#21  
Alt 26.02.2021, 14:20
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Zitat von Balduin1297 Beitrag anzeigen
Hallo,
ich kann zu 100% ausschließen, dass es sich bei dem Dimitri Alexandrowitsch Baturin aus Nizza um den leiblichen Vater handelt. Schon ab den 1860er Jahren gab es viele russische Adelige, die nach der Abschaffung der Leibeigenschaft ihre nicht mehr rentable Güter an deutsche Kolonisten verkauft haben und sich von dem Geld Paläste in Nizza gebaut haben.

Darunter war auch der Arbeitgeber meines Vorfahren Julius Müller namens Fürst Lew Viktorowitsch Kotschubej, der seine Güter in Russland verkauft hat und in Nizza einen Palast erbauen ließ. In Nizza ist er auch gestorben. Gerade Nizza war bei russischen Adelsfamilien sehr beliebt. Es wäre unmöglich gewesen, dass ein russischer Adeliger aus Paris oder aus Nizza in das ärmliche, ländliche Hinterpommern im Königreich Preußen umgezogen ist. Diese Familien sind direkt von Russland nach Frankreich ausgewandert und sind auch im französischen Exil geblieben. Ansonsten gab es nur bekannte deutsche Kurorte, die vor allem bei russischen Adeligen aus St. Petersburg beliebt waren. In das ländliche Hinterpommern hatte sich mit Sicherheit kein russischer Adeliger verirrt.

Der andere Dimitri Baturin ist im Jahr 1888 im Kreis Werchne-Udinsk (heute Ulan-Ude) östlich des Baikalsees geboren. Sein Sterbeort Sprottau liegt aber nicht in Pommern, sondern in der Neumark. Er war Landwirt und Gemeiner in der russischen Armee. Der Sterbeeintrag befindet sich im Anhang.

Außerdem ist der Name Baturin sehr häufig, siehe hier: https://forebears.io/surnames/baturin

Es wird also zur selben Zeit viele Personen mit dem Namen Baturin gegeben haben. Es bleibt nur eine Recherche vor Ort im Einwohnermeldeamt übrig. Denn eigentlich müsste er gemeldet gewesen sein.

Vielen Dank für die Hilfe. Der andere Dmitri Baturin hätte eigentlich passen können. 1918 wäre aber zu früh als Sterbedatum und es scheint auch kein Fehler vorzuliegen. Außerdem passt sein Geburtsort, der viele tausend Kilometer vom Ural entfernt iegt, nicht mit der Aussage meines Onkels überein. Ich kann das Dokument aber leider schlecht entziffern.

Ich habe ja vor vier Tagen das Standesamt in Pyritz angeschrieben und habe auch seinen Namen angegeben und den meiner Urgroßmutter. Die Daten zu meiner Oma kannt ich ja vollständig. Vielleicht melden sie sich ja noch.


liebe Grüße


Sebastian
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  #22  
Alt 26.02.2021, 16:18
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
du hast recht. Eigentlich hätte er sehr gut gepasst, auch weil er Landwirt war und du meintest ja, dass er ein Imker im Ural war. Vielleicht werden noch in einem polnischen Archiv die Akten des Einwohnermeldeamt aufbewahrt. Eigentlich gab es in Preußen bereits seit dem 19. Jahrhundert Einwohnermeldeämter. Bei einer Melderegisterauskunft in dem Ort, in dem deine Oma geboren wurde, solltest du ihn eigentlich finden.

Hast du eigentlich ein paar mehr Informationen? Weißt du, wie lange der Dimitri in Beyersdorf gelebt hatte? Hatte er seine Tochter nach der Geburt verlassen? Und wo ist er hingezogen, als Hinterpommern im Jahr 1945 von den Sowjets besetzt worden ist.

Leider gibt es zur Zeit des Ersten Weltkriegs und Bürgerkriegs in Russland deutlich weniger Unterlagen als zum Zweiten Weltkrieg. Aber da er während der russischen Revolution nach Deutschland geflohen ist, würde es sich vielleicht lohnen, dort weiterzuforschen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass er als Russe nach Hinterpommern umgezogen ist. Die meisten Russen haben eigentlich zu dieser Zeit in Berlin gelebt.
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Ökonom, Oberverwalter August Gustav Julius Müller, * 26.9.1819 Bergen auf Rügen, + nach 1897 Studenok Gouvernement Charkow
Ottilie Charlotte v. Twardowsky genannt Hartmann, * 17.5.1825 Riga, + 19.3.1870 Bely Kolodez Gouvernement Charkow

Geändert von Balduin1297 (26.02.2021 um 16:41 Uhr)
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  #23  
Alt 26.02.2021, 18:08
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Zitat von Balduin1297 Beitrag anzeigen
Hallo,
du hast recht. Eigentlich hätte er sehr gut gepasst, auch weil er Landwirt war und du meintest ja, dass er ein Imker im Ural war. Vielleicht werden noch in einem polnischen Archiv die Akten des Einwohnermeldeamt aufbewahrt. Eigentlich gab es in Preußen bereits seit dem 19. Jahrhundert Einwohnermeldeämter. Bei einer Melderegisterauskunft in dem Ort, in dem deine Oma geboren wurde, solltest du ihn eigentlich finden.

