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  #1  
Alt 11.11.2020, 00:54
Benutzerbild von Saraesa
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 562
Standard Was würdet ihr tun?

Guten Abend,
stellen wir uns folgende theoretische Situation vor:
Quasi auf dem Sterbebett verrät der Vater seinen Kindern, dass es wahrscheinlich noch einen weiteren Bruder geben könnte – allerdings einen unehelichen. Besonders problematisch: Sowohl der Vater als auch die Mutter des Kindes waren zum Zeugungszeitpunkt jeweils mit einer anderen Person verheiratet. Der mögliche Bruder weiß also nichts von seinem eigentlichen leiblichen Vater.
Sicher ist das natürlich nicht; ein offizieller Beweis wie ein DNA-Test fehlt. Ganz neu ist die Offenbarung für die Geschwister nicht, denn der mögliche Bruder hatte schon immer eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Vater. Sie entschließen sich dazu, das Geheimnis weiterhin zu hüten und das seit mehr als 30 Jahren.

Das Dilemma:
Einfach so auf den Halbbruder und seine Familie zuzumarschieren und ihm diese Vermutung entgegenzuplärren, verbietet sich meiner Meinung aus Anstandsgründen. Ich will mir auch nicht vorstellen, was es in der Gefühlswelt des Mannes auslösen wird, wenn er erfährt, dass sein Vater nicht sein wirklicher Vater ist - vom Rest der Familie ganz zu schweigen. Andererseits empfinde ich es so, dass er auch ein Anrecht auf die Wahrheit hat, auch wenn sie schmerzhaft wird.
Sollte man mit dem möglichen Bruder einmal das Gespräch suchen oder alles dabei belassen? Noch mehr Zeit verstreichen lassen, vielleicht einen anonymen Hinweis geben?
Wie würdet ihr in dieser schwierigen Situation vorgehen? Ich würde mich freuen, eure Gedankengänge und Antworten zu lesen. Vielen Dank!
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  #2  
Alt 11.11.2020, 01:30
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Registriert seit: 15.05.2018
Ort: Harz
Beiträge: 2.234
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Hallo Saraesa,

um es ganz kurz zu machen: der Mann hat ein Anrecht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Da gibt es für mich gar nichts zu diskutieren.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #3  
Alt 11.11.2020, 06:58
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Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Registriert seit: 22.04.2020
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Der Meinung bin ich auch.
Ein stilles Gespräch unter vier Augen, der Mensch ist doch längst erwachsen, er hat ein Recht darauf.
__________________
Liebe Grüße
Gudrid

Lieber barfuß als ohne Buch (Isländisches Sprichwort)
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  #4  
Alt 11.11.2020, 11:44
Benutzerbild von Genialoge
Genialoge Genialoge ist offline männlich
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Registriert seit: 29.10.2020
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Beiträge: 65
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Aus dem Post ergibt sich für mich nicht schlüssig, ob inzwischen alle "Eltern" verstorben sind, und das halte ich für wesentlich.
Wenn beide "Eltern" des Halbbruders bereits verstorben sind, kann man ihn m.E. sicherlich ansprechen.
Sollte aber die Mutter des Halbbruders noch leben, würde ich defintiv erst ein 4-Augen-Gepräch mit der Mutter suchen und jedes weitere Gespräch abhängig von ihrer Reaktion führen (oder auch nicht). Immerhin ergibt sich aus dem Umstand ja auch, dass die Mutter ihren Ehemann - wenn auch vor vielen Jahren - "betrogen" und ihm ein Kind "untergejubelt" hat. Es ist ja auch denkbar, dass der vermeintliche Vater das Geheimnis auch kennt/kannte und dieses Geheimnis bewusst für sich behalten hat. Wenn dieser noch lebt, sollte man ihn m.E. auch vorher erst ansprechen.
Und letztlich: Bitte auch bedenken, dass diese Info - wenn sie wahr ist - u.U. auch erbrechtliche Folgen haben könnte!
__________________
Suche: Rudolph, Hiller, Forche in Breslau und Krs Frankenstein sowie Vorfahren von Georg Hoffmeister *10.10.1821 in Giershagen oo Rosina Schlömer *22.05.1838 in Essentho
Biete: Hilfe zu Marsberg und Warburg (Stammtafeln vorhanden) ...
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  #5  
Alt 11.11.2020, 12:27
Benutzerbild von Pat10
Pat10 Pat10 ist offline weiblich
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Ort: im Norden, bei Hamburg
Beiträge: 836
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Hallo,


ich finde des ist ein schwieriges und sensibles Thema. Schon der Umstand, das der verstorbende Vater sich nicht über die Vaterschaft sicher war, macht es schwierig.
Auch ich würde, falls sie noch lebt, mit der Mutter des vermeindlichem Halbbruders das Gespräch suchen. Sollte sie und ihr Mann auch verstorben sein, erst dann würde ich mich an den vermeindlichen Halbbrucher wenden.



VG
Pat
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  #6  
Alt 11.11.2020, 18:08
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Registriert seit: 18.12.2006
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Hallo

Ich bin auch der Meinung, dass der Halbbruder es wissen sollte. Wenn man solche Fälle in den Medien verfolgt, dann waren die meisten froh zu wissen, dass das vermeintliche leibliche Elternteil doch nicht leiblich war, weil sie es doch ziemlich oft irgendwie erahnt haben.

Zum Vorgehen: ich würde auf jeden Fall einen persönlichen Brief schreiben, mit dem Vordergrund Ahnenforschung, sich selbst vorstellen, allenfalls einen Stammbaum oder Fotos beilegen und so viele Infos wie möglich (damit es plausibel nachvollziehbar ist und nicht nach wilden Anschuldigungen klingt). Also auf keinen Fall anonym.
Ich persönlich fände es auch wichtig zu betonen, dass man nicht das Familienverhältnis erschüttern wird, der Vater bei dem der Halbbruder aufgewachsen ist, war für ihn ja bestimmt wie sein richtiger Vater. Und das darf er m.M.n. auch bleiben.

