#1  
Alt 05.08.2010, 20:39
Hummel1 Hummel1 ist offline
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Standard Namensstamm/Mannesstamm

hallo,

kann mir bitte jemand erklären was die Nachkommen im Namensstamm bedeutet und was die Nachkommen im Mannesstamm, oder besser was ist der Unterschied ?
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  #2  
Alt 05.08.2010, 21:18
roi roi ist offline
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Ich denke, beim Mannestamm werden immer die Väter weiter verfolgt und die Mütter wenig berücksichtigt. Bzw. es werden von einem Ahn immer nur die Nachkommen der Söhne, nicht aber der Töchter, weiter verfolgt.
Beim Namensstamm - das Wort habe ich noch nicht gehört - geht es wahrscheinlich immer um die Träger eines bestimmten Namen. Dabei wird vermutlich dabon ausgegangen, dass der Namen gewöhnlich von den Vätern weitergegeben wird, was aber in einigen Gegenden so nicht der Fall ist.

Meiner Ansicht nach spielen diese Begriffe in der heutigen Ahnen- und Famlienforschung keine große Rolle mehr. Die meisten Genealogen verfolgen die Vater- und Mutterlinien - oder in umgekehrter Weise die Söhne und Töchter und kümmern sich auch noch um die Verwandschaft.
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  #3  
Alt 05.08.2010, 22:20
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Hummel,

der Mannesstamm spielte bei Adel und Wappen eine wesentliche Rolle. Beides konnte nur im ehelichen Mannesstamme vererbt werden. Wenn z.B. ein Adelsgeschlecht im Mannesstamme ausstarb, dann bedeutete das, es gab keine männlichen ehelichen Nachkommen mit dem Namen mehr. Unbenommen davon können in dieser Zeit noch weibliche Nachkommen gelebt haben. Diese konnte aber weder Adel noch Wappen der Familie an ihre Kinder weiter vererben, da ihre ehelich geborenen Kinder zu einer anderen Familie gehörten (in der die Mutter einheiratete und deren Namen sie trugen). Oder die Mutter führte noch den Familiennamen und hatte uneheliche Kinder. Diese Kinder gehörten dann aber nicht zum Mannesstamm der ursprünglichen Familie, da ihre "Verbindung" zu der Familie über eine Frau, also ihre Mutter geht.

In der modernen Heraldik bestimmen einige Wappenstifter entsprechend dem modernen Namensrecht, dass auch die Wappen von Nachfahren aus weiblicher Linie, sofern sie den Familiennamen beibehalten, geführt werden dürfen. Das wären dann Nachkommen im Namensstamm.

Viele Grüße
Hina
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  #4  
Alt 07.08.2010, 23:05
WikiSysop WikiSysop ist offline
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Standard Stammliste vs. Ahnenliste

Das Mannesstamm-Prinzip spielt innerhalb der Gruppe der Familien des historischen Adels noch immer eine große Rolle. In den Genealogischen Handbüchern des Adels werden seit jeher "nur" patrilineare Stammlisten veröffentlicht. Im Deutschen Geschlechterbuch (DGB), im deutschen Familienarchiv (DFA) und in der Ahnenstammkartei des deutschen Volkes (ASTAKA) finden sich ebenfalls ausschließlich Stammlisten nach dem Mannesstamm- oder Namensstamm-Prinzip.
Der Familienname ist nun einmal (wenigstens bis zur Namensrechtsreform) das wesentliche Ordnungskriterium innerhalb der Genealogie. Nach dem Familiennamen wird in erster Linie gesucht! Nur eine Stammliste enthält alle erforschten Angehörigen eines Familienstammes.

Demgegenüber ist eine Ahnenliste immer "nur" ein individuelles Ergebnis der jeweils forschenden Person...
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  #5  
Alt 06.10.2016, 15:02
CodeRed CodeRed ist offline
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Hallo,

ich verwende mal einen alten Thread um nicht extra einen Neuen für eine ähnliche Frage aufzumachen. Bei der Suchfunktion und den ähnlichen Threads habe ich leider keine passende Antwort gefunden.
Hier mal das Beispiel:

Person A hat ein Wappen gestiftet. Der bekommt ein Sohn und dieser wieder einen usw. Bis einer eine Tochter bekommt, die ein uneheliches Kind gebärt, welches den gleichen Nachnamen der Mutter hat. Also auch den gleichen wie die Wappenstiftende Person A. Das uneheliche Kind bekommt einen Sohn. Dieser wieder einen Sohn usw. bis Person B, die immernoch den gleichen Namen hat wie Wappenstifter A.

Heißt im Mannesstamm wäre die Linie ausgestorben. Im Namesstamm nicht.

Ich habe gelesen, dass die moderne Heraldik den Namensstamm immer mehr bevorzugt und die klassische Heraldik den Mannesstamm.

Wer entscheidet ob Person B das Wappen von Person A tragen darf?

Gruß Dominic
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  #6  
Alt 06.10.2016, 15:45
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo Dominic,

der Stifter meines Familienwappens hat das damals so formuliert:

Der Wappenstifter und seine ehelichen, männlichen Nachkommen führen das im Jahre 1932 angenommene, im folgenden beschriebene Wappen, die ehelichen, weiblichen Nachkommen nur für sich persönlich ohne Vererbungsrecht.

Über eine moderne Vorgehensweise müsste wohl die Familie selbst entscheiden, da das Ganze ja nicht gesetzlich geregelt ist. Ich kann nur berichten, dass es in meiner Familie bereits einen Fall einer angeheirateten Frau gab, die einen Siegelring mit unserem Wappen trug.

Gruß
Basil
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Geändert von Basil (06.10.2016 um 15:47 Uhr)
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  #7  
Alt 06.10.2016, 18:50
Benutzerbild von Hracholusky
Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Hallo,

das legt sozusagen der Stifter des Wappens fest. Hier mal ein Beispiel (siehe Führungsberechtigung):

http://www.gemeinschaft-wappenfuehre...b58465#p125241

Danach wäre Person B berechtigt das Wappen zu führen.
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Mit Grüßen Gerd

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  #8  
Alt 06.10.2016, 18:59
CodeRed CodeRed ist offline
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ok danke,

das heißt aber auch, dass es bei den ganz alten Wappen z.B. 16-17. Jahrhundert immer eine Führungsberechtigungserklärung (ich nenne es einfach mal so) geben wird ?

Oder kann es auch vorkommen, dass es nur das Wappen, Beschreibung des Wappens (ich glaube Blasonierung) und die wappenstiftende Person bekannt sind?

Gruß Dominic
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  #9  
Alt 06.10.2016, 19:22
Benutzerbild von Hracholusky
Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Bei alten Wappen steht das dann im Wappendiplom. So z.B. hier von 1557:

http://ghruska.weebly.com/uploads/5/...2_orig.jpg?153

Da steht dann sinngemäß dass die ehelichen Nachkommen führungsberechtigt sind.
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Mit Grüßen Gerd

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  #10  
Alt 08.10.2016, 03:44
CodeRed CodeRed ist offline
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@basil und Hracholusky,

Vielen Dank für eure Infos.

Gruß Dominic
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