#21  
Alt 24.12.2016, 13:58
tuedelluet tuedelluet ist offline männlich
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Mir sind keine Katastrophen bekannt:

Ich erinnere mich an das gemeinsame schmücken des Baumes mit meinem Vater, denn an diesem Tag war er nicht zur Arbeit (Ende der 60er / 70er). Viel Lametta, die Glaskugeln , E-Kerzen, und Mini-Schokotäfelchen und diese Zuckerperlenschokoringe.

Nachmittags gab es das Kinderprogramm im Fernsehen und abends vor der Bescherung las mein Vater mir in meinem Zimmer aus dem Märchenbuch vor. Kaum auszuhalten die Spannung....
Nach der Bescherung dann gemeinsames essen von... Richtig: Kartoffelsalat und Würstchen.
Im Radio kam dann die Sendung "Gruß an Bord" mit Übertragung der Funkespräche zwischen Norddeich Radio und deutschen Schiffen.

Ich wünsche Euch allen eine gesegnete und ruhige Weihnachten.
__________________
Gruß aus Bremen

tuedelluet
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  #22  
Alt 24.12.2016, 15:36
Benutzerbild von Friedrich
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Moin zusammen,

meine Erinnerungen begannen immer mit der Adventzeit. Mitten auf dem Küchentisch stand abends der Adventskranz, und es wurde auch gesungen! Nicht immer gerne, vor allen von den jüngeren nicht, als diese nicht mehr ganz so jung waren... Alles natürlich ohne zusätzliche Beleuchtung; das erhöhte den Zauber. Der Adventskranz natürlich selbst gewickelt, nix künstliches. Wenn er nicht genutzt wurde, stand der Kranz auf dem Flur auf einer Truhe. Ein Jahr schaffte es einer unserer eigentlich frei in Hof, Scheue und Stall laufenden Kater, sich ein paar Mal ins Haus zu schleichen. Er saß dann immer schnurrend neben dem Adventskranz und "sang Weihnachtslieder", wie meine Mutter behauptete.

In dieser Zeit wurden natürlich Plätzchen gebacken! Wir Kinder waren unseren Fähigkeiten und unserer Lust entsprechend dabei, aber dann hieß es immer, daß die Plätzchen nach draußen gestellt werden mußten, damit das Christkind sie abholen konnte... Komisch: Genau die gleiche Machart hatten die Plätzchen immer auf den Weihnachtstellern...

Ob damals auch schon in den Städten an jeder Stelle Weihnachtsdeko zu sehen und Musik zu hören war, weiß ich nicht mehr. Das ist übrigens etwas, was mich eher nervt, vor allem dieses ewige Gedudel à la "Jingle bells" und "Last Christmas"...

Heiligabend wurden wir, als wir noch jünger waren, für einige Zeit ins Bett geschickt; wir durften ja abends länger aufbleiben. Am späten Nachmittag fuhr mein Vater dann einen großen Teil unserer Familie in den Gottesdienst, während der Rest, darunter immer meine Oma, erst am 1. Weihnachtstag zur Kirche ging.

Nach dem Gottesdienst wurde erst gegessen (ich kann mich nicht erinnern, daß es besonderes Heiligabendessen gegeben hätte), und nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte das Glöckchen. Dann ging's in die Weihnachtstube. Aber nichts da mit sofort an die Geschenke! Erst - unter gelegentlichem Protest einiger, denen das zu lange dauerte - wurde wieder gesungen und es mußte die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 vorgelesen werden (was heute, wo wir nur zu zweit sind, auch immer noch geschieht). Dann erst durften wir auspacken! Kennt Ihr das auch, daß das Geschenkpapier möglichst schonend entfernt werden sollte, damit man es wiederverwenden konnte???

Der Baum immer echt, aber die Kerzen aus Sicherheitsgründen elektrisch.

Natürlich blieb das große Wohnzimmer (wir hatten noch ein weiteres, das wir in der Regel im Alltag nutzten) für einige Tage unser Reich. Wir durften uns dann dort mit unseren neuen Geschenken, soweit geeignet, austoben.

Ist das lange her... Schwelg...

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #23  
Alt 24.12.2016, 16:07
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Standard Weihnachtserinnerungen

Zitat:
Zitat von tuedelluet Beitrag anzeigen
Im Radio kam dann die Sendung "Gruß an Bord" mit Übertragung der Funkespräche zwischen Norddeich Radio und deutschen Schiffen
Ihr Lieben,

jaaaaaaaaa, auch das gehörte bei uns zum "Programm" am Heiligen Abend ; kann auch sein, dass es Ende der 50-er Jahre noch eine weitere Sendung im Radio gab, in der DRK-Listen vorgelesen wurden, da bin ich mir nicht mehr so sicher.

