#1  
Alt 06.04.2011, 12:05
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FamJohannsen FamJohannsen ist offline männlich
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Standard Armenbegräbnis ca 1918

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1918
Genauere Orts-/Gebietseingrenzung: berlin Wedding
fernabfrage.ahnenforschung.net vor der Beitragserstellung genutzt: ja / nein
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive, Datenbanken): Staatsarchiv Berlin


Hallo Mitforscher,

ich komme mit der Herkunft einer meiner Großmütter nicht so recht weiter.
Bekannt ist, das sie 1910 in der Cösliner Str. 3 in Berlin (Wedding) geboren ist, zumindest steht es so in der Geburtsbeurkundung die auf persönliche Meldung der Mutter die sich durch Heiratsschein ausgewiesen hat, vorgenommen wurde.
Zu den Eltern sind mir die Namen bekannt. Sie waren gemäß Eintrag evangelischer Religion.
Meine Großmutter hat das Elternhaus mit 14 Jahren verlassen und hatte keinen Kontakt mehr zum Vater. Sie hat zu ihrer Kindheit nur erzählt, das ihre Mutter verhungert ist, als sie selbst 8 Jahre alt war.
Ungenauigkeiten einkalkuliert, vermute ich für die Mutter das Todesjahr 1917-1919.

Zum Wohnort hat sie leider nie etwas erzählt.
die Eltern hießen (Schreibweise aus dem Geburtseintrag):
Karl August Kolbe, Arbeiter und Martha Pauline Kolbe, geb. Behnisch.
In den Adressbüchern von Berlin 1908, 1909, 19010, 1911 1920 1925 und 1930 gab es keinen K(C)arl August K(C)olbe in der Cösliner Str.
Ich vermute das die Kolbe nur Untermieter waren und deshalb nicht im Adressbuch auftauchen.
Im Landesarchiv Berlin gibt es keine Meldeunterlagen aus diesem Zeitraum (Verlust durch Kriegseinwirkung)
Die Cösliner Str. 3 gehörte laut Adressbuch 1910 zur Dankesgemeinde.
Laut Adressbuch 1918 waren die Beisetzungsplätze der Dankesgemeinde in der Liesenstr. 6 und in der Müllerstr. 72/78. Auf beiden Plätzen hat es zwischen 1917 und 1919 keine Beisetzung Kolbe gegeben.

Ich vermute jetzt, das die Familie eventuell kein Geld für die Beerdigung hatte (warum sonst verhungert?).
Wie und wo wurden Armenbegräbnisse in Berlin vorgenommen und aufgezeichnet?
Wo finde ich Informationen?

Verzweifelte Grüße von der Ostseeküste
Arne
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  #2  
Alt 06.04.2011, 14:11
Melanie_Berlin Melanie_Berlin ist offline
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Hast du die Aussage, dass auf genannten Friedhöfen in den Jahren 1917-1919 kein Kolbe beigesetzt wurde, direkt von der Friedhofsverwaltung?

Hast du die Bestattung bereits in den Kirchenbüchern der Dankesgemeinde gesucht? Dort wurde nämlich im Normalfall auch angegeben, ob eine Auslösung stattfand, die Bestattung also woanders stattfand. Ich denke, dass auch Randbemerkungen über ein Armenbegräbnis vorgenommen wurden.
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Viele Grüße,
Melanie
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  #3  
Alt 06.04.2011, 18:38
Klingerswalde39_44
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Hallo,

hast Du schon nach der standesamtlichen Sterbeurkunde zwischen 1917 und 1919 im heutigen Standesamt Mitte gefragt. In Mitte befinden sich die Unterlagen aus dem Wedding (auch das Archivgut). Du kannst dort schriftlich nachfragen oder selber recherchieren.

Viele Grüße, Gabi
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  #4  
Alt 06.04.2011, 18:44
Merle Merle ist offline
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Hallo Arne,

steht irgendwas auf der Heiratsurkunde der Großmutter zu den Eltern? Gibt es vielleicht noch eine Belegakte zu dieser Heirat?

