#1  
Alt 27.05.2019, 22:51
Florian19 Florian19 ist offline
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Standard Militäreinheit gesucht; WASt konnte nicht helfen

Hallo,

ich wende mich hierhin in der Hoffnung, dass mir die Experten hier helfen können. Es geht darum, dass ich versuche etwas über den militärischen Lebenslauf eines Verwandten in Erfahrung zu bringen.
Dabei komme ich seit geraumer Zeit nicht weiter. Bei der WASt liegt überhaupt nichts vor, Gräbersuche scheidet aus, da er den Krieg überlebt hat und auch in diversen Online-Recherchen konnte ich nichts finden. Nun hoffe ich, dass mir hier jemand einen Tipp geben kann, der zumindest auf eine Einheit schließen lässt. Vielen Dank vorab.

Anbei der bekannte Werdegang:
Einberufung Militärdienst: 30.03.1944 bei der schwere Artillerie (15 cm Feldhaubitzen) in Oppeln.
Kriegsgefangenschaft: Tschechoslowakei - Gegend Tabor, dann in Russland - Gegend Orel und Tula. Russisches Lazarett, Krankenhaus am Sund in Stralsund, Birkach bei Elbersroth (Kreis Feuchtwangen), dann Eichstätt.
Entnazifizierung: minderbelastet.

Viele Grüße

Florian
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  #2  
Alt 27.05.2019, 23:30
Niederrheiner94 Niederrheiner94 ist offline
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Hallo Florian!


Ich bin zwar kein Experte, aber es gibt eine Liste, in der alle Einheiten eingetragen sind, die in Oppeln stationiert waren. Demzufolge kämen nur die beiden Artillerie-Regimenter 8 und 116 infrage.


http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...enOppeln-R.htm



Gruß
Fabian
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  #3  
Alt 28.05.2019, 06:55
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

die beiden Artillerie-Regimenter 8 und 166 kommen meiner Meinung nach nicht in Frage. Sie waren 1944 nicht in Oppeln sondern im Fronteinsatz und zählten nicht zur schweren Artillerie. In Oppeln wird erstmal die Ausbildung stattgefunden haben, bei der schweren Artillerie-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung (motorisiert) 54. Nach der Ausbildung folgte dann die Versetzung an die Front zu einer der Einheiten, für die die Ersatz-Abteilung den Ersatz lieferte.

Gruß
Basil
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  #4  
Alt 28.05.2019, 11:24
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Erbendorfer Erbendorfer ist offline männlich
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Hallo Florian,

ist die Feldpostnummer oder die Nummer der Erkennungsmarke bekannt?
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Mit freundlichen Grüßen aus der Oberpfalz

Fritz
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  #5  
Alt 28.05.2019, 17:23
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Florian,

da Sie schreiben:
'Einberufung Militärdienst: 30.03.1944 bei der schwere Artillerie (15 cm Feldhaubitzen) in Oppeln.'

kann man dann davon ausgehen, dass das Eintrittsdatum in die Armee ist, und die Ausbildungseinheit ?

Dann wird auf der EKM diese Einheit auch stehen.
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Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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  #6  
Alt 28.05.2019, 22:02
Florian19 Florian19 ist offline
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Hallo,
und zuerst einmal vielen Dank an alle hier für die Hilfe.

Zu den konkreten Fragen:
Leider ist vom militärischen Werdegang und der Kriegsgefangenschaft fast nichts bekannt. Es gibt zwar sehr viele seitenlange persönliche Erinnerungen, aber darin sind kaum Orte oder ein Datum genannt und schon gar keine einzelne Einheit o.ä.
Somit sind weder Feldpostnummer noch Erkennungsmarken-Nr. bekannt.
Motorisierte Artillerie würde passen, da spöttisch erwähnt wird, dass die leichten Geschütze nur noch mit Pferden gezogen werden und die schweren Geschütze - in der Ausbildung - von Hand bewegt werden müssen.
Der 30.03.1944 war das Eintrittsdatum in die Armee und die Einheit war die Ausbildungseinheit.

