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  #1  
Alt 08.03.2018, 17:09
Raschdorf Raschdorf ist offline
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Registriert seit: 25.03.2012
Beiträge: 192
Standard Beglaubigter Müll

Hallo,
ein Verwandter von mir war in der Nazizeit Berufssoldat. 1936 besorgte er sich die Geburtsurkunden/Taufscheine seiner Eltern und Großeltern, trug die Daten in eine "wunderschöne" Ahnentafel ein und ließ diese von seinem Kompaniechef beglaubigen.
Bei meinen Nachforschungen habe ich festgestellt, dass der vermeintliche Großvater im Alter von 27 Stunden verstorben war und die vermeintliche Großmutter im Alter von 6 1/2 Jahren.
Man muss sich das mal vorstellen: zwei Pfarrer stellten Taufscheine aus, ohne nachzusehen, ob der Getaufte evtl. früh verstorben war (Motto: ich stelle ja nur einen Taufschein aus, alles andere geht mich nichts an).
Und der Kompaniechef beglaubigte irgendwelchen Müll (Motto: der Pfarrer wird schon alles richtig gemacht haben).
Schneidige Feldwebel hatten es wohl damals etwas leichter als andere Leute.
Schönen Tag
Jo
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  #2  
Alt 08.03.2018, 20:55
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
Beiträge: 924
Standard

Vielleicht haben die richtigen Großeltern (Johannes Müller und Anna geb. Schmidt?) nicht so gut "gepasst"...? Es wäre nicht die erste fabrizierte "Ahnentafel" dieser Zeit.
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  #3  
Alt 08.03.2018, 23:33
Raschdorf Raschdorf ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 25.03.2012
Beiträge: 192
Standard

Hallo,
da kann was dran sein. Der richtige Großvater war Häusler, der falsche war Bauer. Der passte natürlich besser ins Bild.
Bei der Großmutter war es allerdings umgekehrt.
Ursache der Fehler kann aber auch sein, dass man bei der "Rückwärtssuche" in beiden Fällen zuerst die falschen Personen fand, und dann aus Bequemlichkeit nicht mehr weiter suchte. Die Vor- und Nachnamen waren die gleichen.
Jo
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  #4  
Alt 09.03.2018, 02:11
Benutzerbild von anika
anika anika ist offline
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Registriert seit: 08.09.2008
Beiträge: 2.313
Standard Beglaubigter Müll

Hallo

Man sollte aber auch bedenken wie viele Personen dort beim Pfarrer beglaubigte Tauf Bescheinigungen beantragten.

Ich habe auch so einen Fehler im Arier Ausweiß meines Opas gefunden, es war bekannt das der Vorfahr im Nachbarort mit seiner Frau gelebt hat und die Kinder dort getauft wurden.

Der Pfarrer hat dann vermutlich im KB den Tauf-Eintrag gesucht und wurde fündig, vom Vor-Nachnamen und Alter passten die Angaben.

Es handelt sich bei den Angaben im Arier-Ausweiß aber nicht um meinen Ahnen sondern um einen Namensvetter.

Wie ich später feststellte wurde mein Ahn wiederum in einem Nachbarort geboren.

Man hatte damals ja auch nicht die Mittel die uns Heute zur Verfügung stehen und konnte nicht mal "eben" Daten per Internet abrufen.

anika
__________________
Ahnenforschung bildet
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  #5  
Alt 09.03.2018, 14:03
SteffenHaeuser SteffenHaeuser ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 06.02.2015
Beiträge: 669
Standard

Einen ähnlichen Fehler hatte ich im Ahnenpass meines Opa gefunden (es gab zwei Florian Walter, fast zur selben Zeit geboren). Interessanterweise gab es noch einen weiteren Ahnenpass eines Verwandten, in dem der gleiche Fehler drinstand. Aber über die Hausnummer war es zweifelsfrei, welcher der richtige war (seine Kinder werden im selben Haus geboren, in dem er geboren wurde - aber da hatten die wohl nicht so genau hingeschaut, und den gleich in zwei Ahnenpässe "eingebaut").

Anika hat recht, ich glaube, die mussten sehr viele Ahnenpässe machen, und da schlichen sich Fehler ein. Die hatten sich nicht die Zeit gelassen, wie wir sie mit unserer Ahnenforschung machen (und immer wieder über komplizierte Zusammenhänge grübeln).
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  #6  
Alt 10.03.2018, 16:54
Raschdorf Raschdorf ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 25.03.2012
Beiträge: 192
Standard

Hallo,
danke für alle Antworten.
In der Ahnenforschung gilt: Glaube nichts, was du nicht selber nach allen Regeln der Kunst überprüft hast.
Schönes Wochenende!
Jo
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