#1  
Alt 17.01.2019, 19:35
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Standard Alte Klassenbücher, Zeugnisse, Prüfungsarbeiten

Hallo in die Runde,

durch Zufall bin ich auf ein altes digitalisiertes Klassenbuch aus dem Schuljahr 1937/38 gestoßen, von Schülern der Geburtsjahrgänge 1919/20, hier einsehbar:
http://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf%5B...40cba18c6e0cf7

Da kommt natürlich die Frage auf, ob von den eigenen Vorfahren auch noch irgendwo die Klassenbücher, Zeugnisbeurteilungen und Prüfungsarbeiten aufbewahrt werden.
Interessant wären ja auch die Unterlagen aus der eigenen Schulzeit. Ich würde gerne noch einmal meinen Abituraufsatz lesen und alte Klausuren einsehen....

Hat jemand von euch schon mal so etwas gesucht und gefunden? Sind die Aufbewahrungsfristen abhängig vom Bundesland? Für SH gibt es hier eine gute Übersicht: https://schulrecht-sh.de/archiv/text...ngsfristen.htm
Gelten diese Fristen auch bundesweit?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
LG Adea
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  #2  
Alt 18.01.2019, 20:47
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Standard Klassenbücher aus ehemaligen deutschen Gebieten

Noch ein Nachtrag:

In polnischen Archiven scheinen noch sehr viele alte Klassenbücher und Schulakten zu lagern, leider ist davon noch nichts digitalisiert. In dieser Auflistung kann man sehen, in welchem Archiv noch Unterlagen zu finden sind:
https://szukajwarchiwach.pl/search?q=klassenbuch&order=

Die Suche nach dem jeweiligen Ort und der Schule ist etwas umständlich, aber auch ohne Polnisch-Kenntnisse machbar.
Wenn man einen Treffer (von den 345) auswählt, öffnet sich ein neues Fenster, und dann auf Einheiten klicken, dann erscheint eine detaillierte Auflistung der vorhandenen Schulakten.

Ein Beispiel: Unter "Klassenbuch der III. Klasse, 1870-1892" verbergen sich folgende Funde der Schule Lissa (Provinz Posen): https://szukajwarchiwach.pl/34/154/0#tabJednostki

LG Adea
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  #3  
Alt 19.01.2019, 15:50
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Adea,

das ist schon interessant.
Aber ist das nicht ein bisschen gewagt?
Ich habe von meinem Vater ein Abgangszeugnis von der Volksschule (1929) vorliegen, da es gute Noten enthält, hatte ich meine Freude beim Lesen.

Obwohl ich im wörtlichen Sinne ausgezeichnete Noten auf meinen Zeugnissen vorweisen kann, möchte ich die lieber nicht im Internet sehen.
Ihr wisst ja, die sogenannten Streber waren nicht so beliebt. Und meine seinerzeit schon sehr selbstbewussten Mitschülerinnen mit schlechteren Noten möchten die bestimmt auch nicht im Internet sehen.

Gruß
Renate
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  #4  
Alt 21.01.2019, 19:14
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Hallo,

zum Thema Einsichtnahme in eigene Abi-Klausuren gibt es hier einen unterhaltsamen Artikel: http://www.spiegel.de/lebenundlernen...-a-978301.html

Demnach wird die Gesetzeslage überall unterschiedlich interpretiert.
Und die Datenschutzbestimmungen sind noch strenger geworden.

LG Adea
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  #5  
Alt 22.01.2019, 14:48
schulkindel schulkindel ist offline
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Hallo Adea,

ein Superbeispiel für den so hochgelobten Föderalismus und dass Bildung Ländersache sei.
Es ist einfach nur peinlich, dass in manchen Fragen jedes Land sein eigenes Süppchen kocht.

Renate
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  #6  
Alt 28.01.2019, 18:57
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Standard Schulakten aus Posen: Reifeprüfungen 1940-1944

Hallo,

zwischenzeitlich habe ich noch einige spannende Schulakten zu Reifeprüfungen 1940-1944 in Posen entdeckt, u.a. mit Originalunterlagen der schriftlichen Prüfungen, Lebensläufen von externen Bewerbern, Ahnentafeln usw., über 3000 digitalisierte Seiten: https://szukajwarchiwach.pl/search?q...Nro%3At&order=

LG Adea
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  #7  
Alt 01.02.2019, 20:05
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Standard Reifeprüfungen Warthegau 1940-1944

Hallo,

zwischenzeitlich habe ich mir diese Schulakten genauer angesehen. Fazit: hochinteressant.

Es geht um Nichtschüler-Reifeprüfungen für Umsiedler und Volksdeutsche, die ab 1939 in den Warthegau kamen und ihr Abitur in Posen ablegen/nachholen wollten und um Sonderreifeprüfungen für verletzte Wehrmachtsangehörige, die sich damals in Lazaretten im Warthegau befanden.

Die Akten enthalten ein buntes Sammelsurium an Bewerbungsschreiben, Abituraufsätzen, Zeugnissen, handgeschriebenen Lebensläufen (teilweise mit Passbildern), Ariernachweisen, Personaldokumenten, Gesundheitsattesten, Einbürgerungsurkunden, RAD-Unterlagen, NSDAP-Beurteilungen usw., auch von abgelehnten und durchgefallenen Schülern.

