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  #1  
Alt 06.02.2020, 01:41
frisia frisia ist offline
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Registriert seit: 06.02.2020
Beiträge: 1
Standard Enkel wie eigenes Kind grossziehen: hätte man das vertuschen können?

Hallo liebes Forum,

ich benötige einen Anhaltspunkt, wie bzw. ob überhaupt man folgendem nachgehen kann:

Angenommen ein sehr junges Mädchen wird in der unmittelbaren Nachkriegszeit unehelich schwanger, ihre Eltern nehmen das Kind an und ziehen es als Nachzügler auf während die junge Frau woanders ihren Weg macht - das Kind erfährt nichts davon, und kennt seine Mutter als ältere Schwester. Würde man ein solches Vorgehen ohne verwaltungsmässige Spuren durchziehen können? Oder wäre auch damals schon ein adoptionsähnliches Verfahren nötig gewesen, das sich noch irgendwie nachvollziehen lässt?

Dass zu dieser Zeit wohl so eine Art Notverwaltung herrschte (britische Zone, Kleinstadt), und Hausgeburten üblich (sowie hier auch der Fall) waren, macht es wohl nicht leichter. Ferner waren zu dieser Zeit ja auch Besatzungssoldaten als Kindsväter nicht selten (Kontext/wie es dazu kam ist erstmal zweitrangig), und Lösungen die einen solchen aus der Pflicht nahmen, wurden bei mancher Kommandantur gerne gewährt.

Ich muss dazu sagen dass es sich um ein familiäres Gerücht handelt, von Personen die die Angelegenheit jedenfalls nicht selbst unmittelbar mitbekommen haben können. Dennoch würde ich der Spur gerne nachgehen, bzw. herausfinden ob das überhaupt möglich ist. Die Geburtsurkunde weist jedenfalls die hypothetischen Grosseltern als Eltern aus, allerdings bezieht sich das ja auf die rechtliche Annahme der Elternschaft, richtig? Oder muss dort die Frau verzeichnet sein die das Kind geboren hat?

Naja, das waren erstmal die Gedanken die mir dazu im Kopf herumschwirren, ich hoffe auf Eure archivarische Expertise.
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  #2  
Alt 06.02.2020, 02:43
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 1.468
Standard

Hallo frisia,
eigentlich muss in der Geburtsurkunde als Mutter die Frau stehen, die das Kind tatsächlich geboren hat. (Wie das heute bei Leihmutterschaft & Co. aussieht, weiß ich allerdings nicht.)
Wenn man aber vorgeben will, dass das Kind der Tochter das Kind der Mutter sei, wird man zusehen, dass die Großmutter als Mutter eingetragen wird. In den Nachkriegswirren und bei einer Hausgeburt (und am besten ohne Hebamme, die meines Wissens vereidigt waren) kann man bei der Anzeige der Geburt dem Standesbeamten vermutlich so ziemlich alles erzählen.
Dass Geburten von Familienangehörigen angezeigt wurden (auch bei Geburt im Krankenhaus), war früher ja ohnehin gang und gäbe.

Also wenn man die Schwangerschaft vor den Nachbarn geheimhalten konnte (und vielleicht sogar die werdende Oma sich den Bauch ausgestopft hat), konnte man unter "günstigen" Umständen schon eine andere Mutter als die leibliche eintragen lassen.
__________________
Gruß Asphaltblume
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  #3  
Alt 06.02.2020, 14:35
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.12.2006
Ort: Bern, Schweiz
Beiträge: 1.578
Standard

Hallo

Ich denke schon, dass das möglich war, ich meine, ich habe auch schon mehrfach von solchen (Einzel-)fällen gelesen. Wenn du googelst, findest du sicher auch noch Berichte von solchen Schicksalen.

Bei Hausgeburten muss auch heute noch die Geburt beim Standesamt angezeigt werden, üblicherweise machen das dann die Eltern des Kindes. Da könnten theoretisch auch falsche Angaben gemacht werden.
Und ich weiss, dass beim "Kukuckskind" in meiner Verwandtschaft der Vater (Ehemann der Mutter) persönlich die Geburt auf dem Standesamt angezeigt hat, im Wissen darum, dass er nicht der leibliche Vater ist. Das ist zwar ein etwas anderer Fall, zeigt aber, dass es durchaus möglich ist, da falsche Tatsachen anzugeben.

Betreffend Geburtsurkunde meine ich, dass die Urkunde die "offiziellen" Angaben ausweist. Ein adoptiertes Kind bekommt dann doch eine neue Geburtsurkunde mit den Adoptiveltern als Eltern? Hier wäre es also sinnvoll, eine Kopie aus dem Geburtsregister inkl. aller Randvermerke zu bestellen (sofern wegen Datenschutz möglich).
__________________
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