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  #1  
Alt 16.10.2020, 13:33
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
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Standard Die merkwürdige Verwandlung eines Familiennamen innerhalb von nicht mal 100 Jahren

Hallo,

im Namenskunde-Thread - link - habe ich schon etwas dazu geschrieben, aber inzwischen bin ich ein Stück weiter mit meiner Suche und es wurde noch verrückter.

Am 27.3.1630 wird in Mildenau meine Ahnfrau Maria, die Tochter von Michael Estel getauft. Der FN wird beim Vater wahlweise Aestel oder Estel geschrieben, so weit so gut.

Michaels Vater ist Georg Aestel junior, zumindest beim Taufeintrag von einigen von Michaels jüngeren Geschwistern. Bei drei Kindern und seiner Hochzeit 1597 heißt Georg mit Familiennamen Aesten.

Jetzt wird richtig interessant, denn seine ersten vier Kinder von 1598 bis 1604, darunter auch Michael, heißen bei der Taufe mit FN Augsten.

Womit wir schon fast am Ende der Kette sind, denn Georg Augsten/Aesten/Aestel wurde am 21.3.1566 als Georg Sohn von Georg Augustin getauft.

Und dieser Georg Augustin findet sich 1554 erstmals in der Landsteuerliste von Mildenau, für einen Gregor Augustin, eventuell sein Vater, gibt es bereits 1542 einen Eintrag in der Steuerliste, 1543 und 1548 zwei Kindstaufen in Mildenau.

Wenn das keine merkwürdige Entwicklung ist, weiß ich auch nicht: von Augustin über Augstin/Augsten zu Aesten zu Aestel/Estel...


Lg, Claudia, die mit dem Kopfschütteln über ihre Vorfahren mal wieder nicht nachkommt

PS: Es können doch nicht alle Pfarrer schwerhörig gewesen sein, oder?!
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Geändert von Bergkellner (16.10.2020 um 13:35 Uhr)
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  #2  
Alt 16.10.2020, 14:31
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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HalloClaudia,

Ich habe mal gelesen!

Familiennamen konnten zu dieser Zeit durch Wegzug, anderen Beruf oder auch einheiraten in Höfe wechseln. Das könnte der Grund sein, warum soviele Namensvarianten zustande kamen. Oft kam es auch auf die Aussprache an, bzw wie man schreiben und vorallem hören konnte

LG Silke
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Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
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  #3  
Alt 17.10.2020, 00:40
Benutzerbild von Saraesa
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Familiennamen konnten zu dieser Zeit durch Wegzug, anderen Beruf oder auch einheiraten in Höfe wechseln. Das könnte der Grund sein, warum soviele Namensvarianten zustande kamen. Oft kam es auch auf die Aussprache an, bzw wie man schreiben und vorallem hören konnte
Das kann ich nur bestätigen! Aus meinem Martin Andreß in Meißen ist innerhalb von drei Jahren ein Martin Kersten geworden - das Kb gibt natürlich keine Auskunft darüber, warum. Ich gehe davon aus, dass hier ein neuer Hoferwerb der Grund war.
Spannend wäre es, ob man über eventuell noch vorhandene Grundbücher etwas über die Aestels herausfinden kann. Erwarben sie vielleicht das Gut einer Familie Augustin oder heiratete einer der Aestels eine Frau Augustin mit Hofbesitz?

Geändert von Saraesa (17.10.2020 um 00:41 Uhr)
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  #4  
Alt 17.10.2020, 00:47
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo,
ich denke schon, dass das ein und derselbe Name in verschiedenen Stadien der Korrumpierung ist.
Viele Grüße
Xylander
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  #5  
Alt 17.10.2020, 00:56
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mesmerode mesmerode ist offline weiblich
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Hallo,
bei meinen Vorfahren Bleidistel
gibt es folgende Schreibweisen
Bleydistell
Bleidiestel
Bleydistel