Hast du eigentlich ein paar mehr Informationen? Weißt du, wie lange der Dimitri in Beyersdorf gelebt hatte? Hatte er seine Tochter nach der Geburt verlassen? Und wo ist er hingezogen, als Hinterpommern im Jahr 1945 von den Sowjets besetzt worden ist.

Leider gibt es zur Zeit des Ersten Weltkriegs und Bürgerkriegs in Russland deutlich weniger Unterlagen als zum Zweiten Weltkrieg. Aber da er während der russischen Revolution nach Deutschland geflohen ist, würde es sich vielleicht lohnen, dort weiterzuforschen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass er als Russe nach Hinterpommern umgezogen ist. Die meisten Russen haben eigentlich zu dieser Zeit in Berlin gelebt.

Hallo, ich glaube du verwechselst mich mit der Nutzerin, die auch jemanden aus dem Ural gesucht hat. Der war glaube ich Imker. Den Beruf von meinem Urgroßvater kenne ich leider nicht.


Von meinem Onkel kenne bisher nur seinen Namen, dass er vom Ural war und dass die Geburt meiner Oma unehelich war. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat mein Onkel gesagt "er wäre übergelaufen" oder so etwas in die Richtung. Er meinte auch, meine Oma hätte sich aufgeregt. Ich weiß jetzt nicht, ob er damit die uneheliche Geburt meinte, oder ob sie mit ihrem Vater nicht zufrieden war. Zumindest hat sie mit mir eigentlich nie über ihre Eltern gesprochen.


Sie hat aber viel von Russland erzählt. Die war in Kriegsgefangenschaft und hat immer gesagt, dass sie in Archangelsk war. Sie soll ihren 18. Geburtstag auch in Moskau verbracht haben.

Ich weiß auch nicht genau, warum er nach Deutschland oder Pommern gekommen ist. Die Russische Revolution halte ich für möglich, weil es passt.

Und ja, so wie ich es verstanden habe, ist meine Oma in Beyersdorf geboren und ist dort auch aufgewachsen. Ob ihre Mutter vorher dort gewohnt hat oder dorthin gezogen ist, weiß ich nicht. Hat der andere Dimitri Baturin nicht auch in Pommern gelebt? Warum glaubst du, dass es ungewöhnlich war? Weil es nicht in Berlin war? Ich habe gehört, die meisten Russen in Berlin hätten die Stadt Ende der 1920er Jahre verlassen. Und meine Oma kam Ende 1927 zur Welt. Ich vermute, dass er spätestens 1933 aufgrund der Machtergreifung weggezogen ist. Oder meinst du, er könnte zu dieser Zeit in Deutschland gelebt haben?

liebe Grüße
Sebastian

Geändert von Sebastian901 (26.02.2021 um 18:11 Uhr)
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  #24  
Alt 26.02.2021, 18:25
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
Entschuldigung, dass ich dich verwechselt habe. Der andere Dimitri Baturin, der im Jahr 1918 gestorben ist, hat in der Neumark gelebt, was aber nicht weit von Hinterpommern entfernt liegt. Und der Erste Weltkrieg und Zweite Weltkrieg haben vieles Durcheinander gebracht. Ab 1933 kann er aber eigentlich nicht zurück in die Sowjetunion gegangen sein, da er Jahr 1917 vor den Sowjets geflohen ist. Vielleicht ist er nach Frankreich oder in andere westlichen Länder geflüchtet.

Die Suche im Ural ist wie die Suche nach einem Nagel im Heuhaufen. Du müsstest die Kirchenbücher aller Gemeinden im gesamten Ural durchsuchen.
Ich könnte dir auf jeden Fall den russischen Ahnenforscher Kirill empfehlen. Wenn jemand etwas findet, dann Kirill. Du kannst eine kostenlose Anfrage machen und er erklärt dir dann, was es noch für Akten gibt. Anschließend kannst du selbst entscheiden, ob du selbst die Archive besuchen willst oder Kirill kostenpflichtig beauftragen willst.

