#51  
Alt 11.05.2020, 19:45
Balduin1297 Balduin1297 ist offline
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Ich habe nun alle Taufpaten aus dem Kirchenbuch Nikolajew von 1853-1862 und die Taufpaten aus dem Kirchenbuch Molotschna von 1862-1869 durchsucht. Ich habe auf jeden Fall auch gelernt, die umliegenden Taufeintragungen zu durchsuchen, da manchmal am selben Tag oder am darauf folgenden Tag die Kinder der Freunde und Bekannte getauft wurden.

Der Julius und die Ottilie hatten auch einige Freunde, die auch immer wieder Taufpaten ihrer Kinder waren. Ein enger Bekannter war der Alexander von Voigt, der der Arzt auf dem benachbarten fürstlich kotschubejschen Gute zu Sagradowka war. Er hat sich auch um die kränkliche Tochter Hermine gekümmert, die von ihrem Großvater Conrad Friedrich Müller im Jahr 1859 die Nottaufe erhalten hatte. Einen Tag nach der Nottaufe ist sie gestorben, sie wurde nicht einmal ein halbes Jahr alt. Der Arzt Alexander v. Voigt war zusammen mit der Mutter Ottilie Taufpate. Der Julius und die Ottilie hatten insgesamt zehn Kinder, acht Jungen und zwei Mädchen, von dem ein Mädchen gestorben ist. Das war vermutlich auch der Grund, warum sie soviele Kinder hatten, da die Mutter sich mehr Töchter gewünscht hat und sie es immer wieder von neuem versucht haben.

Ein weiterer enger Freund des Julius war der sächsische Untertan Carl Frank, der vom Julius Müller als Gärtner auf dem Gut in Iwanowka beschäftigt wurde. Der Julius und die Ottilie waren jeweils nur einmal Taufpaten bei einem anderen Kind. Da im Jahr 1861 die Tochter des Carl Frank namens Ernestine am selben Tag getauft wurde wie der Sohn der Ottilie namens Victor Karl, war die Ottilie Taufpatin der Ernestine, was auch zeigt, dass sich die Ottilie gerne mehr Töchter gewünscht hat. Im selben Jahr 1861 hat auch die Anna Huberling, Tochter des Kolonisten aus Millhausen Johann Huberling, der vom Oberverwalter Julius Müller eine Anstellung als Stellmacher auf dem Gut in Iwanowka bekommen hatte, eine Nottaufe erhalten.

Im Jahr 1862 ist auch der Julius Müller zusammen mit dem Carl Frank in das Gouvernement Taurien umgezogen, wo auch die Kinder des Carl Frank im evangelischen Kirchenbuch von Molotschna eingetragen wurden. Der Carl Frank hat eine neue Anstellung als Gärtner auf dem Gut des Grafen Cancrin bekommen, danach wurde er für kurze Zeit zwischen 1864 und 1866 Verwalter des Grafen Cancrin in Gregorewka und im Jahr 1868 wurde er als Unterverwalter des Grafen Cancrin bezeichnet. Der Oberverwalter des Grafen Cancrin namens Ernst Eck war bei zwei Kindern des Julius Taufpate. Und gleich der erste Sohn, der nach der Ernestine Anfang des Jahres 1863 geboren wurde, hieß ebenfalls Victor, sowie der Sohn des Julius, der am gleichen Tag mit der Tochter des Carl Franks getauft wurde.

Der Julius Müller war der Taufpate des Sohnes Würtembergischen Unterthanes und Verwalters des Gutes Orechow Wilhelm Scheel. Er wurde im Jahr 1864 geborenen und wurde auch nach ihm benannt. Er hieß Wilhelm Karl Julius Ludwig Scheel.


Die Taufeintragungen befinden sich im Anhang.

Angehängte Grafiken
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Balduin1297 Balduin1297 ist offline
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Kennt jemand vielleicht Leute, die die russische, am besten die ukrainische Sprache beherrschen und für mich bei dem Museum in Wassiljewka anrufen könnten und fragen, ob sie den Julius Müller kennen, der ab dem Jahr 1862 Oberverwalter der Popowschen Güter war. Mich interessieren alle Informationen, die sie zum Oberverwalter Julius Müller haben. Der Direktor des Museums kennt sich mit dem Schloss Popow und dem Gut Wassiljewka sehr gut aus, da er auch schon Bücher darüber geschrieben hat, wo auch einige Gutsverwalter genannt wurden, nur leider nicht alle. Und gerade der Julius Müller war einiger der wichtigsten Oberverwalter, da er der erste Oberverwalter nach der Abschaffung der Leibeigenschaft war und das Gut verwestlicht hat. Außerdem hat er den Bau des Schlosses Popow als Oberverwalter begleitet, welches von 1864-1884 gebaut wurde. Bis 1860 war Anton Kryukov Verwalter in Wassiljewka. Er wurde allerdings entlassen, da er die Leibeigenen schlecht behandelt hat. Der Julius Müller hat nach der Abschaffung der Leibeigenschaft im Jahr 1861 mit seinen preußischen Tugenden das Gut verwestlicht und modernisiert.
Ich habe ebenfalls herausgefunden, dass der Gutbesitzer Fürst Michail Victorowitsch Kotschubej deshalb den preußische Untertanen Julius Müller ab dem Jahr 1853 als Gutsverwalter eingesetzt hat, da ihm kurz vorher am 18.11.1852 der preußische Rote Adlerorden II. Klasse verliehen wurde.
Hier ist die Telefonnummer: https://viam.ucoz.net/index/0-2

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