#1  
Alt 29.12.2014, 02:18
Benutzerbild von sk270278
sk270278 sk270278 ist offline männlich
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Frage Wieviel ist ein toter Punkt "wert"?

Hallo zusammen,

mal eine komische Überlegung;

Wieviel Geld (und Zeit) würdet ihr investieren, um einen toten Punkt in eurer Ahnenlinie zu überwinden (Erfolgsprognose 50% - man weiß ja nicht, was man so findet)?

Es ist egal, ob es sich um

-Fahrten (Flüge) zu Archiven mit/ohne Übernachtung+Verpflegung
-Auftragsarbeiten für profesionelle Genealogen
-(Zusatz)gebühren bei Gesellschaften, Vereinen, Datenbanken, ...
-Gebühren für Briefe, Telefonate, Amtsgänge, Archive ...
-Zahlungen weiterführende Infos/Papiere, Medien (z.B.CD, OFB,...), ...
-und was euch sonst noch so einfällt

handelt;

Freue mich schon auf viele verschiedene Antworten;

Gruß Stefan
PS: Es geht nicht darum, alles kostenlos zu bekommen!
__________________
Schön daß es euch alle gibt - DANKE an sämtliche Helfer-innen


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  #2  
Alt 29.12.2014, 06:30
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo Stefan,

für mich ist das zunächst weniger eine Frage von Geld oder Zeit, als vielmehr eine Frage der Belastbarkeit von Indizien. Einige Beispiele aus meiner Forschung:

1. Den Elternnachweis einer um 1560 geborenen niederadligen Vorfahrin hatte ich peu à peu vergeblich gesucht (Patenauswertung mit Umkreissuche, Staatsarchiv, Literaturauswertung, Suche nach Hinweisen im Netz). Ein Zufallsfund an ganz anderem Ort brachte nach 17 Jahren Suche fast genau die Lösung, die ich schon vorher vermutet hatte.

2. Für meine schweizerischen Vorfahren schaffte ich mir die KB-CDs von Bern an. Für eine Vorfahrin gab es darin nur einen vagen Patenhinweis auf Zürich als Herkunftsort. Das war mir zunächst zu wenig, um hinzufahren und selbst zu suchen (Gründe: zu weit, zuviel Zeit, zu teuer). Ein Jahr Literatur- und Internet (Google Books)- Recherche förderten dann eine AL zu Tage, die Zürich bestätigte. Ich bin anschließend doch mehrfach (erfolgreich) in der Schweiz auf Archivreise gewesen, um die vielen neuen Anschlussdaten zu überprüfen, zu ergänzen und zu korrigieren (dann wiederum -fast- egal wie weit, wieviel Zeit und wie teuer).

3. Hier: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=96251, hier: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=96748 und hier z. B.: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=96766 habe ich keinerlei Ansatzpunkte, würde mich aber zeitnah überall hin in Deutschland auf den Weg machen, wenn ich welche hätte.

4. Hier dagegen: http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=112119 brachte der Zufall gerade Indizien auf Archivalien in Dresden. Den Tag, um diese anzusehen, werde ich demnächst frei nehmen und selber hinfahren.

Meine Erfahrung lautet: Geduld und Beharrlichkeit zahlen sich aus, denn irgendwo müssen die "vom Himmel gefallenen" Vorfahren ja hergekommen sein. Selbst scheinbar aussichtslose Fälle lassen sich lösen (Ausnahme meines Erachtens etwa: uneheliche Kinder ohne jegliche Vatershinweise).

Nur eines tue ich generell nicht oder nur im Ausnahmefall: von anderen in Kirchenbüchern oder Archiven gegen Entgelt suchen lassen (egal, ob professionell oder von fremd privat, egal wie kostengünstig). Das mache ich lieber selbst.

Es grüßt der Alte Mansfelder

Geändert von Alter Mansfelder (29.12.2014 um 06:42 Uhr)
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  #3  
Alt 29.12.2014, 08:08
cgraaf cgraaf ist offline männlich
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Ich habe zum Beispiel letzte Woche Kopien von Urkunden von 1606 - 1627/28 aus dem Landesarchiv Schleswig erhalten (Amtsrechnungen Bordesholm), die noch einmal die Hufeneigenschaften meiner Vorfahren in Böhnhusen belegen und zudem noch einen weiteren Bruder zu Tage förderten.

