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  #1  
Alt 02.12.2022, 13:57
Hugo Hentschel Hugo Hentschel ist offline
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Standard Angaben zu einem Angehörigen des 6. Kurm. Landw. Inf. Regiment gesucht

Liebes Forum,


ich hoffe hier endlich Hinweise zu finden zu einem Gröseling Namensträger.
Es geht um den Lm. Wilh. Gröseling
Er ist dem Denkmal von Marwitz, Gemeinde Oberkrämer, Landkreis Oberhavel erwähnt, als auch im Amtsblatt von Potsdam
URL: http://www.denkmalprojekt.org/2012/m...havel_brb.html & http://www.denkmalprojekt.org/2009/p...18_A-L_brb.htm
Er starb bei Ligny (daher wohl im Juni 1815) als Angehöriger des 6. Kurm. Landw. Inf. Regt., im Rang Gemeiner.
Nun habe ich das Kirchenbuch Marwitz nun schon ein wenig durchsucht und bin nicht fündig geworden. Ich vermute mittlerweile, dass er zwar dort eine Stellung hatte, aber dort weder geboren noch bis dato mit Ehe, Kindstaufen oder dergleichen in Erscheinung getreten ist.


Besteht die Möglichkeit über sein Regiment mehr über ihn in Erfahrung zu bringen? Wo wurde es aufgestellt, gab es Personalbögen mit Geburtsangaben?


Grüße


Hugo
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FN im Raum Grulich: Am(m)ler, Bierend/Bührend, Böse, Brauner, Hentschel, Klenner, Schindler, Tschöppe, Urner, Winter, Ziegner, Zwiener
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FN überall: Gröseling, Grotheschilling, (von) Goy/Golmer, Mugay/Mugai/Muggai/Mugaj, Usling
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  #2  
Alt 02.12.2022, 17:55
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
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Registriert seit: 07.01.2007
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Beiträge: 3.752
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Hallo

Ligny/Ligné gehört zur Provinz Namur in Belgien. Anscheinend gibt es sowohl bei ancestry als auch bei familysearch Zivilstandsurkunden zu Geburt, Heirat und Tod in der Provinz Namur der Jahre 1800-1912.

Bei familysearch findet man Einträge von Ligny, wenn man beim Ort Ligné eingibt. Ich habe niemanden namens Gröseling oder Groseling gefunden. Wenn man nach Groeseling sucht, findet man Gruseling und Grusling, aber auch keinen Wilhelm.

https://www.familysearch.org/search/collection/2138511

Bezüglich des Regiments kann ich dir nicht weiterhelfen, aber bezüglich der Schlacht gibt es einen Wikipedia-Artikel mit einigen interessanten Links. Diese beleuchten wohl vor allem die französische Seite, dazu könnte man vermutlich auch bei Gallica noch mehr Informationen finden.

Gruss
Svenja
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  #3  
Alt 02.12.2022, 19:36
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

In der Kurmark wurden 7 Brigaden, später als Regimenter geführt, der Landwehr-Infanterie aufgestellt. Wobei die 6. Brigade ihre Mannschaften aus den Kreisen Prignitz, Ruppin und Glien-Löwenberg für 4 Bataillone zu je 800 Mann einzog. Dies geschah etwa im März/April 1813. Die 6. Brigade stand unter dem Major v. Rohr u. gehörte zur Division des GenLtn. v. Hirschfeld. Im Juni stand die 6. Brig. zwischen Brandenburg, Nauen und Rathenow, das 4. Btl. war in Spandau. Das nun 6. Kurmärker Ldw.IR. nahm am 27.8.1813 an der Schlacht bei Hagelsberg teil. Noch im August 1813 stand es bei Magdeburg. Ende 1813 gehörte das 6., nun unter OTL v. Rohr, zur 4. Brigade des Gen.Lt. v. Hirschfeld, der die Festung Magdeburg auf dem linken Elbe-Ufer eingeschlossen hatte, die zum 4. pr. AK unter Gen. v. Tauenzien stand.

Im Juni 1815 gehörte das 6. nun unter Oberst v. Rohr mit nur noch 3. Btl. zur 12. Brigade, Gen.Ltn. v. Gerlach, zum 3. AK unter Gen.Ltn. v. Thielmann. Das 3. AK verlor 1815 insgesamt 4599 Mann.

1817 stand das 6. nun unter OTL v. Haas in Ruppin und Wittstock.

