern Leib, drauf kompt sie nieder bej Fornbach hinter den Heusern, auf der Wiesen, gebiret ein lebendiges Kneblein, welches die weil sie in partu mit dem Kind kein Hülff hat nach anderthalb Stunden wiederumb stirbet, in die Erden geleget wordenn.


Schwangere Dienstmägde schickte man also aus dem Haus
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