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  #11  
Alt 05.03.2018, 00:44
Praxeda Praxeda ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Silke Schieske Beitrag anzeigen
Die Ehefrau des einen Bruders meines 3x Urgroßvaters wurde im KB bei der Geburt des unehel. Kindes tatsächlich vom Pfarrer als Hure betitelt,
Hallo!
Bei einem Ahnenforschungsseminar, das ich als Einstieg in die Materie besuchte, erhielten wir ein Skriptum, das auch ein Begriffsverzeichnis enthält. Darin ist "Hure" als Bezeichnung für die Mutter eines unehelichen Kindes angeführt. Es scheint sich also um eines der Wörter zu handeln, die im Laufe der Jahrhunderte einen Bedeutungswandel durchgemacht haben.

Liebe Grüße
Praxeda
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  #12  
Alt 05.03.2018, 12:41
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
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Moin,

über Wortbedeutung und Wortverständnis kann man wunderbar debattieren, z. B. auch bei Wikipedia.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #13  
Alt 05.03.2018, 20:14
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Zwei Vorfahrinnen von mir sind Mütter geworden, ohne mit dem jeweiligen Kindsvater verheiratet gewesen zu sein. Wollten/Konnten/Durften sie nicht, starb der jeweilige Kindsvater früh, ich weiß es nicht. Das Geheimnis haben die Vorfahrinnen mit ins Grab genommen, so es eines gibt.

In einem Fall sind die Eltern der Vorfahrin noch vor der Geburt des Enkelkindes gestorben. Was aus dem Enkelkind geworden ist, weiß ich nicht bzw. nichts über die Kindheit und Jugend. Im Erwachsenenalter hat es dann geheiratet - einen weitschichtigen Verwandten - und mindestens zwei Söhne bekommen, von denen der jüngere einer meiner Ururgroßvater ist.

Was aus der zweiten Vorfahrin geworden ist, wie ihre Eltern auf das außereheliche Kind reagiert haben, ist mir nichts näheres bekannt.

Beide Fälle stammen aus dem 19. Jahrhundert.
__________________
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aufgeben tut man einen Brief.
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  #14  
Alt 08.03.2018, 12:10
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
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Hallo,

ich habe etliche uneheliche Kinder in meinem Stammbaum, das zeitlich nächste ist meine Mutter...
Ach ja, meine Nichte ist auch unehelich(1975).

Rausgeworfen wurde bei uns niemand, ganz im Gegenteil, die Familien haben immer zusammengehalten:

Die Großeltern meiner Großmutter waren 16 und 17, als sie 1870 das erste Kind produzierten. 1871 und 72 kamen noch zwei weiteren hinzu, erst im Mai 1873 wurde kirchlich geheiratet und danach die Kinder getauft. Von unehelich steht da nix im Kirchbuch.

Im Haus meines Ahnen Johann Christoph Krauße lebte Johanna Christiane Fischer als Dienstmädchen, wurde schwanger, bekam ihr Kind und wurde nicht - wie offensichtlich von einigen Nachbarn erwartet- rausgeschmissen.
Obwohl sie angab, dass Kind sei von einem wandernden Müllerburschen, zerrissen sich die Leute die Mäuler, der Pastor mischte sich ein und Johann Christoph heiratete im Oktober 1767 seine Johanna. Gemeinsam kurbelten sie sie Krauße-Produktion an(13 eheliche Kinder, von denen 8 das Erwachsenenalter erreichten), darunter als ältesten Sohn Christian Friedrich, von dem die Linie zu mir geht.

Was aus dem unehelichen Kind wurde, werde ich noch herausfinden, aber ich denke mal, das haben sie auch groß gekriegt.

Lg, Claudia von den bergkellners

PS: Ich habe ganz vergessen zu erwähnen: auf dem Hochzeitsfoto meiner Eltern bin ich schon mit drauf...
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Geändert von Bergkellner (08.03.2018 um 22:32 Uhr)
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  #15  
Alt 08.03.2018, 12:55
lieschen lieschen ist offline weiblich
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Hallo Mariolla,

ich habe auch etliche uneheliche Kinder in der Familie, unter anderem mein Opa Karl Zaske. Seine Eltern haben 5 Jahre später geheiratet, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich der Vater ist. Ich habe auch ein Paar, dass hatte 8 uneheliche Kinder, die 1859 bei der Heirat alle legemitiert wurden.