1818 wurde das 6. zum 3. Potsdamer Landwehr-Infanterie-Regiment, das bei einem Feldzug zusammen mit dem 2. Potsdamer das 12. Landwehr-Infanterie-Regiment gebildet hätte (geführt dann als Nr. 12 b).

1820 wurde das 6. Teil des 24. Landwehr-Infanterie-Regiments, welches demnach die Tradition des 6. übernahm. Eine Chronik, die die Zeit der Befreiungskriege berücksichtigt, gibt es von diesem Regiment nicht: https://wiki.genealogy.net/LIR_24

Im April 1945 waren von den Kurmärker Landwehr-Infanterie-Regimentern nur noch vom 4. die Stammrollen der Jahre 1813-1816 erhalten geblieben. Vom 6. gab es die schon damals nicht mehr.

MfG
Manni.
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  #4  
Alt 03.12.2022, 08:14
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Noch kurz zur Frage, wo die geistigen Amtshandlungen betref. der Landwehrmänner eingetragen wurden.

Bereits im Januar 1813 wurde in Preußen festgelegt, daß die Tr und die Bg der Landwehrmänner ins Militärkirchenbuch (MKB) gehören, seine Familie bleibt aber beim jeweilige Zivilpfarrer, der also die Bg der Ehefrau und Kinder oder die Tf der Kinder ins Zivilkirchenbuch (ZKB) einträgt [Liwowsky: Schlesische Militärkirchenbücher, Herne 2018, S. 48]. Allerdings stellt Liwowsky auch fest, daß es gar keine schlesische Landwehr-MKB vor 1816 gibt. Dies scheint auch so bei der kurmärker Landwehr gewesen zu sein.

Das MKB des 24. Landwehr-Infanterie-Regiments beginnt 1820.

Die Bg-Einträge aus der Zeit der Befreiungskriege in den MKB der Linien-Regimenter sind aber meines Wissens alle äußerst knapp gehalten.

Selbst wenn also irgendein Feldprediger die Bg des Gröselings festgehalten hätte, sollte man nicht erwarten, daß da etwas über seine Herkunft steht. Darum konnte sich der Militärgeistliche in den schwierigen Zeiten damals auch schwerlich kümmern.
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  #5  
Alt 05.12.2022, 11:10
Hugo Hentschel Hugo Hentschel ist offline
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Registriert seit: 04.06.2012
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Liebe Svenja, lieber Manni,


vielen Dank für die Rückmeldungen. Das hilft mir schonmal sehr die potentielle Datenlage einzuschätzen.
Der Hinweis, dass das Soll nicht immer dem Ist entsprach, führt mich zu einer letzten Rückfrage.
Der Wikipedia Artikel zu Wehrdienst und darin der Abschnitt zu Preußen https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrdienst#Preu%C3%9Fen ermöglicht sein Alter ggf. einzugrenzen. Demnach müsste er zwischen 25 und 39 Jahre alt sein. Aber gilt auch hier, es sollte so sein, aber in der Praxis franst das aus?
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  #6  
Alt 05.12.2022, 18:50
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Registriert seit: 17.08.2017
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Hallo!

Du hast das schon gut erfaßt mit dem pr. Militär.

Das eine waren die Verordungen der pr. Beamten aus Berlin, das andere war die Realität in der Truppe - und das gerade in Zeiten der Befreiungskriege.

Das wird auch so bei der Altersgrenze gewesen sein. Wenn da jemand mit seiner eigenen Büchse kam oder hatte gar sein eigenes Pferd mitgebracht, schaute verm. keiner mehr auf irgendeinen Geburtsschein. Womöglich sind so auch ein paar 16jährige in die Ldw. gekommen.

Nach der Verordnung zur Landwehr, vom König Fr.Wil. am 17. März 1813 unterschrieben, war die Altersgrenze der Landwehr zu diesem Zeitpunkt 17 bis 40 Jahre.

MfG
Manni
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  #7  
Alt 06.12.2022, 08:15
Hugo Hentschel Hugo Hentschel ist offline
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Registriert seit: 04.06.2012
Beiträge: 91
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Vielen Dank! Dies lässt ja dennoch zumindest eine Eingrenzung des Alters zu. Ich werde daraufhin meine Recherchen in den Kirchenbüchern nochmal intensivieren. Ein paar Jahrgänge stehen somit noch aus. Vielleicht finde ich ihn ja doch noch, eventuell ja als ein Pate in Marwitz oder in einem Nachbarort.
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