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  #11  
Alt 09.11.2020, 19:45
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

spannend finde ich die Story ja auch, habe aber mal geschaut, was man so bei ancetry finden kann und bin etwas irritiert, was einige Daten angeht. Ich habe einen Heinrich v G, der ab 1863 in Erfurt lebt und nach diversen Hauslisten am 3.2.1823 geboren worden sein soll. Dann habe ich den Georg Heinrich Franz Louis Carl, der 1888 in Hamburg stirbt und danach Ende 1838 geboren sein soll. Ein so junger Vater ist mir noch nicht untergekommen. Oder ist das Datum falsch?
Der Hinweis in Westermanns Monatsheften 1890, dass Heinrich nach dem Prozess des "von" verlustig ging, kann ich so ja auch nicht nachvollziehen.

Freundliche Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #12  
Alt 09.11.2020, 20:58
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
Hallo,

spannend finde ich die Story ja auch, habe aber mal geschaut, was man so bei ancetry finden kann und bin etwas irritiert, was einige Daten angeht. Ich habe einen Heinrich v G, der ab 1863 in Erfurt lebt und nach diversen Hauslisten am 3.2.1823 geboren worden sein soll. Dann habe ich den Georg Heinrich Franz Louis Carl, der 1888 in Hamburg stirbt und danach Ende 1838 geboren sein soll. Ein so junger Vater ist mir noch nicht untergekommen. Oder ist das Datum falsch?
Der Hinweis in Westermanns Monatsheften 1890, dass Heinrich nach dem Prozess des "von" verlustig ging, kann ich so ja auch nicht nachvollziehen.

Freundliche Grüße

Thomas

Hallo Thomas,

Ja, es ist verwirrend. Das liegt in erster Linie daran, dass die Herren sich durchs Leben geflunkert haben. Gerstenbergk stammte ab von der Erfurter Adelsfamilie. Adlig war er aber nicht, weil sein Vater unehelich zur Welt gekommen war. Was Boxberger da schreibt über den Wegfall des " von", ist einfach Unfug.

Die Lebensdaten sind oft falsch. Heinrich hat beharrlich behauptet, 1823 geboren zu sein. Tatsächlich war es 1814.



LG Martha

Geändert von MarthaLU (12.11.2020 um 18:53 Uhr)
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  #13  
Alt 09.11.2020, 21:41
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von MarthaLU Beitrag anzeigen
Er stammte direkt ab von der Erfurter Adelsfamilie v. Gerstenberg. Adlig war er aber nicht, weil sein Vater 1772 unehelich zur Welt gekommen war. Was Boxberger da schreibt über den Wegfall des " von", ist einfach Unfug. Es ist nicht weggefallen, auch meine Großmutter hieß noch " von", ohne adelig zu sein.
Hallo Martha,

die Geschichte ist in der Tat hochspannend. Eines aber verstehe ich nicht. Es ist einleuchtend, daß der Mann nicht adelig war, denn das hätte die eheliche Abstammung von einem Adeligen vorausgesetzt. Auch wenn der Großvater also adelig war, nämlich ein Mitglied besagter Erfurter Familie, so fehlte doch die andere zwingende Voraussetzung, nämlich die eheliche Geburt. Wie kann er sich dann straflos des Adelsprädikats bedient und das sogar noch an seine Tochter weitergegeben haben? Irgendetwas ist hier oberfaul. Als uneheliches Kind des Herrn v. Gerstenberg hätte er ohnehin nicht diesen Namen getragen, ob mit oder ohne von, sondern den Namen der Mutter. Es mag ja sein, daß er ein begnadeter Schwindler war, aber die Behörden waren damals auch nicht ganz doof. Irgendjemandem muß diese Sache doch aufgefallen sein.

Viele Grüße
consanguineus
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Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #14  
Alt 09.11.2020, 22:26
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Hallo Martha

Spannende Sache!

Ich möchte dich hier auch unbedingt weiter dazu motivieren, deinen Aufsatz oä. irgendwie zu publizieren. Gedruckt bei einem Verlag wäre natürlich super, so dass ein Exemplar davon in der Deutschen Nationalbibliothek "archiviert" werden würde. Dann kann dir egal sein, was die Zweifler dazu sagen.

