#1  
Alt 23.08.2020, 12:48
zimba123 zimba123 ist offline
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Standard Spanische Grippe 1918

Hallo zusammen,

ich lese gerade das interessante, wenn auch teilweise etwas unstrukturierte Buch "1918 - Die Welt im Fieber. Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte" der britischen Autorin Laura Spinney. Sehr interssant, denn angesichts von Covid-19 habe ich alle zehn Seiten ein Déjà-vu und denke: "Genau wie jetzt auch!". Aber es geht mir um etwa anderes...

Wie hat die Spanische Grippe Eure Familie beeinflusst? Wer verstarb in den Jahren 1918/19 dadurch? Wer wurde in dem Zeitraum gezeugt? Wie alt sind diese Menschen geworden? Wisst Ihr, ob sie danach an bestimmten Krankheiten litten?

Ich habe gerade einmal meine Daten gesichtet. Soweit ich die Sterbedaten kenne (von direkten Vorfahren kenne ich sie in der Regel, bei deren Geschwistern aber meistens nicht), ist aus meiner Familie keiner 1918/19 gestorben.

Zwei Paare befanden sich in dem Zeitraum in der reproduktiven Phase, und es ist auffällig, dass, obwohl vorher und nachher mehrere Kinder geboren wurden, meist im Abstand von 1-2 Jahren, ausgerechnet 1918/19 keine Geburten zu verzeichnen sind.

Ich bin gespannt auf Eure Beobachtungen!
__________________
Viele Grüße
Simone


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  #2  
Alt 23.08.2020, 13:06
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo Simone,
mein Großvater mütterlicherseits starb am 21.10.1918 im Alter von 34 Jahren an der Spanischen Grippe, also wohl in der zweiten Welle. Meine Großmutter heiratete 1920 meinen Stiefopa, der mir ein sehr lieber Opa wurde, wie mein anderer Stiefopa auch. Erzählungen über den Krankheitsverlauf habe ich nicht. Mein Opa väterlicherseits starb 1917 im Lazarett in Flandern im Alter von 33 Jahren an Tetanus. Wir wurden eine frühe Patchworkfamilie.

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (23.08.2020 um 13:07 Uhr)
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  #3  
Alt 23.08.2020, 13:14
Benutzerbild von Saraesa
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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(Bzgl. der reproduktiven Phase müsste man natürlich auch mögliche andere Erklärungen durch den 1. WK oder die dadurch bedingte allgemeine Unterernährung ausschließen können.)
Bei mir gibt es für die Jahrgänge 1918/19 keine Auffälligkeiten oder damit zusammenhängende Todesfälle; eine 1919 geborene entfernte Verwandte ist 2008 altersbedingt gestorben.
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  #4  
Alt 23.08.2020, 13:43
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Meine Mutter *1917 wurde 66, mein Vater *1915 fiel im WKII im Alter von 30 Jahren. Die Kinder aus den zweiten Ehen meiner beiden Großmütter wurden 86, 81, 72 bzw. 63, 69 Außer der Spanischen Grippe spielte in den Erzählungen der Steckrübenwinter 2016-17 eine Rolle. Meine Mutter litt als Kleinkind an Rachitis.
https://de.wikipedia.org/wiki/Steckr%C3%BCbenwinter

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (23.08.2020 um 14:03 Uhr)
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  #5  
Alt 23.08.2020, 15:49
BarbaraLauer BarbaraLauer ist offline weiblich
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dies Thema kam mir jetzt auch schon öfter in den Sinn. Zumal man aber die damaligen Hygienevorschriften nicht mit denen von heute vergleichen kann, außer das dort auch damals die Maskenpflicht verhängt wurde, was ich heute als nicht gut heiße. Ich selbst bin davon befreit und ich gehöre zur Risikogruppe und kenne niemanden in meinen großen Freundes-Familienkreis der bis jetzt dran erkrankt und verstorben ist. Ebenso sieht es mit der spanischen Grippe aus. Ich meine ich hatte jetzt auch einen Todesfall (wer das noch genau war, muss ich noch mal nachsehen), der an der normalen Grippe gestorben ist.