Gruß Alice
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  #16  
Alt 08.03.2018, 13:38
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Bergkellner Beitrag anzeigen
Hallo,

ich habe etliche uneheliche Kinder in meinem Stammbaum, das zeitlich nächste ist meine Mutter ......
Hallo,

meine Mutter wurde 1932 auch unehelich geboren. Ihre Eltern hatten sich vorher getrennt, weil er in seine katholische Heimat zurückkehren wollte (Bamberg) und sie streng evangelisch erzogen war. Meine Großmutter war erst 17 und ahnte nichts von ihrer Schwangerschaft.

Meine Mutter sagte, sie sei nie diskriminiert worden, in der Familie schon gar nicht.


In meinem Heimatort wurde allerdings eine Frau, deren Ehemann im Ersten Weltkrieg gefallen war, von einem italienischen Kriegsgefangenen schwanger. Der wollte sie auch heiraten, doch ihr Vater erlaubte es nicht. Statt dessen sagt er zu seiner Tochter: "Geh in den Wald und häng Dich auf!"

Das tat sie nicht, hat aber fortan ein schweres Leben gehabt.


Eine Vorfahrin von mir wurde 1785 auch als Witwe schwanger. Der neue Mann heiratete sie zwar, war aber 23 Jahre jünger als sie. Der Skandal war anscheinend so groß, dass ihre Mutter sie enterbte.

Mit besten Grüßen
Wolfgang
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  #17  
Alt 08.03.2018, 15:20
PetraNeu PetraNeu ist offline
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Hi, meine Großmutter gebar 1916 ein uneheliches Kind, sie benannte den Knaben nach ihren großen Brüdern. Sie lebte da fernab ihrer Familie als Dienstmädchen und zog nach der Geburt wieder in eine andere Stadt. Es sieht so aus, als habe niemand in der eigenen Familie das Kind je gesehen. Leider starb der Kleine nach 3 Monaten.
Die Familie gab 1925 ein Heiratsgesuch auf, in der meine Oma so bezeichnet wurde: "mit kleinem Fehler". Gehässiger geht es wohl kaum.

Passend zum Thema einige Zitate aus dem Oberschlesischen Wanderer von 1925:

7.2. 1925, S. 7
Damen find. liebev. Aufn. z. Geheimentbindung
Hebamme Preßler, Breslau

gleichlautende Anzeige von
Hebamme Wiesler, Breslau

Hebamme Wiesner schaltete schon 1916 Anzeigen im Wanderer, allerdings „neutrale“.

13.3. 1925
Knabe, sechs Wochen alt, an gutsituiertes, kinderloses Ehepaar abzugeben.
Offerten erbeten unter …

LG Petra
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  #18  
Alt 08.03.2018, 21:50
Artsch Artsch ist offline
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[Zitat von Wolfgang
In meinem Heimatort wurde allerdings eine Frau, deren Ehemann im Ersten Weltkrieg gefallen war, von einem italienischen Kriegsgefangenen schwanger. Der wollte sie auch heiraten, doch ihr Vater erlaubte es nicht. Statt dessen sagt er zu seiner Tochter: "Geh in den Wald und häng Dich auf!"

Das tat sie nicht, hat aber fortan ein schweres Leben gehabt.]

Hallo,

in meiner frommen Geburtskleinstadt bekam eine 20-jährige nach den 1. Weltkrieg ein Töchterchen von einem jugoslawischen Kriegsgefangenen, dieser kehrte in seine Heimat zurück.
Die ledige Mutter verstarb nach 5 Jahren. Sie hatte sich aufopferungsvoll während einer ansteckenden Krankheit im Ort um Kranke gekümmert und diese Krankheit in ihrem Elternhaus verbreitet.
Im Haus, zu welchen eine Landwirtschaft gehörte, wurden alle pflegebedürftig, aber auch wieder gesund. "Ihre Schuld", die Pflege und die Versorgung des Viehs scheinen sie aber so überfordert zu haben, dass sie bei Abklingen der Krankheit im Ort, sich niederlegte und verstarb. Ihr Todesfall blieb der einzige.
Für die Abtragung der Schuld wurde nun ihre Tochter herangezogen. Diese mußte versprechen, ihre Großeltern zu betreuen bis sie starben.
So kam es, daß sie erst mit 30 Jahren heiraten konnte. Ihren Mann durfte sie bis dahin, einmal in der Woche für eine Stunde unter Aufsicht sehen. In einem großen Zimmer saß sie in der einen Zimmerecke und er in der anderen. sich die Hand geben, erlaubten die Großeltern nicht.
Als sie 10 Monate verheiratet war, überschlug sie sich mit dem Leiterwagen an einem Berg, infolgedessen kam es zu einer verfrühten Geburt. Mutter und Söhnchen hatten sonst keinen Schaden genommen.
Aber Vater, Mutter und Kind erkrankten an Tuberkulose. Vater und Säugling kamen ins Sanatorium. Die Mutter erholte sich zu hause, der Junge kam nach 2-jährigen Sanatorium gesund heim, leider war der Vater im Sanatorium verstorben. Ihr Eheleben war also nur kurz gewesen.
Diese Geschichte (1979) erzählte mir eine gottesfürchtige Frau, die auch mir ein Gottvertrauen von Kindesbeinen an ins Herz gepflanzt hatte. Sie zeigte mir ein Bild ihres jugoslawischen Vaters vor seinem Elternhaus, weiterhin einen Zettel mit einer Adresse in Jugoslawien, verwahrt in einer alten Schatulle aus Holz. (Ihr Enkel warf alles weg, obwohl ich ihn daraufhingewiesen hatte.)
Sie hatte aber nie Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen.