Gruß
merle
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  #5  
Alt 06.04.2011, 19:29
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FamJohannsen FamJohannsen ist offline männlich
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Danke erst mal für Eure Postings

Melanie_Berlin: Ich habe Heute mit der Friedhofsverwaltung Liesestr (Donfriedhof) telefoniert, dort wurde in den Namenslisten von 1917-1919 nachgesehen. Die Dankeskirchengemeinde habe ich noch nicht erreicht.
Was darf ich mir unter einer Auslösung vorstellen?

Gabi: Von StAmt Mitte habe ich die Geburtseintragung bekommen. Ich hatte nach weiteren Eintragungen gefragt, konnte jedoch das Geburtsdatum der gesuchten Personen nicht nennen, ohne diese Angaben war eine ausführliche Suche nicht möglich. Eventuell sollte ich nochmal schriftlich anfragen.

Merle: Meine Großmutter war in Pommern (Konikow / Kreis Köslin) zweimal verheiratet, der erste Mann starb nach kürzester Zeit. Mein Großvater war der zweite Partner. Es liegen leider keine Urkunden vor, vom Standesamt Konikow haben nur sehr wenige Unterlagen das StAmt I erreicht.
Ich habe aber noch keine polnischen Archive angeschrieben.

Gruß
Arne
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  #6  
Alt 06.04.2011, 20:10
Melanie_Berlin Melanie_Berlin ist offline
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Hallo Arne,

Mit einer Auslösung wurde ein Toter von der Bestattung in der zuständigen Kirchgemeinde ausgelöst. Wenn das geschehen ist, konnte der Tote auf einem anderen Friedhof (und somit anderer Kirchgemeinde) bestattet werden. Z.B. wenn es schon irgendwo ein Familiengrab gab.
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Viele Grüße,
Melanie
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  #7  
Alt 06.04.2011, 23:51
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Melanie_Berlin, danke für deine Erläuterung, weißt Du zufällig ob es 1918 auch stadteigene (nicht-kirchliche) Friedhöfe gab?
Ich werde Morgen nochmal versuchen die Dankeskirche zu erreichen.
Ich befürchte aber, das nicht nur das Kirchengebäude im Krieg zerstört wurde.
Gruß
Arne
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  #8  
Alt 07.04.2011, 00:10
Melanie_Berlin Melanie_Berlin ist offline
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Zitat:
Zitat von FamJohannsen Beitrag anzeigen
Melanie_Berlin, danke für deine Erläuterung, weißt Du zufällig ob es 1918 auch stadteigene (nicht-kirchliche) Friedhöfe gab?
Ich werde Morgen nochmal versuchen die Dankeskirche zu erreichen.
Ich befürchte aber, das nicht nur das Kirchengebäude im Krieg zerstört wurde.
Gruß
Arne
Versuch es direkt in der Friedhofsverwaltung. In der Kirche wird man dir bestimmt sagen, dass die Unterlagen alle im Archiv sind (EZAB).

Über Städtische Friedhöfe weiß ich nichts. Ich kann aber aus meiner, keiner Religion angehörigen Familie sagen, dass die Begräbnisse trotzdem auf Friedhöfen stattfinden können, die einer Kirchgemeinde gehören.
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Viele Grüße,
Melanie
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  #9  
Alt 07.04.2011, 00:13
Melanie_Berlin Melanie_Berlin ist offline
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Wenn du nicht sicher bist, ob die Bestattung auf einem kirchlichen oder städtischen Friedhof stattfand, bist du vielleicht mit deiner Suche schneller, wenn du beim StA Mitte (wo wie erwähnt, die Unterlagen vom ehemaligen StA Wedding liegen) nach der Sterbeurkunde suchst/suchen lässt. Dort musste der Tod ja definitiv gemeldet werden.
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Viele Grüße,
Melanie
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  #10  
Alt 07.04.2011, 21:34
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Preussin Preussin ist offline
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Hallo Arne,

hast Du mal versucht, den Taufeintrag Deiner Großmutter zu bekommen? Mit ein wenig Glück enthält der Informationen, die nicht in der Geburtsurkunde zu finden sind (obwohl letztere meistens ausführlicher sind...)

Gruß, die Preussin.
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behnisch , kolbe , wedding

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