Das alles geht nicht ohne professionelle Hilfe. Recherche und Übersetzung kosten Zeit und Geld. Das war es mir aber wert; in den letzten Jahren ist ein fünfstelliger Betrag zusammen gekommen, jeder Cent war es wert.

So kann ich heute auf 16 Generationen zurückblicken.
__________________
MvH

Carsten
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  #4  
Alt 29.12.2014, 11:02
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo zusammen,

eine wichtige Anmerkung zu toten Punkten habe ich noch vergessen: Bevor man Geld und Zeit in die Suche investiert, sollte man sich natürlich zu allererst fragen, ob man selber wirklich alles Verfügbare vollständig und richtig ausgewertet hat. Nicht selten handelt es sich nämlich gar nicht um einen echten toten Punkt, sondern der Fehler liegt bei einem selbst.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #5  
Alt 29.12.2014, 11:24
Gertrud Dinse Gertrud Dinse ist offline
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Für den einen ist eine 5-stellige Zahl noch im Rahmen- für den anderen ist es undenkbar jemals soviel Geld zu investieren.

Müsste die Frage nicht eher heißen- auf was alles würdest du verzichten, wenn es um die Überwindung eines toten Punktes ginge.
Würdest du auf Urlaub verzichten? Würdest du- weil es gerade so passt- an Weihnachten deine Familie kürzer halten?

Wieviel Prozent des jährlichen Einkommens werden überhaupt für das ja nicht unbedingt billige Hobby verwendet? Was nutzt es mir, wenn ich lese- das da jemand viele Euros pro Jahr ausgibt, ich selber aber von einer Minirente leben muss, die gerade mal so zum Leben reicht.
Birnen und Äpfel kann man nun mal nicht vergleichen.

Gertrud
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  #6  
Alt 29.12.2014, 11:49
Benutzerbild von jacq
jacq jacq ist offline männlich
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Moin Stefan,

interessante Frage.

Das ist natürlich auch abhängig davon, wo der 'tote Punkt' liegt.
Für einen der vielen Ahnen, schon etwas weiter zurückliegend, irgendwo mitten im Stammbaum, würde ich sicher nicht so viel investieren wollen, wie für einen relativ frühen toten Punkt oder einen für mich interessanten Zweig.
Auch die Väter zu unehelichen Kindern, die bei mir recht früh fiesen Ahnenfraß bedeuten, wären mir einiges wert. Aber bei einem fröhlichen Tächtelmächtel mit dem nett grüßenden Herren von nebenan kann man da leider auch nichts machen.

Mittlerweile bin ich z.B. so weit, dass ich für meine väterliche Stammlinie, wo ich nunmal leider sehr viel Pech gehabt habe, unverhältnismäßig viel Zeit und Geld investieren würde, um hier noch gescheit weiter voran zu kommen. Sicher so viel, dass man davon die ein oder andere nette Anschaffung machen könnte.
__________________
Viele Grüße,
jacq

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  #7  
Alt 29.12.2014, 19:18
renatehelene renatehelene ist offline weiblich
 
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Hi Stefan,

ich würde "mein letztes Hemd" dafür geben endlich herauszufinden wo mein
ur-ur-ur-Großvater geboren wurde.
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  #8  
Alt 30.12.2014, 08:36
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo Gertrud,

Zitat:
Zitat von Gertrud Dinse Beitrag anzeigen
Für den einen ist eine 5-stellige Zahl noch im Rahmen- für den anderen ist es undenkbar jemals soviel Geld zu investieren.
das stimmt. Man sollte aber auch den Investitionszeitraum sehen und an dieser Stelle nicht pauschalieren: Ich z. B. forsche nun aktiv schon 24 Jahre. Ich komme mittlerweile mit Sicherheit auch auf einen fünfstelligen Betrag, bei dem vorn keine eins mehr steht. Auf einmal hätte ich den für die Ahnenforschung aber niemals ausgegeben (und auch nicht ausgeben können).

Wenn sich andererseits jemand mit viel Vermögen eine Ahnentafel für viel Geld professionell erstellen lässt, dann frage ich mich, ob das überhaupt noch unter unser Hobby Ahnenforschung fällt, oder ob sich dieser jemand nicht eigentlich nur eine Dienstleistung und einen individuellen Kunstgegenstand eingekauft hat.