Sie hat sich nie beschwert und ich habe nie erlebt, daß man sie anders als respektsvoll behandelt hat. Sie hat nie wieder geheiratet und wurde 89 Jahre alt, ihr Sohn und Enkel leben als Missionare im Ausland.
Ich wunderte mich über manches Verhalten von ihr. Zum Beispiel unterschrieb sie einen (Ver)Kaufvertrag von einem Acker auf der Treppe vor ihrem Haus. Der Mann wurde nicht ins Haus gelassen. Heute dämmert mir warum. Auch schleppte sie mich als Kind in manches Haus im Ort, wo es um Geschäfte ging. Ich war ihr Alibi, falls nur der Mann zu hause war. Heute weiß ich, daß sie mit der Hälfte des Ortes verwandt oder verschwägert war.
Auch kann ich inzwischen ihre Angaben bestätigen.

Mein Bruder kam mit der Geschichte ganz anders von der Feuerwehr heim (1980). Demnach war der Vater angeblich ein Russe, die Mutter hatte ihre "gerechte Strafe für ihre Schuld" durch ihren frühen Tod erhalten. Das Töchterchen hätte durch einen bewußt herbeigeführten Unfall darüber hinwegtäuschen wollen, daß das Kind schon vor der Ehe gezeugt worden sei.
Meine Einwände wurden nicht beachtet, sondern meine Mutter sagte, daß der Missionar ein "angebliches" 8 Monatskind war, wüßte sie auch.
Die Frau würde wohl glauben, ein Jugoslawe hörte sich besser an als ein Russe. Außerdem könnte selbige dies gar nicht wissen, da sie ja damals noch klein war. Auch hätte sie die Tatsachen so verdreht, bis es passte.

Man sagt ja: "Getroffene Hunde bellen!"
So auch meine Mutter, das erste Kind meiner Eltern war bei der Hochzeit zweieinhalb Jahre alt.

Ich habe gelernt, die sich am meisten aufregen, haben oft eigenen Dreck am Stecken! Aber dies ist eine andere Geschichte.

Beste Grüße
Artsch

Geändert von Artsch (08.03.2018 um 22:02 Uhr)
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  #19  
Alt 09.03.2018, 10:00
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wolfusa wolfusa ist offline
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Werte Mitforscher,

