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  #1  
Alt 28.08.2017, 19:15
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Beiträge: 1.239
Standard Woher stammten 1753 die Kolonisten in Wirschkowitz, Krs. Militsch?

Es wurde hierzu bereits ein Thema im Abschnitt Baden-Württemberg angelegt. Ich frage mich aber, ob von unserer schlesischen Seite die Sache bereits vollständig bearbeitet wurde.

Im SA Breslau befanden (befinden?) sich zwei Akten dazu:
1. Acta Generalia betreff. die Vermehrung der in Lande befindlichen Dörfer und Erbauung neuer Stellen in den Dörfern auf solchem Platzt, wo vorhin dergleichen noch nicht gewesen (Rep. 119, M.R. V, 13, Vol. I-VI)
2. Generaldesignations von den auf dem Lande und in den Städten neu erbauten Häusern (Rep. 119, M.R. V,13a).

Das Berliner Archiv (nicht das Potsdamer Heeresarchiv!) hat m. E. nur einige Kriegsverluste erlitten. FR II. muß ja die Ansiedlung und auch den Kirchenbau genehmigt haben. Das königliche Antwortschreiben auf Graf Reichenbachs Ansuchen war vom 3. Mai 1754 datiert. Da müßte man also heute im GStA Berlin nachhaken.

Die ursprüngliche gedruckte Quelle, aus der später alle anderen nur abgeschrieben haben, ist die Geschichte der Herrschaft Neuschloß von Pfarrer Samuel Abraham Lauterbach aus dem Jahre 1781. Siehe hier. Darin werden übrigens außer den bereits genannten Namen (Kammerer, Kohl, Meybach (Maybach), Pippig, Rau, Schäfer,
Schöneck) noch erwähnt: Christian Baumert, Immanuel Gottlieb Pischke und Carl Ulm (!).

Dann gibt es aus späterer Zeit:
Franz Heinrich Wilhelm Wandel: Festschrift zum Jubelfest des 100-jährigen Bestehens der Friedrichs-Zions-Kirche zu Wirschkowitz. Sonntag Cantate 1755/1855. 1855. 78 Seiten.
[Vermutlich ebenso unter dem Titel: "Die Herrschaft Neuschloss und ihre Kirche : Jubelbüchlein zum hundertjährigen Kirchenfeste der ev. Friedrichs-Zions-Gemeinde zu Wirschkowitz ... den 6. Mai 1855" erschienen.]

Dazu liegt eine von Lothar Zenker herausgebrachte Neuauflage aus Dresden (2002) vor: Auszüge aus der Heimatchronik von Wirschkowitz (Hochweiler) geschrieben aus Anlaß des hundertjähr. Bestehens der Friedrich-Zions-Kirche zu Wirschkowitz (Hochweiler) im Jahre 1855. 60 Seiten.

Sowie vom selben Autor aus Dresden (2003): Materialien zur Chronik von Wirschkowitz: Auszüge aus der Festschrift von 1885. 20 Blatt.

Da müßte man eben abklären, inwieweit Herr Zenker hier noch Neues mitteilen konnte.

Schließlich lassen sich alle bisher bekannten Familiennamen der Kolonisten von 1753/54 im 1925/26 Adreßbuch NICHT mehr in Wirschkowitz nachweisen. Auch im 1939er fehlen sie dort (nun Hochweiler). Kohl und Schäfer kann man vermutlich sowieso außer acht lassen. Dann findet sich im gesamten Kreis Militisch nur noch 1925:

Rau Erich, Diener, Freyhan-Schloß, Gut (auch 1939 dort).
Schöneck Emil, Bäckermeister, Kollande (auch 1939 dort).

Womöglich läßt sich über die Heimatortskartei Niederschlesien (BA Bayreuth) feststellen, ob es davon Nachkommen in der BRD gab und dann heute noch gibt.
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  #2  
Alt 31.08.2017, 23:33
Tschepiner Tschepiner ist offline männlich
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Ort: Duisburg,NRW
Beiträge: 124
Standard Aussiedler nach Wirschkowitz

Hallo, Kleinschmid,

vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag, bzw, Aufruf betreffs der Aussiedler und Kolonisten die in Wirschkowitz ansässig wurden.
Ich habe gerade im Unterforum von Baden -Württemberg Genealogie ausführlich dazu Stellung genommen.
Herzl. Gruß

der - - Tschepiner
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  #3  
Alt 05.09.2017, 18:39
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Themenstarter
 
Registriert seit: 20.01.2013
Beiträge: 1.239
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Recht schönen Dank für die interessanten Hinweise!

Vielleicht fassen wir alles in diesem Thema zusammen.

1.) Archive
"... über meine Recherchen in den Breslauer Archiven ..."
Demnach befinden sich im heute polnischen SA Breslau keine Unterlagen mehr. Wie steht es mit Berlin? Die Minüten sind ja vorhanden. Natürlich können die Kolonisten von Friedrich nur als 'Württemberger' bezeichnet worden sein, vielleicht findet sich aber auch eine genauere Ortsangabe ('Aus der Herrschaft XY' o. ä.).