Seine Email-Adresse: kahani@gmail.com

Seine Webseite: https://rusgenproject.com/free/

weitere Informationen zu seiner Spezialisierung: https://www.apgen.org/users/kirill-chashchin

Am schwierigsten wird es aber herauszufinden, ob die gesuchte Person im Ural auch die Person ist, die nach Hinterpommern ausgewandert ist. Denn da der Name Baturin sehr häufig ist, wird es sehr viele Dimitri Baturins zur selben Zeit geben. Deshalb wäre es vielleicht besser zuerst in Hinterpommern eine Melderegisterauskunft zu beantragen. Dort sollte sowohl sein Geburtsort als auch sein Geburtsort eingetragen sein.
Und wohin ist deine Oma hingezogen, als Hinterpommern ab dem Jahr 1945 von den Sowjets besetzt worden ist? Musste der Dimitri eigentlich Unterhalt zahlen? Eigentlich gibt es Gerichtsakten zur Feststellung der Vaterschaft. Und in diesen Akten wird normalerweise auch seine Adresse und weitere wichtige Informationen angegeben.
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  #25  
Alt Gestern, 01:18
DoroJapan DoroJapan ist offline weiblich
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Zitat von Sebastian901 Beitrag anzeigen
Hallo Doro,

Deinen Beitrag muss ich mir auch nochmal genau anschauen.

liebe Grüße

Sebastian

Hallo Sebastian,

damit du alles besser findest fass ich nochmal zusammen:

1. Kopie aus dem "Sterberegister (FB 34/003)" und die dazugehörige Sammelakte/Beiakte - Woher? Siehe Beitrag #10, weiter Infos #13
2. Kopie aus dem Melderegister zur Oma aus dem Stadtarchiv Aachen aus den 1960iger Jahren - siehe Beitrag #13
3. Kopie aus dem Heiratsregister und die dazugehörige Sammelakte/Beiakte - Woher? Wissen wir noch nicht, der Name des damaligen Standesamtes, Register-Nr. sowie Jahr der Eheschließung sollten im Sterbebuch-Eintrag stehen. (Je nachdem wann die Heirat war, liegen die Unterlagen dann noch im Standesamt oder im Archiv.)
4. Kopie aus dem Melderegister zur Urgroßmutter - siehe Beitrag #22
5. Kirill kontaktieren - siehe Beitrag #24

und wenn du willst

6. Kirchenrechnungen für den Zeitraum 1927-1942 - Woher? Siehe Beitrag #8

Dann bin ich mal gespannt, was du alles herausfindest.

liebe Grüße
Doro
__________________
Brandenburg: Lehmann: Französisch Buchholz; Mädicke: Alt Landsberg, Biesdorf; Colbatz/Kolbatz: Groß Köris; Lehniger, Kermas(s), Matzke: Schuhlen-Wiese(Busch)
Schlesien: Neugebauer: Tschöplowitz+Neu-Cöln (Brieg); Gerstenberg: Pramsen; Langner, Melzer, Dumpich: Teichelberg (Brieg); Kraft: Dreißighuben (Breslau), Lorankwitz
Pommern-Schivelbein: Barkow: Falkenberg; Bast: Bad Polzin
Böhmen-Schluckenau: Pietschmann: Hainspach, Schirgiswalde; Kumpf: Alt Ehrenberg 243, 28; Ernst: Nixdorf 192

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  #26  
Alt Gestern, 17:25
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Hallo, danke nochmal. Vielleicht ist es auf Anhieb einfacher, etwas über meine Urgroßmutter zu erfahren. Ich habe bei Ancestry relativ wenige Personen mit dem Namen gefunden die in Frage kämen. Manche von ihnen haben einen anderen Mädchennamen bzw haben geheiratet. Vielleicht hat meine Urgroßmutter ja vorher oder später geheiratet. Meine Oma hatte ja noch 7 Geschwister (Halbgeschwister?) Alle Personen mit dem Namen Erna Radike die ich in Deutschland gefunden habe, passen zeitlich und örtlich. Auch könnte meine Urgroßmutter -genauso wie meine Oma und Mutter- noch zwei weitere Vornamen gehabt haben. Ich habe hier mal eine Liste gemacht. Eine davon könnte besonders interessant sein: Ich habe ja erwähnt, dass meine Oma um die 60er Jahre herum nach Mönchengladbach/ NRW umgezogen ist. Und ich habe eine Person aus NRW gefunden bzw. gestern stand eine Erna Radike drin, die 1960 in Mönchengladbach gelebt hat. Leider habe ich keinen vollständigen Zugang zu den Daten und wäre für jede Hilfe dankbar.


Erna Lucy Liesbeth Radike
Östliche preußische Provinzen, Polen, Personenstandsregister 1874-1945

Erna Ella Elsbeth Radike
Berlin, Deutschland, Geburtsregister, 1874-1908
Geburt und Taufe

Erna Bertha Caroline Radike
Berlin, Deutschland, Geburtsregister, 1874-1908

Erna Radike
Östliche preußische Provinzen, Polen, Personenstandsregister 1874-1945

Erna Radike
Adressbücher aus Deutschland und Umgebung, 1815-1974

Jahr Stadt, North Rhine-Westphalia, Deutschland
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