Na klar, das Wohnzimmer war schon am Vormittag mittels eines Tannenzweiges und einer roten Schleife "gesichert". - Vater und Tochter gingen nach dem Kaffeetrinken (in der Küche) zu Fuß zum Marktplatz, um das Turm-Blasen von der Marienkirche zu hören. Da war's bereits dämmrig bis dunkel, und auf dem Rückweg konnte man dann in die Fenster der Leute gucken und nachsehen, ob die Kerzen am Baum schon brannten. Je näher man dabei dem eigenen Zuhause kam, desto schneller musste man gehen, denn das Christkind war ja zweifelsfrei schon in dieser Gegend unterwegs

Dann kam "alle Jahre wieder" das Procedere mit dem Onkel und der Tante (kinderlos) aus Oldenburg, die auf dem Wege zu Opa und Oma "doch mal eben schnell" bei uns vorbeischauen wollten und dabei in jedem Jahr exakt diesen mehr als unpassenden Zeitpunkt erwischt haben. - Für's Kind gab es dann in jenem Jahr eine Tafel Bitter-Schokolade, in Seidenpapier eingepackt und mit einem Gummiband "verschönert" (ich hasse bittere Schokolade bis heute!).

Wenn dieser "Programm-Punkt" erledigt war, und meine Mutter sich ob dieses Besuches wieder beruhigt hatte, konnte es endlich Weihnachten werden!!!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen Frohe Weihnachten und ein paar besinnliche Stunden der Erinnerungen!
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #24  
Alt 26.12.2016, 00:30
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Guten Abend! In meiner Kindheit wurde die Weihnachtszeit mit dem Brief ans Christkind eingeleitet ("Liebes Christkind, ich wünsche mir ... Bitte bring mir ..."). Der Brief wurde ins Küchenfenster gelegt, und es dauerte immer eine ganze Weile, bis er verschwunden war.
Ein Puppenhaus hat mir niemand gebaut, aber eine Puppenküche habe ich einmal bekommen. Und eine Geschichte wie weiter oben schon geschildert habe ich auch erlebt: Ich hatte etliche Puppen. Eine davon hieß Isabella und war vor Weihnachten plötzlich verschwunden. Meine Großmutter erklärte mir: "Die hat das Christkind mitgenommen." Fand ich merkwürdig, denn üblicherweise bringt das Christkind Sachen und nimmt keine mit. Jedenfalls am Heiligen Abend war die Puppe Isabella, die bislang nur ein Sommerkleidchen besaß, wieder da und trug ein grün-oranges Strickkleid. Und das beste war: Unter meinen Geschenken fand sich genau das gleiche Kleid. Eine Großtante, die sehr gut handarbeiten konnte, hatte die beiden Kleider gestrickt.
Mein Großvater hat zur Bescherung immer eine "Stille Nacht"-Aufnahme mit Heintje gespielt. Diese Tradition wird von mir bis heute fortgeführt. Mein Mann hat sich schon daran gewöhnt.

Liebe Grüße
Praxeda
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  #25  
Alt 26.12.2016, 01:35
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hallo Scheuck,
die Suchmeldungen vom Roten Kreuz kamen immer Sonntagnachmittag nach dem Kinderfunk. Ich erinnere mich Anfang der 50 er Jahre, kam z.B. erst Kalle Blomquist und dann die Suchmeldungen.

Uschi
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  #26  
Alt 26.12.2016, 04:29
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Rieke Rieke ist offline
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Standard echte Kerzen!

Ich hab wie ihr alle viele Erinnerungen an die Weihnachtsfeste meiner Kindheit und in vielem decken sie sich. Zusammengenommen bekommt man daraus ein schönes Bild der Tradition, mit der viele von uns aufgewachsen sind.

Bei uns gab es immer nur echte Kerzen, die man ja früher im 10-er oder sogar 20-er Pack überall zu kaufen kriegte. Und dazu gehörten dann die speziellen Christbbaumkerzenhalter, die, wenn sie von besserer Qualität waren, viele Jahre hielten. Sie hatten ein Kugelgelenk, damit die Kerze auch immer senkrecht gestellt werden konnten, und einen breiten Rand, der das heruntertropfende Wachs auffangen sollte. Als ich älter und größer war, durfte ich dann auch am 1. und 2. Feiertag die Kerzen anzünden, nachdem mir eingeschärft worden war, immer mit der obersten Kerzen anzufangen und mich nach unten durchzuarbeiten. Es hat nie Zimmerbrände gegeben.
Wenn der Weihnachtsbaum dann abgebaut wurde, wurden die Kerzenstummel in eine Zigarrendose gelagert - für den Fall, daß der Strom mal ausfiel. das passierte damals ja auch noch öfter.... Die selbstgebastelten Strohsterne und diversen holzgeschnitzen Anhänger und Silberkugeln wurden sorgfältig in Seidenpapier oder Servietten verpackt und kamen auf den Dachboden.

