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  #21  
Alt 11.11.2020, 16:00
Isis2 Isis2 ist offline weiblich
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Beiträge: 270
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Hallo MarthaLU. Das ist in der Tat Stoff für einen Historien-Krimi. Spannender kann ein Schriftsteller sich das nicht ausdenken. Bleib drann und veröffendliche es, wo es von vielen Menschen gelesen werden kann. Zum einen ist es wichtig das solche Fakten aufgedeckt werden, zu anderen befürchte ich, deine Geschichte ist kein Einzelfall - es gibt bestimmt noch unaufgedeckte Dinge in den Archiven. In den vergangenen Jahrhunderten gab es die Kontrolle der Medien nicht.

Lieben Gruss
Monika
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Lieben Gruss
Isis2

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In Frankreich die Nachkommen des Lieutnant Maurice Joly.
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  #22  
Alt 11.11.2020, 17:57
Benutzerbild von Genialoge
Genialoge Genialoge ist gerade online männlich
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Krass!!!
Vielleicht wäre es interessant, vorab mal grob zu ermitteln und kalkulieren, welches Ausmaß es hat oder haben könnte, wenn aus diversen Originalen plötzlich Fälschungen werden?
Dass manche nicht als Idioten erscheinen wollen, weil eine Fälschung nicht erkannt wurde, ist eine Sache, aber viel wichtiger könnten die Werte sein, mit denen die "Originale" gehandelt wurden. Und wenn die sich plötzlich in Luft auflösen sollten, könnten einige Personen mächtig wütend werden ...
__________________
Suche: Rudolph, Hiller, Forche in Breslau und Krs Frankenstein sowie Vorfahren von Georg Hoffmeister *10.10.1821 in Giershagen oo Rosina Schlömer *22.05.1838 in Essentho
Biete: Hilfe zu Marsberg und Warburg (Stammtafeln vorhanden) ...
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  #23  
Alt 11.11.2020, 18:10
bachhouse bachhouse ist offline weiblich
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der Artikel ist höchst spannend und wenn sich die Wahrheit durchsetzt, dass wäre toll und für alle gut. Ignorieren hat noch nie geholfen. Ich bewundere Ihre Hartnäkigkeit.
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  #24  
Alt 11.11.2020, 20:33
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Genialoge Beitrag anzeigen
Krass!!!
Vielleicht wäre es interessant, vorab mal grob zu ermitteln und kalkulieren, welches Ausmaß es hat oder haben könnte, wenn aus diversen Originalen plötzlich Fälschungen werden?
Dass manche nicht als Idioten erscheinen wollen, weil eine Fälschung nicht erkannt wurde, ist eine Sache, aber viel wichtiger könnten die Werte sein, mit denen die "Originale" gehandelt wurden. Und wenn die sich plötzlich in Luft auflösen sollten, könnten einige Personen mächtig wütend werden ...

Das ist eine Frage, die ich mir auch gestellt habe. Autographen und Handschriften klassischer Dichter sind heute fast alle in Archiven und Bibiliotheken hinter Glas und nicht mehr in Privatbesitz. Wobei es sehr wohl Ausnahmen gibt, dies Jahr ist ein äußerst wertvoller Schiller-Autograph versteigert worden, der 100 Jahre in Privatbesitz war zuvor und als verschollen galt. Aber der Regelfall ist, dass die Stücke im 19. Jahrhundert oder bis etwa 1930 in die Archive gelangten, oft als Geschenke. Insofern würde ich vorsichtig denken, die materiellen Werte könnten doch nachrangig sein. Konkret kenne ich nur eine Zahl, der Nachlass Heinrich Wilhelm v. Gerstenbergs dürfte 1879 den Besitzer gewechselt haben für 500 Mark. Jedenfalls war diese Summe vorgeschlagen und für angemessen gehalten worden, das steht in einem Brief. Schon viel Geld damals.