2.) Literatur
"Literatur wie z.B. ... habe ich zu rate gezogen" ... " Leider jeweils ohne Angaben der Orte aus denen die Familien stammten."
Also haben wir eigentlich nur Lauterbachs Chronik. Ich vermute, die von mir genannte Literatur zu Auswanderung aus BW hat dann auch nichts gebracht.

3.) KB
"... angeblich verschollene evangelische Kirchenbücher Einsicht nehmen konnte"
Gut, es finden sich immer mal wieder ev. KB (Gott sei Dank!) - aber das KB von Wirschkowitz zählt dazu doch sicher nicht. Sonst hätte man im Bg-Bd. ganz bestimmt Hinweise auf die Herkunft gefunden. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß Lauterbach die Leute beerdigte und anschl. nur ' ... aus Württemberg' vermerkt hatte.

4.) Nachfahren der anderen Kolonisten
Die Maybachs sind ja hier bekannt. Meine Idee war eben, Nachfahren von den anderen genannten Familien aufzuspüren. Vielleicht hatte bei denen jemand Ahnenforschung betrieben, als das Wirschkowitzer KB noch vorhanden war. Die Namen 'Rau' und 'Schöneck' hatte ich im Militscher Adreßbuch gefunden. Gut, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber viel mehr Möglichkeiten von der schlesischen Seite sehe ich im Moment nicht.

Das ist wirklich eine sehr interessante Geschichte und ich drücke die Daumen, daß hier doch noch der Durchbruch erzielt werden kann!

Geändert von Kleinschmid (05.09.2017 um 22:11 Uhr)
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  #4  
Alt 07.03.2021, 15:48
Beatrice Beatrice ist offline
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Registriert seit: 25.02.2010
Beiträge: 6
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Bäckermeister Emil Schöneck ist mein Urgroßvater Kreis Militsch
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  #5  
Alt 07.03.2021, 21:43
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Standard

An dem Thema zur Besiedlung Wirschkowitz wäre ich auch interessiert, denn meine Urgroßmutter Helene Schmidt, sie stammte aus Nesselwitz (Forsthaus), hat in dieser schönen Kirche 1898 meinen Urgroßvater und Förster Georg Schmidt geheiratet. Sie hat auch mal auf einem Gut in Kraschnitz gearbeitet.


Ich habe darüberhinaus mal selbst etwas zu den Fürsten von Hochdorf recherchiert, die in Wirschkowitz das Schloss besaßen und auf dem Computer auch Bilder von Wirschkowitz archiviert.


In Wirschkowitz haben einige Häuser noch ausgeprägtes Fachwerk, was auf den Süddeutschen Raum schließen könnte...



Gruß
Matthias
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Gernoth in Adelnau, Krotoschin, Sulmierschütz (Posen)
und Neumittelwalde/Kruppa (Schlesien)
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Schmidt in Nesselwitz u. Wirschkowitz im Kreis Militsch (Schlesien)

Geändert von Matthias Möser (07.03.2021 um 21:56 Uhr) Grund: zusatz
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  #6  
Alt 07.03.2021, 22:12
Benutzerbild von Weltenwanderer
Weltenwanderer Weltenwanderer ist offline männlich
Moderator
 
Registriert seit: 10.05.2016
Beiträge: 3.819
Standard

Zitat:
Zitat von Beatrice Beitrag anzeigen
Bäckermeister Emil Schöneck ist mein Urgroßvater Kreis Militsch
Hallo Beatrice,

bei meine-ahnen.eu gibt es einige Daten zu ihm bzw. zu seiner Frau - ihre Sterbeurkunde ist nämlich dort hinterlegt (außer es ist sein Vater - es gibt zwei Emil SCHÖNECKin der Datenbank - der jüngere dürfte der Sohn des älteren sein).
Meld dich doch mal dort an, dann kannst du dir die Urkunde holen und die existierenden Daten und Urkunden um deine eigenen ergänzen. Die Seite sammelt alles über den Kreis Militsch, auch Familienbilder, Briefe und so weiter.

Bei Invenio fand ich zudem eine Lastenausgleichsakte für das Betriebsvermögen eines Emil SCHÖNECK aus Kollande, *04.10.1905, welcher nach dem Krieg in Vechta den Antrag stellte. Mit dem Aktenzeichen ZLA 1/14231833 kannst du die Akte beim Bundesarcxhiv Bayreuth anfordern.

Für alles weitere solltest du ggf. ein eigenes Thema aufmachen.

Schönen Gruß,
Michael
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Kreis Militsch: Latzel, Gaertner, Meißner, Drupke, Mager, Stiller
Kreis Tarnowitz / Beuthen: Gebauer, Parusel, Michalski, Wilk, Olesch, Majer, Blondzik, Kretschmer, Wistal, Skrzypczyk, von Ziemietzky, von Manowsky
Brieg: Parusel, Latzel, Wuttke, Königer, Franke
Trebnitz: Stahr, Willenberg, Oelberg, Zimmermann, Bittermann, Meißner, Latzel
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Mein Stammbaum bei GEDBAS

Geändert von Weltenwanderer (07.03.2021 um 22:27 Uhr)
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