#1  
Alt 04.08.2021, 10:01
genoveva184 genoveva184 ist offline
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Hallo ihr Lieben,

ich habe zuletzt viel Zeit in die Recherche einiger Taufpaten und Trauzeugen investiert, weil ich mehrere tote Punkte habe. Manchmal war das erhellend, weil diese sich tatsächlich als Anverwandte rausstellten und ich dadurch neue Orte und Daten für meine Forschung gewann, aber manchmal war das am Ende auch sehr frustrierend.

Bei der Durchsicht der KBs stellte sich bei 2 Herren, in die ich viel Hoffnung gesetzt hatte, heraus, dass diese im 17. u. 18. Jh. quasi ständig bei allen möglichen Familien als Taufpaten oder Trauzeugen fungierten. Einen konnte ich schließlich als den Pfarrer des Ortes identifizieren, der wohl immer einsprang, wenn sonst niemand zur Hand war und beim anderen weiß ich es immer noch nicht so genau. Warum gibt sich ein normaler Bürger, der selber auch Familie hat, als super-duper-Taufpate her und ist jahrzehntelang pro Jahr mindestens 5 mal im Jahr bei Taufen aller möglichen Leute im Ort dabei? Ich kann mir das nicht erklären.

Habt ihr auch solche Fälle und wart dann enttäuscht?

Viele Grüße
--Genoveva
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  #2  
Alt 04.08.2021, 10:37
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Xtine Xtine ist offline weiblich
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Hallo Genoveva,

war der andere evtl. der Lehrer, Schultheiß, Mesner, Kirchendiener ..... oä.? Die wurden auch gerne genommen, wenn Not am Taufpaten war
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Christine
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Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
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  #3  
Alt 04.08.2021, 10:38
Su1963 Su1963 ist gerade online weiblich
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Patenschaften von Würdenträgern aller Art waren und sind zum Teil noch immer durchaus üblich.

Das kann einerseits caritative Gründe haben: wohlhabende Bürger, Mitglieder der Herrrschaft oder Funktionstrager wie Bürgermeister oder Pfarrer kommen so ihrer sozialen oder christlichen Verpflichtung zur Mildtatigkeit nach.
Eine Patenschaft durch eine hochstehende Persönlichkeit kann aber auch eine Auszeichnung bzw. Anerkennung den Eltern gegenüber darstellen.

Gruß, Susanna

Geändert von Su1963 (04.08.2021 um 10:43 Uhr) Grund: Tippfehler korr.
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  #4  
Alt 04.08.2021, 11:54
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Wobei es hier offensichtlich nicht um Würdenträger geht, sondern um "normale" Gemeindemitglieder. Außer du zählst den Mesner oder Lehrer da schon dazu.
Den örtlichen Lehrer habe ich auch schon öfter als Pate oder Trauzeuge gefunden.

Es gab auch Patenschaften des ortsansässigen Adels, bei besonders kinderreichen Familien ab dem 7. Kind. Das gibt es auch noch heute in ähnlicher Form auf Antrag https://www.bundespraesident.de/DE/A...C3%BCbernommen.

Aber ich glaube diese Art Patenschften ist hier nicht gemeint.
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  #5  
Alt 04.08.2021, 12:23
genoveva184 genoveva184 ist offline
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Leider konnte ich den Beruf des 2. Herren noch nicht feststellen, aber es wird wohl so gewesen sein, wie ihr sagt und er hatte bestimmt irgendein Gemiende- oder Kirchenamt inne.

Krass fand ich aber, dass er und der Pastor für eine Heirat und eine Taufe meines Urahnen extra zu ihm in eine andere Stadt reisten und es war jetzt nicht gerade das Kirchspiel von nebenan. Deshalb dachte ich auch zuerst, dass sie irgendwie verwandt seien.
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  #6  
Alt 04.08.2021, 12:49
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
der Pastor war halt gerne unter seinen Schäfchen, ob nun beim Kindelbier oder beim Leichenschmaus. Vielleicht schmeckte ihm das Essen zu Hause nicht!?

Vielleicht hast du die Tiefe der Verwandschaft oder Bekanntschaft nur noch nicht entdeckt!?
Da gibt es doch etliche Möglichkeiten.
LG Malte
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  #7  
Alt 05.08.2021, 13:19
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Balle Balle ist offline männlich
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Bei mir ist es ein Gastwirt oder seine Frau die mehrmals im Jahr als Paten im KB eingetragen sind.
Ist vielleicht eine alte Art der Kundenbindung gewesen.
Bei seinen Paten wird man wohl gern mal ein Bierchen trinken und das ein Leben lang.
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Legers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #8  
Alt 05.08.2021, 16:45
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Andre_J Andre_J ist offline
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Hallo,

in dem kleinen niederländischen Ort Vierlingsbeek bin ich auf einen Taufpaten gestoßen, der innerhalb von 60 Jahren 142 mal Pate war! Auch wenn es eventuell Vater und Sohn waren, sieht mir das nach einem passablen Geschäftsmodell aus. Hintergrund könnte sein, dass der Ort damals an der Grenze zu preußischem Gebiet lag. Wer also zu Hause nicht heiraten oder Kinder kriegen durfte, kam bei Nacht und Nebel über die Grenze und erledigte es hier. Und weil die Verwandschaft nicht mitkommen konnte, musste der Küster ersatzweise einspringen.
Die Heiratsregister sind leider verschollen, sonst würde man vermutlich noch etliche Trauzeugen dieses Namens finden.
__________________
Gruß,
Andre
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  #9  
Alt 05.08.2021, 17:55
ahnenforinfi ahnenforinfi ist offline
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Ich habe noch nicht wahnsinnig viel über meine Vorfahren herausgefunden, aber einen Lehrer und Küster, der ziemlich oft bei "fremden" Familien namentlich bei den Taufen auftaucht, habe ich auch in meinen Reihen.
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  #10  
Alt 05.08.2021, 19:59
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Bei mir wurden gern die Müller - auch wenn es nur Pachtmüller waren - oder Schmiede zum Paten genommen.
Ein Schmied schaffte es, obwohl ortsfremd, zusammen mit seiner Frau 12x in zwei Jahren quer durchs Dorf Pate zu sein.

Daneben kamen die Dorfrichter, Schulmeister oder die Pastorenfamilie oft zum Einsatz.
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Nierngstwuh giehts so zu wie uff dare Walt!(Claudias Uroma Anna)

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Heine - Glogau/Schlesien(vor 1850)
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