#1  
Alt 19.12.2010, 23:14
Hänsel Hänsel ist offline männlich
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Ein freundliches Hallo an die Adels- und Wappenexperten.

In der Kirche von Zedtlitz (bei Borna/Sachsen) hängt das Wappen/Wappenschild (wie nennt man das genau?) von Adolph Friedrich von Gladebeck. Ringsherum sind noch mehrere kleine Wappen abgebildet und für meine ortschronistische Tätigkeit für Zedtlitz möchte ich gern wissen, zu welchen Familien die kleinen Wappen gehören.
Wenn mir jemand dazu helfen könnte, das wäre super.

Hier der Link zu dem Foto: http://www.294id.de/wappen.jpg
Um die kleinen Wappen richtig erkennen zu können, habe ich das Bild in voller Auflösung eingestellt und es hat eine Größe von gut 2,2 MB. Das ist vielleicht für langsame Internetverbindungen nicht so geeignet

Viele Grüße
Stefan
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  #2  
Alt 20.12.2010, 01:05
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Roswitha Roswitha ist offline weiblich
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Hallo Stefan,
Deine Frage kann ich Dir leider nicht beantworten. Aber gerade eben habe ich, für mich persönlich, etwas über die Familie von Gladebeck geschrieben. Ich habe die Kopie eines Briefes meines Vorfahren Sebastian Creutzburg, der von "der hochwohlgebohrenen Frau, geheimbte Räthin und Hoff Cammer Presidentin von Gladebeck" 1 1/2 Hufe Land zu Lehen hatte. Dieses Land lag allerdings bei Dörrigsen. Das ist ein Ort der damals zu dem Land Hannover im Amt Rotenkirchen (Solling) gehörte. Nun der Ort Gladebeck liegt von dort nicht allzu weit entfernt. Vielleicht hat aber auch sie, die eine geborene von Münchhausen war, das Land mit in die Ehe gebracht. Nachdem Tod der Frau von Gladebeck gehörte das Land dem Grafen von Platen. Falls Dir bei Deinen Forschungen Dokumente über Land bei Dörrigsen in die Hände fällt, melde Dich bitte bei mir.
Dieser Adolph Friedrich von Gladebeck soll doch 1701 bei einem Duell in Paris erstochen worden sein?
Viele Grüße
Roswitha
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  #3  
Alt 20.12.2010, 01:22
Hänsel Hänsel ist offline männlich
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Hallo Roswitha,
das ist aber ein toller Zufall.
Über Informationen Land bei Dörrigsen kann leider nicht dienen. Ich habe vor kurzer Zeit einen Artikel im hiesigen Stadtjournal über seine Schwester Johanna Sophie von Gladebeck auf Zedtlitz geschrieben, wenn er dich interessiert kannst du ihn hier nachlesen http://www.druckhaus-borna.de/pdf/In...SJ_20_2010.pdf Der Download ist knapp 6 MB groß
Ich hatte vor einiger Zeit von einer Dame Informationen über die Familie von Gladebeck bekommen, sie hat auch eine Webseite darüber bzw. über ihre Familienforschung. Möglicherweise warst du das? Mir fällt momentan nicht der Name der Webseite ein. Dadurch habe ich auch erfahren, daß Adolph Friedrich von Gladebeck in Paris bei einem Duell starb.
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  #4  
Alt 20.12.2010, 03:46
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Stefan,

das ist im Prinzip eine Ahnenprobe, das heißt, es sind die Wappen der vier Vorfahrengenerationen.

Ich fange mal rechts auf der Seite der Mutter im Uhrzeigersinn an.

1. Münchhausen
2. Heimburg
3. Münchhausen
4. Bünau
5. Reden
6. Oppershausen
7. möglicherweise Büschen?
8. Marenholtz

Weiter im Uhrzeigersinn auf der linken Seite die Vorfahren väterlicherseits. Da wird es schwieriger. Vielleicht hast Du ja eine Ahnentafel, dann lassen sich die Wappen etwas leichter zuordnen und das fehlende Wappen Nr. 12 vielleicht sogar noch ergänzen.

9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16. Gladebeck

Mir scheint allerdings, dass die Wappentafel irgendwann einmal restauriert wurde und die Farben teilweise wohl nicht mehr stimmen.

