#1  
Alt 04.06.2018, 15:16
Raschdorf Raschdorf ist offline
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Standard Zuständiges Standesamt bei Gefallenen

Hallo,
ein Onkel wurde im Oktober 1918 als vermisst gemeldet. Da war er erst knapp 20 Jahre alt, er kehrte nie zurück. Während er im Krieg war, zogen seine Eltern um. Bei welchem Standesamt finde ich seinen Tod am ehesten, beim Standesamt des Ortes, an dem er vor dem Krieg bei seinen Eltern wohnte, oder beim Standesamt des neuen Wohnortes der Eltern?
Gruß
Jo
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  #2  
Alt 04.06.2018, 15:55
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
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Normalerweise beim StA des letzten Wohnortes.
Evtl. steht auf der Geburtsurkunde auch eine entsprechende Randnotiz
__________________
Suche Informationen zu Familien
Heinrich, Meisel, Neugebauer, Langner, Monden, Seidel und Hunder in Schlesien.
Meisel im Raum Posen
Priorität haben derzeit Monden und Heinrich.
Grab von Friedrich Wilhelm Urban (+ Berlin)
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  #3  
Alt 04.06.2018, 17:27
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Jo,

ich gehe mal davon aus, dass Ihr Onkels als vermisst gemeldet und geführt wurde.
Das heißt aber nicht, dass er auch für tot erklärt worden ist.

Mein Vater wurde als vermisst gemeldet und geführt, bis er für tot erklärt wurde.
Eine entsprechende Urkunde habe ich dann beim Standesamt seines Geburtsortes Dortmund erhalten.

Erst Jahre später habe ich dann herausgefunden, dass mein Vater in Rumänien in einem
russ. Kriegsgefangenenlager gestorben ist.

Auf abenteuerlichen Wegen habe ich mir dann aus diesem Ort eine Sterbeurkunde besorgt.
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.

Geändert von Saure (04.06.2018 um 17:30 Uhr)
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  #4  
Alt 04.06.2018, 22:36
Raschdorf Raschdorf ist offline
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Hallo,
ich danke für die Antworten.
Einen Randvermerk im Geburtsregister gibt es leider in diesem Fall nicht.
Ich halte es für möglich, dass mein Onkel immer als vermisst galt und nie als gefallen, will aber, sobald ich die Möglichkeit habe, im Sterberegister des zuständigen Standesamtes nachsehen, ob sein Tod eingetragen wurde. Da dieses Standesamt in Schlesien liegt, ist das nicht so einfach.

Ein anderer Verwandter wurde 1914 in den Verlustlisten des 1. Weltkrieges als vermisst gemeldet, 1916 dann als gefallen. Beim Standesamt seines Wohnortes wurde 1916 eingetragen, dass er 1914 gefallen sei (mit genauem Datum und Angabe der Schlacht). Wie kann man sich diese neuen Erkenntnisse zwei Jahre nach seinem Tod erklären?
Wurden alle Vermisstenfälle von der Truppe selbst nach und nach "abgearbeitet", oder nur dann, wenn jemand den Antrag gestellt hatte, den Vermissten für tot zu erklären?
Schönen Restabend!
Jo
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  #5  
Alt 05.06.2018, 00:18
Niederrheiner94 Niederrheiner94 ist offline
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Guten Abend!


Evtl. wurden die sterblichen Überreste erst später entdeckt, nachdem sich die Front etwas verschoben hat. Oder die Mühlen haben nur sehr langsam gemahlen.



Gruß
Fabian
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  #6  
Alt 05.06.2018, 09:19
Gerrit Gerrit ist offline männlich
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Hallo Raschdorf,

in der Regel wurden die Soldaten nach einem Einsatz befragt, was mit Kameraden passiert war, die nicht zurückkehrten. "Vermisste" waren entweder in Gefangenschaft geraten (dann kam eine Mitteilung vom Roten Kreuz und der Eintrag wurde in den Verlustlisten korrigiert) oder sie waren tatsächlich verschwunden. In letzterem Fall wurden sie je nach Situation vom Gegner begraben oder blieben tatsächlich verschollen.

So ist es gut möglich, dass bei einer späteren Verschiebung des Frontverlaufes auch das Grab gefunden oder dass eine Mitteilung über den Tod über das Rote Kreuz weitergegeben wurde. Letzteres dauerte in der Regel sehr lange, war fehleranfällig und war nicht die oberste Priorität der Meldenden.

Einen "Antrag" der Truppe einen Vermissten für Tod zu erklären gab es nur dann, wenn der Tod zweifelsfrei feststand. Üblicherweise passierte das nicht und wurde von den Angehörigen später selbst erledigt.

Gerrit
Man darf nicht vergessen, dass damals die Übermittlung zwischen Einheit an der Front und Stammrolle am Garnisonsstandort per Listen, Brief und Boten erfolgte.
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  #7  
Alt 05.06.2018, 15:25
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo,

haben Sie schon mal beim Volksbund nachgesehen, ob Ihr Onkel dort verzeichnet ist ?
Vielleicht schreiben Sie uns mal, wie Ihr Onkel heißt, und wann und wo er geboren wurde.

Beim Volksbund gibt es zwei Soldaten mit dem Namen Raschdorf und dem Datum 1918.

Können Sie uns auch schreiben, woher Sie wissen, dass 'ein Onkel wurde im Oktober 1918 als vermisst gemeldet.' wurde.
Gibt es dazu ein Schriftstück, das Sie hier einstellen könnten ?
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Viele Grüße
Dieter Saure

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Geändert von Saure (05.06.2018 um 15:37 Uhr)
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  #8  
Alt 05.06.2018, 18:07
Raschdorf Raschdorf ist offline
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Hallo und danke!
Ich habe ihn in den Verlustlisten des 1. Weltkrieges gefunden. Martin Ratzke, vermisst gemeldet am 19.10.1918, geb. am 21.1.1899 in Heinersdorf, Kreis Neiße. Als er eingezogen wurde (Datum unbekannt), wohnte die Familie in Woitz, Kreis Grottkau.
Beim Volksbund habe ich vor Jahren mal ohne Ergebnis nachgefragt.
Gruß
Jo
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  #9  
Alt 05.06.2018, 19:56
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo,

vielen Dank für die Angabe der Daten.

Versuchen Sie es doch einmal beim Standesamt I in Berlin:
https://www.berlin.de/labo/buergerdi...t-i-in-berlin/
schaden kann es ja nicht.

Gemeint ist doch dieses Heinersdorf ?
https://de.wikipedia.org/wiki/Dziewi%C4%99tlice

Vielleicht kann man Ihnen auch in einem Schlesien-Forum helfen., da Sie schreiben:
'Einen Randvermerk im Geburtsregister gibt es leider in diesem Fall nicht.
Ich halte es für möglich, dass mein Onkel immer als vermisst galt und nie als gefallen, will aber, sobald ich die Möglichkeit habe, im Sterberegister des zuständigen Standesamtes nachsehen, ob sein Tod eingetragen wurde. Da dieses Standesamt in Schlesien liegt, ist das nicht so einfach.'
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Dieter Saure

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Geändert von Saure (05.06.2018 um 20:14 Uhr)
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  #10  
Alt 06.06.2018, 06:01
ru-di1 ru-di1 ist offline männlich
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Hallo Jo,
die Geburtsurkunde hast Du ja wohl.

Ich hatte die Daten des Onkels (*1899) mal bei ancestry eingegeben was (nur) die originale Geburtsurkunde und die Verlustliste 1918 erbrachte.


Gruss
Rudolf

Geändert von ru-di1 (06.06.2018 um 06:03 Uhr)
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