Zitat:
Zitat von Gertrud Dinse Beitrag anzeigen
Müsste die Frage nicht eher heißen- auf was alles würdest du verzichten, wenn es um die Überwindung eines toten Punktes ginge. Würdest du auf Urlaub verzichten? Würdest du- weil es gerade so passt- an Weihnachten deine Familie kürzer halten?
So müssten die Fragen theoretisch lauten, dann sind sie aber realitätsfern, weil das ja niemand wirklich macht.

Wenn man bereit ist, in einen toten Punkt zu investieren, dann heißt das nicht, dass man sich unökonomisch verhalten muss. Wenn ich einen "Archivtag" unternehme, versuche ich nach Möglichkeit, zwei Termine zu kombinieren, damit es sich auch lohnt. Urlaub verwende ich dafür in der Regel nicht, sondern ich verbrauche angesammelte Überstunden. Und wenns wirklich mal weiter weg gehen soll, dann nehme ich die Liebste mit, und dann findet sich schon ein Agreement, angenehmen Urlaub mit dem für die Forschung Nützlichen zu verbinden.

Zitat:
Zitat von Gertrud Dinse Beitrag anzeigen
Wieviel Prozent des jährlichen Einkommens werden überhaupt für das ja nicht unbedingt billige Hobby verwendet.
Das kann man sicher nicht pauschal beantworten. Ich habe mir ein solches Limit bzw. eine solche Orientierungsgröße nicht gesetzt. In einem Jahr ist es mehr, in dem anderen weniger - je nach dem, was anfällt.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #9  
Alt 30.12.2014, 11:46
cgraaf cgraaf ist offline männlich
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"Wenn sich andererseits jemand mit viel Vermögen eine Ahnentafel für viel Geld professionell erstellen lässt, dann frage ich mich, ob das überhaupt noch unter unser Hobby Ahnenforschung fällt, oder ob sich dieser jemand nicht eigentlich nur eine Dienstleistung und einen individuellen Kunstgegenstand eingekauft hat."

Ich wäre sehr vorsichtig mit pauschalen Aussagen.

Ich kann für mich in Anspruch nehmen, trotz der aufgewendeten Mittel (in einem, im Gegesatz zu Dir, relativ kurzen Zeitraum) immer noch genügend selbst erforscht zu haben, dazu gehört z.B. auch das Forschen in Chroniken u.s.w., was ebenfalls sehr zeitaufwendig ist.

Sieh Dir meine Chroniklisten in SH an. Nicht nur angeschafft, sondern auch studiert.
Es bleibt selbstverständlich ein Hobby und wird nach meiner Pensionierung im kommenden Jahr den Zeitraum ab 1870 intensiv erfassen.
__________________
MvH

Carsten
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  #10  
Alt 30.12.2014, 13:36
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo Carsten,

Zitat:
Zitat von cgraaf Beitrag anzeigen
"Wenn sich andererseits jemand mit viel Vermögen eine Ahnentafel für viel Geld professionell erstellen lässt, dann frage ich mich, ob das überhaupt noch unter unser Hobby Ahnenforschung fällt, oder ob sich dieser jemand nicht eigentlich nur eine Dienstleistung und einen individuellen Kunstgegenstand eingekauft hat."

Ich wäre sehr vorsichtig mit pauschalen Aussagen.

Ich kann für mich in Anspruch nehmen, trotz der aufgewendeten Mittel (in einem, im Gegesatz zu Dir, relativ kurzen Zeitraum) immer noch genügend selbst erforscht zu haben, dazu gehört z.B. auch das Forschen in Chroniken u.s.w., was ebenfalls sehr zeitaufwendig ist.

Sieh Dir meine Chroniklisten in SH an. Nicht nur angeschafft, sondern auch studiert.
Es bleibt selbstverständlich ein Hobby und wird nach meiner Pensionierung im kommenden Jahr den Zeitraum ab 1870 intensiv erfassen.
sorry wenn es so herübergekommen ist, aber mit meiner Aussage habe ich ja nicht Dich gemeint. Ich dachte an jene, die eine komplette Auftragsarbeit bestellen, sich diese dann aus Prestige- oder was weiß ich für Gründen repräsentativ aufhängen und sich ansonsten nicht weiter um ihre Vorfahren kümmern - insbesondere nicht um die toten Punkte, um die es in diesem Thread geht.

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