Nun konnte ich noch weitere Unterlagen auswerten und habe kurz zusammengefasst was ich noch finden konnte - vielleicht hilft es weiter...


Vor Oktober 1944: Bevor die Ausbildungseinheit von Oppeln nach Bunzlau verlegt wurde, verlegt in eine Art „Privat-Lazarett“ in der Geothestr. in Oppeln, betreut von katholischen Ordensschwestern. Dann verlegt in das Zentral-Lazarett in Oppeln.
Dann mit Reise nach Kleinitz: Genesungsurlaub zwischen Ende Oktober und Anfang November 1944. Danach war die Abteilungsverlegung von Oppeln nach Bunzlau abgeschlossen.
„außerdem war eine Umgruppierung mit Herauslösung der Schüler und Studenten und Bildung einer Offiziers-Nachwuchs-Batterie durchgeführt worden.“ Wurde nach Bunzlau zur neu gebildeten Batterie verlegt. Er beschreibt dann wie viele „Alt-Gediente“ zu den Rekruten in Oppeln kamen, besonders „von den Fliegern“. Er erwähnt einen General von Unruh.
Ende 1944 / Anfang 1945: Rückzug der Einheit nach Frankfurt / Oder.
Nach dem 12.01.1945: Als dort bereits „Kanonen-Donner und Maschinengewehr-Feuer zu hören waren“ wurde die Abteilung bis Neuruppin zurückgezogen.
Am 30.01.1945 Begleitung eines Verwundeten-Transports in ein nicht genanntes Lazarett, dann wieder nach Neuruppin. Als die russische Armee weiter vorrückte wurde die Einheit nach Mühlhausen in Thüringen verlegt. War zu diesen Zeitpunkt Unteroffiziers-Anwärter.
Wurde von dort in die Tschechoslowakei zur „Schörner-Armee“ verlegt.
„Am 1. April 1945 wurde unser Kurs mit der Beförderung zum Unteroffizier zur Schörner-Armee in Marsch gesetzt.“
Reiseroute: Riesa - Oschatz - Prag - Gegend Ostrau (Römerstadt)
April 1945: Berichtet von Partisanen-Beschuss und Absetz-Übungen über die Moldau in Richtung Westen; nächste Stationen Jägerndorf - Troppau
5. oder 6. Mai 1945: Mährisch- und Böhmisch-Trübau.
Ab Mitte Mai 1945: Kriegsgefangenschaft in der Tschechoslowakei.
Sommer 1945: Verladung in Transportzüge und Fahrt nach Österreich und dann weiter nach Ungarn - Rumänien - „Erdölstadt“ Ploesti - Russland.
Feldarbeit und Einsatz im Steinbruch; 1000-Mann-Lager.
26.12.1945: Ins Lazarett nach Tula bis Spätsommer 1946.
Rückkehr-Route: Frankfurt / Oder - Greiswald - Stralsund.
Herbst 1946 bis Sommer 1947: „Im früheren Marine-Lazarett und späteren Krankenhaus am Sund.“
Weitere Reise: Berlin - Helmstätt - Ansbach - Birkach

Es wird ein russischer Entlasungschein aus Tula, der in Frankfurt / Oder übersetzt und in Stralsund bestätigt wurde, erwähnt. Mit zwei Ergänzungen aus dem Sommer 1947 aus der britischen und amerikanischen Zone.

