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  #1  
Alt 23.11.2020, 11:29
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Standard Tod auf einem Auswanderungsschiff

Hallo alle miteinander!


Meine Tante wollte 1953 per Schiff nach Kanada auswandern. Sie hat sich auch nachweislich in Bremerhaven eingschifft, ist aber nie im Zielhafen Halifax angekommen (offizielle Auskunft, stand 1954). Aus den beaknnten Gründen ist es nicht möglich, die Einreisedokumente/Passagierlisten in Kanada einzusehen. Damals hat sich niemand bemüht, die Tante nach Fristablauf für tot erklären zu lassen.


Meine Fragen:

1. Weiß jemand, wie mit Personen umgegangen wurde, die während einer Überfahrt verstorben sind? Was geschah mit dem Leichnam, wo wurde der Todesfall gemeldet?


2. Falls sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist (zum Beispiel über Bord geworfen wurde) (ein Suizid gilt in der Familie als nahezu ausgeschlossen), stimmt ja die Zahl der anlandenden Passagiere mit der Passagierliste nicht überein. Auch dazu müsste es doch Meldungen geben.


Wer hatte schon mal mit solchen Fällen zu tun oder war selbst auf Auswanderschiffen tätig und könnte Auskunft geben?
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  #2  
Alt 23.11.2020, 12:09
Schraffi Schraffi ist offline
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Moin,



du kannst das Auswanderungsmuseum in Hamburg anschreiben, die können dir mit Sicherheit etwas zu Verstorbenen auf See sagen.


https://www.ballinstadt.de/


Sonst auch mal das Auswandererhaus in Bremerhaven anfragen.


https://dah-bremerhaven.de/




Viel Erfolg und gerne über Ergebnisse berichten.


Grüße
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  #3  
Alt 23.11.2020, 12:14
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Danke für diesen ersten Hinweis.
Ich werde es bei beiden Adressen versuchen und berichten!
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  #4  
Alt 25.11.2020, 18:47
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Zitat:
Zitat von Schraffi Beitrag anzeigen
Moin,



du kannst das Auswanderungsmuseum in Hamburg anschreiben, die können dir mit Sicherheit etwas zu Verstorbenen auf See sagen.


https://www.ballinstadt.de/


Sonst auch mal das Auswandererhaus in Bremerhaven anfragen.


https://dah-bremerhaven.de/




Viel Erfolg und gerne über Ergebnisse berichten.


Grüße
Ich habe heute von beiden Stellen eine Antwort auf meine Fragen erhalten.
Das Auswanderungsmuseum Hamburg schreibt:

"Leider gibt es gibt keine veröffentlichten Dokumentationen dazu, ob auf See bestattet wurde. Wobei vor der Dampfschifffahrt davon ausgegangen werden muss. Ab den technischen Neuerungen von Kühlanlagen an Bord wurde sicher der Leichnam im Ankunftshafen an Land gebracht. Auf modernen Schiffen heute gibt es separate Kühlbereiche für diese Fälle.

In alten Passagierlisten des 19. Jahrhunderts wurden oft falsche Angabe gemacht – so wurden auf der Überfahrt die Listen verändert: Todesfälle gegen Geburten ausgetauscht und auch Personen ganz aus den Listen entfernt indem man neue Listen anfertigte.

Es waren alle Geburten und Todesfälle meldepflichtig im Ankunftshafen. Die Kapitäne wollten Todesfälle wg. der Untersuchungen ungerne angeben. Meist hatte diese mit den Zuständen an Bord zu tun.

Ab 1950 haben wir dazu keine Angaben."

Der letzte Absatz (die meldeunwilligen Kapitäne) gibt mir sehr zu denken...

Das Auswandererhaus Bremerhaven teilte lediglich mit:

"Nach kurzer Rücksprache mit unserer wissenschaftlichen Abteilung möchte ich Sie mit den untenstehenden Fragen gerne an das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven verweisen. Dort sollten Sie Antworten auf Ihre Fragen erhalten. Untenstehend einmal die relevanten Kontaktdaten des Schifffahrtsmuseum:

Telefon: +49 471 482 07 0
E-Mail: info@dsm.museum"

Ich werde natürlich dort anfragen!
Bis dahin,
Thomas

Geändert von unser Oppa (25.11.2020 um 18:48 Uhr)
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  #5  
Alt 25.11.2020, 19:07
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Standard Tod auf See

Zitat:
Zitat von unser Oppa Beitrag anzeigen

Der letzte Absatz (die meldeunwilligen Kapitäne) gibt mir sehr zu denken...

Bis dahin,
Thomas
Hallo,

nun denn, dass es "angenehmere" Tatsachen gibt, die man in einem Log-Buch einzutragen bzw. ordnungsgemäß zu melden hat, ist verständlich; dennoch ...

Ob nun "willig" oder "unwillig", das ändert nichts daran, dass wir von 1953 sprechen, und der Kapitän auf der Übersee-Linie hatte garantiert ein entsprechendes Patent, das man sicherlich bei Fehl-Verhalten auch mal verlieren konnte.

