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  #1  
Alt 10.03.2019, 03:52
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Frage Valentin REINHARDT, * Lengers 1916, + Winden 1995

Hallo in die Runde,

ich wüsste gern mehr über den Militärdienst meines Großonkels.

Er war auf Kreta und in Afrika, dann in Texas (Gefangenschaft).

Mit besten Grüßen
Wolfgang
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  #2  
Alt 10.03.2019, 14:04
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo Wolfgang

Hast du denn schon eine Anfrage nach seinem militärischen Werdegang bei der WASt bez. neu beim Bundesarchiv (das die Akten der WASt übernommen hat) gemacht?

Woher hast du die Informationen bezüglich Kreta und Afrika sowie der Gefangenschaft in Texas? Existieren noch Feldpostkarten, Briefe oder Fotos, die ihn in Uniform zeigen?

Bezüglich der Gefangenschaft in Texas könnte das ICRC in Genf noch mehr Informationen haben als die WASt. Anfragen werden nur alle drei/vier Monate entgegengenommen und nur so viele wie sie in derselben Zeit bearbeiten können.

https://www.icrc.org/en/document/req...ivil-war-quota

Gruss
Svenja
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  #3  
Alt 10.03.2019, 15:34
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Svenja Beitrag anzeigen
Existieren noch Feldpostkarten, Briefe oder Fotos, die ihn in Uniform zeigen?
Herzlichen Dank, Svenja. Ja, es existieren noch Karten, Briefe und Fotos.

LG Wolfgang
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Valentin als Ausbilder 1941.jpg (43,2 KB, 25x aufgerufen)
Dateityp: jpg Valentin in Afrika, ca. 1942.jpg (48,0 KB, 25x aufgerufen)
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  #4  
Alt 10.03.2019, 17:20
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo Wolfgang

Enthalten diese Karten und Briefe irgendwelche Detailinformationen wie Dienstgrad, Einheit, FeldpostNr., Orte in Kreta, Afrika oder Texas?

Weisst du ob er in Afrika in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten ist oder erst später?

Gruss
Svenja
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Geändert von Svenja (10.03.2019 um 17:24 Uhr)
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  #5  
Alt 10.03.2019, 23:45
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard 1939 in Kassel

Hallo Svenja,

jetzt habe ich erst einmal nur einen Brief vom 20. Sept. 1939 gefunden, Absender: "Gefr. V. Reinhardt 19273 Kassel".

Mit besten Grüßen
Wolfgang
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  #6  
Alt 11.03.2019, 00:17
sonki sonki ist offline
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Also falls die Zahl 19273 eine FPN sein soll, dann wäre das dies:

19273
(Mobilmachung-1.1.1940) 1. Kompanie Infanterie-Regiment 57

Dieses Regiment wurde im Wehrkreis IX aufgestellt, zu dem auch Kassel gehörte.

Grundsätzlich kommt man aber um die Angaben der WASt meist nicht herum, außer man hat viele Feldpostbriefe und dergleichen.

P.S. Warum schreibst du nicht die anderen Sachen zu Valentin hier rein, die du im FdW schon 2015 geschrieben hast, also das mit der Ausbildung 2 Jahre in Siegen, dann Fallschirmspringer in Berlin und statt Kreta nach Afrika....

Geändert von sonki (11.03.2019 um 00:51 Uhr)
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  #7  
Alt 11.03.2019, 04:57
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard Brief vom 18. Sept. 1939

Herzlichen Dank, Sonki. Leider bin ich, gelinde gesagt, etwas unorganisiert, das heißt auf gut Deutsch: Ziemlich unordentlich. Damit werfe ich mir selbst Steine in den Weg.

Ich habe mir vor Jahren schon Vollmachten durch die direkten Nachkommen ausstellen lassen. Immer wieder kommt das Interesse und verebbt auch wieder.

Vor Jahren bekam ich sogar Scans von Tagebucheinträgen ......


Der Brief selbst ist vom 18. Sept. 1939, geschrieben in "Wald und Heide":


"Mein lieber Bruder,

ich habe mich recht gefreut, daß Du alter Krieger auch etwas von Dir hören läßt. Mir geht es bisher sehr gut. Ich sollte ja ursprünglich in der Garnison bleiben, um Reservisten auszubilden und dann mit diesen an die Front zu rücken.

Ich hatte aber die letzte Zeit die Gaskammer übernommen und wurde dann ausgewechselt und kam mit der akt. Truppe, allerdings zum Troß. Man sagt auch - - "Etappe".

Mir paßte das ja gar nicht, dieses seltene Soldatspielen, aber Befehl ist Befehl. Nun bin ich immer bei den Pferden und Fahrzeugen. Dadurch bin ich auch nicht mehr mit Ludwig zusammen.