Ich kann mich allerdings nicht entscheiden, ob es besser wäre, der Mutter zu schreiben oder direkt dem Halbbruder. Wenn der Mutter, besteht natürlich die Gefahr, dass sie enorm unter Druck gesetzt wird (sie wird ja bisher bestimmt immer mit der Angst gelebt haben, dass es einmal jemand rausfindet) und zudem, dass sie es dem Halbbruder dann doch nicht sagt. Anders rum könnte es sein, dass der Halbbruder seiner Mutter dann schwere Vorwürfe macht.
Schwierig...

Ich habe hier übrigens einen ähnlichen Fall, für den ich immer noch keine Lösung habe. Für mich "leider", hat das uneheliche Kind in diesem Fall wenig Interesse, die Familie des leiblichen Vaters zu kontaktieren, und so warte ich halt weiter ab.
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  #7  
Alt 13.11.2020, 20:23
Benutzerbild von Saraesa
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Registriert seit: 26.11.2019
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Vielen Dank für alle, die sich bisher Zeit genommen haben! Ihr habt mir sehr viel weitergeholfen. Dir, Garfield, wünsche ich auch viel Erfolg in deinem Fall.
Ihr bestätigt meine Ansicht, dass es am besten wäre, mit dem Halbbruder Kontakt aufzuklären – nur das Wie wird wohl schwierig werden. Denn zu allem Überfluss sind die Geschwister entschieden dagegen.
Die Eltern des Betroffenen sind bereits verstorben. Bzgl. Erbrecht blicke ich im Moment nicht so wirklich durch, aber in diesem Fall greift wohl Folgendes:
  • Zitat:
    die vor dem 1.7.1949 geborenen nichtehelichen Kinder nur dann aus der Erfolge völlig ausgeschlossen bleiben,
  • Zitat:
    wenn der Erblasser vor dem auf den Erlass des Urteils des EGMR folgenden Tag, also dem 29.5.2009 verstorben ist, Art 5 ZwErbGleichG.
    Diese Stichtagsregelung wurde allerdings als diskriminierend eingestuft, ist aber im Moment wohl gültig. (?)
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  #8  
Alt 13.11.2020, 20:58
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Registriert seit: 23.10.2011
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Standard Geheimnis

Zitat:
Zitat von Saraesa Beitrag anzeigen
Die Eltern des Betroffenen sind bereits verstorben.
Hallo,

nur nochmal nachgefragt
der "leibliche/biologische" Vater ist verstorben, das ist klar. - Mit "Eltern" meinst Du den Vater, der eventuell keiner ist?

Wenn das so ist, wird's für mich persönlich noch komplizierter ...

Okay, wenn jemand auf dem Sterbebett erwähnt, dass er ein weiteres, uneheliches Kind haben könnte, wird an der Sache was dran sein, das denkt sich ja kein Mann "einfach" mal so aus.

Wenn man mich jetzt in dieser Sache ansprechen würde, würde ich auf einen "Beweis" Wert legen. - Wäre einfach, wenn der vermeintliche "Nicht-Vater" noch lebt, da könnte man einen Vaterschaftstest machen. Lebt er nicht mehr, gibt's keinen Beweis.

Ganz klar, jeder Mensch hat ein Recht darauf zu wissen, wer seine biologischen Eltern sind. Aber, kann man eine solche "Neuigkeit" wirklich auf derartig "wackelige Beine" stellen?

Die Geschwister sind gegen "klärende" Worte, sie werden ihre Gründe haben, die nicht zwingend erbrechtlicher Natur sein müssen.
Entschuldige die Frage, Saraesa, wie nah bist Du an der Sache dran?
__________________
Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #9  
Alt 13.11.2020, 21:59
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Araminta Araminta ist offline
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Ich möchte wirklich nicht in deiner Haut stecken!
Einerseits hat man natürlich ein Recht darauf zu wissen, wer sein leiblicher Vater ist aber wenn man bedenkt, dass man damit zwei Familien zerstören könnte.....wirklich keine leichte Entscheidung!
Zumal es ja nur "wahrscheinlich" und nicht sicher ist.

Ich hoffe natürlich, dass Geld und Erbrecht da keine große Rolle spielt!

Wie du es beschreibst, sind beide Familien seit 30 Jahren verbandelt. Also entweder gut befreundet oder sogar verwandt/verschwägert.

Ich möchte dir da auch keinen Rat geben, denn ich wüsste spontan selbst nicht wie ich darauf reagieren würde.
Aber mich bewegt deine Geschichte schon sehr!
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  #10  
Alt 13.11.2020, 22:27
Benutzerbild von Gudrid
Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
Hallo,

Wenn man mich jetzt in dieser Sache ansprechen würde, würde ich auf einen "Beweis" Wert legen. - Wäre einfach, wenn der vermeintliche "Nicht-Vater" noch lebt, da könnte man einen Vaterschaftstest machen. Lebt er nicht mehr, gibt's keinen Beweis.
Da gibt es auch noch den Gentest zwischen den ehelichen Kindern und dem vermeintlich außerehelichem Sohn, der Klarheit bringen könnte.

Für mich hat jeder Mensch das Recht, seine wahren Wurzeln zu kennen.

Schlimm finde ich, dass die Verantwortlichen nicht den Mut gefunden haben, den Sohn aufzuklären. Aber alle wissen Bescheid (seine Halbgeschwister?), nur der Betroffenen nicht?
__________________
Liebe Grüße
Gudrid

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