#1  
Alt 30.01.2020, 18:56
gbhajda gbhajda ist offline weiblich
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Standard von Mansteinsches Regiment, 1769 und davor

Hallo liebe Forumsmitglieder

in einer Seitenlinie meiner Familie habe ich einen Andreas Beyendorff, geboren in Schorstedt (Altmark) am 11.03.1736, der mit seiner Frau Catharina Krüger u.a. am 16.5.1769 in Schorstedt einen Sohn namens Andreas taufen lässt und am 19.9.1771 eine Tochter namens Catharina Dorothea. Diesen Taufeinträgen ist zu entnehmen, dass Andreas Beyendorff Reuter war im "von Manstein'schen Regiment, Major von Borstels Compagnie". Andreas Beyendorff wie seine Frau Catharina Krüger sterben in Schorstedt (1804 und 1810).

Catharina Krüger fungiert in Schorstedt als Patin – 1759 und 1765 noch unverheiratet, und im November 1767 dann als „uxor Andreas Beyendorff“. Die Trauung sollte also zwischen 1765 und 1767 stattgefunden haben.

Da ich die Trauung der beiden in Schorstedt nicht finde, überlege ich, ob ich vielleicht über dieses Regiment weiter kommen könnte. Im Internet habe ich etwas dazu gefunden, dass dieses Regiment wohl 1765 von Leopold Sebastian von Manstein übernommen wurde, "der das tapfere Regiment nach Beendigung des 7jährigen Krieges wieder in seine altmärkischen Garnisonen Tangermünde und Salzwedel zurückführen konnte ..."

Dieser möglichen Spur möchte ich gerne nachgehen und frage daher:
1. Gibt es nähere Informationen dazu, wann dieses Regiment in dem Zeitraum wo war?
2. Gibt es Militärkirchenbücher (wenn ja wo?), wo ich vielleicht die Trauung der beiden finden könnte - oder wäre eine Trauung ggf. in den Kirchenbüchern in Salzwedel bzw. Tangermünde zu suchen?

Über jegliche Hinweise würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Gisela
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  #2  
Alt 31.01.2020, 07:32
Basil Basil ist offline männlich
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Moin Gisela,

es handelt sich wohl um das altpreußische Kürassier-Regiment Nr. 7. Manstein erhielt das Regiment bereits 1762. Die Rangliste der preußischen Armee von 1772 nennt auch einen Major von Borstel in diesem Regiment. Standorte des Regiments waren 1772 Salzwedel, Tangermünde, Lenzen, Werben, Arneburg, Arendsee und Seehausen.

Für den Anfang gibt es Information hier, unter Kürassier Regiment 7, und hier. Mehr Information finden sich in der Regimentsgeschichte des neupreußischen Kürassier-Regiments Nr. 6, Digitalisate im Abschnitt Literatur.

Über das Thema Militärkirchenbücher weiß ich nur wenig. Vielleicht kann jemand anderes etwas beitragen.

Viele Grüße
Basil
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  #3  
Alt 31.01.2020, 09:57
RoHa92 RoHa92 ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Basil Beitrag anzeigen

Über das Thema Militärkirchenbücher weiß ich nur wenig. Vielleicht kann jemand anderes etwas beitragen.

Viele Grüße
Basil

Hallo,

Ich bin in diesem Werk hier fündig geworden:

Lyncker, Alexander von: Die altpreußische Armee 1714-1806 und ihre Militärkirchenbücher [Nachdr. der Ausg.] Berlin 1937, 1980, Neustadt an der Aisch: Degener, ISBN 3-7686-3025-0, 326 S., Einbandart: kart.

Vielleicht kommst du über Fernleihe einer Bibliothek an das Werk. Ich hatte es lediglich bis vor 4 Wochen...

VG
Robin
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  #4  
Alt 31.01.2020, 19:10
gbhajda gbhajda ist offline weiblich
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Herzlichen Dank für die beiden Hinweise.

Die Internetlinks werde ich in Ruhe durchsehen und dann vielleicht mögliche Standorte im fraglichen Zeitraum identifizieren können.
Und da ich das Glück habe, fußläufig zum Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Speyer zu wohnen ist das mit der Fernleihe gar kein Problem - ich hatte dort schon verschiedene Ortsfamilienbücher besorgt, die Fernleihe geht dort sehr flott.
Viele Grüße
Gisela
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  #5  
Alt 08.02.2020, 17:32
SusanneVonG SusanneVonG ist offline
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Hallo Gisela,

ich habe Dir den Traueintrag herausgesucht. Allerdings ist er ziemlich knapp gehalten. Wenn Du ein Ancestry-Konto hast: https://www.ancestry.de/interactive/...=0072556-00069 Sonst muß ich Dir das Bild per PM zusenden.

