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  #11  
Alt 13.11.2013, 10:03
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard 5. Okt. 1871

Der Wind hat sich gedreht, wir müssen kreuzen, die See ist ziemlich unruhig. Nachmittags sahen wir die Ostküste von England.

Wir sind, die Mannschaft mit eingerechnet, 324 Personen an Bord, darunter 55 Kinder und 17 Säuglinge. Viele Auswanderer sind aus Mecklenburg und Pommern, einige aus Brandenburg und Sachsen. Zum größten Teil reisen sie Verwandten oder Nachbarn nach.

"Mit eigenen Mitteln", so erklärten mir viele, "würden wir die Kosten nicht bestreiten können; unser Bruder, Schwager oder Vetter hat uns das Reisegeld geschickt."
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  #12  
Alt 13.11.2013, 15:46
annike annike ist offline
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Standard

Sehr schön, kann es kaum erwarten wie es weiter geht!
LG
__________________
Liebe Grüße
Annike
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  #13  
Alt 13.11.2013, 18:33
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard Electric im Herbst 1871

Auf der Hamburger Passagierliste, die mir Wolfgang Horlbeck geschickt hat, erkenne ich u. a. eine Familie Ahrens, einen Schmied namens Conrad und eine Elisabeth Hinz.

LG Wolfg. G. Fischer
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  #14  
Alt 14.11.2013, 10:56
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Standard 6. Okt. 1871

"Ich hatte mit mehreren Passagieren Gespräche über die Ursache ihrer Auswanderung. Einige klagten über den geringen Verdienst, andere über Not, die durch die Familienverhältnisse eingetreten sei; junge Leute wollen reich werden und dann nach Deutschland zurückkehren.

Drei kranke Frauen mussten heute ins Hospital gebracht werden; sie sind schon alt, keine ist unter 60 Jahren. Leider haben wir keinen Arzt; dersellbe hat unverantwortlicherweise in der letzten Stunde abgeschrieben, weil er es vorzog, die Reise mit einem Dampfer zu machen. Das Hospital befindet sich neben der I. Kajüte, ich liege Wand an Wand mit den Kranken.

Die Mädchen, die keiner Familie angehören, befinden sich neben der Kajüte des Kapitäns. Derselbe führt strenge Aufsicht, bei der ersten Ungehörigkeit sollen sie nachts eingeschlossen werden."
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  #15  
Alt 15.11.2013, 09:54
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Standard 7. Okt. 1871

"Wo nur ein kleiner Platz zum Sitzen ist, sieht man Leute mit ernsten Gesichtern, den Kopf auf die Hand gestützt.

Ich versuchte, sie aufzumuntern, stimmte auch mit einigen einen Gesang an. Nachmittags verteilte ich Bücher aus meiner kleinen Bibliothek."
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  #16  
Alt 18.11.2013, 09:48
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Standard Sonntag, den 8. Okt. 1871

Diese Nacht wurde der Wind günstig; wir kamen in den Kanal. Um 6 Uhr sah ich Dover und Calais. Der Kanal war wie eine belebte Straße.

Ein Mädchen hat Bekanntschaft mit einem Matrosen gemacht und ging während des Gottesdienstes mit demselben Arm in Arm auf dem Deck herum. Ich machte den Steuermann darauf aufmerksam und er untersagte es dem Matrosen.
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  #17  
Alt 19.11.2013, 10:34
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Standard 9. Okt. 1871

Wundervolles Wetter. Die meisten Leute sind an Deck. Ich hielt eine kurze Andacht, an der auch die Kranken teilnahmen, da die Tür des Hospitals geöffnet wurde. Anschließend verteilte ich wieder Bücher,

Nach etwa einer Stunde kam ein Mann und bat mich, ihm doch das Buch, welches er bekommen hatte - es war "Ein Ostindienfahrer" von Horn - zu verkaufen, es möge kosten, was es wolle.

Wie konnte ich anders, als das Buch ihm geben. Diese braven Leute sind mit sechs Kindern an Bord, über deren Gesittung ich mich schon manchmal gefreut hatte.
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  #18  
Alt 20.11.2013, 10:36
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard Weitere Passagiere

Maria Riedel, 33 Jahre

Maria Peters, 62 Jahre

Johann Schröder, 41 Jahre, mit Ehefrau ....., 36 Jahre und Tochter Louise, 13 Jahre

Christian Holst, 48 Jahre, mit Carl und Johann, 20 und 18 Jahre


Leider kann ich die Hamburger Passagierlisten recht schlecht lesen.
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  #19  
Alt 26.11.2013, 11:06
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Standard 10. Okt. 1871

"Wir sind im großen Ozean. Das Schiff fliegt wie ein Ball auf den Wogen, die schäumend auf das Deck springen.

Auch ich fange an, der See meinen Zoll zu zahlen. Der Kapitän sagte, bis Sonntag würden wir wohl einen Sturm durchgemacht haben."
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  #20  
Alt 27.11.2013, 10:10
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Standard 11. Okt. 1871

"Auf dem Verdeck gab es viele ängstliche Gesichter. Ein Mann erklärte mir, hätte er gewusst, dass die Seereise so arg sei, wäre er zu Hause in seinem schönen Dorf geblieben. In 10 oder 12 Tagen denkt er in New York zu sein."
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