Mal angenommen, es wäre gelungen, zeitnahe Nachforschungen (z.B. Vermisstenanzeige) anzustellen, dann wäre man ganz sicher dabei irgendwann "an Bord" gelandet und hätte in letzter Instanz auch noch Mitreisende befragen können. - Sehr unangenehm, wenn man dabei dann auf beweisbare "Unwilligkeit" stößt
__________________
Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #6  
Alt 26.11.2020, 10:56
Michael Schwanicke Michael Schwanicke ist offline männlich
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Hallo,

evtl. wäre das auch eine Möglichkeit, um die Forschun voranzutreiben:

https://archives.novascotia.ca/hiring-researcher/

In dem Archiv befinden sich auch die Ausgaben des

Chronicle Herald Halifax, Halifax County 01.04-30.04.1953 und
Mail Star Halifax, Halifax County 01.04.-30.04.1953

Wenn es etwas zu berichten gab im Zusammenhang mit der Ankunft der Einwanderer, dann findet man es bestimmt dort.

LG, Michael
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  #7  
Alt 26.11.2020, 19:01
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Danke für diesen Hinweis.
Leider liegen die zeitlich passenden Zeitungen nur auf Microfilm vor und können nur vor Ort eingesehen werden.
Man kann zwar auch einen "Researcher" anheuern, aber für das Geld kann ich fast selbst hinfliegen...
__________________
Liebe Grüße,
Thomas

Es ist sicher eine schöne Sache, aus gutem Haus zu sein. Aber das Verdienst gebührt den Vorfahren (Plutarch)


Schwerpunkt Rettkewitz, Kreis Lauenburg, Pommern
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  #8  
Alt 23.11.2020, 12:16
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Hallo, "Oppa"!

Einen solchen Fall (verstorben auf der Überfahrt von A nach B) kenne ich nur aus den "privaten" Erzählungen eines users hier. Dabei geht es um eine Auswanderung nach Brasilien +/- 1900; eines der Kinder ist auf der Überfahrt verstorben.
Der Tod ist auf der dazugehörigen Passagier-Liste nachträglich vermerkt, es ist auch ein Sterbe-Datum angegeben. - Wenn man schon um 1900 so "exakt" war, kann man doch davon ausgehen, dass das 1953 ebenfalls so gehandhabt wurde.

Zudem müsste ein solcher Sterbe-Fall eigentlich auch im Log-Buch des Schiffes (ist der Name Dir bekannt?) angegeben sein.
Darüber, welches "Standesamt" für die Ausstellung einer Sterbe-Urkunde 1953 zuständig war, wird man sich streiten können. - StAmt im nächsten angelaufenen Hafen? Info an die Reederei, die sich dann gekümmert hat?

Na ja, was man mit dem Leichnam des um 1900 auf der Überfahrt nach Brasilien verstorbenen Kindes "getan" haben wird, lässt sich denken ... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man 1953 ebenso "pragmatisch", besser gesagt, takt- und pietätlos war.

Irgendwo muss es Infos/Hinweise zu diesem Tod geben, 1953 wird man da sicherlich schon etwas "amtlich genau" gewesen sein. Dass sich jemand nachweislich eingeschifft hat und dann spurlos "verschwunden" ist, kann ich mir nicht vorstellen. - Selbst "Frau über Bord" muss ja aufgefallen und irgendwo/irgendwie amtlich vermerkt worden sein.

Wie sieht's denn mit einer Anfrage beim StAmt I in Berlin aus?
__________________
Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #9  
Alt 23.11.2020, 12:20
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Erst einmal danke für die ausführliche Antwort.
Was könnte das Standesamt I Berlin denn für Informationen haben (und woher)?
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  #10  
Alt 23.11.2020, 13:30
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Das StAmt I in Berlin ist zunächst mal "zuständig" für alle personenbezogenen Daten Deutscher im Ausland.

Sterbefall auf deutschen Seeschiffen - Erstbeurkundung / Erstregistrierung
Den Tod einer Person während der Reise auf einem Seeschiff, das die Bundesflagge führt, hat das Standesamt I in Berlin zu beurkunden.

Dies gilt auch, wenn sich der Sterbefall während der Seereise außerhalb des Seeschiffes, jedoch nicht an Land oder in einem Hafen im Inland ereignet hat, und der Verstorbene von einem Seeschiff aufgenommen wurde, das die Bundesflagge führt.

Voraussetzungen
Sterbefall auf einem Seeschiff, das die Bundesflagge führt
Anzeigeverpflichtung
Der Tod muss von der anzeigepflichtigen Person dem Schiffsführer unverzüglich angezeigt werden.
Zur Anzeige verpflichtet ist jede Person, die mit dem Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat, oder jede andere Person, die bei dem Tod zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist


Fraglich ist in Deinem Fall, ob das Schiff wirklich unter deutscher Flagge lief, das wäre eine Grundvoraussetzung.

Woher das StAmt I seine Infos bekommen hat, kann ich nicht genau sagen, aber ...
"Normal" wäre, dass der Tod zunächst mal im Log-Buch vermerkt ist, dann hätte es eine Info an die Reederei geben müssen, die wiederum hätte sich um das weitere Procedere kümmern müssen, denke ich.

Mal ganz abgesehen von diesem Tod auf See, was hast Du denn am letzten Wohnort in Deutschland rausfinden können?
Ist Deine Tante überhaupt alleine ausgewandert?

P.S.:
... ist aber nie im Zielhafen Halifax angekommen (offizielle Auskunft, Stand 1954)
Wie sah denn diese offizielle Auskunft aus und wer hatte sie verfasst? Doch nicht etwa nach dem Motto, "nö, ist hier nicht angekommen; Näheres wissen wir auch nicht?"
__________________
Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck

Geändert von scheuck (23.11.2020 um 13:43 Uhr)
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Stichworte
auswanderung , leichnam , schiffspassage , tod

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