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  #11  
Alt 03.10.2018, 10:49
Benutzerbild von Mia
Mia Mia ist offline
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Registriert seit: 15.07.2013
Beiträge: 395
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Bei meinen Forschungen bin ich des Öfteren auf mehrere früh verstorbene Kinder innerhalb einer Familie gestoßen.
Da ein Familienname in einem Ort gehäuft auftrat, habe ich alle Kirchbucheinträge dieses Namens erfasst und zugeordnet, sonst hätte ich - wegen zahlreichen Vornamensgleichheiten - meine Vorfahren nicht sicher zuordnen können. Was mir seitdem im Gedächtnis blieb war ein Ehepaar (er war Metzgermeister), das 8 Kinder hatte (um 1850). Alle 8 starben innerhalb weniger Tage bzw. Monate. Das älteste Kind wurde nur 18 Monate alt. Das finde ich schon sehr tragisch.
Auch tragisch: Ein Landwirt hatte insg. 18 Kinder (von 2 Frauen). Nur 4 davon erreichten das Erwachsenenalter.
Viele Grüße
Mia
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  #12  
Alt 03.10.2018, 11:00
Benutzerbild von Kaktus
Kaktus Kaktus ist offline männlich
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Registriert seit: 02.09.2017
Beiträge: 93
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Danke Arno, für diesen interessanten Artikel, hier wird vieles anschaulich erklärt! Ich glaube auch das in den Familien unterschiedlich mit der Kindersterblichkeit umgegangen wurde.
Auch in meiner Ahnenreihe habe ich so einen Fall: Von 9 Kindern starben 6 bereits als Kleinkinder. Die Mutter verstarb mit 39 Jahren im Kindbett, die 3 anderen Kinder wuchsen dann bei Verwandten auf. Der Vater lebte und arbeitete auf einem Gutshof und wurde 75 Jahre alt.
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  #13  
Alt 03.10.2018, 11:32
Verano Verano ist offline
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Registriert seit: 22.06.2016
Beiträge: 4.605
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Hallo zusammen,

ich empfehle das Buch:
„Hört ihr die Kinder weinen.“
von Lloyd de Mause.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #14  
Alt 03.10.2018, 11:55
Benutzerbild von Mr. Black
Mr. Black Mr. Black ist offline
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Ich finde es bemerkenswert, wenn ich Familien finde, die vielleicht zehn oder mehr Kinder bekamen und alle überlebten - oder anders formuliert, der Tod von Kindern war leider keine Besonderheit. Mein negativer Höhepunkt in einer Seitenlinie ist eine Familie, die 11 Kinder bekamen und alle 11 verstarben bald wieder. Eines wurde drei Monate alt, die anderen verstarben noch früher. Solche Extrembeispiele habe ich aber nur zwei oder drei.

Ich denke schon, daß die Kinder wertgeschätzt wurden, aber damals gehörte der Tod zum Leben und war weit mehr natürlicher (wie wir Menschen auch) als in der heutigen Zeit, wo derlei tabuisiert wird, was auch folgende Zeitungsanzeige beweist:

"...entschlief sanft unser geliebtes Töchterchen Elly im Alter von 6 Monaten. Dies zeigen tiefbetrübt..."

Alles Gute,

Marcus
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https://de.groups.yahoo.com/neo/grou...ein/info?tab=s
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  #15  
Alt 03.10.2018, 13:08
Verano Verano ist offline
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Registriert seit: 22.06.2016
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Zitat:
Zitat von Mr. Black Beitrag anzeigen

Ich denke schon, daß die Kinder wertgeschätzt wurden, ...

"...entschlief sanft unser geliebtes Töchterchen Elly im Alter von 6 Monaten. Dies zeigen tiefbetrübt..."

Familien die es sich leisten konnten, haben ihre geliebten Kinder nach dem Tod noch fotografieren lassen:

https://www.lomography.de/magazine/2...lebenden-toten
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #16  
Alt 03.10.2018, 14:15
Ahrweiler Ahrweiler ist offline männlich
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Registriert seit: 12.12.2009
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Beiträge: 1.018
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Hallo zusammen
Die Kindersterblichkeit war zur damaligen Zeit sehr hoch.Ich habe einen in meiner Linie der mir einer Frau 12 Kinder hatte.9 Kinder starben davon.Wenn man bedenkt welcher Schmutz damals überall war ist es kein Wunder ,dass noch genug Kinder überlebten denn sonst würden wir nicht hier sein.Die Kinder starben meist an Tbc ,Fraisen und ähnlichen Krankheiten.Ich selbst kann sagen,dass ich nicht hier sein würde hätte das letzte Kind,das 3 Monate nach dem Tot meines Ururururgroßvaters zur Welt kam und überlebte.Der Stamm meiner Mutter würde da nicht da sein.
LG
Franz Josef
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  #17  
Alt 03.10.2018, 19:34
Benutzerbild von Interrogator
Interrogator Interrogator ist offline männlich
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Ort: Emsland
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Nur so am Rand:
Es beginnt eine vulkanische Ausbruchsserie der Laki-Krater in Island, die acht Monate dauert. Asche und saurer Regen vergiften das Vieh und führen zu Hungersnöten im Winter 1783/84 nicht nur in Island, sondern in ganz Europa und Amerika.
__________________
Gruß
Michael
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  #18  
Alt 04.10.2018, 01:05
Benutzerbild von AUK2013
AUK2013 AUK2013 ist offline männlich
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Registriert seit: 21.05.2013
Ort: Phoenix See
Beiträge: 441
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Hallo,

ich möchte die Gedanken von Zeilenweise / #8 noch einmal aufnehmen.

Zitat:
Was mir an dem Artikel etwas aufstößt, ist die Annahme, dass ein einzelnes Kind wenig zählte und es den Eltern gleichgültig war, was damit passierte. Und nur weil das Kind unehelich auf die Welt kommt, heißt das nicht, dass es keinen Vater gab, der sich verantwortlich fühlte.
Auch ein kleiner Säugling hat schon einen eigenen Charakter, und das Kindchen-Schema funktioniert auch bei armen und überarbeiteten Menschen. Es waren wohl eher die äußeren Umstände, die Leute zwangen, ihre Kinder zu vernachlässigen, als mangelnde Elternliebe
Eine wirkliche Elternliebe hat sich in der Zeitgeschichte nur sehr langsam entwickelt.

Einen interessanten Artikel dazu habe ich hier gefunden:

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2018). Geschichte der Kindererziehung. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller...rziehung.shtml (2018-10-03).

Auch meine Großmutter war selbst noch in den 1920er Jahren kein verhätscheltes Kleinkind, sondern mehr Putzmädchen, Küchenhilfe, Feldarbeiterin, Kindermädchen und...…….

Viele Grüße

Arno
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  #19  
Alt 04.10.2018, 13:22
Malte55 Malte55 ist offline
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Beiträge: 293
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Moin
Man stelle sich vor, es hätte damals nicht die Kindersterblichkeit gegeben, wäre dann das Bevölkerungs-Wachstum explodiert? Hätte es dann noch mehr Kriege gegeben? Wären dann überhaupt so viele Kinder geboren worden?
LG Malte
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  #20  
Alt 04.10.2018, 14:29
Verano Verano ist offline
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Registriert seit: 22.06.2016
Beiträge: 4.605
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Auch Moin,

falls keine Kinder gestorben wären, hätte es auch nicht so viele Geburten gegeben. Kinder = Altersvorsorge.

Trotzdem flach deine Einlassung.
Gründe für die hohe Kinderzahl und ihre Sterblichkeit im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit sind bekannt.
__________________
Viele Grüße August

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