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  #1  
Alt 27.07.2021, 20:28
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Standard Erfahrungsbericht Besuch Staatsarchiv Danzig - Vorgehen, Übersetzungen, Links usw.

Hallo zusammen

Ich war eine Woche in Danzig und auch ein Besuch im Staatsarchiv wurde durchgeführt. Hier die aktuellen Infos, wie, wo, was.

Ich habe auf der Seite des Staatsarchivs von Danzig deutschsprachigen Begriffen nach Unterlagen meiner Vorfahren gesucht und mir die Signaturen notiert.

Dazu habe ich diese Seite benutzt:
https://www.szukajwarchiwach.gov.pl/wyszukiwarka

Links können Filter eingestellt werden. Zum Beispiel, das eben nur das Archiv in Danzig durchsucht werden soll.

Ob es auch deutsche Unterlagen vor 1945 gibt, die nur mit Hilfe polnischer Suchbegriffe auffindbar sind, weiss ich nicht.



Ob es noch eine andere Online-Suche nur für dieses Archiv gibt, weiss ich nicht.


Wie in den meisten Archiven, muss einmal pro Jahr ein Benutzerantrag gestellt werden. Dazu muss ein Formular ausgefüllt werden. Es kann auch gescannt und danach per E-Mail ans Archiv geschickt werden oder man gibt es beim Besuch ab. Ich habe es vorher per E-Mail geschickt.

Hier die Formulare:
https://www.gdansk.ap.gov.pl/pl/top/...ze-do-pobrania

Beim vierten Word-Dokument handelt es sich um den Benutzerantrag.
Beim ersten Word-Dokument handelt es sich um ein Formular, um Kopien zu bestellen. Vor Ort kann man – ohne Blitz – die Dokumente selber abfotografieren. Meldekarten – die schon digitalisiert wurden – können an einem PC als Scan angeschaut werden (hier frage ich mich, warum die nicht schon online sind, wenn sie schon als Scan vorhanden sind…).

Eine Übersetzung des Benutzerantrags im Anhang. Es gibt eine zweite Seite, wo nochmals Datum und Unterschrift gesetzt werden müssen. Die habe ich nicht gescannt.

Für den Besuch müssen jedoch die gefundenen Signaturen in einem speziellen Online-Formular mit Kalender an einem bestimmten Tag bestellt werden. Zur Zeit dürfen wegen Corona nur fünf Archivalien pro Tag eingesehen werden.

Dies wird auf dieser Seite gemacht:
https://www.gdansk.ap.gov.pl/pl/top/formularz?idf=1

Auch von dessen Texten eine Übersetzung im Anhang (Google Translation).


Wegen Corona gab es speziell zu befolgende Regeln, diese habe ich ebenfalls vor meinem Besuch übersetzt (Anhang). Jedoch wurden diese entweder schon gelockert während meiner Hinfahrt oder die Regeln werden einfach ignoriert. Besuch war nur von 9 bis 13 Uhr möglich. Signaturen müssen zuerst digital auf oben genanntem Link bestellt werden für spezifische Tage. Punkt 7 wurde sofern ignoriert, da am zweiten Tag auch später als 9 Uhr Leute aufgetaucht und reingelassen wurden. Punkt 8, die Temperaturmessung, fand nicht statt. Punkt 9: Das haben alle eingehalten. Sogar die weissen Handschuhe habe ich mir in der Apotheke gekauft. Punkt 13 wurde auch missachtet, es waren an beiden Tagen mehr als zwei Leute im Lesesaal.



Lage des Archivs:
Das Archiv befindet sich wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Danzig entfernt. Sehr empfehlen kann ich das gegenüber vom Bahnhof liegende Hotel Scandic Gdansk. Wer mit dem Zug anreist, kann nur über die Strasse und ist von dort nicht nur schnell im Archiv, sondern auch schnell bei der Tramhaltestelle und von dort aus nach Langfuhr usw. Und zu Fuss ist man auch sehr schnell im touristischen Zentrum.

Standort Karte:
https://www.google.ch/maps/place/Arc...8!4d18.6482193

Adresse:
Wałowa 5, 80-858 Gdańsk, Polen

Und wer nach dem Besuch im Archiv einen Hunger hat, ist in weinigen Minuten im sehr bequemen Trattoria Al Dente an der Rajska 12. Super Amaretto, super Service, gemütlich und sehr gute Tomatencremesuppe. Von dort ins Hotel nur über die Strasse. ATM und kleiner Supermarkt in der Nähe, im Hotel zudem 24h Shop für Getränke, Snacks usw.