Wir freuen uns immer, wenn wir uns einmal sehen. Die letzten Tage war unser Btl. in Ruhe, da hat er mich einmal in meiner Wildnis aufgesucht. Das ist ihm sauer geworden.

Wir liegen mit vielen Pferden und Wagen einige Kilometer hinter der Front in einem großen Wald. Unsere Entwicklung ist auch eine wachstümliche. Zuerst schliefen wir im Wagen und mit einer Decke, dann in kleinen Zelten. Die Pferde wurden an Stangen gebunden, dann wurde der Boden geebnet. Schlagbäume, dann krachten Bäume, Dachsparren richteten sich aus, Dachpappe rollte und der Pferdestall war vorläufig fertig - nur nicht so schnell.

Dann kamen wir an die Reihe. Einer hätte zum Hineinkriechen (bessere Hundehütte) . Ausschachtung - Neubau - Anbau - Deckung gegen Splitter und jetzt bauen wir einen Unterstand nach allem Gemurkse mit allem Komfort, Tisch und Bänken, erst ohne, jetztmit Wetterdach zum Futtern und Feldpostschreiben.

Was das für ein gegenseitiges Organisieren von Balken, Brettern, Dachpappe, usw. war, kannst Du Dir vielleicht etwas ausmalen. Wahre Künstler gab es. Nun regnet es schon seit fast 14 Tagen, der lehmige Boden der Wege und Umgebung verwandelt sich in einen zähen Brei, so daß ich jeden Tag von früh bis spät Nacht ..... hatte.

Gestern ging unser Batallion wieder nach vorne, da mußte ich den ganzen Salat mit nach vorn bringen. Die Gelegenheit wurde benutzt, um allerhand Mobiliar und Inventar mitzubringen. Zwei Öfen, Kurzbrand und Dauerbrand, Stuhl, Schemel, Bretter, Nägel, Schippe, Schüssel, Kanne usw. Es ist bald wie in den Vogesen und Ardennen. Das Beste waren ein Paar Gummistiefel. Mit Spaß geht's jetzt durch den Schlamm.

Als ich gestern vorne war, konnte ich von einem hohen Punkt auch unsere und französische Artillerie schießen sehen. Interessant waren die Geschosse, (wie sie) über unsere Köpfe heulten. Die Einschläge bei den Franzosen konnte man gut sehen. Jetzt ist es etwas ruhiger.Sonst rollte und dröhnte den ganzen Tag über das Artilleriefeuer.

Sehr interessant war es, als die französischen Flieger in sehr großer Höhe versuchten, herüber zu kommen und unsere Flak sie begrüßte. Die meisten Abschüsse waren in unserem Abschnitt. Ludwig ist ja auch in einem Todesbunker, der weit vorgeschoben ist. Bis jetzt sind die Franzosen noch nicht rangekommen. Wenn es bei uns einmal reinfunkt, sind wir ja arm dran, schlimmer als die vorn. Die Granaten haben die Bunker gar nichts ausgemacht, trotz vieler Volltreffer.

Sonst ist es ziemlich öde. Wir versuchen, uns das Leben leicht zu machen. (...... wird fortgesetzt)


Mit besten Grüßen
Wolfgang

Geändert von Wolfg. G. Fischer (13.03.2019 um 09:21 Uhr)
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  #8  
Alt 11.03.2019, 11:02
Benutzerbild von Saure
Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Sonki,

meinen Sie dieses Thema:
https://www.forum-der-wehrmacht.de/i...1941/&pageNo=1
oder dies:
https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=11068
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.

Geändert von Saure (11.03.2019 um 11:03 Uhr)
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  #9  
Alt 11.03.2019, 11:56
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Beiträge: 3.324
Standard Militärzeit von Valentin und Ludwig Reinhardt

Guten Morgen,

wie aus den Links zu sehen ist, waren es in Lengers insgesamt fünf Brüder Reinhardt. Drei davon spielen hier eine Rolle.

An Rudolf (* 1910) ist der Brief vom 18. Sept. 1939 gerichtet. Ludwig (* 1917, gefallen 1941) wird darin erwähnt, er war bei derselben Kampfeinheit) und Valentin hat den Brief geschrieben, um ihn geht es in diesem Thread.

Schwester Auguste Möller geb. R. war meine Großmutter.

Mit besten Grüßen
Wolfgang
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  #10  
Alt 11.03.2019, 12:25
Benutzerbild von Saure
Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Wolfgang,

verstehe ich das jetzt so richtig ?

Valentin hat den Brief vom 18. Sept. 1939 an Rudolf (* 1910) gerichtet.
Ludwig (* 1917, gefallen 1941) wird darin erwähnt,
der in derselben Kampfeinheit wie Valentin war ?

Wissen Sie vielleicht einen Grund, warum ich Ludwig Reinhardt nicht in der Gräbersuche online beim Volksbund finde ?
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.

Geändert von Saure (11.03.2019 um 12:44 Uhr)
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