#11  
Alt 22.11.2019, 17:20
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von wimper Beitrag anzeigen
... Ehegatten deshalb als "ein Leib" zu betrachten ist auch heute noch so .....
Diese Betrachtungsweise ist aus Sicht des bürgerlichen Rechts durchaus sinnvoll, denn die Ehepartner leben ja in Gütergemeinschaft. Johann Gottlieb Heineckes Werk bezog sich auch auf dieses Rechtsfeld. Dabei ist die Ermittlung des Verwandtschaftsgrades vor allem dann relevant, wenn es um die Verteilung von Erbmassen geht. Mit der Heirat erbte der eine Ehepartner die Erbschaftsansprüche des anderen Ehepartners.

Anders beim kanonischen Recht (Kirchenrecht). Denn dort ist die Verwandtschaftsgrad-Ermittlung eher für Dispens-Fälle relevant. Also wenn es darum geht, dass Verwandte miteinander heiraten möchten. Dabei kann man natürlich nicht Ehepartner gleichsetzen, wenn es um den Verwandtschaftsgrad geht.
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (22.11.2019 um 17:23 Uhr)
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  #12  
Alt 25.11.2019, 09:14
wimper wimper ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Diese Betrachtungsweise ist aus Sicht des bürgerlichen Rechts durchaus sinnvoll, denn die Ehepartner leben ja in Gütergemeinschaft.
Dem muss ich widersprechen. Das ist heute in der Regel nicht so. Heute ist der gesetzliche Güterstand die Zugewinngemeinschaft, d.h., die Ehegatten haben aufgrund des Güterstandes gerade kein gemeinschaftliches Eigentum.
Beim Inkrafttreten des BGB (01.01.1900) galt auch keine Gütergemeinschaft. Und davor galten viele verschiedene gesetzliche Güterstände, wovon nur etwa die Hälfte tatsächlich Gütergemeinschaft oder gütergemeinschaftsähnlich waren.


Das Erbrecht hängt vielfältig mit dem Familienrecht zusammen. Je nach gesetzlichem Güterstand gab/gibt es Erbrechte des überlebenden Ehegatten oder eben nicht. Das der überlebende Ehegatte jedoch stets und ständig Alleinerbe ist oder war, dürfte nicht richtig sein. Denn dadurch würden gemeinschaftliche Kinder evtl. benachteiligt werden, insbesondere für den Fall, dass der überlebende Ehegatte wieder heiratet (und ggf. mit dem neuen Ehegatten Kinder bekommt) und dann vor dem neuen Ehegatten verstirbt.


Der Grund, den Verwandtschaftsgrad auf den Schwägerschaftsgrad u übertragen, dürfte ganz einfach darin liegen, dass es einfacher ist, als ggf. noch die Geburt des Ehegatten als weiteren Grad hinzuzurechnen.
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