#91  
Alt 02.08.2011, 21:04
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Lange nichts Ungewöhnliches mehr passiert ?

Dann ist hier mal etwas Neues.

Unter der Rubrik Merkwürdigkeiten ist folgendes im Anhang eines Taufbuchs zu lesen:

In Golzern lebte eine Frau, Christian Schneiders, Pferdners daselbst Ehefrau, welche im Jahre 1790. den 20. May mit einem Sohne, welcher todt geboren wurde, niederkam, vid. Sterberegister de ao 1790. No. 10. pag. 167. - Acht Monate darauf, näml. den 29. Jan. 1791 gebar sie wieder ein Paar vollkommne Zwillingssöhne, von welchen einer zwar todt geboren wurde, der andre aber lebte, u. von mir getauft worden ist; vid. Taufregister de ao 1791. No 5. pag. 258.
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Rainer


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  #92  
Alt 16.08.2011, 17:31
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Heute gibt es wieder einmal ein Beispiel aus dem damaligen Rechtssystem.

den 19. July [1707]
Ward in Grimma außen vorm Schloße bei der Frohnfest mit dem Schwerdt gerichtet Anna Steinin, eine ledige Weibes Person, Christoph Steins Zu Kukeland nachgelaßene tochter, welche ihr Kind, so sie in der Mühle Zu Zeuniz gebohren, des Nachts umbgebracht vid. fol. ....
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  #93  
Alt 17.08.2011, 17:34
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Aus dem Leben der vergangenen Jahrhunderte gegriffen, es könnte aber auch in unserer Zeit stattgefunden haben.

Eine Nota zu einem Begräbniseintrag eines Herrn Müller im Jahre 1811. Der Herr Müller war am 26. Februar verstorben und ist am 1. März auf dem Friedhof der Kirchgemeinde im Nachbardorf begraben worden.

"Dieses Müllers Begräbnis ist eigentlich den 28sten Februar angestellt gewesen
und die Leiche auch bereits bis an den Steg von der Gemeinde gebracht
worden. Da aber die Förstgener Gemeinde mit den Pferdner, David Winkler in
Hoefgen wegen des Wegs an der Mulde herunter in Streite lebt, so hat
dieser Winkler die Leiche an seiner Wiese nicht wollen herunter fahren laßen,
daher die Gemeinde die Leiche an den Stege bey seiner Wiese hat absetzen
und des Nachts bewachen laßen. Auf Anordnung E. Löbl: Schulamts in Grimma hat
aber dieser Winkler die Leiche den ersten März ungehindert fahren und
verabfolgen laßen müßen, daher sie an diesen Tage des Vormittags beerdiget
worden ist."
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  #94  
Alt 21.08.2011, 14:55
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Wieder ein Einblick ins Rechtssystem vergangener Zeiten.

Eine Regina Petsch läßt im Jahre 1714 ein Kind taufen. Ihr Mann ist Soldat und zur Zeit der Taufe in Polen. In einem späteren Nachtrag zu jenem Taufeintrag wird vermerkt:

Diese Regina Petschin, ist nachdem ihr Mann aus Pohlen wieder kommen, und geleugnet daß er Vater zu diesen Kinde wäre, in Ambte Colditz gefänglich eingezogen worden, da sie gestanden, daß Johann Christoph Preße Müller und Witber zu Förstgen Vater dazu sey, der hatte aber nachdem er auch eigesetzet ward solches Geständtniß durch einen Bürgerlichen Eydt abgeschworen, darauff wirdt er absolviret, sie aber des Landes ewig verwiesen.
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  #95  
Alt 22.08.2011, 17:18
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...und ich mag diesen Pfarrer, der auch einem 7 1/2 jährigem Kinde mehr als eine Zeile widmete und uns zusätzlich soviele Informationen gibt:

1820 in Büche, Kr. Saatzig/Pommern: Michael Hinzmann, Sohn des im Jahr 1817 den 19. Septbr in Brüsewitz abgebrannten und seitdem hier wohnenden Instmanns Michael Hinzmann und seiner Frau Dorothea Sophia gebh. Riewer. Er war im Jahr 1812 und zwar 6 Wochen vor Michael gebohren in Brüsewitz, erreichte also ein Alter von 7 1/2 Jahr. Krankheit: Folge der Erkältung vom barfußgehen in den kalten Tagen dieses Frühjahrs, wovon er erst ganz heiser wurde, fürnächst eine Art von hitzigem Fieber bekam und ganz irr redete. Gestorben den dreizehnten May (d. 13ten May) Sonnabends früh 1/2 3 Uhr und begraben den 15ten ejusd.:mit Gesang und Geläute