Charite ist auch sehr sehenswert und lehrreich zumindest was die ersten 6 Folgen betrifft und wie man damals versucht hat, solche sich stark ausweitenden Infektionskrankheiten wie auch Tuberkulose und Diphterie zu bekämpfen. Ein De ju kam mir da auch direkt in den Sinn. Meine Adoptivoma mütterlicherseits geboren 1901 hat demnach alles ganz gut überstanden plus 2 Weltkriege und ist 1984 eines natürlichen Todes verstorben. Wobei das damals auch ganz andere Lebenserwartungen gewesen sind und viele auch in ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen. Ich habe mich schon jetzt öfter mit dem Thema beschäftigt. Bis jetzt ein einigermaßen wirksames Mittel dagegen gefunden ist, werden wir erstmal damit leben müssen, wobei das in der heutigen Zeit gerade auch mit der arbeitenden Bevölkerung, Verwandtschaft im Ausland etc. nicht auf Dauer tragbar sein wird, wenn wir weiter so fest gesetzt werden. Ich hoffe sehr, das dies bald mal ein Ende findet. Zu mal hier in Deutschland auch eigentlich durch unsere Vorfahren schon eine entsprechende gute medizinische Versorgung hat. Das sieht in andern euorpäischen Ländern auch Italien und Spanien u. auch schon anders aus. Das merkt man, wenn man selbst dort Urlaub macht bereits schon . Ich werde mal nachschauen, wer jetzt von meinen Vorfahren an der normalen Grippe gestorben ist. Ich meine, da hab ich irgendwas als Todesursache stehen.
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  #6  
Alt 23.08.2020, 16:07
zimba123 zimba123 ist offline
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Es wäre nett, wenn hier jetzt nicht die aktuelle Pandemie und die Maßnahmen diskutiert würden. Ich glaube, das würde das Thema total sprengen.
__________________
Viele Grüße
Simone


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  #7  
Alt 23.08.2020, 18:02
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist gerade online weiblich
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Hallo

Kürzlich bin ich auf eine interessante Abhandlung bezüglich der Spanischen Grippe im Wynental (Kanton Aargau, Schweiz) gestossen.

https://www.hvw.ch/die_spanische_gri...de.html?ovy=25

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73
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  #8  
Alt 23.08.2020, 20:59
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Hallo allerseits.

Bei meinen direkten Vorfahren habe ich nichts gefunden, die 1918/1919 an der Spanischen Grippe gestorben sind.

Mütterlicherseits ist die erste Frau eines Bruders meines Urgroßvaters (Vater meiner Großmutter), an der Spanischen Grippe gestorben.

Väterlicherseits habe ich niemanden auf der Rechnung oder ich habe noch nicht tief genug geforscht.

Auch Geburtenmäßig ist es sehr ruhig gewesen, die nächsten Geburten sind erst in den 1920er Jahren gewesen, dafür dann Schlag auf Schlag.

Herzliche Grüße

Andrea
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Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aufgeben tut man einen Brief.
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  #9  
Alt 23.08.2020, 23:16
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Hallo

Bisher habe ich in meiner breit erforschten Verwandtschaft weder in der Schweiz noch in Italien Hinweise auf die Spanische Grippe gefunden. Irgendwie hatte meine gesamte Verwandtschaft unheimlich Glück und es gab weder nennenswerte Kriegsverluste noch durch Epidemien Verstorbene.

Bei anderen Epidemien starben nur sehr weit entfernte Verwandte (so 2 oder 3 Personen) an Cholera 1836/1837 und mein Onkel erkrankte um 1960 rum als Kleinkind an Typhus, scheint aber ohne Folgen wieder genesen zu sein. Beides war in Süditalien und aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen.

Ich bin sehr sehr froh, dass "meine" Region in Süditalien von Covid-19 relativ verschont blieb, denn ein grösserer Ausbruch würde dort das Gesundheitssystem innerhalb weniger Tage komplett lahm legen . Wobei ich im Februar noch Witze gemacht habe, dass nur noch 3 Verwandte in Süditalien überhaupt zur Risikogruppe gehören (aufgrund vom Alter). Alle Verwandten dort mit "riskanten Vorerkrankungen" sind aufgrund vom miserablen Gesundheitssystem schon vor Jahrzehnten an diesen gestorben .


Zitat:
Zitat von Svenja Beitrag anzeigen
Hallo

Kürzlich bin ich auf eine interessante Abhandlung bezüglich der Spanischen Grippe im Wynental (Kanton Aargau, Schweiz) gestossen.

https://www.hvw.ch/die_spanische_gri...de.html?ovy=25

Gruss
Svenja
Das ist spannend, vielen Dank!
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Alt 23.08.2020, 23:43
Brunoni Brunoni ist offline
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Hallo,

bei allen erforschten Personen starb zu dieser Zeit keiner an der Spanischen Grippe.
Als wir als Familie später die Honkong-Grippe hatten, haben wir die auch überstanden.
In unserem Ort ist daran ebenfalls keiner gestorben.
Nur mein Vater starb einmal fast an einer Grippeschutzimpfung.

Viele Grüße
Brunoni
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