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  #1  
Alt 12.05.2022, 10:06
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Standard Vegesack: Hafenkneipe? Bucht?

Orts-/Topografischer Name: Vegesack
Zeit/Jahr der Nennung: 1622
Region der Nennung: Bremen

Hallo zusammen,
heute mal was Bremisches.

Der Vegesacker Hafen, Keimzelle des Bremer Stadtteils Vegesack wird 400. Die früheste Namenform lautet thom Vegesacke. Als Herleitung werden entweder die Lage bei einem Gasthaus, wo man den Geldbeutel auskehrt (vgl. Zum letzten Heller), oder an einer Fege-Bucht genannt.
Die Schifferkneipe wäre denkbar und schön für die Folklore.
https://www.koeblergerhard.de/wikili...ak&f=mnd&mod=0
https://upload.wikimedia.org/wikiped..._fegesacke.jpg

Deswegen muss sie nicht richtig sein. Was eine Fegebucht sein könnte, dazu finde ich nichts. Was meint Ihr?

Viele Grüße
Peter
Zum Hafenluft-Schnuppern:
https://www.google.de/search?q=buten...client=gws-wiz

Geändert von Xylander (12.05.2022 um 11:05 Uhr)
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  #2  
Alt 12.05.2022, 11:24
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

hier 1667 "Hauses zum Vegesacke" https://books.google.de/books?id=g1R...cke%22&f=false bei arcinsys erste Erwähnung wohl 1465.
Wirtshauserklärung auch hier: https://books.google.de/books?id=jYg...cke%22&f=false

Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Suderburg)

Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam
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  #3  
Alt 12.05.2022, 11:29
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Ein Dyderyk Veghesacke schon (in Münster?) 1438 https://books.google.de/books?id=5K7...gAQ6AF6BAgFEAI
Weitere Erwähnung zB i Zshg mit Fegebank, Fegetasche https://books.google.de/books?id=D3U...ChDoAXoECAMQAg als Kölner Beinamen des 12. und 13. Jhdts.
auch noch in Richtung Wirtshausname: https://books.google.de/books?id=214...20name&f=false
__________________
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Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam

Geändert von Kasstor (12.05.2022 um 12:09 Uhr)
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  #4  
Alt 12.05.2022, 18:37
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo

Zitat:

"... für Wirtshäuser oder Zollstätten, so etwa Fegebeutel oder Fegetasche. Diese Namen wurden gewählt, da an solchen Stellen die Taschen der Besucher bis zum letzten Rest geleert wurden"

also wurde ihnen der Geldsack quasi leergefegt in Vegesack
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Fege.jpg (23,6 KB, 8x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (12.05.2022 um 18:42 Uhr)
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  #5  
Alt 12.05.2022, 23:33
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
Hallo,
hier 1667 "Hauses zum Vegesacke" https://books.google.de/books?id=g1R...cke%22&f=false bei arcinsys erste Erwähnung wohl 1465.
Wirtshauserklärung auch hier: https://books.google.de/books?id=jYg...cke%22&f=false
Grüße
Thomas
Interessant, Thomas, danke. Dann könnte sich der Name auch auf die 1667 erwähnte Zollstation beziehen. Wobei die Zollhäuser oft gleichzeitig Wirtshäuser waren. 1465-66 in arcinsys verblüfft mich, das scheint die früheste Erwähnung zu sein. Demnach gabs da schon lange vor der Anlage des Hafens einen Platz, wo man sein Geld loswurde. Oder doch die Bucht?

Zitat:
Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
Ein Dyderyk Veghesacke schon (in Münster?) 1438 https://books.google.de/books?id=5K7...gAQ6AF6BAgFEAI
Weitere Erwähnung zB i Zshg mit Fegebank, Fegetasche https://books.google.de/books?id=D3U...ChDoAXoECAMQAg als Kölner Beinamen des 12. und 13. Jhdts.
auch noch in Richtung Wirtshausname: https://books.google.de/books?id=214...20name&f=false
Anscheinend haben wir allerhand interessanten Beifang. Der Dyderyk Veghesacke könnte einer sein, der seine eigene Tasche oder die anderer leert. Oder Wirt eines Gasthauses tom Vegesacke, darauf deutet das Dativ-e. Ach nee, doch nicht, die Familie hieß thor Veghesake, Femininum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vegesa...ht)#Geschichte

Im Moment sortiere ich das onomastische Gemenge für Vegesack so: zuerst kam der Gasthaus-Name, der wurde zum Ortsnamen. Oder zuerst der Ortsname - irgendwas mit Bucht - dann der Gasthaus/Zollhausname, dafür nach wie vor kein Beleg.
Viele Grüße
Peter

Geändert von Xylander (12.05.2022 um 23:50 Uhr)
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  #6  
Alt 12.05.2022, 23:47
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Hallo
Zitat:
"... für Wirtshäuser oder Zollstätten, so etwa Fegebeutel oder Fegetasche. Diese Namen wurden gewählt, da an solchen Stellen die Taschen der Besucher bis zum letzten Rest geleert wurden"
also wurde ihnen der Geldsack quasi leergefegt in Vegesack
Ja, das ist die gängige Deutung. Die andere - Bucht an einem Fluss - wird hier genannt:
https://www.bremen.de/leben-in-breme...ichte-vegesack

Darin übrigens 1453 als Jahr der Ersterwähnung.
Viele Grüße
Peter
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  #7  
Alt 13.05.2022, 00:03
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Feeg hier für Bucht https://books.google.de/books?id=cqb...q=feeg&f=false Es fehlt dann ja noch die Erklärung für den Sak, Sack.
Hier beides erwähnt https://books.google.de/books?id=yYB...Cndung&f=false
Mit dem Problem wurde sich schon 1767 beschäftigt: https://books.google.de/books?id=I4k...esisch&f=false

Thomas
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Geändert von Kasstor (13.05.2022 um 00:14 Uhr)
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  #8  
Alt 13.05.2022, 00:13
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Nanu, genau andersrum. Ich dachte, der Sack sei die Bucht. Aber wenigstens hast Du schonmal die Deutung für Feeg gefunden. Falls es also doch nicht ums Gasthaus gehen sollte.
Viele Grüße
Peter
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  #9  
Alt 13.05.2022, 00:20
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Kasstor Beitrag anzeigen
Mit dem Problem wurde sich schon 1767 beschäftigt: https://books.google.de/books?id=I4k...esisch&f=false
Thomas
Na, dann lösen wirs jetzt
Viele Grüße
Peter
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  #10  
Alt 13.05.2022, 00:44
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Wenn Kneipe, dann vermute ich einen Satznamen: Fege den Sack. Und dann müssten sich Schreibweisen Vegensack, Fegensack finden. Hier zB https://www.google.de/books/edition/...sec=frontcover
Überzeugt mich aber noch nicht, da keine Bremer oder niedersächsische Quelle.
achja mnd. sack: 1. Sack, 2. Schimpfwort auf kleine Mädchen und Frauensleute lt. Schiller-Lübben
Und hier nochmal mnd. Vegebudel und Vegesack:
https://drw-www.adw.uni-heidelberg.d...seite=g220-221
Hier die Meinung, die Wirtshaus-Deutung sei eine Volksetymologie und Vegesack ein Flurname:
https://www.google.de/books/edition/...sec=frontcover
bezieht sich wohl auf Schiller-Lübben (s. vorigen Link) bi den garden edder fege-sack dar licht eine khofenne - bei dem Garten oder Fegesack da liegt eine Kuhweide
Viele Grüße
Peter

Geändert von Xylander (13.05.2022 um 01:47 Uhr)
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