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  #1  
Alt 11.08.2019, 21:30
Claire Claire ist offline
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Registriert seit: 01.02.2019
Beiträge: 104
Standard Ich bin verwirrt: Kann man sich auf die Daten eines Grabsteines verlassen?

Guten Abend!

Ich recherchiere im Fall einer jüdischen Familie bzw. einer Frau, die in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht war, bis sie im Verlauf der Euthanasie-Aktion zunächst verlegt und dann in eine Tötungsanstalt weitertransportiert wurde.

Die "sichtbaren" Daten decken sich überhaupt nicht, denn laut Transportliste wurde sie am 14. September 1940 nach Eglfing verlegt und kurz danach (vermutlich noch im gleichen Monat) nach Brandenburg verbracht.

Der Grabstein weist jedoch das Todesdatum 18. Februar 1940 aus. Es ist ohnehin fraglich, ob sie (bzw. ihre Urne) dort bestattet werden konnte. In dem Grab lag bereits ihr Mann, der 1925 verstorben war. Ich gehe davon aus, dass die Inschrift pro forma angebracht wurde, um das Ehepaar zumindest optisch wieder zu vereinigen.

Es ergibt sich damit eine zeitliche Differenz von mindestens sieben Monaten. Sie lebte also länger, als der Stein es aufzeigt. Wie ist das möglich?

Habt ihr so etwas schon mal gehabt?

Schöne Grüße von Claire
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  #2  
Alt 11.08.2019, 21:35
salami salami ist offline
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Registriert seit: 29.11.2008
Beiträge: 391
Standard

Hallo Claire,
auf dem Grabstein meines Großvaters ist das Sterbedatum um einige Tage falsch aufgeschrieben.
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  #3  
Alt 11.08.2019, 22:14
Claire Claire ist offline
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Registriert seit: 01.02.2019
Beiträge: 104
Standard

Zitat:
Zitat von salami Beitrag anzeigen
Hallo Claire,
auf dem Grabstein meines Großvaters ist das Sterbedatum um einige Tage falsch aufgeschrieben.
Entschuldige bitte die Nachfrage, aber warum hat das denn keiner gemerkt? Ich bin vielleicht etwas naiv, aber ich stelle mir vor, dass die nächsten Angehörigen den Fehler doch sehr schnell hätten feststellen müssen. Ließ sich daran dann nichts mehr ändern?

Vielleicht kann ich mir die Frage gleich selbst beantworten: Bei eingravierten Namen und Daten in einem Stein ist es sicher sehr schwer (oder unmöglich?), Ausbesserungen vorzunehmen. Bei aufgesetzten Buchstaben dürfte das wesentlich leichter zu bewerkstelligen sein.

LG Claire
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  #4  
Alt 11.08.2019, 23:45
salami salami ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.11.2008
Beiträge: 391
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Natürlich ist das sofort bemerkt worden. Man hat die (glaube ich) 3 Tage Differenz aber nicht für so wichtig gehalten, dass man einen neuen Stein verlangt hätte.
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  #5  
Alt 12.08.2019, 00:56
Jule Jule ist offline
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Registriert seit: 14.11.2014
Beiträge: 168
Standard

Hallo Claire,



Man kann sich nicht einmal immer auf die Daten auf den Sterbeurkunden verlassen. Mein Großvater starb etwa einen Monat bevor seine Urkunde mit gefälschten Datum ausgestellt wurde. Es ist eine ähnliche Geschichte, allerdings war er kein Jude.


Ich würde es nicht ausschließen, dass der Familie der Tod dieser Angehörigen mitgeteilt wurde, obwohl sie noch am Leben war. Gründe könnte es viele gegeben haben. Unter Umständen hatte die Familie zuviel Kontakt oder stellte unangenehme Fragen. Man war ja immer darauf bedacht die Wahrheit nicht öffentlich zu machen. Bei regem Kontakt wäre das nicht so ohne Weiteres möglich gewesen.

Unter Umständen brach auch der Kontakt ab und die Familie glaubte, dass sie verstorben ist.

Mir ist aufgefallen, dass die Sterbedaten oftmals Unstimmigkeiten mit anderen Daten aufweisen, wenn die Personen in Tötungsanstalten ihr Leben lassen mussten.

Ich gehe davon aus, dass die Daten auf dem Grabstein nach Meinung der Familie richtig waren. Du hast Beweise gefunden, dass die Angehörigen vermutlich nie die ganze Wahrheit erfahren haben. Vielleicht findest Du noch heraus, wann sie wirklich verstorben ist.



LG Jule
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  #6  
Alt 12.08.2019, 09:39
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
Beiträge: 1.405
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Gerade bei in die USA Ausgewanderten finde ich sehr regelmäßig Fehler bei deren Geburtsdaten auf Grabsteinen. Kann auch schon mal ein Jahr Unterschied sein.
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  #7  
Alt 12.08.2019, 10:33
Olaf Berg Nielsen Olaf Berg Nielsen ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.09.2011
Ort: Hurup Thy, Dänemark
Beiträge: 115
Standard

Auf Kriegsgräber ist oft das Todesdatum falsch. Manchmal ist es, besonders bei Marinesoldaten, der Funddatum oder wenn das Todesfall registriert wurde, dass es diesen Datum der auf der Grabstein stehe.

Gruß Olaf

Geändert von Olaf Berg Nielsen (12.08.2019 um 10:36 Uhr)
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  #8  
Alt 12.08.2019, 13:23
memo memo ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 19.01.2009
Beiträge: 291
Standard

Hallo,



Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Gerade bei in die USA Ausgewanderten finde ich sehr regelmäßig Fehler bei deren Geburtsdaten auf Grabsteinen. Kann auch schon mal ein Jahr Unterschied sein.

Stimmt. Ich bin sogar auf einen Fall mit 4 Jahren Unterschied gestoßen: deutsches Kirchenbuch: * 1826 - Grabstein in North Carolina: * 1822. Wussten die Nachkommen es beim Tod 1903 nicht mehr so genau?



Gruß, memo
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  #9  
Alt 12.08.2019, 19:47
Benutzerbild von renatehelene
renatehelene renatehelene ist offline weiblich
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Registriert seit: 16.01.2010
Ort: Berlin Germany
Beiträge: 1.987
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Bitte bedenke es war KRIEG und bei jüd. Menschen wurde nicht soooooooo genau "recherchiert".
__________________
Renate aus Berlin
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  #10  
Alt 12.08.2019, 21:02
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.01.2016
Ort: KA
Beiträge: 563
Standard

Meines Wissens wurden bei Verstorbenen im Rahmen des T4 Programmes sehr viel Mühe aufgewendet um die Todesursache zu vertuschen.

Von daher würde es mich nicht wundern wenn es da erhebliche Differenzen gibt.


Ich glaub das war hier im Forum wo mal was genaueres dazu stand.
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euthanasie eglfing

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