Dienstgrad: Unteroffizier
Entnazifizierung: Jugendamnestie*

* = Aus dem Meldebogen:
Russische Gefangenschaft vom 8.5.45 bis 9.9.46
Lazarett Stralsund vom 11.9.46 bis 28.6.47

Nochmals Danke und viele Grüße

Florian
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  #7  
Alt 29.05.2019, 01:29
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo Florian,

die Artillerie-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 54 gehörte als Teil des Artillerie-Ausbildungs-Regiments 116 zur Division Nr. 432 des Ersatzheeres. Ab Ende März 1945 wurden im Rahmen der Aktion Gotenbewegung die Einheiten des Ersatzheeres an die Front verlegt und so Teil des Feldheeres. Ob die Division Nr. 432 als Ganzes an die Front verlegt oder auf andere Verbände verteilt wurde, weiß ich nicht. Aber der Divisionskommandeur Generalleutnant Heinrich Thoma geriet am 8. Mai in amerikanische Gefangenschaft und wurde einen Tag später in Písek an die Rote Armee übergeben.

Mit der "Schörner-Armee" ist vermutlich die im Januar '45 neu aufgestellte Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner gemeint. Zu dieser Heeresgruppe gehörte die 1. Panzerarmee, die Raum Mährisch-Ostrau lag. Die Heeresgruppe wurde nordöstlich von Prag eingekesselt und ging Anfang Mai in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Die Einheiten der Division Nr. 432 wurden also wahrscheinlich der Heeresgruppe Mitte zugeteilt.

Interessant sind vielleicht auch die Wikipedia-Artikel zur Heeresgruppe Mitte und zur sowjetischen Prager Operation. Und vielleicht auch noch diese Schilderung der Abwehrkämpfe bei Troppau und Jägerndorf.

Zuletzt noch der Hinweis, dass bezüglich der russischen Gefangenschaft die Möglichkeit besteht, dass beim DRK Suchdienst eine Gefangenenakte liegen könnte.

Gruß
Basil
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Geändert von Basil (29.05.2019 um 01:32 Uhr)
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  #8  
Alt 30.05.2019, 15:19
Florian19 Florian19 ist offline
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Hallo Basil,

viele Dank für die zahlreichen Links; ich habe jetzt alles durchgelesen. Wirklich sehr spannend - allerdings sind die vielen Umbenennungen bzw. -gliederungen der Einheiten für mich noch schwer zu durchschauen. Ich denke ich muss mir das dann chronologisch aufschreiben, um nicht durcheinander zu kommen.
Mir war nicht bekannt, dass der DRK-Suchdienst auch Akten über Kriegsgefangene hat - vielen Dank auch für diesen Hinweis. Ich dachte, dass dort nur die Vermissten-, Verletzten- und Verlustmeldungen zu finden sind.

Viele Grüße

Florian
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  #9  
Alt 31.05.2019, 11:36
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Florian,

ich möchte Ihnen mein Thema:
https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=166725
empfehlen zu lesen.

Auch durch das Buch:
Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner
Teil 2
von Roland Kaltenegger
bekommen Sie etwas Hintergrundwissen.
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Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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  #10  
Alt 31.05.2019, 11:42
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Manu0379 Manu0379 ist offline weiblich
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Hi Florian,

hast du schon das International Rote Kreuz kontaktiert und die NSDAP-Mitgliederkartei des Bundesarchiv angefordert? Ja ich weiß, nicht jeder war Mitglied, aber vielleicht er.

Bundesarchiv: https://www.bundesarchiv.de/DE/Conte...forschung.html Links Benutzungsantrag ausfüllen

LG Manu
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(Neu) Karstädt, Groß Laasch und Umgebung: Möller, Gäth, Laudan, Lüth, Rohk, Dien, Ihde, Schell, Giese, Dreyer, Madaus, Hinrichs, Suhr, Tägeln, Hamann, Mellmann
Region Suckow, Prignitz: Schütt, Krutzki, Lenth, Kop(p)low, Berger, Madaus, Giestemann,
Hamburg, S-H: Osterhof, Bauer, Scheele, Kohlmeyer, Eggers, Warge, Brandenburg, Mensen
Niedersachsen: Fehmer
Rawitsch: Schmidt, Kwittua, Poranske/-ska/-ski, Eitner, Fran(c)ke, Bergmann
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artillerie , lazarett , oppeln , orel , stralsund , tabor , tula

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