Falls es bei einem normalen Verlag nicht klappt: Bei einem Book on Demand Verlag versuchen (unbedingt dafür sorgen, dass eben ein Exemplar bei der DNB landet) oder als "Open Access" im Internet - ob hier als PDF oder auf einem Blog, einer Webseite oder sonst irgendwo im Internet ist dann egal. Hauptsache, möglichst viele Leute können das lesen. Ein PDF halte ich für sachdienlich, dann kannst du auch Bilder einbinden, sinnvoll formatieren usw. und der Aufwand hält sich in Grenzen.
"Open Access" wäre auch für die Forschung interessant, da manche neueren Bibliothekskataloge auch Open Access Artikel und Bücher aus dem Internet anzeigen. Ich empfehle eine "Creative Commons" Lizenz, dann kannst du selbst genau festlegen, wie es um deine Urheberrechte und die Verwertungsrechte steht (darf der Artikel weiter verteilt werden, darf zitiuert werden, muss dein Name immer genannt werden usw.).

Hallo Garfield,

Das sind im Grunde böhmische Dörfer für mich. Um so wichtiger ist so eine Info. Ich muss über all dies erst einmal nachdenken, werde aber das Projekt noch nicht so ganz aufgeben.



Vielen Dank! Martha
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  #15  
Alt 09.11.2020, 22:57
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Hallo Martha,

die Geschichte ist in der Tat hochspannend. Eines aber verstehe ich nicht. Es ist einleuchtend, daß der Mann nicht adelig war, denn das hätte die eheliche Abstammung von einem Adeligen vorausgesetzt. Auch wenn der Großvater also adelig war, nämlich ein Mitglied besagter Erfurter Familie, so fehlte doch die andere zwingende Voraussetzung, nämlich die eheliche Geburt. Wie kann er sich dann straflos des Adelsprädikats bedient und das sogar noch an seine Tochter weitergegeben haben? Irgendetwas ist hier oberfaul. Als uneheliches Kind des Herrn v. Gerstenberg hätte er ohnehin nicht diesen Namen getragen, ob mit oder ohne von, sondern den Namen der Mutter. Es mag ja sein, daß er ein begnadeter Schwindler war, aber die Behörden waren damals auch nicht ganz doof. Irgendjemandem muß diese Sache doch aufgefallen sein.

Viele Grüße
consanguineus

Hallo consanguineus,
In der Tat, jedesmal muss man überlegen, was echt ist und was geschwindelt oder gar gefälscht. Ich bin damals völlig unbedarft gewesen, war bis dahin auch gar nicht mit Familienforschung befasst gewesen. Suchte doch nur nach meiner Großmutter. Aber so kommt es, dass diese Merkwürdigkeiten mir erst viel später klar geworden sind. Ihr Profis seht das natürlich sofort.

Mehr oder weniger ist das" von" echt, obwohl sie nicht adlig waren, noch eine verrückte Story. Also, 1772 wurde Georg Heinrich v. Gerstenberg, Leutnant von Anhalt-Bernburg, Vater eines Sohnes, und zwar unehelich. Die ledige Mutter hat das Kind in der Kirche von Ollendorf taufen lassen, und dazu gibt es interessante Dokumente. Die müssen echt sein, sie sind ja drin in dem Kirchenbuch von 1772. Der Vater hat eine Verfügung geschrieben mit Siegel und Petschaft, die die Frau mitbrachte zur Taufe. Darin verlangte er, das Kind solle seinen Nachnamen tragen. Der sehr alte Ollendorfer Pfarrer hat das so gemacht, er hat wunschgemäß das Kind als v. Gerstenberg getauft.

LG Martha

Geändert von MarthaLU (12.11.2020 um 18:51 Uhr)
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  #16  
Alt 10.11.2020, 01:26
DoroJapan DoroJapan ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von MarthaLU Beitrag anzeigen
Also, 1772 wurde Georg Heinrich v. Gerstenberg, Leutnant von Anhalt-Bernburg, Vater eines Sohnes, und zwar unehelich. Die ledige Mutter hat das Kind in der Kirche von Ollendorf taufen lassen, und dazu gibt es interessante Dokumente. Die müssen echt sein, sie sind ja drin in dem Kirchenbuch von 1772. Der Vater hat eine Verfügung geschrieben mit Siegel und Petschaft, die die Frau mitbrachte zur Taufe. Darin verlangte er, das Kind solle seinen Nachnamen tragen. Der sehr alte Ollendorfer Pfarrer hat das so gemacht, er hat wunschgemäß das Kind als v. Gerstenberg getauft. Ob das damals rechtens war, da haben schon einige sich den Kopf zerbrochen. Ich kann es nicht beurteilen. Die Mehrheit meint, nein, allenfalls hätte das Kind Gerstenberg heißen dürfen ohne das" von". Aber es steht mit " von" im Kirchenbuch, und da, wo das Kind aufgewachsen ist, es muss ein Dorf im Raum Erfurt gewesen sein, hat keiner was gegen das "von" unternommen.