Viele Grüße
Hina
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  #5  
Alt 20.12.2010, 09:22
Hänsel Hänsel ist offline männlich
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Guten Morgen Hina,

auf deinen Hinweis hin mit der Ahnentafel habe ich mir die Leichenpredigt des A.F. von Gladebeck angeschaut und siehe da - die Vorfahrenfamilien sind mit ihren jeweiligen Wappen aufgeführt, so daß ich nun allein lösen kann. Sicherlich wurde diese Wappentafel im Laufe der Zeit einmal restauriert, aber ob die Farben noch stimmen, da habe ich keine Ahnung.
Hier die Ahnentafel väterlicherseits: http://www.294id.de/vaterseite.jpg
und hier mütterlicherseits: http://www.294id.de/mutterseite.jpg

Hab vielen Dank für deine Hilfe.

Viele weihnachtliche Grüße
Stefan
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  #6  
Alt 20.12.2010, 15:55
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Hallo
Dann ist es ja gelöst, ich selbst hatte noch Steinberg, Rutenberg und Saldern auf der Vaterseite erkannt (weil ich schon mal nach diesen Wappen geforscht hatte).

Hier nochmal die ganze Auflösung:
Die Wappenanordnungen folgen dem üblichen Schema und dürften folglich auch nicht vertauscht worden sein. Es werden neben dem Vaterwappen, v. Gladebeck, immer nur die weiblichen Wappen angegeben, da diese die männlichen Vorfahren miteinschließen.

Im Uhrzeigersinn wie bei Hina, zuerst die Mutterseite:
1. v. Münchhausen (Mutter): Wappen der "schwarzen Linie", in Gold ein Zisterzienser-Mönch mit schwarzer Kutte, weißem Skapulier, Krummstab und rotem Beutel, Helmzier: der Mönch
2. v. Heimburg (Großmutter mütterlicherseits): Wappen der "Linie Eckerde": drei rote Balken in Gold; die Helmzier wohl abgerochen.
3. v. Münchhausen (Urgroßmutter mütterlicher-großväterlicherseits): s.o.
4. v. Bünau (Urgroßmutter mütterlicher-großmütterlicherseits): viergeteilt, im 1. und 4. Feld (eigentlich) rot-silbern gespalten, im 2. und 3. Feld ein goldener Löwenkopf in Rot. Die Löwenköpfe hatten oft, aber nicht immer- wie z.B. hier, Lilien im Maul. Bei diesem Wappen hier wurde das Silber mit Gold vertauscht. Auch bei den Helmen: rechter Helm eigentlich rot-silberner Adlerflug, hier golden-rot. Linker Helm korrekt: zwei goldene mit Pfauenfedern besteckte Stangen.
5. v. Reden (Ururgroßmutter urgroßväter-großväter-mütterlicherseits): von rot und silber dreimal geteilter Schild, auf dem Helm 2 wie der Schild geteilte Stäbe. Das Silber ist hier- wie fast immer- durch Anlaufen schwarz geworden.
6. v. Oppershausen (Ururgroßmutter urgroßväter-großmutter-mütterlicherseits): ein rotes Rad in Silber, auf dem Helm zwei rot-silbern udn silbern-rot geteilte Büffelhörner. Das Silber hier wieder zu Schwarz angelaufen.
7. Büschen (Ururgroßmutter urgroßmütter-großväter-mütterlicherseits): ein silberne (schwarz angelaufene) Lilie in Blau, auf dem Helm die Lilie. Das Blau hier verstaubt oder zu grau mutiert. Anmerkung: Über ihren Vater, Klaus Büschen, dichtete Börries v. Münchhausen die bekannte Ballade "Der Letzte des Geschlechts"
8. v. Mahrenholtz (Ururgroßmutter urgroßmütter-großmütter- mütterlicherseits): eine rote Rose im silber-schwarz geteilten Schild. Von der Teilung ist hier nichts (mehr?) zu sehen, es könnte sich wieder um angelaufenes Silber handeln. Helmzier wohl abgebrochen.

