#1  
Alt 27.06.2012, 13:32
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Standard Hebamme, Hausgeburt, Geburtsort - Allgemeine Frage

Hallo an alle,

Bei Taufeinträgen der Kirche, wenn da bei Anmerkung die Hebamme steht, kann ich dann davon ausgehen, dass es sich um eine Hausgeburt handelte und das Kind in jenem Haus zur Welt kam welches in der Adressspalte steht des Taufeintrags?
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  #2  
Alt 27.06.2012, 13:44
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Ja, davon kann man ausgehen.
Der Großteil der Geburten (vor allem in ländlichen Gemeinden) waren ja Hausgeburten.
In manchen Taufbüchern heißt die entsprechende Spaltenüberschrift demnach auch "Ort der Geburt".

Schöne Grüße
Karin
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  #3  
Alt 27.06.2012, 14:24
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Und bei größeren Städten wie Wien? Dort habe ich nur "Wohnung und No des Hauses" stehen, mehr nicht. Kann man trotzdem davon ausgehen?
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  #4  
Alt 27.06.2012, 14:51
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Ja, ich denke schon. Auch dort waren früher (welchen Zeitraum meinst du eigentlich genau?) Hausgeburten üblich, zu denen die Hebamme ins Haus kam.
"Wohnung und No. des Hauses" bezieht sich somit auf den Ort des Ereignisses.
Wenn ein Kind im Krankenhaus zur Welt kam, wurde es meist auch dort getauft und ist dann nicht unter der Wohnadresse zu finden sondern in der für das Krankenhaus zuständigen Pfarre.

Schöne Grüße
Karin
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  #5  
Alt 27.06.2012, 14:52
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hilft mir sehr, vielen lieben DANK!

Ich meine den Zeitraum 1800 bis 1900.
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  #6  
Alt 02.07.2012, 15:20
gerhardlang gerhardlang ist offline männlich
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Hallo,
eine kleine Ergänzung zu Karin.
Auch Hebammen unterhielten eigene Betten. Die dort geborenen Kinder finden sich auch unter der Adresse der Hebamme. Damit kann sich die zuständige Pfarre ändern.
Viele Grüße
Gerhard
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  #7  
Alt 03.07.2012, 18:01
Benutzerbild von Schlumpf
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Hallo

Ich bin kein Österreicher, macht aber auch nix. Ich finde diese Frage merkwürdig.
Ein Krankenhaus suchte man nicht auf, um nieder zu kommen. Auch wenn es im
Wien des 19. Jahrhunderts wohl nicht außergewöhnlich war. Siehe dazu die Geschichte
der Hygiene um Ignatz Semmelweis (1818- 1865) in Wien 1846.
Im alten Kurpfalz- Bayern gab es 1802 einen Erlass, in dem wurde u.A. geregelt, was
ab da im Taufregister vermerkt werden sollte:Also neben dem Bekannten gab es eine
Menge Neuerungen.
Dazu gehörte der Name der Hebamme und die Nummer des Hauses, in dem
die Geburt statt fand. Das war aber nichts außergewöhnliches. Manchmal wurde auch
namentlich vermerkt, ob ein Mediziner oder wenigstens ein Chrirourg anwesend war.
Wenn also etwas "ungewöhnliches" passiert währe, währe das gesondert notiert worden.
Also, dann währe ein Passus wie: "bei der Geburt von der Hebamme notgetauft." oder
"verstarb" ebenfalls notiert worden. Das ist der Grund, warum die normalen Register
plötzlich so umfangreich wurden und in Spalten geschrieben wurden.
Die "Hospitäler" auf dem flachen Land waren meist so jämmerlich eingerichtet, dass die Mütter erst gar nicht hingingen. In den Jahren 1790- 1860 gab es in hiesiger Stadt kein Hospital. Weder ein "Armenhaus", geschweige dann eine medizinische Einrichtung. Erst ab 1860 wurde ein Bürgerhaus dazu "hergerichtet".
Ich habe vor! 1880 keine Geburt in einem "Krankenhaus" finden können. Daher waren
es wohl alles Hausgeburten.... mit nicht immer gutem Ausgang.
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  #8  
Alt 05.07.2012, 11:17
BenediktB BenediktB ist offline männlich
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Hallo an alle,

Bei Taufeinträgen der Kirche, wenn da bei Anmerkung die Hebamme steht, kann ich dann davon ausgehen, dass es sich um eine Hausgeburt handelte und das Kind in jenem Haus zur Welt kam welches in der Adressspalte steht des Taufeintrags?
Ich habe eine ganze Reihe an Taufeinträgen in einer Pfarrei, wo in der Adresszeile der TAUFort angegeben ist. Ich hatte mich schon gewundert, wieso dort so viele Kinder geboren waren. Als ich dann ins Kataster geschaut habe, musste ich überrascht feststellen, dass die Hausnummer 26 die Kirche war. Ansonsten waren die angegeben Adressen aber immer der Wohn- bzw. Aufenthaltsort. Eine Geburt "auf der Durchreise", auf einer Wiese, habe ich auch, da hat der Pfarrer extra vermerkt, dass keine Hausnummer verzeichnet werden konnte.
Geburten in einem Krankenhaus habe ich vor den 1950ern gar nicht. Auf dem Land waren Hausgeburten noch bis nach dem Krieg üblich.
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