#1  
Alt 07.03.2019, 22:08
Ortschronist Ortschronist ist offline männlich
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Standard Manöver vor dem 1. WK

Hallo liebe Militärforscher,
kann mir jemand von Euch weitere Infos zu einem Manöver geben. Kürzlich erhielt ich eine Ansichtskarte, die aus meinem Heimatort Burgwalde, im heutigen thüringischen Eichsfeld, abgeschickt wurde. Der Schreiber dieser Karte berichtete von diesem Manöver. Er bezog Quartier in der Gaststätte meines Urgroßvaters. Er gab auch eine Adresse an, unter der er wohl sonst zu erreichen wäre. Sie lautete 6/83 II Bat. Cassel (heute Kassel geschrieben) mit dem Zusatz z.Zt. Manövergelände d. 22. Division. Abgestempelt ist die Karte am 8.9.1911.
Grüße aus Burgwalde
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  #2  
Alt 07.03.2019, 22:24
Moselaaner Moselaaner ist offline
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Hallo,
hier schon mal etwas über das Infanterie-Regiment Nr. 83:
http://genwiki.genealogy.net/IR_83

Hinweis: 6/83 II Bat. bedeutet 6. Kompanie im Infanterie-Regiment Nr. 83. Die 6. Kompanie gehörte zum II. Bataillon.
Gruß
Moselaaner
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  #3  
Alt 07.03.2019, 23:41
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

das war vermutlich die Herbstübung des XI. Armeekorps. Die jährlichen Herbstübungen waren der Höhepunkt des Ausbildungsjahres. Nach Abschluss des Manövers wurden die ausgedienten Mannschaften entlassen. Im Oktober erfolgte die Einstellung der neuen Rekruten.

Gruß
Basil
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  #4  
Alt 08.03.2019, 14:02
Ortschronist Ortschronist ist offline männlich
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Hallo Moselaaner und Basil,

danke für Eure schnellen Antworten. Eine nächste Frage schließt sich an: Haben denn auch "normale" Soldaten Quartier in einem Gasthaus beziehen können. Oder war der Schreiber, der oben genannten Postkarte, eine Person höheren Ranges? Er notiert aber auch den Vermerk "heute sind wir kräftig marschiert"- sicherlich marschierten doch nur Soldaten.
Grüße aus Burgwalde
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  #5  
Alt 09.03.2019, 13:44
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo Ortschronist,

was wäre denn ein "unnormaler" Soldat?

Da für die ca. 25.000 Soldaten eines Armeekorps wohl nicht genügend Gasthäuser zur Verfügung standen, gehe ich davon aus, das die Mannschaften und auch Unteroffiziere Feldlager einrichteten. Die Belastung der örtlichen Bevölkerung sollte auch möglichst gering gehalten und Schäden vermieden werden, weshalb es den Truppen verboten war, Gebäude, Wirtschafts- und Hofräume und weiteres zu betreten. Ich denke mal, dass sich nur Offiziere, vielleicht noch Feldwebel, in einem Gasthaus einquartierten. Marschieren ist die militärische Bezeichnung für die Bewegung von Truppen, eingeschlossen Fahrzeuge wie z.B. Panzer ("Panzer, vorwärts marsch!") und Schiffe ("Marschfahrt"). Auch wenn die Offiziere auf ihren Pferden neben den marschierenden Soldaten herreiten, das Regiment marschiert!

Gibt es denn einen Namen zu dem Postkartenschreiber?
In der 6. Kompanie des IR83 kann ich den Hptm. Bachmann, den Olt. Hammer, sowie die Lts. Mahraun, Schroeder und Grimm anbieten.
(Quelle: Rang- und Quartierliste der Königl. Preuß. Armee 1911 u. 1912)

Gruß
Basil
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Geändert von Basil (09.03.2019 um 13:47 Uhr)
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  #6  
Alt 09.03.2019, 21:23
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Hallo Basil,
danke erst einmal für Deine ausführlichen Informationen. Der Kartenschreiber hieß Willy Hess, adressiert war die Karte an einen Berthold Hess aus Ruhla in Thüringen, Metall Fabrik (diese wurde laut Internet 1830 von einem Kaspar Hess gegründet). Unterzeichnet von mehreren Personen, nicht alle lesbar. Entziffern konnte ich einen W. Gerhardt und einen Carl Behl oder ähnlich, beide Namen mit 6/83 versehen. (Evtl. ein Zeichen für höheren Dienstgrad?)
Ein „unnormaler“ Soldat war ich wahrscheinlich, habe zu „DDR“ Zeiten Waffe verweigert und dafür den Spaten genommen. Hatte keine Lust, Menschen an ihrer Flucht in den freien Teil Deutschlands zu hindern.
Grüße aus dem Eichsfeld
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