#1  
Alt 15.03.2015, 11:34
Jettchen Jettchen ist offline
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Standard Erbfolge in der Oberpfalz im 17. Jh.?

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 17. Jh.
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Oberpfalz
Konfession der gesuchten Person(en):
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):


Hallo ihr Oberpfalz-Kundigen!

Weiß jemand von euch, wie in der Oberpfalz einst (zumindest im 17. Jh.) die Erbfolge geregelt war? Hatte der älteste oder der jüngste Sohn das Anwesen übernommen? (Aus Ludwigsstadt weiß ich nämlich, dass der Jüngste erbte, aber die Geschwister auszahlen musste.)

Ich habe in der Familie Oberndorfer aus Eschenbach nämlich die Namen der drei Söhne - aber nur von einem das Geburtsdatum. Ein anderer erbte das Haus. Bei dessen Tod müssen seine Kinder noch recht jung gewesen sein, da die beiden anderen Brüder die Vormundschaft über die Waisen hatten. Wäre der Verstorbene der älteste gewesen, hätte er sehr spät seine Kinder bekommen.
Deshalb frage ich mich, ober er evtl. der Jüngste gewesen ist?

Viele Grüße
von Jettchen
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  #2  
Alt 15.03.2015, 13:51
Artsch Artsch ist offline
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Hallo Jettchen,

der Jüngste erbte den Hof und zahlte die anderen aus. So habe ich das gelesen. Ich kann dir die Quelle nicht nennen. Habe mir dies nur gemerkt, weil ich es ungewöhnlich fand.
Muss im vergangenen Jahrhundert auch noch so gewesen sein. In einem mir bekannten Fall, erbte die Jüngste von 7 Mädchen den Hof.

Beste Grüße
Artsch
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  #3  
Alt 15.03.2015, 17:53
Jettchen Jettchen ist offline
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Danke Artsch, das ist für mich sehr hilfreich. Auch ich weiß es aus Ludwigsstadt nur aus mündlicher Überlieferung und der Beobachtung in einer langen Ahnenreihe. Gut, dass du dies auch aus der Oberpfalz kennst.

Viele Grüße
von Jettchen
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  #4  
Alt 16.03.2015, 08:03
Benutzerbild von JuHo54
JuHo54 JuHo54 ist offline weiblich
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Hallo Artsch,
das ist eigentlich nicht ungewöhnlich, sondern eher , dass der älteste Sohn den Hof erbte. Oft lagen ja zwischen den ältesten Kindern und den jüngsten Jahrzehnte und wenn der älteste den Hof geerbt hätte, er wird ja nicht in jedem Fall so lange gewartet haben bis die Eltern tot waren, was wird dann mit den jüngeren Kindern?Solange noch jüngere Kinder im Haus waren, haben die Eltern selbst den Hof noch bewirtschaftet und sind nicht aufs Altenteil gezogen...Wenn der jüngste Sohn soweit war, dass er den Hof bewirtschaften konnte, konnten sie sich problemlos zurückziehen...Viele Höfe waren auch nicht so groß , dass man sie hätte problemlos teilen können...
Das war z.B. auch in Oberschlesien so...
Liebe Grüße
Jutta
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  #5  
Alt 16.03.2015, 09:45
gudrun gudrun ist offline
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Hallo,

ich habe mich auch lange Zeit gewundert. Aber meistens erbte das Jüngste Kind den Hof,
da bei einer großen Zahl von Kindern, ja schon sehr viele Ältere Kinder auf eigenen Füßen standen.
Die Jüngsten Kinder mußten versorgt werden und solange haben die Eltern den Hof noch selbst versorgt.
Der Hof-Erbe mußte dann noch die Geschwister auszahlen, die noch nicht ausgezahlt waren.
Oft überstiegen die Kosten den Wert des Hofes, das war in meiner Familie öfters (Grenze Ober- und Niederbayern) der Fall.
Der Hoferbe übernahm die Schulden der Eltern, übernahm die Auszahlung der Geschwister und übernahm auch noch den Austrag der Eltern, der oft nicht gering war.

Das Leben unserer Vorfahren war nicht leicht. Nichts mit der "Guten alten Zeit"

Vi8ele Grüße
Gudrun
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  #6  
Alt 16.03.2015, 14:16
gki gki ist offline
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Hallo.

ein weiterer Grund für die Bevorzugung des jüngsten Kindes bei der Hofweitergabe, war auch der, daß zumindest in Niederbayern bei der Übergabe Gebühren an die Grundherrschaft fällig wurden.

Wenn man wartete bis das jüngste Kind soweit war, konnte man diese Gebühren hinausschieben.
__________________
Gruß
gki
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  #7  
Alt 16.03.2015, 17:51
Jettchen Jettchen ist offline
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Genau das war auch der Grund im Frankenwald! So musste man in 100 Jahren statt etwa 4 mal nur 3 mal Gebühren entrichten.

Dass mir so viele diese Erbfolge bestätigen, finde ich echt prima! Danke!

Jettchen
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  #8  
Alt 18.04.2019, 22:27
Benutzerbild von Araminta
Araminta Araminta ist offline
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Hallo,

ich habe kürzlich in einem Buch gelesen, dass es in einer Gemeinde im Allgäu wohl auch üblich war, den Hof an den jüngsten Sohn abzugeben. Das kam mir wirklich sehr ungewöhnlich vor, weil ich es bisher auch immer anders kannte. Ich konnte mir auch nicht erklären, weshalb der Hof an den Jüngsten gehen sollte....
Also, auch wenn die Antwort schon lange zurück liegt, vielen Dank dafür.

Vielleicht kennt noch jemand solche Fälle auch aus späteren Tagen?
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