Dorothea -
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Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
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  #96  
Alt 03.09.2011, 20:25
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Die noch ledige Tochter des Schankwirts Röder erlitt den 28. Sept. 1812 etwa im vierten Schwangerschaftsmonat eine Fehlgeburt.
Nota zu der am 2. Oktober 1812 stattgefundenen Beerdigung des toten Kindes:

"Diese todte Geburt war Anfangs gleich in des Wirths Garten, unter einen Baum vergraben worden, mußte aber, da es mir erstlich den 2ten October von der Kinder-Mutter, der Wincklern aus Döben, gemeldet wurde, auf meine Anordnung, wieder ausgegraben, und auf den Gottes-Acker in Beyseyn der Kinder-Mutter und des Wirths Johann Gottlob Röders beerdiget werden."

Ordnung muß schließlich sein.
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  #97  
Alt 27.09.2011, 21:55
Marlies
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... zählt das auch zu den ungewöhnlichen Einträgen?
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  #98  
Alt 10.02.2012, 13:21
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Aus einem OFB: "Diese Margaretha, Wilhelm Lüller Witwe hat eine Tochter in unehren geboren mit Jost Arnet einem Soldaten aus dem Lüneburger Land. Die Tochter heißt Anna. Obige Catharina hat auch ein uneheliches Kind von Jost Arnet geboren"

Will heißen, dass Margaretha Lüller (damals Witwe) und deren Tochter Catharina Lüller beide jeweils ein uneheliches Kind von dem Soldaten Jost Arnet bekamen. Die eine eine Anna am 20.07.1686 und die andere eine Elisabetha am 10.10.1686 - beide Kinder überlebten und heirateten später. Sowie es also aussieht dürfte es keine Vergewaltigung gewesen sein. Ein Casanova, der Soldat . Erst die Mutter verführt, dann die Tochter.
__________________
Suche:
SAUERWEIN vor 1660 (z.B. Eltern und Geschwister von Christoph Sauerwein,*1649 evtl. Kleestadt, +1728 Schlierbach) /
KREBS (Eltern von Johann Nikolaus Krebs *1736 Kleestadt, +1813 Kleestadt)
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  #99  
Alt 10.02.2012, 13:42
Klingerswalde39_44
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Zitat:
Zitat von Michel85 Beitrag anzeigen
Aus einem OFB: "Diese Margaretha, Wilhelm Lüller Witwe hat eine Tochter in unehren geboren mit Jost Arnet einem Soldaten aus dem Lüneburger Land. Die Tochter heißt Anna. Obige Catharina hat auch ein uneheliches Kind von Jost Arnet geboren"

Will heißen, dass Margaretha Lüller (damals Witwe) und deren Tochter Catharina Lüller beide jeweils ein uneheliches Kind von dem Soldaten Jost Arnet bekamen. Die eine eine Anna am 20.07.1686 und die andere eine Elisabetha am 10.10.1686 - beide Kinder überlebten und heirateten später. Sowie es also aussieht dürfte es keine Vergewaltigung gewesen sein. Ein Casanova, der Soldat . Erst die Mutter verführt, dann die Tochter.
Sehr hübsch, dann waren die Kinder also "zur Hälfte" Schwestern und "zur anderen Hälfte" Tante und Nichte.

Also Sachen gibt's ...

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  #100  
Alt 10.02.2012, 13:43
zimba123 zimba123 ist offline
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Zitat:
Zitat von Michel85 Beitrag anzeigen
Will heißen, dass Margaretha Lüller (damals Witwe) und deren Tochter Catharina Lüller beide jeweils ein uneheliches Kind von dem Soldaten Jost Arnet bekamen. Die eine eine Anna am 20.07.1686 und die andere eine Elisabetha am 10.10.1686 - beide Kinder überlebten und heirateten später. Sowie es also aussieht dürfte es keine Vergewaltigung gewesen sein. Ein Casanova, der Soldat . Erst die Mutter verführt, dann die Tochter.
So einen pikanten Fall habe ich auch in der angeheirateten Familie. Ist noch keine 100 Jahre her - und dem Foto nach traut man es dem Mann gar nicht zu. Leben wie Gott in Kärnten...
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