Seite 39: "Cop. in Tangermunde mense Majo [1767]"
Seite 40: "[Nr.] 14 Andr. Beindorf R.[ittmstr.] v. Borstel Comp. Cathar. Krüger aus Schorstedt."

Demnach fand die Heirat im Mai 1767 statt. Nicht am 14., das ist nur die Durchnumerierung.

Zum schwierigen Thema Militärkirchenbücher empfehle ich unbedingt das neue Buch der AGoFF: https://agoff.de/?p=67#Band%204

Es behandelt zwar im Hauptteil nur die Schlesischen Militärkirchenbücher, aber Herr Liwowsky gibt eine sehr gute Übersicht zur Geschichte der preußischen MKB sowie zur Problematik 'altpreußische Garnisonen' und 'Kantonwesen'. Besonders die Erläuterungen zu den verschiedenen MKB-Typen helfen beim Auffinden der entspr. Bde. im Katalog der Mormonen und dann auch bei Ancestry, und das eben auch außerhalb von Schlesien. Aber das Thema MKB ist wirklich schwierig, man muß sich da schon etwas einarbeiten.

Grüße
Susanne.
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  #6  
Alt 13.02.2020, 23:52
gbhajda gbhajda ist offline weiblich
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Herzlichen Dank, liebe Susanne. Das ist ja wunderbar!

Gerade gestern habe ich das von Robin genannte und per Fernleihe bestellte Buch von Lyncker bei uns aus der Bücherei abgeholt, dazu heute noch zwei andere Bücher über Militärkirchenbücher, aber das ist wirklich alles sehr kniffelig, und ich war noch nicht so weit, dass ich gewusst hätte wo ich dann konkret wie suchen müsste.

Ich hatte Ende 2018 / Anfang 2019 mal bei Ancestry etwa einen Monat lang einen Zugang und habe in der Zeit so ungefähr alles in der Altmark abgegrast, was mich interessierte. Aktuell habe ich keinen Zugang und würde mich daher sehr freuen, wenn du mir dein Fundstück noch direkt zusenden könntest. Geht das über das Forum? Ansonsten ist meine Mailadresse gbhajda@gmail.com

Liebe Grüße
Gisela
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  #7  
Alt 14.02.2020, 11:43
SusanneVonG SusanneVonG ist offline
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Hallo Gisela,

ich sehe jetzt erst, daß Dir ja alle weiteren Daten zu dem Ehepaar bekannt sind, Du den knappen Tr-Eintrag aus MKB wirklich nur zur Vervollständigung Deiner Unterlagen benötigst. Trotzdem möchte ich noch einen Pkt. ansprechen, den ich aus dem oben angegebenen Buch gelernt habe.

Bei diesen (ärgerlich) kurzen Trauungseinträgen könnte es sich auch nur um einen Nachweis für das Dimissoriale handeln. Hier findet sich ja der Zusatz 'Trauungen für die Kompanie/Schwadron des Rittmeisters Borstel in Tangermünde'. Seit 1750 stand zeitweise nur dem jeweiligen Rgt.-Feldprediger das Recht zur Trauung zu, egal ob der Soldat lutherisch, reformiert oder gar katholisch war. Aber gerade bei der Kavallerie waren die Teileinheiten in der Regel weit verstreut. Man konnte ja damals nur schlecht alle Pferde eines ganzen Regiments an einem Ort versorgen. Im vorliegenden Fall war der Stab des Rgt. mit seinem Militärpfarrer in Salzwedel, Dein Vorfahre aber war in Tangermünde, was damals sicher eine Reise von so etwa 90 km mit dem Pferd oder der Kutscher darstellte. Es könnte sein, daß daher alle anstehenden Trauungen im Mai 1767 stattfanden, weil der Feldprediger dafür extra angereist war. Oder eben der Soldat bat den Feldprediger um ein Dimissoriale für eine Zivil-Trauung in Tangermünde. Der Feldprediger bekam dafür eine Gebühr und mit dem Erlaubnisschein konnte er dann zum Pfarrer vor Ort gehen. Vielleicht solltest Du daher - interessehalber - das Trauungsbuch der evangelischen Stadtpfarrei von Tangermünde nach einer Hochzeit im Frühjahr 1767 überprüfen. Fehlt die Tr., dann war der Feldprediger tatsächlich extra nach Tangermunde gereist.

Grüße
Susanne.
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  #8  
Alt 16.02.2020, 00:43
gbhajda gbhajda ist offline weiblich
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Hallo Susanne, wieder was dazu gelernt. Danke, das ist ja wirklich interessant wie das mit dem Militär so lief. Wenn ich mal wieder in Magdeburg bin werde ich mal schauen, ob ich was in Tangermünde finde. An sich glaube ich das aber nicht, denn beide haben ja sonst eigentlich nur Verbindungen zu Schorstedt

Ein schönes Wochenende
Gisela
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Stichworte
altmark , manstein , militär , salzwedel , schorstedt , tangermünde

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