Vaterseite (weiter im Uhrzeigersinn):
9. v. Steinberg (Ururgroßmutter urgroßmütter-großmütter-väterlicherseits): in Gold ein schwarzer Steinbock. Auf dem Helm eigentlich ein schwarzer mit goldenen Sparren belegter Adlerflug, hier in verwechselten Farben wiedergegeben. Vermutlich eine der vielen, damals üblichen Variationen dieser Helmzier.
10. v. Saldern (Ururgroßmutter urgroßmütter-großväterlicher-väterlicherseits): eine rote Rose in Gold, auf dem Helm ein schwarzer Adlerflug
11. v. Spoercken (auch Spörken; Ururgroßmutter urgroßväter-großmütter-väterlicherseits): eine dreifache Drehangel, auf dem Helm ein Adlerflug. (Hier sind mir die Farben nicht bekannt).
12. v. Adelebsen (Ururgroßmutter urgroßväter-großväter-väterlicherseits): fehlt hier, eigentlich ist das Wappen gespalten und zweimal geteilt, rechts Blau-Silber-Blau, links Silber-Blau-Silber, auf dem Helm zwei wie der Schild geteilte Büffelhörner.
13. v. Rutenberg (auch Rautenberg; Urgroßmutter großmütter-väterlicherseits): 8 (5,3) schwarze Rauten in Gold, auf dem Helm eine mit 2 schwarzen Rauten besteckte goldene Säule
14. v. Steinberg (Urgroßmutter großväter-väterlicherseits): s.o.
15. v. Oppershausen (Großmutter väterlicherseits): s.o.
16. v. Gladebeck (Vater): geteilt, oben in Gold ein blauer schreitender Löwe /heraldischer Leopard, unten in Silber ein blauer Wellenbalken. Auch hier sind (wiedereinmal) die Farben mutiert, das Blau scheint grau geworden und das Silber schwarz angelaufen.

Fazit: Bis auf ein paar kleinere, in solchen Zusammenhängen beinahe normale Fehler stimmen die Farben bestens und sind nur teilweise durch chemische Prozesse der Zeit verändert. Auffällig ist auch, daß der Stammbaum beinahe durchgehend ein niedersächsischer ist (mit Ausnahme von Bünau).
Auch vom Foto her macht das Epitaph den Eindruck, als wäre es nie restauriert worden und die Farben alle orginal. Das ist heutzutage etwas nicht häufiges und sehr besonderes und sollte bei einer (eventuellen) Restaurierung unbedingt beachtet werden.

Schöne vorweihnachtliche Grüße
Johannes
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Dergleichen [genealogische] Nachrichten gereichen nicht nur denen Interessenten selbst, sondern auch anderen kuriosen Personen zu einem an sich unschuldigen Vergnügen; ja, sie haben gar oft in dem gemeinen Leben und bei besonderen Gelegenheiten ihren vielfältigen Nutzen. Johann Jakob Moser, 1752
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  #7  
Alt 20.12.2010, 16:41
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Lieber Johannes,
das Anlaufen des Silber ist natürlich eine sehr logische Erklärung.
Mir sprang vor allem aber das Mahrenholtz-Wappen und das Oppershausen-Wappen auf der väterlichen Seite ins Auge, wo ich mir nicht ganz sicher war, ob es tatsächlich auch Oppershausen sei. Beide Wappen tanzen farblich etwas aus der Reihe und wirkten mir etwas nachgebessert. Aber das kann natürlich auch gut und gerne durch das Foto nur einen etwas grell blauen Eindruck machen.
Viele Grüße
Hina
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  #8  
Alt 20.12.2010, 17:49
Hänsel Hänsel ist offline männlich
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Hallo Johannes,

auch dir vielen Dank für die sehr ausführliche Aufklärung. Ich werde dieses mit zu meinen Unterlagen nehmen.

Viele weihnachtliche Grüße aus Borna
Stefan
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  #9  
Alt 20.12.2010, 19:57
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Hallo Stefan,
ich habe keinen Artikel auf einer Website geschrieben, nur für mich persönlich habe ich eine kurze Zusammenfassung dieser Familie geschrieben. Und das auch nur um diesen Brief meines Vorfahren richtig zu interpretieren und zu verstehen. Diesen Brief habe ich als Kopie aus dem Archiv in Einbeck erhalten.
Viele Grüße
und ein frohes Weihnachtsfest
wünscht Dir
Roswitha
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  #10  
Alt 29.12.2010, 01:22
Hänsel Hänsel ist offline männlich
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Hallo Hina, hallo Johannes,

nachdem ihr mir so toll bei den letzten Wappen geholfen habt, erbitte ich erneut eure Hilfe.
Könnt ihr mir sagen, zu welcher Adelsfamilie der auf dem folgenden Foto zu sehende Epitaph gehört? Standort des Epitaphs ist die wieder die Kirche in Zedtlitz/Sachsen.

www.294id.de/01-01035.jpg

Viele Grüße
Stefan
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