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  #1  
Alt 13.04.2021, 23:25
Friedel_147 Friedel_147 ist offline
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Standard Scheidung in den 1930er Jahren und Nichtigerklärung einer Ehe 1924

Bei meinen Recherchen sind mir zwei Fälle in dem familiären Umfeld aufgefallen, die mir seltsam erscheinen, erstens eine Eheschließung 1913, Scheidung dieser Ehe 1933 und Wiederverheiratung (gleiche Partner) 1937, das ist doch sicherlich für die Zeit sehr ungewöhnlich gewesen?
Hat jemand eine Idee, womit das in Verbindung stehen könnte? (Meines Wissens nach kein jüdischer Hintergrund in der Familie)

Ein weiterer Fall, der mich stutzig macht, eine im April 23 geschlossene Ehe wurde im Oktober 24 für nichtig erklärt. Aus welchen Gründen wurden Ehen damals für nichtig erklärt, kann mir da vielleicht jemand was zu sagen?
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  #2  
Alt 14.04.2021, 04:47
Martina Rohde Martina Rohde ist offline weiblich
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Was ist an einer Scheidung ungewöhnlich? Das das Paar dann doch wieder heiratet ist auch nichts besonderes.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nichti...C3%A4rung_(Ehe)
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  #3  
Alt 14.04.2021, 09:19
Zetteltante Zetteltante ist offline weiblich
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Hallo Friedel,

die Scheidung 1933 und Wiederverheiratung im Jahre 1937 kann sehrwohl ungewöhnlich sein. Dazu brauchte es keinen jüdischen Hintergrund.
Es reichte schon, politischer Gegner zu sein.
Das Paar solltest Du genauer unter die Lupe nehmen.
Wo fand denn die neue Heirat statt? Am selben Ort? Oder haben die beiden die Stadt verlassen und woanders wieder geheiratet?

Hier ein Zitat von Hans-Rainer Sandvoß im neuesten Buch: Mehr als eine Provinz: Widerstand aus der Arbeiterbewegung 1933-1945 in der preußischen Provinz Brandenburg:

"Da durch die Inhaftierung des Mannes der „Haupternährer“ häufig für Jahre ausfiel – und der NS-Staat dies gezielt durch die Verweigerung der Sozialunterstützung verschärfte - , ruhte auf den nun allein für sich und die Kinder verantwortlichen Frauen eine ungeheure Last. Oft wurde diese soziale Notlage noch durch den politischen Terror im Alltag potenziert: Haussuchungen, Verhöre, Überwachungen und – besonders perfide: - die Aufforderung durch die Gestapo und andere Stellen, sich vom „Staatsfeind“ scheiden zu lassen. Hier lief – weitgehend verborgen – ein permanenter Kampf um das familiäre Überleben ab, der garnicht genug gewürdigt werden kann."
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  #4  
Alt 16.04.2021, 00:39
Friedel_147 Friedel_147 ist offline
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Zitat:
Zitat von Martina Rohde Beitrag anzeigen
Was ist an einer Scheidung ungewöhnlich? Das das Paar dann doch wieder heiratet ist auch nichts besonderes.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nichti...C3%A4rung_(Ehe)
Hallo Martina,
naja, heutzutage ist es sicherlich viel eher gang und gäbe, sich scheiden zu lassen. In der Generation meiner Großmutter und Urgroßmutter kommt mir das allerdings schon unüblich vor, und dass dann ein geschiedenes Paar sich erneut verheiratet ebenfalls.
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  #5  
Alt 16.04.2021, 00:40
Friedel_147 Friedel_147 ist offline
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Zitat:
Zitat von Zetteltante Beitrag anzeigen
Hallo Friedel,

die Scheidung 1933 und Wiederverheiratung im Jahre 1937 kann sehrwohl ungewöhnlich sein. Dazu brauchte es keinen jüdischen Hintergrund.
Es reichte schon, politischer Gegner zu sein.
Das Paar solltest Du genauer unter die Lupe nehmen.
Wo fand denn die neue Heirat statt? Am selben Ort? Oder haben die beiden die Stadt verlassen und woanders wieder geheiratet?

Hier ein Zitat von Hans-Rainer Sandvoß im neuesten Buch: Mehr als eine Provinz: Widerstand aus der Arbeiterbewegung 1933-1945 in der preußischen Provinz Brandenburg:

"Da durch die Inhaftierung des Mannes der „Haupternährer“ häufig für Jahre ausfiel – und der NS-Staat dies gezielt durch die Verweigerung der Sozialunterstützung verschärfte - , ruhte auf den nun allein für sich und die Kinder verantwortlichen Frauen eine ungeheure Last. Oft wurde diese soziale Notlage noch durch den politischen Terror im Alltag potenziert: Haussuchungen, Verhöre, Überwachungen und – besonders perfide: - die Aufforderung durch die Gestapo und andere Stellen, sich vom „Staatsfeind“ scheiden zu lassen. Hier lief – weitgehend verborgen – ein permanenter Kampf um das familiäre Überleben ab, der garnicht genug gewürdigt werden kann."
Ja, spannend, das ist ein wichtiger Aspekt, wie politisch und wirtschaftlich Druck ausgeübt werden konnte auf Familien und Ehepartner
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  #6  
Alt 16.04.2021, 04:40
Martina Rohde Martina Rohde ist offline weiblich
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Ort: Berlin
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Es wird sicher auch regional unterschiedlich sein. In katholischen Gegenden wird es kaum vorkommen, ich hatte es aber bei meinen Abschriften von Berlin-Brandenburger Kirchenbüchern mehrfach.
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  #7  
Alt 16.04.2021, 09:17
Zetteltante Zetteltante ist offline weiblich
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Vielleicht existiert ja noch die Sammelakte zur zweiten Heirat.

Ich drücke ganz feste die Daumen.
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