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  #11  
Alt 01.06.2023, 17:49
MaJaLu MaJaLu ist offline
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Hallo,


ein wenig zu lesen zum Thema... für mich ohne Worte.


https://lka.polizei.nrw/sites/defaul...ten%20lang.pdf


Liebe Grüße
Andrea
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  #12  
Alt 01.06.2023, 20:21
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Geschichtensucher Beitrag anzeigen
Meine Wahrnehmung ist in vielen Jahren des Lesens und Erfahrens entstanden. Beim Betrachten von Biografien, zum Beispiel:

Der 1. Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei ist ganz sicher nicht berufen worden, weil er so gut zum Sessel passte. Als Offizier der Wehrmacht war er u. a. verantwortlich gewesen für die Erschießung italienischer Offiziere auf Korfu. Er fand es passend, ihre Leichen ins Meer werfen zu lassen. Außerdem ließ er noch nach Kriegsende, im Sommer 45, Todesurteile an Soldaten in Norwegen vollstrecken. Nur zwei herausragende Schandtaten.

Mir kann niemand erzählen, dass ihn dies nicht empfohlen hat für seine Berufung zum Polizeipräsidenten. Warum sonst hätte man ihn auswählen sollen, wenn nicht seiner "Erfolge" wegen?
Ich kenne den Fall nicht und kann mir daher kein Urteil erlauben. Möglicherweise waren die Kriegsverbrechen des betreffenden Mannes den Personen, die ihn eingestellt haben nicht bekannt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß jemand Präsident der Bereitschaftspolizei wurde WEIL er Kriegsverbrechen begangen hat.
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Ludolph ZUR MÜHLEN, Kaufmann in Bielefeld, * um 1650
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
Thomas SCHÜTZE, Bürgermeister in Wernigerode 1561
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  #13  
Alt 01.06.2023, 21:56
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Mein Großvater war Richter und nicht NSDAP-Mitglied. Zumindest für Juristen ist es wirklich bestürzend, denn es wurden im Westen die standhaften sogar massiv benachteiligt. Der Opa war vor dem Krieg Landgerichtsdirektor und galt als Anwärter für das Reichsgericht, Topexamen, hoch anerkannt. Dann lebte er von Labormäusezucht.

Nach dem Krieg fand er nur mit Mühe eine neue Stelle und wurde nicht befördert. Seine Vorgesetzten waren samt und sonders ehemalige NSDAP-ler. Es waren ja um die 95 bis 97% aller deutschen Juristen in der Partei gewesen, und die saßen ganz schnell wieder in den Chefsesseln. An mangelnder Qualifikation lag es ganz sicher nicht bei meinem Opa. Er hat sich darüber so empört, dass er an den Bundespräsidenten schrieb.
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  #14  
Alt 02.06.2023, 00:55
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Geschichtensucher Geschichtensucher ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Ich kenne den Fall nicht und kann mir daher kein Urteil erlauben. Möglicherweise waren die Kriegsverbrechen des betreffenden Mannes den Personen, die ihn eingestellt haben nicht bekannt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß jemand Präsident der Bereitschaftspolizei wurde WEIL er Kriegsverbrechen begangen hat.

Ich schon.
__________________
Beste Grüße, Iris
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  #15  
Alt 02.06.2023, 00:56
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Geschichtensucher Geschichtensucher ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von MarthaLU Beitrag anzeigen
Mein Großvater war Richter und nicht NSDAP-Mitglied. Zumindest für Juristen ist es wirklich bestürzend, denn es wurden im Westen die standhaften sogar massiv benachteiligt. Der Opa war vor dem Krieg Landgerichtsdirektor und galt als Anwärter für das Reichsgericht, Topexamen, hoch anerkannt. Dann lebte er von Labormäusezucht.

Nach dem Krieg fand er nur mit Mühe eine neue Stelle und wurde nicht befördert. Seine Vorgesetzten waren samt und sonders ehemalige NSDAP-ler. Es waren ja um die 95 bis 97% aller deutschen Juristen in der Partei gewesen, und die saßen ganz schnell wieder in den Chefsesseln. An mangelnder Qualifikation lag es ganz sicher nicht bei meinem Opa. Er hat sich darüber so empört, dass er an den Bundespräsidenten schrieb.

Danke für dieses Beispiel!
__________________
Beste Grüße, Iris
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  #16  
Alt 02.06.2023, 22:16
Pommerellen Pommerellen ist offline
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Hallo,

weil das Thema so spannend wie auch wichtig ist ein weiteres Beispiel eines Beamten aus Berlin. Der Mann war ein sogenannter Spitzenbeamter, Ministerialrat ohne Parteibuch bis 1945. Wobei er seit 1932 Ministerialrat war, da keine weitere Beförderung trotz Qualifikation ausgesprochen wurde. Er erhielt 1948 eine Kündigung durch den Arbeitgeber und stellte sich im selben Jahr beim Magistrat von Berlin vor für irgendeine Verwendung seiner Qualifikation entsprechend. Dafür musste er 5 Zeugen beibringen, die bestätigten, das er kein Parteimitglied war und eine demokratische Gesinnung hatte. Er wurde dann unter seiner Qualifikation eingestellt.

Viele Grüße
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  #17  
Alt 02.06.2023, 22:49
Juergen Juergen ist offline
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Beiträge: 6.029
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Hallo Pommerellen,

Welcher Magistrat von Berlin 1948 ist gemeint, wohl der Westberliner oder?
Irgendwann gab es später in WB den Senat (genannt so wohl ab 1951) und in Ostberlin gab es weiterhin den Magisitrat und später
den "vereinigten" Maggi-Senat. Nachzulesen bei https://de.wikipedia.org/wiki/Magistrat_von_Berlin

Grüße Juergen

Geändert von Juergen (02.06.2023 um 22:53 Uhr)
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  #18  
Alt 02.06.2023, 22:50
Pommerellen Pommerellen ist offline
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Hallo Jürgen,

auf der Akte steht: Magistrat von Gross-Berlin. War aber wohl der Westteil.

Viele Grüße
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