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  #1  
Alt 02.10.2018, 22:41
Zima1986 Zima1986 ist offline weiblich
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Standard So viele tote Kinder

Guten Abend zusammen,

ich bin auf einen Seitenverwandten gestoßen, der mit drei Frauen insgesamt mindestens 14 Kinder hatte. Das für mich merkwürdige ist, dass davon 10 früh gestorben sind, die meisten bereits als Babys oder Kleinkinder, drei im Alter von 7, 8 und 13 Jahren.

Auch mit den Ehefrauen hatte er nicht viel Glück. Die erste starb wenige Monate, nachdem das erste Kind der beiden verstorben war.
Mit der zweiten Ehefrau hatte er nach jetzigem Kenntnisstand drei Kinder, dann ziehen die beiden für mehrere Jahre woanders hin, bis der Mann Anfang der 1880er Jahre wieder im Ort auftaucht, diesmal mit einer neuen Ehefrau und einem neuen Auskommen als Tischler. Mit dieser hat er 10 Kinder, von denen nur drei das Erwachsenenalter erreichen.

Die Todesursachen sind verschieden, mal sind es Krämpfe, mal Brustfieber, Schwindsucht, Stickhusten (wohl Keuchhusten) und ein Kind wurde vom Wagen überfahren.

Hattet ihr sowas auch schon mal bei euren Vorfahren?


Kurze Ergänzung, das ganze fand im Zeitraum von 1860 bis kurz vor 1900 im Eichsfeld statt. Dass Kinder jung starben, ist an sich nichts ungewöhnliches, aber die Häufung bei dieser Familie hatte ich so im Stammbaum bisher noch nicht.
__________________
Kr. Briesen u. Strasburg: Czaplewski, Kaminski, Dolaszynski,
Kr. Gostyn: Berdyszak, Klups, Wojtkowiak, Karpinski
Oppeln/Rosenberg O.S.: Wodarz, Tkaczyk, Nowak, Jess, Jendrysik, Cyran
Bad Reinerz: Kastner
Striegau: Körber
Eichsfeld: Dölle, Bertram, Müller, Kaufholz, Schwarzenberg, Kühne

Geändert von Zima1986 (02.10.2018 um 23:38 Uhr)
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  #2  
Alt 02.10.2018, 22:58
Benutzerbild von zeilenweise
zeilenweise zeilenweise ist offline
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Die Lebenserwartungen für Kinder war zu manchen Zeiten nicht sehr hoch. Du schreibst nicht, wann das war. Aber es gab zum Beispiel Anfang des 19. Jh. viele Missernten und schließlich auch noch die Kartoffelfäule, die in vielen Orten für Not gesorgt hat (bekannt ist vor allem das Beispiel Irlands, aber die Kartoffelfäule war auch in vielen deutschen Regionen problematisch). Mangelernährung, schlechte medizinische Versorgung und Armut trugen zum frühen Tod vieler Kinder bei.
Manchmal ist es auch die Syphilis-Erkrankung der Eltern, die zur Geburt kranker und nicht überlebensfähiger Kinder führt.
Bei meinen Vorfahren schaue ich auf große Reihen von Geschwistern, nur um dann festzustellen, dass nur zwei oder drei erwachsen wurden. Aber einfach dadurch, dass ich die anderen mit notiere, sind sie nicht vergessen.
__________________
Gruß, zeilenweise
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  #3  
Alt 02.10.2018, 23:03
Benutzerbild von Araminta
Araminta Araminta ist offline
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Hallo,

nein, in der Dimension gibt es bei mir so etwas nicht.
Aber natürlich sind schon viele Babys, Kinder und die Ehefrauen oft im Kindbett verstorben.
Eine Vorfahrin von hatte 19 Kinder, von denen "nur" 5 als Babys starben.

Aber bei mir kam bei verstorbenen Ehegatten immer nur eine 2. Ehe, danach war Schluß
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  #4  
Alt 02.10.2018, 23:23
Benutzerbild von AUK2013
AUK2013 AUK2013 ist offline männlich
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Hallo,

hier ein älterer Artikel zum Thema in der Zeit Online.

„Der Herr hat’s gegeben; der Herr hat’s genommen“

https://www.zeit.de/1992/10/der-herr...-hats-genommen

Säuglingssterblichkeit in Deutschland von 1800 bis heute.

(Insgesamt 8 Online - Seiten)

Viele Grüße

Arno

Geändert von AUK2013 (02.10.2018 um 23:30 Uhr)
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  #5  
Alt 02.10.2018, 23:36
Zima1986 Zima1986 ist offline weiblich
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Von 1860 bis kurz vor 1900.
Dass Kinder starben, war natürlich damals nicht ungewöhnlich. Aber dass so viele, von unterschiedlichen Müttern in mehreren Jahrzehnten geboren, starben, hatte ich bislang im Stammbaum nicht.
Vielleicht gab es bei dieser Familie einen Faktor, der die Sterblichkeit erhöht hat.