Ach ja, der eßbare Baumschmuck wurden gerecht unter uns Kindern verteilt. Das war sozusagen der kleine bunte Teller, auf den wir uns genaus freuten wie auf den großen an Heiligabend. Das waren ja meistens billigere Massenware und ganz besonders süß

Die Kerzenhalter wurden auf eine dicke Lage Zeitungspapier und die auf eine warme Herdplatte gelegt, wo das Wachs dann schmolz und wir Kinder die Halter blank putzen und verpacken konnten fürs nächste Jahr.
Einfrieren hätte das Raushebeln des übergelaufenen Wachses leichter gemacht, aber Kühltruhen hatten wir damals noch nicht

Eine wunderschöne schlichte Weihnachtspyramide mit herausnehmbaren und verstellbaren 'Flügeln' gehörte in der Weihnachtszeit immer auf den Tisch. Da gab es allerdings öfter mal 'Kokeleien', wenn die Pyramide nicht absolut waagerecht aufgebaut war und die zarten Rotorblätter stehenblieben oder die Kerzen zu weit runtergebrannt waren und nicht mehr genug Aufwärme erzeugten

Ich bin erst Mitte der 1980er Jahre zu elektrischen Kerzen übergangen, aber mir gefielen die nicht, weil sie nie so hübsch gerade im Baum saßen wie echte Kerzen. Und der Kabelsalat war mir immer ein Greuel.

Das Weihnachtspapier wurde sorgfältig zsammengelegt für nächstes Jahr, die Schleifen und Bänder ordentlich gerollt (keine Falten bitte!) . Bei meinem Umzug vor drei Jahren stieß ich noch auf eine Kiste mit gerettetem Weihnachtspapier und einem großen Gurkenglas voll mit Schleifen von damals

Mit den besten Wünschen für den 2. Feiertag und einen guten und gesunden Start ins Neue Jahr

Rieke
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Meine Spitzenahnen....
waren arm aber reinlich. Ihr Motto? Lieber leere Taschen als volle Hosen.
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  #27  
Alt 26.12.2016, 12:07
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Zitat:
Zitat von Verano Beitrag anzeigen
Wir Kinder durften auch nie den geschmückten Baum vor dem Heiligabend sehen. Da wir eine Küche mit Wohnraum hatten, wurden wir solange bis zur Bescherung ins Schlafzimmer verbannt.
Das bringt mich auf meine eigene Kindheit. In den 50ern wohnten auch wir noch recht beengt, und die Bescherung in der Wohnküche brachte für unsere Eltern doch einige logistische Probleme hinsichtlich der Bescherung mit sich.
So kam denn das Christkind in der Nacht vom 24. auf den 25., und Bescherung war nach dem Aufstehen am Weihnachtsmorgen.
Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Zeit bis zum Aufstehen am Morgen nicht vergehen wollte. Die Tür zwischen Schlafzimmer und Wohnküche war einen Spalt offen, und ich konnte vom Bett aus durch diesen Spalt spähen, um zu erkennen, ob denn das Christkind den Baum geschmückt habe. Die Spannung war kaum auszuhalten, aber andererseits wollte ich meine Eltern auch nicht aufwecken.
Ich habe diese Anspannungen schadlos überstanden und dabei wohl auch ein wenig Selbstbeherrschung gelernt.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #28  
Alt 26.12.2016, 19:14
Praxeda Praxeda ist offline weiblich
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Zitat von Rieke Beitrag anzeigen
Bei uns gab es immer nur echte Kerzen, die man ja früher im 10-er oder sogar 20-er Pack überall zu kaufen kriegte. Und dazu gehörten dann die speziellen Christbbaumkerzenhalter, die, wenn sie von besserer Qualität waren, viele Jahre hielten. Sie hatten ein Kugelgelenk, damit die Kerze auch immer senkrecht gestellt werden konnten, und einen breiten Rand, der das heruntertropfende Wachs auffangen sollte.
Mittlerweile habe ich mich schon mit den elektrischen Kerzen angefreundet, weil die wirklich jederzeit problemlos in Betrieb genommen werden können. Aber am Heiligen Abend bestehe ich immer noch auf echten Kerzen in eben diesen Haltern.
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