#1  
Alt 10.01.2022, 14:50
el_marocco el_marocco ist offline männlich
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Hallo Ahnenforscher,
anbei ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum Thema der Nottaufen.
Viele Grüße
Ulrich
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  #2  
Alt 10.01.2022, 16:56
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Danke für den interessanten Artikel. Wie war das noch? Glaube versetzt Berge!
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Lieben Gruß

Lutz

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  #3  
Alt 10.01.2022, 20:11
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Danke für den Artikel. Mich gruselts beim Anblick dieser Spritze. Anschließend durften sie die Mutter dann auch begraben, weil sie am Wochenfieber starb?

LG
Uschi
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  #4  
Alt 10.01.2022, 20:53
el_marocco el_marocco ist offline männlich
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In einer Anweisung für Hebammen habe ich sogar mal gelesen, dass die Hebamme mit einem mit Weihwasser befeuchteten Schwamm in den Geburtskanal hineinlangen soll, um das darin steckende Kind zu taufen, falls die Gefahr besteht, dass es die Geburt nicht überleben wird. Das ist noch krasser als die Spritze
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  #5  
Alt 10.01.2022, 21:03
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Tja, ich habe letztens gelesen, dass es in katholischen Gebieten extra Friedhöfe für ungetaufte Neugeborene gab... und ich erinnere mich an einen Artikel, ich weiß leider nicht mehr wo, dass man bei Ausschachtarbeiten rund um Kirchen unterhalb der Abflussrohre der Regenrinnen Skelett-Teile von Kleinkindern gefunden hat - vermutlich ungetaufte Kinder, denen ihre verzweifelten Eltern so doch noch den Weg in den Himmel bahnen wollten.
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  #6  
Alt 10.01.2022, 22:07
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Ich habe erst letztens wieder in böhmischen Kirchenbüchern diverse Nottaufen durch Hebammen gefunden. Manche der armen Würmchen lebten den Eintragungen zufolge gerade mal eine Viertelstunde. Tatsächlich? habe ich mich dann gefragt - zumindest auf dem Papier war damit alles Benötigte erledigt, die Taufe war vollzogen - und wer wollte der Hebamme widersprechen, dass das Kind noch lebte, als es den Mutterleib verließ.

Ach Leute, mir wird bei dem Verständnis eines göttlichen Wesens, das seine Gnaden danach richtet, ob die Menschen eine bestimmte Handlung vorgenommen haben, immer ganz wunderlich zumute. Von einem "gnädigen Gott" ist da weit und breit keine Spur.
Ist es nicht ganz bemerkenswert, auf welche Ideen die Kirchenleute kamen? Eine regelrechte Hierarchie des Jenseits ist da entstanden......

Und so erfinden die Menschen immer wieder wundersame Begebenheiten, die doch noch zum Seelenheil führen und diese Schreckensvisionen abwenden sollen.
Und manchmal lesen wir davon in den Kirchenbüchern.
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Gruß, fps
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  #7  
Alt 10.01.2022, 22:11
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Scherfer Scherfer ist offline
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Ja, wunderlich erscheint mir da vieles. Ein Sohn eines Urgroßonkels wurde im zweiten Weltkrieg per Führererlass nach (!) seinem Tod vermählt. Was genau aber soll eine solche posthume Trauung eigentlich für einen Sinn erfüllen? Es bleibt mir ein Rätsel.

Aber zum Thema: Danke für diesen interessanten Zeitungsartikel! Von der Taufe "in utero" hatte ich vorher noch nicht einmal gehört.

Geändert von Scherfer (10.01.2022 um 22:12 Uhr)
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  #8  
Alt 10.01.2022, 22:43
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Ja, wunderlich erscheint mir da vieles. Ein Sohn eines Urgroßonkels wurde im zweiten Weltkrieg per Führererlass nach (!) seinem Tod vermählt. Was genau aber soll eine solche posthume Trauung eigentlich für einen Sinn erfüllen? Es bleibt mir ein Rätsel.
Nun, die Braut war damit Kriegerwittwe
und somit versorgt.

LG Rolf
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  #9  
Alt 10.01.2022, 23:21
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Ein Sohn eines Urgroßonkels wurde im zweiten Weltkrieg per Führererlass nach (!) seinem Tod vermählt. Was genau aber soll eine solche posthume Trauung eigentlich für einen Sinn erfüllen? Es bleibt mir ein Rätsel.
Hallo zusammen,

formell handelte es sich um eine sog. „Leichentrauung“, welche ab dem 06.11.1941 per Geheimerlass möglich war und zur Absicherung der Frau als „Kriegerwitwe“ diente. Nach März 1944 sollte eine nachträgliche Eheschließung nur bewilligt werden, wenn ein Kind aus dieser Verbindung hervorgegangen ist.
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsc...auung%E2%80%9C

Viele Grüße
Ralf
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  #10  
Alt 13.01.2022, 11:02
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Hab zu diesem spannenden Thema mal versucht was zu finden, leider nichts konkretes über Nottaufen. Aber im "Lexikon des Kirchenrechts und der römisch-katholischen Liturgie" von 1842 gibt es diverse Erklärungen zu allen möglichen Themen. Taufe z.B. auf digitaler Seite 13. Auf Seite 789 gibt's auch das Register für alle 5 Bände.
Evtl. hat ja jemand Interesse.

Im Band 4, Seite 26, wird auch beschrieben wie Kirchenbücher zu führen sind:

"Als Urkunden, welche öffentlichen Glauben haben, müssen die
Einschreibungen aller vorkommenden und zur Anzeige gebrachten
Fälle sogleich in Gegenwart Desjenigen, der die Anzeige macht,
mit aller Genauigkeit und Pünktlichkeit, so wie mit deutlicher und
lesbarer Schrift, ohne Abkürzungen und Rasuren, so wie ohne alle ungeeignete Zusätze, eigenhändig von dem Pfarrer geschehen."

Da müssten heute ja noch welche von den Herren eins auf den Deckel kriegen.
__________________
Lieben Gruß

Lutz

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