#1  
Alt 08.02.2016, 17:30
gki gki ist offline
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Standard Konsensgeld 4 Kreuzer?

Hallo,

in den Akten der Grafschaft Neuburg am Inn (bei Passau, Niederbayern bzw. Oberösterreich) taucht bei Beurkundungen öfter der Posten "Konsensgeld" auf.

Das ist offenbar die Gebühr für die herrschaftliche Genehmigung einer Hochzeit.

Meine Frage ist weniger "was ist das?" sondern: warum ist der Betrag so gering?

Die Schreibgebühr für die Eintragung ist schon 15 Kreuzer, die "Pflegtax" betrug 30 Kreuzer, die "Fertigung" kostete 2 Gulden (120 Kreuzer).

Hat da jemand eine Idee?
__________________
Gruß
gki
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  #2  
Alt 19.02.2016, 02:44
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AUK2013 AUK2013 ist offline männlich
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Hallo gki,

möchte die Diskussion zu Deinem Beitrag ein wenig anstoßen.

Auch unsere Ahnen waren schon sehr erfinderisch um ihre Einnahmen zu steigern.
Schreibgebühren, Pflegetax und Fertigung brachten schon Geld in die Kassen.
2 Kreuzer für jede Hochzeit an den Grafen - für NICHTS - läppert sich auch zu einer schönen Summe, zumal es noch weitere "Kleingebühren" in allen Lebenslagen gegeben hat.

Viele Grüße

Arno
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  #3  
Alt 19.02.2016, 12:32
gki gki ist offline
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Hallo Arno!

Zitat:
Zitat von AUK2013 Beitrag anzeigen
möchte die Diskussion zu Deinem Beitrag ein wenig anstoßen.
Danke!

Zitat:
Auch unsere Ahnen waren schon sehr erfinderisch um ihre Einnahmen zu steigern.
Schreibgebühren, Pflegetax und Fertigung brachten schon Geld in die Kassen.
2 Kreuzer für jede Hochzeit an den Grafen - für NICHTS - läppert sich auch zu einer schönen Summe, zumal es noch weitere "Kleingebühren" in allen Lebenslagen gegeben hat.
Aber das ist es ja: Warum hat er für diese hoheitliche Aufgabe, die ihn nichts kostete, nicht mehr genommen?
__________________
Gruß
gki
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  #4  
Alt 19.02.2016, 19:22
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Aber das ist es ja: Warum hat er für diese hoheitliche Aufgabe, die ihn nichts kostete, nicht mehr genommen?
Hallo gki!

Kann es sein, dass die 2 Kreuzer einfach nur ein symbolischer Betrag an den Landesherren war?
So als Erinnerung an frühere Zeiten der Leibeigenschaft als der Lehnsherr noch die Heirat genehmigen mußte?
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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  #5  
Alt 19.02.2016, 19:33
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

hier betrug das Consensgeld für die Verheiratung eines Witwers um 1700 1 Gulden 30 Kreuzer http://www.historic-lewin.eu/downloa...enGellenau.pdf ( Seite 7, Gellenau in Schlesien ).

Frdl. Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #6  
Alt 19.02.2016, 20:25
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Moinsen von der Kieler-Förde,
nun möchte ich meine Weisheit zum Besten geben:
Fällt dieser Begriff wirklich im Zusammenhang mit Trauungen..??..

Wenn man sich ein wenig durchs Netzt tummelt, fällt dieser Begriff
oftmals im Zusammenhang mit Hypotheken, Grund- und Boden.
Aus meiner Forschung heraus (Norddeutschland) ist mir der Begriff
vollkommen unbekannt.

LG. Roland
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #7  
Alt 19.02.2016, 21:14
gki gki ist offline
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Hallo Elwe!

Zitat:
Zitat von elwetritsche Beitrag anzeigen
Kann es sein, dass die 2 Kreuzer einfach nur ein symbolischer Betrag an den Landesherren war?
So als Erinnerung an frühere Zeiten der Leibeigenschaft als der Lehnsherr noch die Heirat genehmigen mußte?
So in etwa denke ich mir das auch. Die Genehmigung mußte aber offensichtlich immer noch gegeben werden.

Die Genehmigungspflicht als solche wurde ja in Bayern erst so um 1850 aufgehoben.


Hallo Roland!

Zitat:
Zitat von holsteinforscher Beitrag anzeigen
Moinsen von der Kieler-Förde,
nun möchte ich meine Weisheit zum Besten geben:
Fällt dieser Begriff wirklich im Zusammenhang mit Trauungen..??..
Definitiv, ja.

Zitat:
Wenn man sich ein wenig durchs Netzt tummelt, fällt dieser Begriff
oftmals im Zusammenhang mit Hypotheken, Grund- und Boden.
Da taucht er nicht auf, die anderen Gebühren aber schon.

Zitat:
Aus meiner Forschung heraus (Norddeutschland) ist mir der Begriff
vollkommen unbekannt.
Da sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, darauf zu achten, wo sich das ganze abspielt.

Hallo Thomas!

Zitat:
Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
hier betrug das Consensgeld für die Verheiratung eines Witwers um 1700 1 Gulden 30 Kreuzer http://www.historic-lewin.eu/downloa...enGellenau.pdf ( Seite 7, Gellenau in Schlesien ).

Danke! Dort ist erwähnt, daß die Höhe dieses Satzes in einem Urbarium festgelegt wurde.
Von der Grafschaft gibt's in München auch eins, da muß ich mal schauen, ob es da sowas auch gibt.
__________________
Gruß
gki
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  #8  
Alt 19.02.2016, 21:23
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Hallo Roland,

ich habe Heirats - Konsenssgeld bisher nur in Österreich gefunden.

Bei books.google gibt es folgende Einträge:
(Leider nur als Snippet-Ansicht)

"Für einen Heiratskonsens wurden je nach dem Vermögen zwischen 1 fl und 4 fl 30 kr erhoben."

und

"Auch für die Erteilung von Heiratsbewilligungen wurden unter den Windisch-Graetz Gebühren eingehoben. Dieses sogenannte Heirats-Konsens-Geld erbrachte im Jahresdurchschnitt 56 Gulden 7 Kreuzer."

Gruß

Arno
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  #9  
Alt 19.02.2016, 21:47
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Zitat:
Zitat:
Wenn man sich ein wenig durchs Netzt tummelt, fällt dieser Begriff
oftmals im Zusammenhang mit Hypotheken, Grund- und Boden.

Da taucht er nicht auf, die anderen Gebühren aber schon.
Hallo gki,

Roland hat hier Recht. Habe den Begriff "Konsens" im obigen Zusammenhang auch oft gesehen.

Gruß
Arno
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  #10  
Alt 19.02.2016, 21:56
gki gki ist offline
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Hallo Arno!

Zitat:
Zitat von AUK2013 Beitrag anzeigen
Roland hat hier Recht. Habe den Begriff "Konsens" im obigen Zusammenhang auch oft gesehen.
Das habe ich auch, schließlich mußte zur Hofübergabe etc. auch zugestimmt werden.

Aber für die Zustimmung war offenbar dort keine separate Zahlung erforderlich (natürlich andere).
__________________
Gruß
gki
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