Ich liste hier mal einige Namen auf, von denen noch besonders umfangreiche Unterlagen existieren:

Maria Sablowsky (*17.10.1918 in St. Petersburg)
Gerlinde Stauffer (*21.10.1923 in Miloschowice, Kreis Lemberg)
Gisela Steinberg (*09.06.1921 in Reval)
Hans Stenzel (*18.03.1920 in Stettin)
Fritz Stötzel (*29.06.1918 in Stendenbach, Kreis Siegen/Westf.)
Wolfgang Lamm (*27.01.1923 in Sasbach/Baden)
Hans Kraiss (*26.04.1914 in Geislingen-Steige)
Günther Korluss (*04.11.1921 in Teltow b. Berlin)
Heinz Haendel (*05.03.1919 in Breslau)
Hellmuth Geisler (*20.01.1913 in Magdeburg)
Annemarie Gerlach (*18.12.1921 in Posen)
Kurt Gersdorf (*18.03.1910 in Berlin)
Franz Rothländer (*03.10.1910 in Sereth/Buchenland, Bukowina)
Gerhard Steinberg (*18.03.1918 in Schneidemühl)
Arno Stephan (*17.01.1915 in Naundorf/Leisnig, Sachsen)
Mara Witzel, geb. Schwarz (*20.02.1910 in Bochum)
Stefanie Zachma (*02.09.1923 in Posen)
Erwin Völkner (*25.03.1923 in Friedenshof/Bublitz, Kreis Köslin)
Friedrich Weber (*19.04.1919 in Dresden)
Ludwig Wehr (*20.03.1911 in Barmen/Wuppertal)
Lothar Straka (*21.04.1921 in Itzkany/Buchenland, Bukowina)
Gisela Rekst (*13.09.1925 in Riga)
Ernst Templin (*11.12.1902 in Mühlhausen, Kreis Pr. Holland)
Luise Rassmann (*01.01.1922 in Lettland)
Margarete Redwanz (*10.10.1920 in Recklinghausen)
Georg Wilhelm Krüger (*04.05.1899 in Schlawe/Pommern)
Elsbeth Thiele (*31.10.1906 in Aachen)
Elisabeth Ottenberg (*21.10.1921 in Reval)
Walter Degenhardt (*24.07.1923 in Hann.-Münden)
Ute Ramm (*21.09.1923 in Ilbeshausen/Hessen)
Hans Grandenberg (*07.09.1920 in Riga)
Georg von Prosch (*21.05.1920 in Leipzig)
Dieter Heintz (*05.07.1920 in Riga)
Paul Stamatelatos (*31.03.1918 in Odessa)
Christfriede Kagel (*09.08.1922 in Försterei Johannishof, Kreis Meseritz)
Ralph Neuland (*13.03.1921 in Riga)
Walter Niehaus (*01.04.1925 in Trebnitz/Schlesien)
Ingrid Oesterblad (*07.01.1924 in Reval)
Artur Stutz (*30.12.1907 in Plotzk/Bessarabien)
Helene Strauss (*24.10.1920 in Riga)
Carl-Heinz Töbing (*06.09.1922 in Hamburg)
Peter Urban (*05.07.1913 in Liscard-Wallasey, England)
Hubertus Flosky (*08.04.1915 in Görchen, Kreis Rawitsch)
Gerhard Grossmann (*04.03.1921 in Reval)
Boris Roeske (*23.01.1919 in Goldingen/Lettland)
Rudolf Beinlich (*21.04.1916 in Laurahütte, Kreis Kattowitz)
Hans Blumenthal (*04.05.1921 in Berlin)
Hugo Russ (*18.03.1920 in Suprasl bei Bialystok)
Jolanthe von Rimscha (*14.08.1920 in Moskau)
Leo Rosing (*20.02.1922 in Tuckum bei Riga)
Kurt Donath (*23.11.1918 in Riga)
Georg Rist (*17.07.1921 in Lodsch)
Vera Rosewsky (*24.02.1916 in Polotzko, Russland)

LG Adea
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  #8  
Alt 01.02.2019, 21:00
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Hat jemand von euch schon mal so etwas gesucht und gefunden?
Hallo,

ich war vor vielen Jahren mal an meiner alten Schule und habe einige Klassenarbeiten von MitschülerInnen gesehen. Von mir selbst habe ich leider keine gefunden. Die Bündel waren anscheinend auf dem Weg zum Altpapier.

Mit besten Grüßen
Wolfgang


P.S.

In Hessen sind hier Recherchen möglich:
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/...omefrom=search

Geändert von Wolfg. G. Fischer (01.02.2019 um 21:05 Uhr)
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  #9  
Alt 12.02.2019, 21:58
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Standard Abitur-Themen 1940-1944

Hallo,

ich habe gerade eine Weile in den alten Prüfungsakten aus Posen gestöbert, es sind wirklich echte Zeitdokumente.
Man findet dort Deutschaufsätze zum Thema "Warum haben wir Deutschen das Recht, Gestalter und Ordner Europas zu sein?" und "Wie schützt der Staat Adolf Hitlers die deutsche Familie?" und "Der Rundfunk als Erziehungsmittel im Dritten Reich". Oder Chemie-Themen "Wie hilft die deutsche Chemie, kriegsbedingte Rohstoffschwierigkeiten zu überwinden?" und "Eisen und Stahl, eine chemische und kriegswirtschaftliche Betrachtung" und "Kalk, Zement und Beton, ihre Chemie und Bedeutung in der Kriegswirtschaft".

Vielleicht findet ja jemand von euch dort noch den Prüfungsaufsatz eines Vorfahren....

LG Adea
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  #10  
Alt 12.02.2019, 23:38
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Hallo, Adea,


es war halt alles instrumentalisiert im Sinne der Ideologie der Nationalsozialisten, so auch der Schulstoff. Ich habe aus der Schulzeit meines Vaters (Jahrgang 1926) einige Aufsätze und Eintragungenn gelesen, die einem doch sehr zu denken geben...


Gruß
Matthias
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