LG Martha
Hallo Martha,

im Infanterie-Regiment v. Anhalt-Bernburg (1706-1767) gab es einen

- Gerstenberg, Georg Heinrich v., Fähnrich (Regiment v. Anhalt-Bernburg)

vielleicht ist das dein Gesuchter? Oder ist das die Militär-Richtung die du erwähnt hattest?

Quelle

liebe Grüße
Doro

PS:
Vielleicht auch von Interesse:
GESCHICHTE DES INFANTERIE-REGIMENTS VON ANHALT-BERNBURG
(Von der Zeit s. Stiftung bis zum 18. August d. Jahres 1767)
Einf. v. H. Bleckwenn.

Quelle

---
Ist das eigentlich die gleiche Person (welche 1712 Kapitän bei der Garnison Erfurt und Patrizier zu Erfurt gewesen war.
Kann ja nicht sein oder er war steinalt, als er den Sohnemann 1772 bekam.

Da fällt mir auf warum wurde die Wappenänderung/Verbesserung eigentlich in Wien hinterlegt und nicht in Erfurt - gibt es dafür eine Erklärung?
__________________
Brandenburg: Lehmann: Französisch Buchholz; Mädicke: Alt Landsberg, Biesdorf; Colbatz/Kolbatz: Groß Köris; Lehniger, Kermas(s), Matzke: Schuhlen-Wiese(Busch)
Schlesien: Neugebauer: Tschöplowitz+Neu-Cöln (Brieg); Gerstenberg: Pramsen; Langner, Melzer, Dumpich: Teichelberg (Brieg); Kraft: Dreißighuben (Breslau), Lorankwitz
Pommern-Schivelbein: Barkow: Falkenberg; Bast: Bad Polzin
Böhmen-Schluckenau: Pietschmann: Hainspach, Schirgiswalde; Kumpf: Alt Ehrenberg 243, 28; Ernst: Nixdorf 192

Geändert von DoroJapan (10.11.2020 um 06:52 Uhr)
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  #17  
Alt 10.11.2020, 10:09
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Hallo Doro,
Ja, das ist der junge Adlige, der unehelich Vater wurde. Er selber war geboren 1747, also 24 Jahre alt, als sein Sohn zur Welt kam. Im selben Jahr 1772 ist er verschollen.

liebe Grüße Martha

Geändert von MarthaLU (12.11.2020 um 18:50 Uhr)
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  #18  
Alt 10.11.2020, 10:20
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Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Dass uneheliche Kinder den Vaternamen bekamen, ist nicht so ungewöhnlich. Im 18. Jahrhundert sind zwei meiner männlichen Vorfahren unehelich geboren. Die Väter hatten jeweils das Kind anerkannt und es bekam den Vaternamen.

Ob das im 19. Jahrhundert noch so war, kann ich nicht sagen.
__________________
Liebe Grüße
Gudrid

Lieber barfuß als ohne Buch (Isländisches Sprichwort)
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  #19  
Alt 10.11.2020, 10:52
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Gudrid Beitrag anzeigen
Dass uneheliche Kinder den Vaternamen bekamen, ist nicht so ungewöhnlich. Im 18. Jahrhundert sind zwei meiner männlichen Vorfahren unehelich geboren. Die Väter hatten jeweils das Kind anerkannt und es bekam den Vaternamen.

Ob das im 19. Jahrhundert noch so war, kann ich nicht sagen.

Hallo Gudrid,

Ja, so habe ich das auch nachgelesen. Man sagte mir allerdings, das sei je nach Staat unterschiedlich geregelt gewesen. Was aber nie erlaubt gewesen sei, ist das "von" beizubehalten. Also das Kind hätte vermutlich Gerstenberg heißen dürfen, nur ich muss passen, was Landesregelungen angeht.
lieben Gruß Martha

Geändert von MarthaLU (12.11.2020 um 18:49 Uhr)
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  #20  
Alt 10.11.2020, 15:11
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Dorni Dorni ist offline männlich
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Verda...mt, mein Popcorn ist alle.

Sehr, sehr interessante Story, die du da heraus gefunden hast.
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