Das Archiv teilte mir auf Polnisch mit, dass ich auf Deutsch oder Englisch im Lesesaal Fragen stellen könne, aber der Mann dort konnte nicht wirklich Deutsch oder Englisch, was eine Verständigung (auftauchende Fragen) schwierig machte. Zudem fand ich es unpraktisch, dass die Aufsicht im Lesesaal selber sitzt und nicht in einem Vor- oder Nebenraum hinter einer Glasscheibe, wo man ungestört reden kann, ohne alle zu stören.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Word Formulare.jpg (225,7 KB, 8x aufgerufen)
Dateityp: jpg Benutzerantrag Seite 1.jpg (264,6 KB, 6x aufgerufen)
Dateityp: jpg Online-Bestellung Signaturen.jpg (190,6 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg Corona-Regeln 1.jpg (254,6 KB, 5x aufgerufen)
Dateityp: jpg Corona-Regeln 2.jpg (119,4 KB, 6x aufgerufen)
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  #2  
Alt 27.07.2021, 20:35
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Beiträge: 11.533
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Eine weite Reise, von der Schweiz bis Danzig.
Von mir aus nach Grünberg waren es schon 800 Kilometer, dann waren es bei Dir weit über 1.000 Kilometer. Fährt man mit dem Zug über Prag?
Ich sehe gerade: Ab Bern für 80 € in 21 Stunden, dafür aber durch ganz Deutschland .
__________________
Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.

Geändert von Horst von Linie 1 (27.07.2021 um 20:36 Uhr)
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  #3  
Alt 27.07.2021, 21:05
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Die Reise ging sogar bis Lublin


Zuerst mit dem Zug nach Basel, dann dort den Nachtzug genommen und am nächsten Morgen um 7.30 Uhr in Berlin. Mittags den Intercity genommen nach Danzig.


Nach sieben Tagen in Danzig ging es mit dem Zug nach Warschau, nach zwei Nächten ging es nach Lublin, dort waren wir eine Nacht, dann wieder zurück nach Warschau, wieder eine Nacht dort. Dann von Warschau nach Breslau, dort zwei Nächte bevor es via Posen nach Berlin ging. Von Berlin wieder nach Basel, von Basel weiter nach Hause.


Total waren es elf Zugfahrten. Im Nachtzug ein Einzelzimmer zum Schlafen, die acht darauf folgenden Züge alle erste Klasse, die zwei letzten zweite Klasse.



Bin auch schon nach Vilnius gefolgen und mit dem Zug via Minsk, Brest, Warschau, Berlin zurück in die Schweiz.


Ich mag Zugfahren.
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  #4  
Alt 28.07.2021, 00:08
Benutzerbild von IllIlIllI
IllIlIllI IllIlIllI ist offline
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Registriert seit: 15.02.2009
Beiträge: 116
Standard Elektronischer Rückwärtsgang

Vielen Dank für diese praktischen Hinweise.


Da kann man sich ja schon auf den im Formular erwähnten "elektronischen Rückwärtsgang" vorbereiten.





Die aktuellen Einschränkungen schrecken ja ansonsten vor Reisen und Archivbesuchen gerade ab.


MfG
Mario
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  #5  
Alt 29.07.2021, 20:00
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Themenstarter
 
Registriert seit: 05.11.2016
Beiträge: 367
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Zitat:
Die aktuellen Einschränkungen schrecken ja ansonsten vor Reisen und Archivbesuchen gerade ab.
In der Schweiz kenne ich das auch so, dass man die Signaturen online vorbestellen und dann an dem angegebenen Tag erscheinen muss. Die Maske ist man sowieso gewohnt und ich habe mir diese typischen, weissen Archiv-Handschuhe gekauft statt irgendwelche medizinischen. Meine Frau meinte sowieso immer, ich solle Handschuhe tragen, wenn ich im Archiv alte Schriften anfasse. Man sieht es in den Filmen, in den Dokumentationen, aber ich habe hier im Forum einen alten Beitrag gefunden wo darüber diskutiert wurde, dass die Handschuhe im Archiv eigentlich etwas aus der Mode gekommen sind.


Wegen Corona kann ich Polen übrigens als Tourist sehr loben für deren Normalität. Abgesehen vom theoretischen Maskentragen konnte ich keine Massnahmen feststellen. Im Cafe, Restaurant, Museum, Kirche, Rathaus usw. Kontaktdaten angeben? Nein. Impfausweis oder Nachweis einer Genesung? Nein. Sich testen lassen vor dem Eintritt? Nein. Alles ganz easy. Nur die Maske innen, aussen nicht.

Sowieso fand ich, dass 30 bis 50 % der Leute im Tram, im Hotel, in der Shopping Mall, im Restaurant, im Zug, keine Masken getragen haben und das niemanden gestört hat.

Was es überall gab waren Handdesinfektionsmittel und die Kellnerinnen haben nach jedem Gast die Tische sehr gründlich geputzt.

In meinen elf Zugfahrten von der Schweiz nach Deutschland, von dort nach Polen und alles zurück war Corona ebenso wenig existent. Niemand wollte wissen, ob man geimpft ist, ob man die Krankheit schon hatte, ob man sich getestet hat. Niemand musste irgendwelche Daten ausfüllen. Ticket und das war alles. In Polen waren auch alle Bord-Restaurants geöffnet.

Einzig in Berlin waren die Massnahmen sehr streng, viel strenger als ich es gewohnt bin von der Schweiz her. Und es war auch die Zugfahrt von Berlin nach Basel mit der DB, wo das Bord-Restaurant wegen Corona geschlossen war. Das Bistro hatte aber offen.

Freue mich schon, im August/September nochmals nach Danzig zu fahren. Aber ohne Archiv-Besuch
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