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  #621  
Alt 27.01.2019, 20:43
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Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Hallo zusammen,

am 21.12.1882 gab es gegen 3:00 Uhr auf der Zeche Fürst Hardenberg in Lindenhorst (erst am 10.06.1914 eingemeindet zur Stadt Dortmund) ein schweres Unglück bei der Seilfahrt.

Als sich der nördliche Förderkorb beim Auffördern von Bergleuten der Morgenschicht höchstens noch 5 Fuß unter der Hängebank befand riß das Förderseil und der Förderkorb mit den darauf befindlichen 25 Bergleute stürzte in rasender Geschwindigkeit in den 472 Meter tiefen Schacht. Zwar hatte die Fangvorrichtung funktioniert, blieb aber wegen des erheblichen Gewichts des Förderkorbes und des darunter hängenden Unterseils wirkungslos. Der Aufprall des Förderkorbes erfolgte mit derart großer Wucht, dass alle Lampen am Auffüllort erloschen und die untere Anschlagsbühne durch den Luftdruck in die Höhe gehoben wurde. Der zertrümmerte Förderkorb lag im Schachtsumpf und die Körper wurden bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert.
Hierüber und zum Stand der Untersuchung zur Ursache des Unglücks berichtet die Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 22.12.1882 auf Seite 2 mit vollständiger Nennung der Namen der 25 tödlich verunglückten Bergleute im Alter von 19 bis 54 Jahren, welche nur aufgrund der Marken, welche nicht zurückgegeben worden sind, identifiziert werden konnten.
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...351%2022121882
Folgeberichte in Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 23.12.1882 auf Seite 6 (keine Schuld des Maschinisten);
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...352%2023121882
und in Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 27.12.1882 auf Seite 2 (zur Beerdigung am Sonntagnachmittag, 24.12.1882 in einem Massengrab mit 12 Särgen);
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...354%2027121882

Als Unglücksursache wurde letztendlich Überladung angenommen, da nur maximal 20 Personen in dem Förderkorb hätten transportiert werden dürfen.

Am 07.10.1911 gab es auf der Zeche Fürst Hardenberg ein ähnliches Unglück. Erneut stürzte ein Förderkorb nach dem Riss des Förderseils in den Schacht; dabei gab es 9 Tote.

Besonders schicksalhaft war, dass sogar die drei Brüder Theodor, Johann und Wilhelm Leidag aus Mengede bei der Seilfahrt zusammen in den Tod gestürzt sind.

Aber dies war nicht das einzige familiäre Mehrfachschicksal. Denn nach der Rückkehr von der Beerdigung des ebenfalls bei dem Unglück verstorbenen Camener Bergmanns Wilhelm Brandt ist sein Bruder einige Tage später nach heftigen Kopfschmerzen und häufigem Erbrechen verstorben, wobei er wohl den Wunsch geäußert hatte, mit seinem Bruder sterben zu wollen, wie die Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 9.1.1883 auf Seite 2 schreibt.
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...ame=9%20911883

Viele Grüße
Ralf
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  #622  
Alt 06.02.2019, 22:47
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Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Hallo zusammen,

im Ruhrbergbau haben sich viele Bergunfälle ereignet, welche in der damaligen Presse auch sehr ausführlich beschrieben wurden.

So steht z.B. in der Dortmunder Zeitung vom 22.07.1884 auf S. 2:
Aplerbeck, 21. Juni. [Grubenunglücksfall]
Auf der hierselbst belegenen Zeche „Margaretha“ kam am 19. d. M. in der Morgenschicht der Fahrhauer Adolf Topp aus Sölde zu Tode. Der Genannte wurde beim Fahren in einem sogenannten Maschinenabhauen unter der vierten Bausohle – 296 – Meter von dem aufgehenden Gestell erfaßt und sodann eine weite Strecke, zirka 150 Meter, bis in die Nähe des unter der vierten Bausohle aufgestellten Lufthaspels fortgeschleppt, woselbst er von seinen Kameraden aufgefunden worden ist. Der c. Topp, ein langjähriger und pflichttreuer Beamter, stand seit nunmehr 19 Jahren in den Diensten der Zeche „Margaretha“, war verheiratet und hinterläßt Frau mit 6 Kindern.

Aus den standesamtlichen Nachrichten in der Dortmunder Zeitung vom 3.8.1884, S. 2 ergibt sich:
Standesamt Aplerbeck. Anmeldungen vom 20. bis 26. Juli 1884: Fahrhauer Adolf Topp, Sölde, 43 J. 6 M.

Viele Grüße
Ralf
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  #623  
Alt 10.02.2019, 17:55
assi.d assi.d ist offline weiblich
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Ort: Osthessen, bei Fulda
Beiträge: 1.209
Standard Vater hält eigene Tochter für eine Bären und erschießt sie

http://www.portafontium.eu/iipimage/...96&w=732&h=308

Letzter Eintrag linke Seite ganz unten

...hat Matthias Henrich, Schütz(e) in Pern seine eigene Tochter in seinem Acker solche für einen Bären ansehent erschoß und ist den 5 darauf mit einer gesungenen Mess in Krips begraben worden, ihres Alters 20 Jahr.



Astrid
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  #624  
Alt 10.02.2019, 23:27
Leineweber12 Leineweber12 ist offline weiblich
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Registriert seit: 20.08.2010
Ort: Norddeutschland
Beiträge: 1.297
Standard nicht ganz ein Todesfall

Ein NB bei einem Copulationseintrag von 1772:


Der Bräutigam hat 1766 wegen angeschuldigter Dieberey zur Schaumburg gesessen und sich selbst im Gefängnis aufgehangen. Wie er aber abgenommen, um zur Anatomie geliefert zu werden, ist er wieder aufgelebt
und so wurde er in Eisen wieder ins Gefängnis geschickt und im Frühjahr 1772 begnadigt.
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sterbefälle , todesursachen

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