Zitat:
Zitat von zeilenweise Beitrag anzeigen
Die Lebenserwartungen für Kinder war zu manchen Zeiten nicht sehr hoch. Du schreibst nicht, wann das war. Aber es gab zum Beispiel Anfang des 19. Jh. viele Missernten und schließlich auch noch die Kartoffelfäule, die in vielen Orten für Not gesorgt hat (bekannt ist vor allem das Beispiel Irlands, aber die Kartoffelfäule war auch in vielen deutschen Regionen problematisch). Mangelernährung, schlechte medizinische Versorgung und Armut trugen zum frühen Tod vieler Kinder bei.
Manchmal ist es auch die Syphilis-Erkrankung der Eltern, die zur Geburt kranker und nicht überlebensfähiger Kinder führt.
Bei meinen Vorfahren schaue ich auf große Reihen von Geschwistern, nur um dann festzustellen, dass nur zwei oder drei erwachsen wurden. Aber einfach dadurch, dass ich die anderen mit notiere, sind sie nicht vergessen.
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  #6  
Alt 02.10.2018, 23:41
Zima1986 Zima1986 ist offline weiblich
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10 von 14 Kindern (die, die mir bekannt sind) finde ich ganz schön viel, ich hatte zwar oft schon tote Kinder im jungen Alter in den KB entdeckt, aber so einen krassen Fall habe ich noch nicht erlebt.


Zitat:
Zitat von Araminta Beitrag anzeigen
Hallo,

nein, in der Dimension gibt es bei mir so etwas nicht.
Aber natürlich sind schon viele Babys, Kinder und die Ehefrauen oft im Kindbett verstorben.
Eine Vorfahrin von hatte 19 Kinder, von denen "nur" 5 als Babys starben.

Aber bei mir kam bei verstorbenen Ehegatten immer nur eine 2. Ehe, danach war Schluß
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  #7  
Alt 02.10.2018, 23:44
Zima1986 Zima1986 ist offline weiblich
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Danke, die Kindersterblichkeit früher war mir zwar schon bekannt, aber dieser Artikel geht nochmal ziemlich ins Detail.


Zitat:
Zitat von AUK2013 Beitrag anzeigen
Hallo,

hier ein älterer Artikel zum Thema in der Zeit Online.

„Der Herr hat’s gegeben; der Herr hat’s genommen“

https://www.zeit.de/1992/10/der-herr...-hats-genommen

Säuglingssterblichkeit in Deutschland von 1800 bis heute.

(Insgesamt 8 Online - Seiten)

Viele Grüße

Arno
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  #8  
Alt 03.10.2018, 01:30
Benutzerbild von zeilenweise
zeilenweise zeilenweise ist offline
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Was mir an dem Artikel etwas aufstößt, ist die Annahme, dass ein einzelnes Kind wenig zählte und es den Eltern gleichgültig war, was damit passierte. Und nur weil das Kind unehelich auf die Welt kommt, heißt das nicht, dass es keinen Vater gab, der sich verantwortlich fühlte.
Auch ein kleiner Säugling hat schon einen eigenen Charakter, und das Kindchen-Schema funktioniert auch bei armen und überarbeiteten Menschen. Es waren wohl eher die äußeren Umstände, die Leute zwangen, ihre Kinder zu vernachlässigen, als mangelnde Elternliebe.
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Gruß, zeilenweise
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  #9  
Alt 03.10.2018, 08:11
Lock Lock ist offline
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Von 10 Kindern, geboren zwischen 1817 bis 1832 sterben 7 im Alter von 1/2 bis 10 Jahre. Allein 1828 drei innerhalb von zwei Wochen an Scharlach.
Und die Eltern gehörten zu den besser gestellten (Gutspächter).
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  #10  
Alt 03.10.2018, 10:18
lisetta lisetta ist offline
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@zeilenweise


Ich denke auch, dass man differenzieren muss. Ich habe in einem Kirchenbuch aus dem 19. Jhdt gelesen, dass ein Kind des Pfarrers starb und er nutzt das Kirchenbuch dazu, seine ureigenen Empfindungen ergänzend niederzuschreiben. Seine tiefe Trauer berührte mich heute noch.


Andererseits weiß ich aus der Generation meiner Großmutter, die 7 Kinder und etwas LAndwirtschaft hatte, dass da oft viel Müdigkeit und wenig Zeit für die Kinder war - einfach den schweren Lebensbedingungen geschuldet.
Von meiner Urgroßmutter aus einer anderen Linie, die nicht reich, aber recht gut situiert in der Stadt wohnte, wird dagegen berichtet, sie habe immer wieder von der jüngsten verstorbenen Tochter gesprochen.
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