Uschi
__________________
Schlesien: Gottschling, Krischock, Bargende, Geburek, Missalle
Niedersachsen : Bleidistel, Knoke, Pipho, Schoenebeck, Plinke
NRW : Wilms, Oesterwind, Schmitz, Wecks
Rheinland Pfalz : Ingebrandt, Schmitt, Ries, Emmerich
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  #6  
Alt 17.10.2020, 11:29
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Hallo,
ich denke schon, dass das ein und derselbe Name in verschiedenen Stadien der Korrumpierung ist.
Viele Grüße
Xylander
Wenn ich nicht im Familienbuch Arnsfeld auf Hans Augstell(* 1564 als Johannes Augsten) aus Mildenau gestoßen wäre, würde ich wahrscheinlich immer noch grübeln, wie und ob es da einen Zusammenhang gibt.

Augstl = erzgebirgisch für kleiner August(in)


@ mesmerode

Uschi, von den Namensvarianten kann ich auch ein Lied singen. Im Moment ärgern mich mal wieder die Breitfelt(d)/Praetfeld etc.
5 Kinder und bei jedem eine andre Schreibweise...
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  #7  
Alt 17.10.2020, 16:23
kitehi kitehi ist offline
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Hi,

beruhigend zu lesen, dass es auch anderen so geht.

Manchmal scheint es auch Ortsbezogen zu sein.

Bei mir z.B. ist es bis 1830 Krutzke.

Ein Vorfahre war mobiler, an mehreren Orten und hatte auch 2 rk Ehen....für die damalige Zeit nicht so einfach...finde zu ihm auch keinen Geburts- und Begräbniseintrag - auch zu seinem Vater nicht.

In einem der Orte hieß er beim 1. Kind Kruzsche, beim 2. Kind Krutzke.
Im anderen Ort heißt er und das 1.Kind Kruzke, beim 2. dann auch wieder Krutzke. Soweit so gut.

An seinem Geburtsort wird es noch besser:
Heirat: Kruzka
sein Bruder Kruzka, dessen Kinder dann Krutzky, oder i
deren Vater hieß bei der Heirat: Grotzky, dessen Ehefrau: Tolomatin, Schlotavia, Schlotawa
bei den Kindern anfangs Cruc, Kotzky, später dann (Heirat, Beerdigung) auch Krutzky

....dazu dann noch in Schlesien, dass eh mehrere Herren über die Jahre hatte..Polen, Tschechen, Österreicher, Preußen

Gruß, kitehi
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  #8  
Alt 17.10.2020, 20:45
hessischesteirerin hessischesteirerin ist offline
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Registriert seit: 08.06.2019
Ort: im Ländschje
Beiträge: 571
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oh davon kann ich ein Lied singen

mein Ahn Fall wird auch als Fehl oder Fahl geführt

dann von Hampaner
Hannbauer
zu Hambauer


und meine Ahnin wird mit Hierz geführt, obwohl sie von Geburt her Rietz heisst

aber da sich das ganze in der tiefsten Steiermark abspielt, gebe ich dem Dialekt und dem vielleicht nicht Dialekt-Starken Pfarrer die Schuld
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  #9  
Alt 17.10.2020, 23:13
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Registriert seit: 15.05.2018
Ort: Harz
Beiträge: 2.092
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Wenn sich ein Name so einigermaßen nachvollziehbar ändert, dann kann man damit einigermaßen leben, finde ich. Roloffs-Rudolph (Wechsel von Plattdeutsch zu Hochdeutsch) sei ein Beispiel. Aber wenn ein und dieselbe Person um 1580 mal Geffhart Geffers und mal Geffhart Mehcken heißt, wird es kriminell! Vermutlich war der eigentliche (hier noch heute anzutreffende) Familienname Medge(n) und bereits der Vater hieß mit Vornamen Gebhard, sodaß man dem Sohn gelegentlich den (hier noch heute anzutreffenden) patronymischen Namen Geffers verpaßte. Um so etwas aufzulösen, muß man einigermaßen mit der Gegend, dem lokalen Dialekt, den vorkommenden Namen und Gebräuchen vertraut sein. Hier in meinem Kiez kann ich das, aber ich traue mir so etwas nicht für entferntere Regionen zu. Nun, dafür gibt es ja das Forum...
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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