ganz so schoen, wie manchmal dargestellt war es leider nicht immer.
Gerade in katholischen Kirchenbuecher wurden uneheliche Kinder traurigerweise
oft als Hurenkinder eingetragen.
Traurig.
LG Wolfgang
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  #20  
Alt 09.03.2018, 11:24
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hotdiscomix hotdiscomix ist offline
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Guten Tag,
zum Thema uneheliche Kinder forsche ich seit einiger Zeit in den evangelischen Kirchenbüchern von Freyburg/Unstrut (Sachsen-Anhalt). Also im Zeitraum 1625-1750, weiter bin ich noch nicht, gab es mehrere uneheliche Kinder. Die Pfarrer nannten sie fast immer Hurenkinder, die Mütter waren "Huren", die Väter unehelicher Kinder waren "Buben". Selbst Eltern die nur wenige Wochen nach der Hochzeit ein Kind bekamen, wurden dem "Hurenvolk" zugezählt.
Entscheidend war für die Pfarrer die 28.-30. Woche nach der Hochzeit. Ist innerhalb dieser Wochen ein lebendes Kind geboren, war es immer ein Hurenkind bzw. ein "Frü(h)ling" von Hureneltern. In den Wochen 30 bis ca. 36 wurde die Kindfrau (Hebamme) befragt, ob es sich um ein voll entwickeltes Kind handelt, war das der Fall gab es auch einen Pfarrervermerk für die Hureneltern. Sagte die Kindfrau aber, das Kind wäre noch nicht voll entwickelt, war es ein "Früling".
Bisher habe ich nur drei Fälle (bei 76 unehelichen Kindern) gefunden, wo der Pfarrer auch schrieb das die Hure Geld genommen hätte. Auch die Zahl einer Schwängerung durch Gewalt, soweit sie der Pfarrer erfasst hat, ist relativ gering.
Damals waren in Freyburg und Umgebung häufig Armeetruppen im Winterquartier und für eine ganze Zahl der unehelichen Kinder verantwortlich. Ein Pfarrer schrieb einmal das die Bürgersburschen nach der Arbeit noch auf dem Feld arbeiten müssten und die Reiter der Truppen faul auf dem Stroh liegen und die Freyburger Jungfrauen anschwängerten.
Weiterhin ist auffällig das Hurenkinder häufig in den gleichen Familien, auch über mehrere Generationen hinweg, vorkamen. In Freyburg waren zwei Hufschmiedfamilien für mehrere uneheliche Kinder verantwortlich. Bauern und Tagelöhner Familien waren ehr selten vertreten.
Ein seltener Fall war Maria Rosina Haßenritter, sie bekam in den Jahren 1727, 1730 und 1733 uneheliche Söhne und jedesmal gab sie zum Vater Moritz Heinrich von Sandersleben, vom Sachsen-Weißenfelser Regiment an. Wie die Geschichte weiter geht hab ich bisher nicht erforscht.
Damals hatten uneheliche Kinder immer vier, anstatt der üblichen drei Taufpaten. Die Taufpaten kamen öfters aus "besseren" Familien, es waren z.B. der Pfarrer, Rats- u. Amtsherren, Händler und alteingesessene Handwerker, bzw. ihre Frauen.
In einem Fall starb die Mutter eines unehelichen Kindes frühzeitig und das Kind wuchs nachweislich bei einem seiner Taufpaten auf. Das Kind besuchte die Schule in Pforta und arbeitete später als Amtsschreiber in Freyburg und bekam sogar das Bürgerrecht, obwohl eine Bedingung für den Erwerb des Bürgerrechts eine eheliche Geburt war.
Die Ehefrau eines Bruder eines Vorfahrens war auch unehelich geboren. Ihr leiblicher Vater war ein Offizier aus der Familie "von Ziegesar", dieser wurde bei der Taufe zwar nicht genannt, bekannte sich also nicht zum Kind, bezahlte aber wohl regelmäßig für das Kind. In den überlieferten Familiengeschichten steht, das sie finanziell eine sehr gut Partie war. Die Hochzeit war im Jahr 1822.
Nur selten heirateten auch die Eltern der unehelichen Kinder. Bedingt auch dadurch das öfters Soldaten die Väter (Buben) waren. Diesen waren nach dem Winter wieder weg. Mütter unehelicher Kinder heirateten später andere Partner, diese neuen Partner waren aber selten aus Freyburg.
Eine höhere Kindersterblichkeit bei unehelichen Kindern konnte ich bisher nicht finden.
Nach meinem Gefühl, war die Kindersterblichkeit mehr Familienabhängig. Bei meinen "Lieblingsvorfahren" Promer/Brohmer (Bäcker) z.B. liegt die Kindersterblichkeit im 17. und 18. Jahrhundert bei ca. 30%. Einer meiner Vorfahren hatte zwischen 1644-1666, 10 Kinder, wovon 9 heirateten. Das 10. Kind starb mit 12 Jahren. Auch die nachfolgenden Generationen waren von weniger Kindersterblichkeit betroffen.
Aber in anderen Familien blieben manchmal nur eines von 7-10 Kindern übrig.

Das alles ist aber nur meine Erkenntnis aus einem Ort und weniger als 100 unehelichen Geburten.

Steffen
__________________
~*~ Organisation ist, weder den Dingen ihren Lauf noch den Menschen ihren Willen lassen. ~*~

Geändert von hotdiscomix (09.03.2018 um 18:18 Uhr) Grund: Ergänzung
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