Der jetzige Umgang der Fachwelt aber mit Handschriften, die als mögliche Fälschung erscheinen, der bestürzt mich. Die gerstenbergischen Fälschungen sind ganz typisch inhaltlich einfach blöde. Immer wenn so ein berühmter Dichter herumlabert, merkwürdige Witzchen macht oder sehr detailllert über Geldverdienen schreibt, müsste man misstrauisch werden. Es hat für mich also eine Menge mit Achtung vor den Dichtern zu tun, auch heute noch Texte zu prüfen. Und da hört eben mein Verständnis auf, wenn Archive sich um nichts kümmern. Es ist ihr Auftrag, wissenschaftlich zu arbeiten.
Das wildeste Beispiel liefert das deutsche Literaturarchiv Marbach derzeit. Karl v. Gerstenberg hat u. a. 4 Autographen in den Westermannschen Monatsheften erstveröffentlicht. 3 davon sind heute verschollen, der 4. aber ist in Marbach hinter Glas, ein Brief von Schillers Ehefrau an den Schauspieler Iffland von 1805. Nun kennt man in Marbach meinen Aufsatz, publizieren will man ihn nicht, aber man hat ihm Literaturlisten entnommen. Also auf der Homepage findet sich die Person Karl v. Gerstenberg mit der Angabe des Westermannschen Monatshefts und seiner Veröffentlichung. Nur, da sind 3 Autographen angeführt, die verschollenen. Den von Charlotte v. Schiller, der in Marbach liegt, verschweigen sie einfach. Was ja nur bedeuten kann, sie wollen diesen kostbaren Autographen lieber nicht mit Herrn v. Gerstenberg in Verbindung sehen.

Das ist, was mich wirklich enttäuscht, der fehlende Respekt vor den Urhebern. Frau v. Schillers Brief ist ein Bettelbrief, und eigentlich nicht schön. Alles egal.


Liebe Grüße und Danke für alle Kommentare! Martha

Geändert von MarthaLU (11.11.2020 um 20:35 Uhr)
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  #25  
Alt 12.11.2020, 22:32
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von MarthaLU Beitrag anzeigen
Und da hört eben mein Verständnis auf, wenn Archive sich um nichts kümmern. Es ist ihr Auftrag, wissenschaftlich zu arbeiten.
Hm, da muss ich als gelernte Bibliothekarin und Archivarin widersprechen. Nach meinem Verständnis legt ein Archiv nur ab und bewahrt die Dokumente für spätere Jahrhunderte auf. Wenn da also jemand seinen Namen unter ein Dokument schreibt, dann tippe ich das nur ab. Es ist dann an den wissenschaftlichen Forschern (Lesern, Nutzern,...) zu prüfen ob das Dokument echt ist.

Aber ansonsten kann ich deinen Ärger sehr wohl nachvollziehen, an sich gehört Korrektheit durchaus auch zu meinem Berufsstolz.
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  #26  
Alt 14.11.2020, 09:58
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Hm, da muss ich als gelernte Bibliothekarin und Archivarin widersprechen. Nach meinem Verständnis legt ein Archiv nur ab und bewahrt die Dokumente für spätere Jahrhunderte auf. Wenn da also jemand seinen Namen unter ein Dokument schreibt, dann tippe ich das nur ab. Es ist dann an den wissenschaftlichen Forschern (Lesern, Nutzern,...) zu prüfen ob das Dokument echt ist.

Aber ansonsten kann ich deinen Ärger sehr wohl nachvollziehen, an sich gehört Korrektheit durchaus auch zu meinem Berufsstolz.

Ja, da stimme ich dir natürlich zu, ich muss meine Verwunderung differenzierter äußern. In meinem Fall geht es weniger um die eigentlichen Archivare, sondern doch um Wissenschaftler. Das DLA Marbach z. B. ist eine Forschungseinrichtung. Und endgültig kein Verständnis haben mag ich, wenn die dann sogar noch Literaturangaben verfälscht einstellen. Dabei erwarte ich keine Begeisterung über Literatur. Selber aus einem künstlerischen Beruf kommend, ist mir völlig klar, dass die Leidenschaft mit Professionalität abnimmt. Aber Korrektheit muss sein, und Marbach z. B. wird immens hoch von der Öffentlichkeit gefördert.
Das ist ein ganz eigenes Trauerspiel.

Danke und liebe Grüße, Martha
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  #27  
Alt 14.11.2020, 12:56
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Garfield Garfield ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von MarthaLU Beitrag anzeigen
Ja, da stimme ich dir natürlich zu, ich muss meine Verwunderung differenzierter äußern. In meinem Fall geht es weniger um die eigentlichen Archivare, sondern doch um Wissenschaftler. Das DLA Marbach z. B. ist eine Forschungseinrichtung. Und endgültig kein Verständnis haben mag ich, wenn die dann sogar noch Literaturangaben verfälscht einstellen. Dabei erwarte ich keine Begeisterung über Literatur. Selber aus einem künstlerischen Beruf kommend, ist mir völlig klar, dass die Leidenschaft mit Professionalität abnimmt. Aber Korrektheit muss sein, und Marbach z. B. wird immens hoch von der Öffentlichkeit gefördert.
Das ist ein ganz eigenes Trauerspiel.

Danke und liebe Grüße, Martha
Ja, so ist das tatsächlich traurig und ärgerlich .
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